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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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abcd
08.05.2022, 20:46
Vielleicht werden bei Dir die Stunden, die Du am Folgetag ausfällst mit dem Zeitkonto(Deinen Überstunden verrechnet.

freak1
08.05.2022, 21:00
Bei uns werden die meistens von der Bezahlung abgezogen, bei Dienst am Monatswechsel aber aufs Minuskonto geschrieben.

docdean
09.05.2022, 07:15
Ja, es wird vermutlich auf dem Arbeitszeitkonto verrechnet, davon merke ich aber nichts, weil es bei uns keine Überstunden gibt. Fair wäre es natürlich auch nicht, dass Überstunden verfallen, nur weil man Dienste gemacht hat.

Bluej
12.05.2022, 22:01
IG Metall fordert 8,2 % mehr Lohn.

anignu
12.05.2022, 23:25
IG Metall fordert 8,2 % mehr Lohn.
Super. Soll ich dann in meine Liste von https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?106823-Aktuelle-VKA-Tarifverhandlung-1-22-Der-Diskussionsthread&p=2233193&viewfull=1#post2233193 aufnehmen "IG Metall für Stahlkocher: 76t Beschäftigte, Forderung im April 22 8,2%, Inflationsrate im März 7,3%"
Schau mer mal was davon dann übrig bleibt. Ist natürlich schon eine extrem starke Forderung... 0,9% über der Inflationsrate... Wahnsinn. Ist ja fast mehr als der MB gefordert hat. Obwohl, die hatten 1,4% über Inflationsrate gefordert. Aber wir werden sehen was davon übrig bleibt...

WiWi18
13.05.2022, 08:22
Zu den Gehältern:

Dass nur so wenige Juristen ein Vollbefriedigend erreichen ist schlicht nicht richtig.

https://www.juraforum.de/juraexamen/jurastudium/praedikatsexamen-jura

Es sind über 20%, teilweise über 30%. Und es muss auch nicht der Magic Circle sein, um als Einsteiger sechsstellig zu verdienen. Gerade "kleinere Großkanzleien" geben sich mittlerweile auch mit 8 Punkten zufrieden.

Hinzu kommt, dass Jura, etwas örtliche Flexibilität vorausgesetzt, kaum einen NC hat. Und auch wenn das viele nicht gerne hören, sind Schul- und Studienerfolg stark miteinander korreliert. Ich würde schon denken, dass die Mehrzahl der Mediziner, Interesse vorausgesetzt, in diese Bereiche vorstoßen könnte. Ist aber eher eine Typsache. Mediziner sind größtenteils ein ganz anderer Schlag Menschen als Juristen.

Ein Bekannter von mir Teamleiter in einem Dax-Konzern (4 Jahre Berufserfahrung nach Master) und verdient inzwischen knapp 100k plus Bonus (erste AT-Stufe). Ich weiß nicht, was für eine Firma das sein soll, wo ein Abteilungsleiter weniger als ein WBA verdient. Irgendeine 100-Mann-Bude?

Ich würde sagen, dass ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis eher durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich verdiene, aber weit überdurchschnittlich arbeite. Und das auch nachts und am Wochenende.

Und wenn das Ungleichgewicht zwischen Inflation und Lohnabschlüssen in der Medizin in den nächsten 4-5 Jahren so weiter geht sind wir am Ende gut 20% unseres Reallohnes los. Es reicht langsam. Eigentlich müssten sich die Ärzte jetzt wehren, bevor es soweit ist.

nie
13.05.2022, 09:20
Ist schon spannend, wie unterschiedlich die Welten sind, in denen Menschen im selben Land so leben können.


Ich bin ein Arbeiterkind, mein Freundeskreis setzt sich überwiegend aus Leuten zusammen, mit denen ich vor dem Studium zusammengearbeitet habe und ich kenne (wenn man jetzt mal ärztliche Kollegen und Ex-Kommilitonen außen vor lässt) keine 10 Menschen, die überhaupt einen Studienabschluss haben und genau niemanden, der 100k im Jahr verdient.

