Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Wovon geht ihr denn aus, was realistisch drin ist? Im Vergleich zu Unikliniken ist das gehalt ja trotz weniger Arbeitszeit ab April ohnehin schon höher und die Inflation aktuell richtung 2% sinkend. Ich schätze, da sind keine guten Argumente in der Hinterhand.
Ich hoffe vor allem auf die angekündigten Verbesserungen für Dienste. Die Umfrage war ja zum Thema Schicht-/Bereitschafts-/Rufdienste. Und da gibt es aus meiner Sicht deutliches Verbesserungspotential.
MarburgerSchund
29.03.2024, 10:14
Diese Gewerkschaft hat ihre Legitimation leider verloren.
Philip_MHH
29.03.2024, 10:47
Diese Gewerkschaft hat ihre Legitimation leider verloren.
Engagierst du dich denn für eine Verbesserung oder trollst du nur im Internet?
Endoplasmatisches Reticulum
29.03.2024, 10:51
Wovon geht ihr denn aus, was realistisch drin ist? Im Vergleich zu Unikliniken ist das gehalt ja trotz weniger Arbeitszeit ab April ohnehin schon höher und die Inflation aktuell richtung 2% sinkend. Ich schätze, da sind keine guten Argumente in der Hinterhand.
Naja.
Inflation hoch: Steigerung nicht möglich, die Krankenhäuser haben krasse Mehrausgaben!
Inflation niedrig: Steigerung nicht gerechtfertigt, weil Inflation ist ja niedrig.
Engagierst du dich denn für eine Verbesserung oder trollst du nur im Internet?
Wo keine Konkurrenz...
MarburgerSchund
29.03.2024, 13:09
Man muss also immer jahrelang selbst in solchen Vereinen aktiv sein, um Kritik üben zu dürfen? Ich habe den Marburger Bund nicht gebeten, mich zu vertreten und muss jetzt auch meine Kritik aushalten.
Sorry, @MarburgerSchund: bissl Substanz wäre schon nicht schlecht wenn man Kritik üben will. Die sinnlosen Posts im TdL-Thread von wegen "ich bin zu faul zu googlen, wer ist in der Lage MB + Tarifkommission für mich zu googlen" oder "ich bin weiterhin zu faul zu googlen, vermute aber dass die keine Legitimation haben für mich zu sprechen" empfinde ich persönlich einfach als substanzlose Kritik von jemandem der einfach nur stänkern will.
Diese Gewerkschaft hat ihre Legitimation leider verloren.
Und die Legitimation besteht weiter, auch wenn du sie der Gewerkschaft absprechen willst. So lange es keine Gewerkschaft mit mehr Mitgliedern gibt werden die Ärzte durch den MB vertreten. Und mir persönlich ist das auch um einiges lieber als z.B. von ver.di vertreten zu werden.
Bei ver.di war der letzte Tarifabschluss (April '23): für 24 Monate, 3000€ Inflationsausgleich, 200€ Sockelbeitrag + 5,5% Steigerung Und übrigens erst die 5,5% drauf und dann +200€
Beim MB war der letzte Tarifabschluss (Juni '23): für 18 Monate, 2500€ Inflationsausgleich, + 8,8% Steigerung.
Und jetzt kann man rechnen, z.B. einen Assistenzarzt Stufe 1 von damals. Das waren 4802,52€.
Mit ver.di am Ende 5266,66€, also 464,14€ in 24 Monaten oder 19,34€/Monat. zzgl. Inflationsprämie 3000€
Mit MB am Ende 5288,32€, also 485,80€ in 18 Monaten oder 26,99€/Monat. zzgl. Inflationsprämie 2500€
Der MB-Tarifvertrag ist somit um ca. 40% besser als der ver.di-Tarifvertrag. Wenn man die schlechtestmöglichen Steigerung pro Monat betrachtet und die Inflationsprämie ignoriert, die keinerlei nachhaltige Steigerung ist.
Das sind einfach nur die Tatsachen. Simple Rechnungen. Und dabei wird der niedrigstmögliche Lohn der Ärzte angenommen (Assistenzärzte ohne Erfahrung), bei höheren Stufen ist der Unterschied noch größer. Und der MB hat zudem in den letzten Tarifverträgen auch Begrenzungen der Dienste durchgesetzt, mehr Urlaubstage (ok, einer mehr), Umkehr der Beweislast bei der Arbeitszeiterfassung etc. Und ja, die Arbeitszeiterfassung ist in manchen Kliniken immer noch ein Problem. Das will ich gar nicht absprechen. In der Kliniken in denen ich bisher gearbeitet hab nicht. Einfach weil es diese klare Regelungen gibt.
