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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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Milana
05.04.2022, 19:02
Ich wollte mich gerade so ein bisschen schlau machen, wie man sich überhaupt engagieren kann... aber die Webseite ist irgendwie in dieser Hinsicht so nichtssagend. Lediglich beim "Netzwerk Junge Ärzte:innen" stand ein Ansprechpartner.
Ich bin ja nicht VKA; wir verhandeln erst später im Jahr und ich dachte, ich könnte zumindest mal schauen, was der aktuelle Stand ist und was überlegt wird, zu fordern. Ich weiß wohl, dass es da Netzwerktreffen gibt, aber ich weiß irgendwie nicht, wie man da teilnimmt.
Ich würde mir übrigens als allerallerersten Punkt wünschen: Reduzierung der Vollarbeitszeit. Ich sehe keinen Grund, warum ich eine 42h Woche als 100% Stelle haben muss und meine Kollegen 2km weiter am kirchlichen Haus haben mit 38,5h eine 100% Stelle. Auf die Weiterbildungszeit gerechnet, arbeite ich so nämlich 805 h, oder fast 5 Monate länger für meinen Facharzt...

anignu
05.04.2022, 23:05
Dass "der PC" per se wirkfrei ist hingegen nicht, wie man es bspw. an diversen Bloggern gesehen hat, dies dann letztlich über die Talkshows auch in die politische Diskussionslandschaft geschafft haben. Im Gegenteil, die Verzahnung von On- und Offline wird eigentlich immer unentbehrlicher. Das bitte ich jetzt mal unabhängig vom konkreten Einzelfall zu verstehen. Und wäre tatsächlich ein Bereich, in dem Ärzte oder Ärztevertreter auch noch Möglichkeiten hätten, quasi als "Influencer".
Der Unterschied zum "Influencer" ist aber dass sich der nicht vor den PC hockt und nur schreibt "alles ist Mist", oder?
Macht auf Influencer, hab ich nix dagegen.

Kritik als solche führt zur Diskussion und die Diskussion zum Austausch von Standpunkten und ggf. zur Einbeziehung neuer Argumente / Fakten / Wünsche / Ideen.
Dass alles Sch... ist, ist keine Kritik. Das ist nur bashing. Kein Argument, keine Fakten, keine Wünsche, keine Ideen. Und sorry, das lehne ich ab. Einfach weils keine Kritik ist!

Handfeste Kritik wurde hier genannt. Da kamen dann etwa auf eine Gehaltserhöhung über Inflationsniveau als Einstiegsforderung ...
In den von Relaxometrie kritisierten Beiträgen war nix handfestes dabei. Null. Das war nur inhaltsleeres Gemotze. Und das lehne ich weiterhin ab.
Über die Forderungen kann man diskutieren, über die Vorgehensweise auch. Ist alles gut. Hab ich nix dagegen. Inhaltsleeres Gemotze kann ich nicht ausstehen.

mich persönlich nervt es ein wenig, dass in jedem Thema hier im Forum, wo Arbeitsbedingungen diskutiert werden oder Dinge, die im Gesundheitswesen schief laufen, früher oder später das nullige "Wehr dich einfach, dann wirds gut" und "Wenn du nicht haarklein darlegst, welche Form von Aktivismus du selbst lebst, dann bist du selbst Schuld und hast hier nichts zu melden" kommt.
Schwieriges Thema. Aus vielen Gründen. Während Überlastungsanzeigen bei der Pflege eher auch mal üblich sind, sind sie das im ärztlichen Bereich ganz und gar nicht. Auch Dienstbesetzungen, Einspringen usw... Das ist aber ein Thema für einen anderen Thread.

Ich soll also meine Lebenszeit bei einer aktuell nicht gut verhandelnden Gewerkschaft einbringen, wenn sie sich lieber mit Maskenpflicht oder anderen Interviews in die Medien bringt?
Maskenpflicht etc. sind AUCH Themen der Gewerkschaft. Es wäre auch schade wenn die Gewerkschaft einzig und allein den Sinn hätte alle zwei Jahre für ein Jahr Tarifverhandlungen zu führen... dann würden sich auch wieder alle beschweren.

die anderen Internetraketen können einander bei Kritik am System erzählen, was sie alles tun müssen bis sie berechtigt sind Kritik zu äußern.
Kritik zu äußern ist berechtigt. Bashing ist keine Kritik. Punkt.