WiWi18 scheint in seinem Umfeld sehr viele überdurchschnittlich gut verdienende, gut ausgebildeten Leuten zu haben und daher als Arzt so ein bisschen der arme Schlucker zu sein, der zu allem Überfluss auch noch richtig ackern muss für die Kohle. In meinem Umfeld bin ich als Ärztin die mit der fette Kohle und dem geilen Job. Wahrscheinlich hab ich einfach deshalb weniger Sozialneid und nicht ständig das Gefühl, zu kurz zu kommen und schlechter dazustehen als alle anderen. Die Menschen, mit denen WiWi18 befreundet ist, kenne ich nur aus dem Fernsehen. Das sind für mich Welten, in denen ich nie existieren werde und dementsprechend nichts, was mir fehlt. Aber wenn man halt schon in dieser Welt lebt, da ist Arzt mittlerweile sicher nicht der klügste Weg.

Feuerblick
13.05.2022, 09:32
Ist schon spannend, wie unterschiedlich die Welten sind, in denen Menschen im selben Land so leben können.


Ich bin ein Arbeiterkind, mein Freundeskreis setzt sich überwiegend aus Leuten zusammen, mit denen ich vor dem Studium zusammengearbeitet habe und ich kenne (wenn man jetzt mal ärztliche Kollegen und Ex-Kommilitonen außen vor lässt) keine 10 Menschen, die überhaupt einen Studienabschluss haben und genau niemanden, der 100k im Jahr verdient.

WiWi18 scheint in seinem Umfeld sehr viele überdurchschnittlich gut verdienende, gut ausgebildeten Leuten zu haben und daher als Arzt so ein bisschen der arme Schlucker zu sein, der zu allem Überfluss auch noch richtig ackern muss für die Kohle. In meinem Umfeld bin ich als Ärztin die mit der fette Kohle und dem geilen Job. Wahrscheinlich hab ich einfach deshalb weniger Sozialneid und nicht ständig das Gefühl, zu kurz zu kommen und schlechter dazustehen als alle anderen. Die Menschen, mit denen WiWi18 befreundet ist, kenne ich nur aus dem Fernsehen. Das sind für mich Welten, in denen ich nie existieren werde und dementsprechend nichts, was mir fehlt. Aber wenn man halt schon in dieser Welt lebt, da ist Arzt mittlerweile sicher nicht der klügste Weg.
*unterschreibt*

WiWi18
13.05.2022, 10:52
Die Menschen, mit denen WiWi18 befreundet ist, kenne ich nur aus dem Fernsehen. Das sind für mich Welten, in denen ich nie existieren werde und dementsprechend nichts, was mir fehlt. Aber wenn man halt schon in dieser Welt lebt, da ist Arzt mittlerweile sicher nicht der klügste Weg.

Bezogen auf die Gesamtbevölkerung gibt dir die Einkommensstatistik absolut Recht, aber...



Ich bin ein Arbeiterkind, mein Freundeskreis setzt sich überwiegend aus Leuten zusammen, mit denen ich vor dem Studium zusammengearbeitet habe und ich kenne (wenn man jetzt mal ärztliche Kollegen und Ex-Kommilitonen außen vor lässt) keine 10 Menschen, die überhaupt einen Studienabschluss haben und genau niemanden, der 100k im Jahr verdient.

...das ist in meinen Augen keine unserer Ausbildung vergleichbare Peer Group.

Auch mein Freundeskreis besteht im Wesentlichen aus Leuten, die ich aus der Schulzeit kenne. Komme aber auch aus einer wohlhabenden Akademikerstadt in Süddeutschland. Alle meiner Freunde habe studiert, und die meisten davon mit gutem bis sehr gutem Abschluss.

Ja, ist sicher (auch) eine Blase. Aber wie du schon geschrieben hast, in dieser Blase kommt man als Arzt echt nicht so wahnsinnig gut weg (zumindest als Kliniksklave, in der Niederlassung sieht das sicher anders aus).




WiWi18 scheint in seinem Umfeld sehr viele überdurchschnittlich gut verdienende, gut ausgebildeten Leuten zu haben und daher als Arzt so ein bisschen der arme Schlucker zu sein, der zu allem Überfluss auch noch richtig ackern muss für die Kohle. In meinem Umfeld bin ich als Ärztin die mit der fette Kohle und dem geilen Job. Wahrscheinlich hab ich einfach deshalb weniger Sozialneid und nicht ständig das Gefühl, zu kurz zu kommen und schlechter dazustehen als alle anderen.