Insofern: würdet ihr lieber von ver.di vertreten werden? Die keine Ahnung von den Problemen der Ärzte haben, bei denen die Arzt-Probleme niemals relevant waren usw.? Ich nicht. In Betriebsräten sind Ärzte in der Regel auch unterrepräsentiert. Daher gibt es dort teils Regelungen die für Ärzte nicht so toll sind...
@MarburgerSchund: bitte fang mal an google/bing/duckduckgo einzuschalten und versuche mit Fakten zu diskutieren.
MarburgerSchund
29.03.2024, 22:25
Hast bei deiner Rechnung auch berücksichtigt, dass die Verdi-Verträge noch n 13. Monatsgehalt haben? ;-)
Und wenn dein Taschenrechner noch Batterie hat und wir grade Äpfel mit Birnen vergleichen, dann rechne es bitte noch mit den +18%, die das Bodenpersonal der Lufthansa jetzt kriegt. Das ist auch ver.di :-)
Hast bei deiner Rechnung auch berücksichtigt, dass die Verdi-Verträge noch n 13. Monatsgehalt haben? ;-)
Nein, hab ich nicht. Ändert das was? 12 Monatsgehälter + 10% oder 13 Monatsgehälter + 10% wären in beiden Fällen ein Plus von 10% oder? Die Anzahl der Monatsgehälter hat sich ja nicht geändert. Wir diskutieren hier ja über Steigerungen und nicht über absolute Beträge.
Und wenn dein Taschenrechner noch Batterie hat und wir grade Äpfel mit Birnen vergleichen, dann rechne es bitte noch mit den +18%, die das Bodenpersonal der Lufthansa jetzt kriegt. Das ist auch ver.di :-)
Du wirst immer Tarifverträge finden in völlig anderen Sparten die besser oder schlechter sind. Manche Metaller haben eine 32h-Woche, hast du das gewusst?
Der Unterschied zwischen meinem Beispiel und deinem Beispiel ist, dass ver.di in genau dem von mir genannten Tarifvertrag die Ärzte früher mit vertreten hat. Hast du das gewusst? Der von mir genannte Tarifvertrag war früher der Tarifvertrag für Ärzte und Pflegekräfte, bevor der Marburger Bund sich drum gekümmert hat dass die Ärzte aus dem Vertrag rausgehen. Und jetzt laufen die Tarifverträge parallel und der MB hat das Eine erreicht und ver.di das Andere. Und daher stelle ich die Behauptung auf dass man diese beiden genannten Tarifverträge miteinander vergleichen kann und auch die Performance die ver.di und der MB hier erreichen. Früher waren die von ver.di für die Ärzte ausgehandelten Bedingungen so schlecht dass es überhaupt erst zu dieser Trennung kam und rein rechnerisch hat es sich auf jeden Fall gelohnt und nach meiner Rechnung lohnt es sich auch weiterhin. Wenn man die zusätzlichen Verbesserungen die der MB erreicht hat mal völlig ignoriert.
Und um jetzt mal konkret auf das Beispiel von dir einzugehen: die +18% gelten für die allerschlechtesten Einkommensgruppen. Es gilt auch hier eine Kombination aus Sockelbetrag + Steigerung. Es sind, wenn ich das richtig gelesen hab, +7% (jedoch mindestens 280€) sowie nochmal 150€ + 2% und ein Urlaubsgeld-Zuschlag. Das Ganze wiederum für 24 Monate.
Ganz ehrlich: die Angaben sind für mich zu schwammig um das genau ausrechnen zu können. Tatsächliche 18% für ein Gehaltsniveau eines Assistenzarztes sind es definitiv nicht und man muss auch die 24 Monate sehen.
Nimmt man eine Quelle die ich eher als glaubwürdig einstufen würde (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/lufthansa-bodenpersonal-einigung-tarifkonflikt-100.html) dann heißt es hier
Demnach steigen die Entgelte bei unteren und mittleren Gehaltsgruppen überproportional - die durchschnittliche Gehaltserhöhung beträgt rund 12,5 Prozent. und damit relativiert sich der ach so tolle +18%-Steigerungsansatz schon wieder. Ärzte wären somit deutlich drunter und auch unter 12,5% in 24 Monaten (also unter 0,52%/Monat) Und schon sind wir den 8,8% in 18 Monaten (0,49%/Monat) schon wieder sehr nahe wenn man nicht sogar drunter wäre, was wahrscheinlich ist.
Plötzlich sind deine Birnen gar nicht mehr so toll.
Carnivore
30.03.2024, 05:20
https://www.openpetition.de/petition/online/revision-des-tarifabschlusses-2023-2024-tdl-mb
es gibt eine neue Info:
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/vka-tarifrunde-2024-startet
Hatte ich schon erwähnt dass mit persönlich vor allem das Thema der Dienste am Herzen liegt? Scheinen sie aufgenommen zu haben.