Ich denke, das ist einer der Kernpunkte. Eben weil es eine der wenigen Maßnahmen ist, die bei den Ärzten unabhängig von den übrigen Baustellen wirklich ankommt.
Das ist deine Sichtweise. Mir wären andere Dinge wichtig. Für mich persönlich wären die wichtigsten Forderungen:
- der gesicherte Anspruch auf freie Wochenenden, ohne Ausgleichszeiträume, ohne Diskussionen
- die Begrenzung der Rufdienste auf 12 Stück/Monat
- dass Teilzeitkräfte nur noch anteilig Dienste machen müssen
- die deutliche Mehrbewertung für Rufdienste

Ich bin froh, dass es jetzt endlich mal wieder konstruktiver zugeht! Denn wie schon erwähnt sind wir uns ja offensichtlich auch nicht einig. Mir wären die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Sinne von Begrenzungen um Meilen wichtiger als die Lohnerhöhung an sich.

Anne1970
06.04.2022, 07:29
Ich wollte mich gerade so ein bisschen schlau machen, wie man sich überhaupt engagieren kann... aber die Webseite ist irgendwie in dieser Hinsicht so nichtssagend. Lediglich beim "Netzwerk Junge Ärzte:innen" stand ein Ansprechpartner.
Ich bin ja nicht VKA; wir verhandeln erst später im Jahr und ich dachte, ich könnte zumindest mal schauen, was der aktuelle Stand ist und was überlegt wird, zu fordern. Ich weiß wohl, dass es da Netzwerktreffen gibt, aber ich weiß irgendwie nicht, wie man da teilnimmt.
Ich würde mir übrigens als allerallerersten Punkt wünschen: Reduzierung der Vollarbeitszeit. Ich sehe keinen Grund, warum ich eine 42h Woche als 100% Stelle haben muss und meine Kollegen 2km weiter am kirchlichen Haus haben mit 38,5h eine 100% Stelle. Auf die Weiterbildungszeit gerechnet, arbeite ich so nämlich 805 h, oder fast 5 Monate länger für meinen Facharzt...

Das ist ein guter Hinweis mit der Website.
In welchem Bundesland bist du tätig? Du könntest dich z.B. an deinen Landesverband wenden. Ansonsten gern PN: knüpfe gern Kontakte.
Aber die Ansprechpartnerin ( A. Kretschmer) für Junge Ärzt:innen ist schon die Richtige ( hab inzwischen erfahren, dass du in Hessen bist (hatte ich nicht mehr auf dem Schirm, sorry ) . Das mit der Website geb ich weiter. :-)

ThomAl
06.04.2022, 08:07
Priorität Nr. 1 muss bei der Erhöhung der tabellarischen Entgelte liegen. Der Rest mag noch so gut begründet sein, es werden sich wieder Wege finden, die Vereinbarungen zu umgehen oder sie werden schlicht an der Realität scheitern. Im Gegensatz werden sie sicher vonseiten des VKA angeführt, um die sehr magere Entgelterhöhung zu rechtfertigen. Also aus meiner Sicht ganz klar: der MB muss das ursprüngliche Ziel von 5,5% über Bord werfen und hier mit einer zweistelligen (!!) Forderung einsteigen. Eine Vereinbarung auf Kopplung an das Inflationsniveau wäre auch gut. Alles unter 5% wird ein krasser Reallohnverlust und wird die Flucht aus den Kliniken verstärken. In Zeiten des Negativzinses, der Angebotsverknappung und ausgedehnter staatlicher Hilfen sowie insbesondere einer schon sehr lange nicht mehr dagewesenen Geldentwertung MUSS der Fokus bei den Verhandlungen auf den Grundgehältern liegen. Sonst befeuern wir die abrupte Entwertung unserer Berufssparte unmittelbar selbst.

dissection
06.04.2022, 11:20
Das ist deine Sichtweise. Mir wären andere Dinge wichtig. Für mich persönlich wären die wichtigsten Forderungen:
- der gesicherte Anspruch auf freie Wochenenden, ohne Ausgleichszeiträume, ohne Diskussionen
- die Begrenzung der Rufdienste auf 12 Stück/Monat
- dass Teilzeitkräfte nur noch anteilig Dienste machen müssen
- die deutliche Mehrbewertung für Rufdienste

Ich bin froh, dass es jetzt endlich mal wieder konstruktiver zugeht! Denn wie schon erwähnt sind wir uns ja offensichtlich auch nicht einig. Mir wären die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Sinne von Begrenzungen um Meilen wichtiger als die Lohnerhöhung an sich.