"Armer Schlucker" ist zu viel gesagt. Ich habe keine finanziellen Sorgen, das ist (inzwischen) schon ein Luxus. Aber fair finde es trotzdem nicht, dass ich mehr arbeite, mehr Verantwortung habe und tendenziell eher weniger verdiene als meine Bekannten mit vergleichbarer Ausbildung.

Bonnerin
13.05.2022, 11:33
Ein Bekannter von mir Teamleiter in einem Dax-Konzern (4 Jahre Berufserfahrung nach Master) und verdient inzwischen knapp 100k plus Bonus (erste AT-Stufe). Ich weiß nicht, was für eine Firma das sein soll, wo ein Abteilungsleiter weniger als ein WBA verdient. Irgendeine 100-Mann-Bude?


Und wo ist das bitte mit einem WBA vergleichbar?
Master und 3. Stex sind äquivalente Abschlüsse, das stimmt.

Aber die 4 Jahre Berufserfahrung sind dann doch der Punkt. Gut, okay, 4 Jahre zum FA wären nur in Anatomie, BC und Physio möglich. An dem einen Jahr würde ich mich nicht aufhängen. Als FA sind dann ja auch recht problemlos (vor allem außerhalb der Kliniken) 100k+/Jahr drin. Wieviel hat dein Bekannter denn in den 4 Jahren verdient, als er eingestiegen ist?

nie
13.05.2022, 11:53
...das ist in meinen Augen keine unserer Ausbildung vergleichbare Peer Group.

nein, es ist keine vergleichbare PeerGroup. Aber es ist eben meine PeerGroup. Und während bei dir das Gras auf der anderen Seite überall grüner zu sein scheint, sieht es in meiner Welt eben nicht so aus. Es ist in meiner Welt ein riesen Ding, dass ich überhaupt soweit kommen konnte und die Summen, die jeden Monat auf meinem Konto landen, werden viele Leute in meinem Umfeld niemals verdienen. Dementsprechend habe ich eben nicht ständig das Gefühl, irgendwie schlechter als alle in meinem Umfeld weggekommen zu sein sondern eben das Maximum aus den mir gegebenen Startbedingungen rausgeholt zu haben.

Es ist mir klar, dass es da draußen sehr viele Menschen gibt, die mehr haben und verdienen als ich und ja, auch Menschen, die aus einem vergleichbaren Abschluss deutlich mehr gemacht haben. Aber diese Menschen spielen in meiner Welt eben keine Rolle und daher habe ich eben nicht ständig das Gefühl, zu kurz gekommen zu sein. In deiner Welt sind sie aber eben präsent und geben dir offenbar das Gefühl, nicht das Maximum aus deinen Möglichkeiten rausgeholt zu haben. Es ist eben eine Frage der Perspektive.

Nefazodon
13.05.2022, 12:16
Ungeachtet der verschiedenen Lebensrealitäten und unterschiedlicher Verdienste im Umfeld solltet ihr aber nicht vergessen, dass es in diesem Thread um die Tarifverhandlungen geht und dass ein Tarifabschluss von 3,3% bei einer Inflation von 7,3% nunmal einen Reallohnverlust bedeutet. Da gibt es auch wenig dran zu deuten.

Und es ist Aufgabe einer Gewerkschaft genau so etwas zu verhindern.

Egal, wer in anderen Jobs wieviel verdient, warum müssen wir nach Tarifverhandlungen einen Reallohnverlust hinnehmen?

In dem Punkt hat der MB einfach einen schlechten Job gemacht. Und das wird in den nächsten Verhandlungen ja nicht besser....
Ich befürchte, mit Verweis auf den jetzigen Abschluss wird man sich auf 5-6% einigen bei einer Inflation von weiterhin 7-8%.
So würde der Reallohnverlust dann zementiert....

Wie man das in diesen Zeiten vertreten kann, bleibt mir ein Rätsel.

