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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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Endoplasmatisches Reticulum
20.02.2024, 18:46
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JAK1
20.02.2024, 20:50
Ich würde sogar eher sagen es ist Diebstahl, eher noch räuberische Erpressung. Halt nicht im juristischen Sinn, aber das was da tagtäglich passiert ist Wahnsinn. Sowas kann sich nur ein Geisteskranker ausgedacht haben.

Erlkönigin
22.02.2024, 23:05
Ich wünsche mir auch mehr Gehalt. V.a. auch eine attraktivere Vergütung der Dienste, sei es Bereitschaft oder Rufdienst.

SineNomine
24.02.2024, 06:48
mal etwas aus anderen Ecken der Welt ...

In Südkorea haben fast 9.000 Ärzte gekündigt, um gegen eine Ausweitung der Medizinstudienplätze zu protestieren - fast 80% der dortigen Weiterbildungsassistenten.

https://www.sueddeutsche.de/politik/suedkorea-aerztestreik-praesident-yoon-1.6388675

Robster72
03.03.2024, 09:09
Ich würde mir ebenfalls eine bessere Vergütung der Dienste wünschen.
Die paar Euros, die man mehr bekommt dafür, dass man nachts alleine über die Korridore rennt und das System am laufen hält, ist meiner Meinung nach ein Witz. Wir, Innere - mittelgroße Klinik, haben ein Schichtsystem mit 3 bzw. 4 Nächten in Reihe.

Es würde nicht nur eine Anerkennung für die zehrende Nachtarbeit sein, sondern hätte auch noch mehr innerklinische Vorteile. Es gibt so nunmal auch genug Familien, für die die Nächte noch schwieriger zu gestalten sind.
Wären jetzt die Nächte gehaltstechnisch "attraktiv" (was sie aktuell einfach absolut nicht sind), so würden vielleicht Singles oder Familien ohne Kinder sagen "hey, das lohnt sich, ich hab kein Problem das regelmäßiger zu machen" und so würden dann die Familien entlastet werden bzw. auch die Personen, für die Nächte einfach gar nichts sind. Genauso Wochenendearbeit. Bezahlt es gut und es wird Leute geben, die das häufiger machen. Aber mich für ~200€ am Samstaag 13-14 h abzubuckeln macht halt wirklich heutzutage keiner mehr freiwillig.

Wenn man sich das Gehaltverhältnis anschaut, darf man sich echt nicht zu sehr umhören in der Umgebung. Meine Abi-Kollegen bekommen mit ihrem Bachelor für nine to five Job ohne irgendeine Verantwortung nahezu genauso viel Geld. Das Verhältnis ist in den letzten 10-15 Jahren einfach absolut verloren gegangen. Wundert mich nicht, dass mittlerweile die Hälfte meiner Freundesgruppe in die Schweiz ausgewandert ist, obwohl das alles tolle und wichtige Ärzte für DE gewesen wären!

Endoplasmatisches Reticulum
03.03.2024, 10:50
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rafiki
03.03.2024, 11:01
Ich habe ein bisschen den Eindruck, die Politik will eine Entwicklung hin zum medizinischen Einheitspersonal, wo Pflege, Ärzte etc. auf demselben Niveau vergütet werden u

Ja, genauso funktioniert Sozialismus. Damals im Osten wohnten z. B. alle (vom Abteilungsleiter, Arzt, Ingenieur, Künstler, Lehrer über Facharbeiter bis hin zu Hilfs- und Landarbeitern, Ex-Knackis und "Asis") in den Plattenbauten; die Gehaltsunterschiede waren unerheblich. Ein Großteil der Bevölkerung möchte genau das, es ist egal, dass zwei sozialistische deutsche Diktaturen und etliche weitere in der Welt nicht funktioniert haben und in Elend und Zerstörung geendet sind. Man will es einfach nochmal probieren.

anignu
03.03.2024, 15:28
Man will es einfach nochmal probieren.
Weil es genug Leute gibt die der Meinung sind das das System, so wie es aktuell ist, an die Wand fährt. Insofern hab ich tatsächlich ein wenig Verständnis. Es scheint ja so zu sein dass die Politik aktuell nicht so viele Lösungen bietet für die Dinge die viele Leute interessieren.
Das Problem ist ja auch dass im aktuellen System sich alle Bereiche gegenseitig blockieren und tatsächlich sinnvolle Reformen am Widerstand von ungefähr jeder der 783 Interessensgruppen scheitert die das noch betrifft.