Ich habe Verständnis für deine Priorisierung der Forderungen, du musst aber einsehen dass quantitativ weniger Ärzte von diesen Änderungen profitieren würden, nämlich Fachärzte und Teilzeitkräfte (Rufbereitschaft bei Assistenzärzten ist sicherlich eher selten). Im Feld der stationär angestellten Ärzte ist dies nun mal eine Minderheit, dementsprechend würden hier Partikularinteressen einer Berufsgruppe überbetont, welche ohnehin Alternativen zur Klinik haben. Dass wir Fachärzte in der Klinik halten müssen ist btw offensichtlich, deswegen muss das auch abgebildet sein. Meine Peer Group, die stationär angestellten Assistenten der Inneren und Chirurgie haben keine Alternative zu den Klinikbedingungen und brauchen ebenfalls objektivierbare Verbesserungen. Dementsprechend belaufen sich die Forderungen auf o.g. Gegenseitiges Verständnis unter Kollegoiden wäre angebracht.


Priorität Nr. 1 muss bei der Erhöhung der tabellarischen Entgelte liegen. Der Rest mag noch so gut begründet sein, es werden sich wieder Wege finden, die Vereinbarungen zu umgehen oder sie werden schlicht an der Realität scheitern. Im Gegensatz werden sie sicher vonseiten des VKA angeführt, um die sehr magere Entgelterhöhung zu rechtfertigen. Also aus meiner Sicht ganz klar: der MB muss das ursprüngliche Ziel von 5,5% über Bord werfen und hier mit einer zweistelligen (!!) Forderung einsteigen. Eine Vereinbarung auf Kopplung an das Inflationsniveau wäre auch gut. Alles unter 5% wird ein krasser Reallohnverlust und wird die Flucht aus den Kliniken verstärken. In Zeiten des Negativzinses, der Angebotsverknappung und ausgedehnter staatlicher Hilfen sowie insbesondere einer schon sehr lange nicht mehr dagewesenen Geldentwertung MUSS der Fokus bei den Verhandlungen auf den Grundgehältern liegen. Sonst befeuern wir die abrupte Entwertung unserer Berufssparte unmittelbar selbst.

Bin eher auf dieser Seite, wobei zweistellige Forderungen natürlich sehr hoch gegriffen sind.

Endoplasmatisches Reticulum
06.04.2022, 11:32
Das ist deine Sichtweise.
Nö, das ist offenkundig der weitgehende Konsens hier im Thema - und nach dem war gefragt. ;)

Dass Teilzeitkräfte dieselbe Anzahl an Diensten machen sollen wie Vollkräfte, ist eine Schweinerei sondergleichen und ich habe die Begründung dahinter noch nie verstanden. Beziehungsweise ehrlich gesagt auch noch nie eine gehört, das wird immer einfach als gegeben angenommen. Erklärt es mir? Es gibt einen Stellenschlüssel und auf den verteilen sich die Dienste. Wird ein Vollzeitäquivalent durch zwei 50%-Stellen gedeckt, warum sollten die dann in Summe die Dienste von 2 Vollzeitstellen abarbeiten?

Ansonsten sehe ich es auch nicht als Priorität einer Gewerkschaft, in Verhandlungen einen Schwerpunkt auf Verbesserungen für Minderheiten und die Leitungsetage zu legen. Da kann man mal hier und mal da Nebengefechte führen, aber der Schwerpunkt sollte auf der breiten Masse liegen, die ja auch nicht mal eben AT verhandeln könnte, wenn sie bloß wollte. Die vorrangige Verpflichtung der Vertretung der angestellten Ärzte sollte sich an der Zusammensetzung des Klientels orientieren, das sie vertritt.

ehem-user-20-04-2022-0939
06.04.2022, 13:49
letztlich wird das mit der Anzahl der Dienste doch wieder über folgendes geregelt werden:

Als Ausnahme gilt, wenn „eine Gefährdung der Patientensicherheit“ droht. In einem solchen Fall müssen Ärztinnen und Ärzte auch darüberhinausgehende Arbeitsleistungen an Wochenenden erbringen. Aus dem gleichen Grund darf man auch mehr als die eigentlich vereinbarten maximalen vier Bereitschaftsdienste monatlich verlangen.
Der Marburger Bund kritisiert, dass der Begriff „Gefährdung der Patientensicherheit“ zu leichtfertig seitens der Arbeitgeber verwendet werde und fordert eine klarere Definition der Regelungen um Bereitschaftsdienste und Rufbereitschaft.