Endoplasmatisches Reticulum
13.05.2022, 12:25
Viele Ärzte haben m.E. weniger eine Finanzkrise als eine Gratifikationskrise. Und da spielt so ein Tarifvergebnis einfach besonders übel mit rein. Nich so sehr, weil das Ergebnis im Vergleich zu anderen Gewerkschaften desolat schlecht wäre (falls dem denn so ist), sondern vielmehr weil eine effektive Gehaltskürzung nach zweieinhalb Jahren Corona nur wieder ein weiteres Spucken ins Gesicht einer Berufsgruppe ist, die mit höchsten Ambitionen aus dem längsten Studium startet, um dann als suggerierter Zwitter aus Azubi und Systemparasit verheizt zu werden und gesagt zu bekommen, sie solle dafür noch dankbar sein.

WiWi18
13.05.2022, 14:28
nein, es ist keine vergleichbare PeerGroup. Aber es ist eben meine PeerGroup. Und während bei dir das Gras auf der anderen Seite überall grüner zu sein scheint, sieht es in meiner Welt eben nicht so aus. Es ist in meiner Welt ein riesen Ding, dass ich überhaupt soweit kommen konnte und die Summen, die jeden Monat auf meinem Konto landen, werden viele Leute in meinem Umfeld niemals verdienen. Dementsprechend habe ich eben nicht ständig das Gefühl, irgendwie schlechter als alle in meinem Umfeld weggekommen zu sein sondern eben das Maximum aus den mir gegebenen Startbedingungen rausgeholt zu haben.

Es ist mir klar, dass es da draußen sehr viele Menschen gibt, die mehr haben und verdienen als ich und ja, auch Menschen, die aus einem vergleichbaren Abschluss deutlich mehr gemacht haben. Aber diese Menschen spielen in meiner Welt eben keine Rolle und daher habe ich eben nicht ständig das Gefühl, zu kurz gekommen zu sein. In deiner Welt sind sie aber eben präsent und geben dir offenbar das Gefühl, nicht das Maximum aus deinen Möglichkeiten rausgeholt zu haben. Es ist eben eine Frage der Perspektive.

Deine Peer Group taugt aber nicht als Vergleich zwischen Berufsgruppen. Das ist aber gerade der Punkt.


Ungeachtet der verschiedenen Lebensrealitäten und unterschiedlicher Verdienste im Umfeld solltet ihr aber nicht vergessen, dass es in diesem Thread um die Tarifverhandlungen geht und dass ein Tarifabschluss von 3,3% bei einer Inflation von 7,3% nunmal einen Reallohnverlust bedeutet. Da gibt es auch wenig dran zu deuten.

Genau das. So etwas ist fatal, vor allem, wenn es sich zur mittelfristigen Tendenz entwickeln sollte.


Und wo ist das bitte mit einem WBA vergleichbar?
Master und 3. Stex sind äquivalente Abschlüsse, das stimmt.

Aber die 4 Jahre Berufserfahrung sind dann doch der Punkt. Gut, okay, 4 Jahre zum FA wären nur in Anatomie, BC und Physio möglich. An dem einen Jahr würde ich mich nicht aufhängen. Als FA sind dann ja auch recht problemlos (vor allem außerhalb der Kliniken) 100k+/Jahr drin. Wieviel hat dein Bekannter denn in den 4 Jahren verdient, als er eingestiegen ist?

Naja, ein Medizinstudium mit Promotion dauert 6-7 Jahre. Ein Master nur 5.

Klar braucht man sich an dem einen oder anderen Jahr nicht aufhängen. Aber wenn man "Zeit nach Ausbildungsbeginn" rechnet sind es bei ihm inzwischen erst 9 Jahre, und bei mir (Studium 2013 begonnen) eben nur ein Jahr weniger. Außerdem hat er früher Geld verdient - wieviel das am Anfang war weiß ich nicht, Google verrät mir, dass es 60.000-70.000€ gewesen sein dürften.

Und wie gesagt: Der schlägt sich keine Nächte um die Ohren und muss das auch nicht.

Was eher gilt ist, dass so eine "Karriere" als Trainee in DAX-Unternehmen nicht den Regelfall darstellt. Aber wenn man sich so reinhängt, wie es vom WBA wie selbstverständlich erwartet wird, kommt man auf die "unteren" AT-Stufen in der Industrie. Was ich mit diesem Beispiel eher ausdrücken wollte, ist, dass ein "Abteilungsleiter in der Industrie" in aller Regel nicht schlechter als ein WBA verdient (wie oben behauptet), sondern deutlich mehr.