Wären jetzt die Nächte gehaltstechnisch "attraktiv" (was sie aktuell einfach absolut nicht sind), so würden vielleicht Singles oder Familien ohne Kinder sagen "hey, das lohnt sich, ich hab kein Problem das regelmäßiger zu machen" und so würden dann die Familien entlastet werden bzw. auch die Personen, für die Nächte einfach gar nichts sind. Genauso Wochenendearbeit. Bezahlt es gut und es wird Leute geben, die das häufiger machen.
Und genau deshalb ist "wer macht diesen blöden Dienst" oder "wer arbeitet am Wochenende" ein so häufiges Streitthema.

Das erinnert mich an eine Geschichte die ein Kollege aus der Uni erzählt hat. Da haben sich vor dem Wiesenbesuch alle Assistenzärzte an einen Tisch gesetzt und jeder hat reihum 5 oder 10 Euro auf den Tisch gelegt. Weiß nimmer wieviel es war. Auf jeden Fall ging dieses Spiel so lange bis einer das Geld genommen und den Dienst gemacht hat. Alles anderen der Abteilung sind Feiern gegangen. Fand ich super. Man muss nur genug Geld auf den Tisch legen und die Leute machen freiwillig Dienste.

freak1
03.03.2024, 19:32
Das erinnert mich an eine Geschichte die ein Kollege aus der Uni erzählt hat. Da haben sich vor dem Wiesenbesuch alle Assistenzärzte an einen Tisch gesetzt und jeder hat reihum 5 oder 10 Euro auf den Tisch gelegt. Weiß nimmer wieviel es war. Auf jeden Fall ging dieses Spiel so lange bis einer das Geld genommen und den Dienst gemacht hat. Alles anderen der Abteilung sind Feiern gegangen. Fand ich super. Man muss nur genug Geld auf den Tisch legen und die Leute machen freiwillig Dienste.

Da klatscht der Arbeitgeber ganz begeistert. Das Modell die Mitarbeiter bezahlen sich gegenseitig für die Dienste des Krankenhauses wäre denen für die Zukunft bestimmt willkommen.

Endoplasmatisches Reticulum
03.03.2024, 20:23
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Cor_magna
04.03.2024, 10:32
Wenn man sich das Gehaltverhältnis anschaut, darf man sich echt nicht zu sehr umhören in der Umgebung. Meine Abi-Kollegen bekommen mit ihrem Bachelor für nine to five Job ohne irgendeine Verantwortung nahezu genauso viel Geld. Das Verhältnis ist in den letzten 10-15 Jahren einfach absolut verloren gegangen. Wundert mich nicht, dass mittlerweile die Hälfte meiner Freundesgruppe in die Schweiz ausgewandert ist, obwohl das alles tolle und wichtige Ärzte für DE gewesen wären!


Wenn die meisten Ärzte wüssen, wieviel Geld für welche Arbeit viele andere Akademiker so bekommen, gäbe es eine Revolte.

Vielen ist es einfach nicht bewusst, Jammern tut schließlich fast jeder.

Andersrum aber genauso: Wenn dem Durchschnittsotto bewusst wäre, wie sich die Ärzte in den klinischen Fächern im Krankenhaus so knechten lassen und er (also der Durchschnittsotto) dann von diesen Ärzten behandelt oder operiert wird... Den meisten Duetschen fehlt die Fantasie für die Arbeitsbedingungen.

Kandra
04.03.2024, 12:17
Wenn die meisten Ärzte wüssen, wieviel Geld für welche Arbeit viele andere Akademiker so bekommen, gäbe es eine Revolte.