vanilleeis
06.04.2022, 14:23
Nö, das ist offenkundig der weitgehende Konsens hier im Thema - und nach dem war gefragt. ;)

Dass Teilzeitkräfte dieselbe Anzahl an Diensten machen sollen wie Vollkräfte, ist eine Schweinerei sondergleichen und ich habe die Begründung dahinter noch nie verstanden. Beziehungsweise ehrlich gesagt auch noch nie eine gehört, das wird immer einfach als gegeben angenommen. Erklärt es mir? Es gibt einen Stellenschlüssel und auf den verteilen sich die Dienste. Wird ein Vollzeitäquivalent durch zwei 50%-Stellen gedeckt, warum sollten die dann in Summe die Dienste von 2 Vollzeitstellen abarbeiten?

Ansonsten sehe ich es auch nicht als Priorität einer Gewerkschaft, in Verhandlungen einen Schwerpunkt auf Verbesserungen für Minderheiten und die Leitungsetage zu legen. Da kann man mal hier und mal da Nebengefechte führen, aber der Schwerpunkt sollte auf der breiten Masse liegen, die ja auch nicht mal eben AT verhandeln könnte, wenn sie bloß wollte. Die vorrangige Verpflichtung der Vertretung der angestellten Ärzte sollte sich an der Zusammensetzung des Klientels orientieren, das sie vertritt.

Es gibt dafür keine Begründung, die Ursache ist der Fehler des MB in den letzten Tarifverhandlungen, dass dementsprechend keine Regelung getroffen wurde und die VKA natürlich jegliches Schlupfloch nutzt.

Moorhühnchen
06.04.2022, 17:30
Ich muss jetzt mal fragen, ob das denn überall der Fall ist, dass TZ-Kräfte die gleiche Anzahl an Diensten machen wie Vollzeitkollegen?

In meiner Abteilung ist es eigentlich schon selbstverständlich, dass man als TZ-Kollege auch nur anteilig Dienste macht, bzw. ich mache aktuell "freiwillig" auch mal 5 Dienste im Monat mit 85%-Stelle. Aber da muss man mich auch ganz schön bitten und für den 6. Dienst, den ich im Januar übernommen habe, war dann auch schon der Kniefall nötig in Form von 10 Tage zusammenhängendem FZA im Februar als Ausgleich. Vielleicht ist das auch nur mein Empfinden, aber meine anderen TZ-Kollegen sagen halt einfach "Nö", wenn es um den 3. oder 4. Dienst geht.
Aufgrund einer anderen Gegebenheit werde ich mein "Engagement" bezüglich der Dienste nun auch reduzieren und auf meine TZ-Stelle runterschrauben.

Ist das anteilige "Diensten" also wirklich so ungewöhnlich als Teilzeitler? Arbeite ich dann doch irgendwie im "Paradies" (und das obwohl kirchliches Haus)??

Swiffer
06.04.2022, 17:51
Als Zusammenfassung bisher:

1. Tariflohnerhöhung: Inflation (ca. 6%) + 2% Reallohnerhöhung + 2% Verhandlungspuffer (sprich: Forderung von ca. 10%, um bei 8% rauszukommen)
2. Laufzeit: nicht über 1 Jahr, falls Tariflohnerhöhung kleiner als Inflation ausfällt
3. Kine Verschlechterung bezüglich der Anzahl der Dienste pro Monat! Schriftliche Einwilligung des AN bei Überschreitung der vier Dienste und (für den AG schmerzhafte höhere) Entschädigung beim 5,6,7 Dienst. Grundsätzlich: der gesicherte Anspruch auf mindestens 2 freie Wochenenden, ohne Ausgleichszeiträume, ohne Diskussionen
4. Endlich eine Regelung für Teilzeitkräfte (nur anteilige Anzahl der Dienste)
5. Flächendeckende Umsetzung und zwingende Kontrolle der elektronischen Zeiterfassung. Nicht-Einhaltung muss sanktioniert werden und zwar per Tarifvertrag
6. die Begrenzung der Rufdienste auf 12 Stück/Monat
7. die deutliche Mehrbewertung für Rufdienste

Und ich hätte gern noch:
8. Deutliche Anhebung des Nachtdienstzuschlages



Auf gehts. Was fällt euch noch ein... Da gibts doch noch soooo vieles mehr ...

jijichu
06.04.2022, 17:56
In meiner alten Abteilung (kommunales Haus), war es normal, dass TZ-Kräfte weniger Dienste gemacht haben. In der Dienstplanung hatten 75% Kräfte 1 Dienst im Monat weniger (Regulär waren im Schnitt 4 Dienste) und 50% Kräfte 2 Dienste weniger. Die Leute, die im Urlaub waren, hatten in dem Monat pro Urlaubswoche minus 1 Dienst. Wir hatten außerdem auch eine Art Rotationssystem, bei dem diejenigen, die ganz oben standen, die meisten Dienste gemacht hatten, im nächsten Monat ist der ganz oben nach ganz unten gerutscht und hat am wenigsten Dienste gemacht.