Und 100k direkt nach dem Facharzt kommen mir auch eher optimistisch vor, davon mal ganz abgesehen. Denke das ist in der Regel auch eher Wunschdenken. Mit einiger Zeit ist das schon drin, ja. Aber bis ich soweit bin entsprechen die Kaufkraft dieser 100k eher den 80k von heute, wenn die Tarifabschlüsse so weiter gehen wie bisher.

Gerade im ambulanten Bereich. Die Anpassungen der EBM-Punktwerte (ca. 1,1% pro Jahr) sind ja noch katastrophaler als die Tarifabschlüsse. Aber das ist ein anderes Thema.

Autolyse
13.05.2022, 15:09
Zu den Gehältern:

Dass nur so wenige Juristen ein Vollbefriedigend erreichen ist schlicht nicht richtig.

https://www.juraforum.de/juraexamen/jurastudium/praedikatsexamen-jura

Es sind über 20%, teilweise über 30%. Und es muss auch nicht der Magic Circle sein, um als Einsteiger sechsstellig zu verdienen. Gerade "kleinere Großkanzleien" geben sich mittlerweile auch mit 8 Punkten zufrieden.
Eine aktuelle Statistik - nicht eine von 2007 - war zu viel verlangt?

Nehmen wir mal eine kleine GK - den Graphen zum Beispiel, da reden wir von 95.000 € Fixum (https://www.gvw.com/aktuelles/pressemitteilungen/detail/mittelstaendische-kanzlei-gvw-graf-von-westphalen-erhoeht-einstiegsgehalt-auf-bis-zu-135000-euro-und-bekennt-sich-zum-mobilen-arbeiten) bei über 200 Berufsträgern. Da möchte man auch weiterhin mindestens zweimal VB und besser noch volle Kriegsbemalung. Im Übrigen sollte bekannt sein, dass alle - außerhalb des Staates - den Schwerpunkt im ersten Examen rausrechnen.

WiWi18
13.05.2022, 15:26
Eine aktuelle Statistik - nicht eine von 2007 - war zu viel verlangt?

Und warum musst du mich gleich so anfahren?

Hier ist deine aktuelle Statistik: https://www.beck-stellenmarkt.de/ratgeber/karriere/studium-berufsstart-weiterbildung/noten-im-jura-studium-wie-haeufig-ist-ein

Ist Nr. 2 bei Google, das andere war Nr. 1



Nehmen wir mal eine kleine GK - den Graphen zum Beispiel, da reden wir von 95.000 € Fixum (https://www.gvw.com/aktuelles/pressemitteilungen/detail/mittelstaendische-kanzlei-gvw-graf-von-westphalen-erhoeht-einstiegsgehalt-auf-bis-zu-135000-euro-und-bekennt-sich-zum-mobilen-arbeiten) bei über 200 Berufsträgern. Da möchte man auch weiterhin mindestens zweimal VB und besser noch volle Kriegsbemalung. Im Übrigen sollte bekannt sein, dass alle - außerhalb des Staates - den Schwerpunkt im ersten Examen rausrechnen.

Und was ist dein Punkt? 90k + Bonus von bis zu 40k sind weit mehr als das, was wir erwarten können. Da müssen wir schon Oberärzte sein.

Ob man für die Stellen im Einzelnen zweimal VB benötigt weiß ich nicht. Nach außen wird das von den Firmen sicher gerne so kommuniziert, von Jura-Freunden höre ich teilweise anderes. Tut aber auch nichts zur Sache, so wahnsinnig schwer ist ein VB nämlich auch nicht (auch wenn Juristen gerne etwas anderes suggerieren).

Bluej
13.05.2022, 15:44
So schlecht ist das Arztgehalt (incl. Dienste) jetzt auch nicht. Hier gibt es nochmal eine schöne Übersicht von Kienbaum aus dem Jahr 2019 https://oberarzt-heute.de/oberarztverguetung2019

Im Durchschnitt steht man als Arzt finanziell deutlich besser als Juristen da. Zudem muss man nicht in einer Großstadt wohnen um gut zu verdienen.