Ich habs aus der Klinik-WhatsApp-Gruppe mitbekommen und das mit Rufdiensten gelesen und ungelogen an dich gedacht :)
Ich hoffe nur, die bringen es auch irgendwie durch (gibt halt doch wenig Oberärzte/Rufdienstmachende)...
Anne1970
11.06.2024, 07:51
es gibt eine neue Info:
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/vka-tarifrunde-2024-startet
Hatte ich schon erwähnt dass mit persönlich vor allem das Thema der Dienste am Herzen liegt? Scheinen sie aufgenommen zu haben.
Wie das wohl kommt :grins:
Anne1970
11.06.2024, 07:51
Nehme gern - ernst gemeinte- Anregungen in die Verhandlungsgespräche mit .
Solange die Bereitschaftsstunden pauschal durch das Frei am nächsten Tag weggerechnet werden dürfen, kommt eine Erhöhung des Bereitschaftsentgelts ja kaum an.
Solange die Bereitschaftsstunden pauschal durch das Frei am nächsten Tag weggerechnet werden dürfen, kommt eine Erhöhung des Bereitschaftsentgelts ja kaum an.
Die größte Verarsche überhaupt. Gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit als Freizeitausgleich anrechnen können. Lächerlich hoch 10. Als nächstes sollte der MB vielleicht anbieten, dass Samstag und Sonntag als FZA zählen um Überstunden abbauen zu können. :)
Nehme gern - ernst gemeinte- Anregungen in die Verhandlungsgespräche mit .
Ernst gemeint? Gern. Bekommst du.
Vor allem eine Klarstellung dass eine Dienstanweisung die einen verpflichtet innerhalb von 30 Minuten am Patienten zu sein dem Wesen des Rufdienstes widerspricht. Und wenn der Arbeitgeber das anordnen will dann muss es dafür einen Ausgleich geben. In welcher Form auch immer. Noch höhere Rufdienstbereitschaftsbezahlung oder Verpflichtung Bereitschaftsdienst anzuordnen.
Bei der Forderung mit dem Entgeltanspruch wenn Rufdienst angeordnet wurde obwohl nicht Arbeit nur im Ausnahmefall anfiel bin ich gespannt. Die Definition "Arbeit nur im Ausnahmefall" ist ja schon nicht eindeutig geklärt. Es ist bisher nur geklärt was NICHT eine Arbeit nur im Ausnahmefall ist. Das Urteil mit den 4%Zeit etc. Kennt eh jeder. Insofern wird es da meiner Meinung nach schwierig die Grenzen klar zu stellen und reinzuverhandeln dass es auch akzeptiert wird.
Vor allem eine Klarstellung dass eine Dienstanweisung die einen verpflichtet innerhalb von 30 Minuten am Patienten zu sein dem Wesen des Rufdienstes widerspricht. Und wenn der Arbeitgeber das anordnen will dann muss es dafür einen Ausgleich geben. In welcher Form auch immer. Noch höhere Rufdienstbereitschaftsbezahlung oder Verpflichtung Bereitschaftsdienst anzuordnen.
Das haben BAG und EuGH bereits höchstrichterlich klar gestellt: https://www.marburger-bund.de/mecklenburg-vorpommern/meldungen/30-minuten-eintreffzeit-der-rufbereitschaft-ist-unzulaessig
Aber: wo kein Kläger, da kein Richter. Spannend wird, wenn das für die Zertifizierung z.B. von überregionalem Traumazentrum oder überregionaler Stroke-Unit irgendwann als Pflicht reinkommt mit den 30 Minuten. Dann müsste man die entsprechenden Hintergründe formal auf BD umstellen. Aber bei den Kliniken gilt da wieder Teufel + Weihwasser und wo kein Kläger...
Das haben BAG und EuGH bereits höchstrichterlich klar gestellt: https://www.marburger-bund.de/mecklenburg-vorpommern/meldungen/30-minuten-eintreffzeit-der-rufbereitschaft-ist-unzulaessig
Das BAG hat festgestellt dass eine Vorgabe von 20 (!) Minuten nicht zulässig ist. Die Frage nach den 30 Minuten wurde noch nicht gestellt. Das EuGH hat nur allgemeine Dinge geklärt.
-> es existiert diesbezüglich noch keine höchstrichterliche Klarstellung.
Und die 30 Minuten-Vorgabe ist in irgendwelchen Zertifizierungen Pflicht, aber auch in MD-Prüfungen für die Abrechnung von intensivmedizinischen Komplexziffern oder auch bzgl. eines GBA-Beschlusses zur Qualitätssicherung bei der Behandlung von Aortenaneurysmata. Und vor allem der GBA-Beschluss ist ein scharfes Schwert... theoretisch. Denn es existiert ja keine höchstrichterliche Rechtsprechung.
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