Bei Leuten wie Hühnchen, die 85% hatten, war dann jeder zweite Monat ein Dienst weniger.

Das geht aber natürlich nicht bei jedem Dienstmodell (wir hatten Bereitschaftsdienste) und war nicht in allen Abteilungen möglich.

In meinem aktuellen Haus (kommunales Haus, aber mit Uni-Vertrag) ist es nicht normal, dass TZ-Kräfte weniger Dienste machen (weder bei den Weiterbildungsassistenten noch bei den Oberärzten).

Endoplasmatisches Reticulum
06.04.2022, 19:14
Ich muss jetzt mal fragen, ob das denn überall der Fall ist, dass TZ-Kräfte die gleiche Anzahl an Diensten machen wie Vollzeitkollegen?
In meinen bisherigen Abteilungen: Ja! Galt aber gnadenlos bei allen Umständen. Wenn man also z.B. auch etwa 2 Wochen Urlaub innerhalb eines Monats hatte, war das die Arschkarte. Dann durfte man zur Begrüßung die zwei Wochen davor oder danach sechs bis acht 24h-Dienste hintereinander weg schrubben, um das "Muss" erfüllt zu haben.

Endoplasmatisches Reticulum
06.04.2022, 19:21
Auf gehts. Was fällt euch noch ein... Da gibts doch noch soooo vieles mehr ...
Tarifvertraglicher Ausschluss von Nebenabreden, die im Widerspruch zu im Tarifvertrag festgeschriebenen Limits stehen. Sprich: Wenn du schriftlich im Einzelfall einwilligst, kannst du auch 5 oder 6 Dienste machen. Der Arbeitgeber kann dir aber keinen Zettel unter die Nase halten, dass du dem generell zustimmst. Sonst schaffen wir bloß neue Opt-outs in Klein.

Kackpunkt ist und bleibt der Hebelarm des gemeinen Assistenzartes, der proportional regelhaft kleiner ausfällt als der Humerus eines T-Rex. Was der Assistent selbst durchsetzen muss, ist tendenziell nutzlos.

Relaxometrie
06.04.2022, 19:37
Was fällt euch noch ein... Da gibts doch noch soooo vieles mehr ...
Für Fächer, in denen man viel am PC arbeitet und Briefe diktiert: ein Schreibtisch-Arbeitsplatz für jeden Assistenzarzt in einem Umfeld, in dem man konzentriert arbeiten kann.

Heerestorte
06.04.2022, 21:31
Für Fächer, in denen man viel am PC arbeitet und Briefe diktiert: ein Schreibtisch-Arbeitsplatz für jeden Assistenzarzt in einem Umfeld, in dem man konzentriert arbeiten kann.

Eher fällt der Mond auf die Erde :-))

Kackbratze
06.04.2022, 22:54
Für Fächer, in denen man viel am PC arbeitet und Briefe diktiert: ein Schreibtisch-Arbeitsplatz für jeden Assistenzarzt in einem Umfeld, in dem man konzentriert arbeiten kann.

Wird das nicht schon teilweise durch den Arbeitsschutz geregelt?
Die Anzahl der Arbeitsplätze nicht, aber die Umgebung dazu?

dissection
06.04.2022, 22:55
Wird das nicht schon teilweise durch den Arbeitsschutz geregelt?
Die Anzahl der Arbeitsplätze nicht, aber die Umgebung dazu?

Gelebt wird es definitiv nicht, unsere Besenkammern (an einer der 5 größten Unikliniken Deutschlands) ermöglichen ja nichtmal das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregelungen.

Kackbratze
07.04.2022, 08:13
Da ist der Betriebsarzt der erste Ansprechpartner, wenn das nicht korrekt ist. Wie gesagt, wenn es woanders schon geregelt ist, nicht eine doppelte Regel in einen Tarifvertrag oder woanders hineinbringen, am Besten noch welche, die sich teilweise wiedersprechen...