OhDaeSu
13.05.2022, 15:52
Nehmen wir mal eine kleine GK - den Graphen zum Beispiel, da reden wir von 95.000 € Fixum (https://www.gvw.com/aktuelles/pressemitteilungen/detail/mittelstaendische-kanzlei-gvw-graf-von-westphalen-erhoeht-einstiegsgehalt-auf-bis-zu-135000-euro-und-bekennt-sich-zum-mobilen-arbeiten) bei über 200 Berufsträgern. Da möchte man auch weiterhin mindestens zweimal VB und besser noch volle Kriegsbemalung. Im Übrigen sollte bekannt sein, dass alle - außerhalb des Staates - den Schwerpunkt im ersten Examen rausrechnen.

Wenn in der Gesamtnote im 1. Examen 8 Punkte und im 2. Examen ebenfalls 8 Punkte stehen, kommt man z.B. in FfM sehr wohl ohne Probleme in einer GK unter. Ganz ohne LLM oder Dr. - Vielleicht nicht bei Hengeler, Gleiss Lutz oder kleineren US-Einheiten (Sullivan o.ä.) aber auf jeden Fall noch in einer juve Top 30 GK. Interessiert in den GKs in Frankfurt auch niemanden mehr, wie sich die Note im ersten Examen zusammensetzt. Zum Gehalt kann ja jeder Interessierte einfach mal auf Azur schauen, ist recht transparent.

Autolyse
13.05.2022, 16:07
Und warum musst du mich gleich so anfahren?
Als ob das schon grober Umgang war...


Und was ist dein Punkt? 90k + Bonus von bis zu 40k sind weit mehr als das, was wir erwarten können. Da müssen wir schon Oberärzte sein.

Ob man für die Stellen im Einzelnen zweimal VB benötigt weiß ich nicht. Nach außen wird das von den Firmen sicher gerne so kommuniziert, von Jura-Freunden höre ich teilweise anderes. Tut aber auch nichts zur Sache, so wahnsinnig schwer ist ein VB nämlich auch nicht (auch wenn Juristen gerne etwas anderes suggerieren).
Ja, stimmt, Jura ist leicht. (https://www.fischer-stgb.de/fischer/wp-content/uploads/2017/11/Fischer-AL-2017-344-352.pdf) Aber die Notenanforderungen fallen, weil immer weniger Leute Lust auf die Knochenmühle haben. So spannend sind weltbewegende Fragen, ob das Sparetime-Jackett auch maßgeschneidert sein muss, nämlich nicht.

Kackbratze
13.05.2022, 17:34
Juhuu. Es geht nicht mehr um realen Lohnverlust oder ein beachixxenes Tarifergebnis.
Anstatt gemeinsam zu kotzen, dass man am Ende des Jahres neben ein bischen Balkonapplaus einfach mal weniger im Kühlschrank, weniger im Tank und weniger für Urlaub übrig hat, wird hier der moralische Zeigefinger geschwungen, weil man ja so viel menschlich weiter ist und gerne Äpfel mit Birnen vergleicht.

Nur zur Info. Wenn ein Müllmann unser Gehalt bekommen würde, wird der keine Diskussionen darum führen, warum er sich überbezahlt im Vergleich zu Ärzten oder Frisören fühlt.
Er scheixxt drauf und beschwert sich, wenn sein Tarif nicht im Rahmen der Inflation steigt.
Das Gleiche gilt für jeden anderen Beruf.
Wir sind nur in der Selbstständigkeit Freiberufler und die regen sich über gedeckelte Erlöse auf.
WIR sind Tar1fnutten, die regelmäßig verarscht werden und anstatt sich zu wehren, lieber den moralischen Zeigefinger hochhalten.
Weil so ein Nachtdienst mit Abschlägen einen zwar nicht mehr nach Mallorca, geschweige denn auf die Malediven bringen wird, aber man eben von der Liebe der Politiker und Verwaltungen einfach auf eine Insel der Glückseligkeit gebracht wird und am Ende im Himmel landet, zwar zusammen mit den Juristen, Müllmännern und Terroristen dieser Erde, aber einfach mit einem besseren Gefühl.