Mein Mann arbeitet bei einem Big5-Tech-Unternehmen und verdient bei nahezu 100% Homeoffice und deutlich flexibleren Arbeitsbedingungen roundabout das Doppelte von mir. Da Medizin mein Zweitstudium war, hat er 7 Jahre „Vorsprung“, das ist das einzige was man hier noch zur Relativierung gelten lassen könnte. Ich möchte seinen Job nicht haben, aber das lässt mich an meiner Berufswahl doch hin und wieder zweifeln.

Dochope
06.03.2024, 20:26
Hat jemand etwas von der Entwicklung der Tarifverhandlungen bei Vivantes gehört?

Anne1970
19.03.2024, 08:59
Hier die aktuellen Info zur letzten VKA- Tarifeinigung
http://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/vka-weitere-steigerung-der-entgelte

Züschata
19.03.2024, 14:45
Warum wird eigentlich erst ab dem 01.07. verhandelt?

Anne1970
19.03.2024, 14:47
Warum wird eigentlich erst ab dem 01.07. verhandelt?

Woher nimmst du diese Erkenntnis?

Züschata
19.03.2024, 15:18
„Die letzte Tarifeinigung hat zudem lediglich eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2024, bereits ab Juli verhandeln wir erneut mit den Arbeitgebern.“ Oder bezieht sich das auf Juli 2023?

anignu
20.03.2024, 21:21
Ich glaub eher dass das missverständlich geschrieben ist. Die wollten für "ab Juli 24" wieder verhandeln.

Tatsächlich haben die nach meinen Informationen bisher weder veröffentlicht dass und welche Bereiche des Tarifvertrags gekündigt wurden sowie ab wann es weiter gehen soll. Es gab aber eine Umfrage bis zum 29.2.24 in der man sich äußern konnte was einem wichtig wäre. Im Endeffekt ging es dabei um die Punkte Gehalt sowie Verbesserungen bei sämtlichen Dienstformen. Da gäbe es ja noch sehr viele Möglichkeiten. Aktuell sind die Dienste ja viel viel viel zu billig...
Ich gehe davon aus dass wir spätestens im April eine Info darüber bekommen welche Teilbereiche des Tarifvertrags gekündigt wurden. Die Kündigungsfrist ist ja 3 Monate zum 30.6.24 also noch 10 Tage.

Anne1970
21.03.2024, 09:53
Da stimme ich zu. Tatsächlich ist ein erstes Treffen mit der VKA schon im Juni vorgesehen. Termine werden verabredet und müssen beiderseits passen und logischerweise ging man von „ab Juli“ aus. Vom ersten Termin erwarte ich nicht soviel- wie in all diesen Verhandlungen gibt es so eine Art tradierte Vorgehensweise. Manche Gewerkschaft sind da etwas „fettgedruckter“, wie die GDL, daher gibt es dazu schon oft im Voraus einiges in der Presse.
Beim MB ist eine Mitgliederbefragung durchgeführt worden. Die Mitglieder der Tarifkommission sind repräsentativ von den - durch Grundgesamtheit der Mitgliedschaft delegierten - Teilnehmenden der Hauptversammlung gewählt worden. Die Tarifkommission wählt die Mitglieder der Verhandlungskommission. Die Mitglieder der Verhandlungskommission besteht teilweise aus Mitgliedern der Tarifkommission( Hauptamtlichen (erfahrene Juristen), Ehrenamtlichen) und MB -Mitgliedern, die in dem jeweiligen Tarifbereich arbeiten.
Auf diesen verschiedenen Wegen kann das Mitglied seine Vorstellungen einbringen.
Die Forderungen werden entsprechend gestaltet.

Anne1970
22.03.2024, 12:09
Hat jemand etwas von der Entwicklung der Tarifverhandlungen bei Vivantes gehört?

https://www.kma-online.de/aktuelles/klinik-news/detail/das-ist-der-neue-tarifvertrag-fuer-die-vivantes-aerzte-51723
Hier die Info