Was den Arbeitsplatz anbetrifft, Betriebsarzt. Der muss dafür sorgen, dass die gesetzlichen Bestimmungen umgesetzt werden. Wenn der Betriebsarzt von der Besenkammer nix weiß, kann er natürlich auch nichts machen. Das gehört auch in den Bereich "was tun".

Colourful
07.04.2022, 08:28
Ja, das geht ja sonst auch nicht. Man muss auch konzentriert Briefe schreiben können, zumindest in manchen Fächern.
Ich scheine es aber gut zu haben, mache anteilig Dienste, kriege demnächst einen Laptop, um dann wirklich Home Office zu machen für Briefe/Doku, etc. Und momentan sitze ich in einem leisen Büro alleine.
Ich betreue aber auch keine Station mehr.

Brutus
07.04.2022, 08:29
Es gibt dafür keine Begründung, die Ursache ist der Fehler des MB in den letzten Tarifverhandlungen, dass dementsprechend keine Regelung getroffen wurde und die VKA natürlich jegliches Schlupfloch nutzt.
Naja, eine Begründung haben wir damals sogar bekommen (Uniklinik): Nehmen wir mal ein einfaches Rechenbeispiel: ein AA muss 40 Stunden pro Woche arbeiten, hat kein Opt-Out unterschrieben. Maximal DARF er also 48 Stunden/Woche arbeiten. Er könnte also bei BD 24h (8 Stunden Regelarbeit, 16 Stunden BD / - 8 Stunden FZA) genau EINEN Tag Dienst in der Woche machen. Das Wochenende haut alles raus, deswegen mal rausgelassen.
Der TZ-AA muss 20 Stunden / Woche arbeiten. D.h.: es bleiben 28 (!) Stunden, in denen er Dienste machen darf. Das wären also 3 (!) Dienste pro Woche oder ein Dienst am Wochenende. Damit wollte uns die GF erklären, warum TZ-Mitarbeiter sogar mehr Dienste machen müssten, als VZ-Mitarbeiter! Gut, war ein schlechter Scherz (von der GF aber durchaus ernst gemeint), und wurde von uns (LOA, der den Dienstplan gemacht hat), nicht umgesetzt. Aber rein rechnerisch...............


Ich muss jetzt mal fragen, ob das denn überall der Fall ist, dass TZ-Kräfte die gleiche Anzahl an Diensten machen wie Vollzeitkollegen?
In meiner Abteilung ist es eigentlich schon selbstverständlich, dass man als TZ-Kollege auch nur anteilig Dienste macht, bzw. ich mache aktuell "freiwillig" auch mal 5 Dienste im Monat mit 85%-Stelle. Aber da muss man mich auch ganz schön bitten und für den 6. Dienst, den ich im Januar übernommen habe, war dann auch schon der Kniefall nötig in Form von 10 Tage zusammenhängendem FZA im Februar als Ausgleich. Vielleicht ist das auch nur mein Empfinden, aber meine anderen TZ-Kollegen sagen halt einfach "Nö", wenn es um den 3. oder 4. Dienst geht.
Aufgrund einer anderen Gegebenheit werde ich mein "Engagement" bezüglich der Dienste nun auch reduzieren und auf meine TZ-Stelle runterschrauben.
Ist das anteilige "Diensten" also wirklich so ungewöhnlich als Teilzeitler? Arbeite ich dann doch irgendwie im "Paradies" (und das obwohl kirchliches Haus)??
Nein! Läuft bei uns genauso. Die Dienstplanverantwortliche rechnet genau auf TZ runter, und wenn sie Probleme hat, dann wird gefragt, ob mal evtl. einen Dienst mehr machen könnte. Allerdings haben wir auch ein recht gutes Verhältnis untereinander. Da ist das selbstverständlich.


In meinen bisherigen Abteilungen: Ja! Galt aber gnadenlos bei allen Umständen. Wenn man also z.B. auch etwa 2 Wochen Urlaub innerhalb eines Monats hatte, war das die Arschkarte. Dann durfte man zur Begrüßung die zwei Wochen davor oder danach sechs bis acht 24h-Dienste hintereinander weg schrubben, um das "Muss" erfüllt zu haben.
Hab das T-Shirt! :-kotz
Das war in einer Klinik genau so: Du hast 2 Wochen Urlaub im Monat uns sollst in den verbliebenen 2 Wochen 10 (!) Dienste schrubben. Und genau das war einer der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Und dem Haus / der Abteilung eine Kündigung nach exakt 3,5 Monaten zum Ende des Monats bescherte... :-nix