Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Tatsache ist, würde der MB Einmalzahlungen kategorisch ausschließen, müsste er mit massivem Gegenwind rechnen und sich dem Vorwurf aussetzen, so reich, vermessen und geldgeil zu sein, dass man Einmalzahlungen nicht nötig habe.
Das Volk und andere Berufsgruppen würden uns Ärzten unterstellen, abgehobene Bonzen zu sein.
Das wäre ein PR-Alptraum. Gleichzeitig könnten geneigte Stellen den Ärzten vorwerfen, die Inflation anzuheizen und die Stabilität des Wirtschaftssystems zu gefährden.
Das stimmt natürlich alles so nicht, es sind aber politisch gefährliche Vorwürfe.
Ja, und? Ist doch völlig egal. Man muss trotzdem das Maximum für die eigene Berufsgruppe rausholen. Völlig egal was "das Volk" oder sonstwer denkt. Die anderen Berufsgruppen sind doch auch nicht so doof, auf die Befindlichkeiten der Masse, der Medien oder der Politik Rücksicht zu nehmen :-))
Cor_magna
05.04.2023, 10:15
Ja, und? Ist doch völlig egal. Man muss trotzdem das Maximum für die eigene Berufsgruppe rausholen. Völlig egal was "das Volk" oder sonstwer denkt. Die anderen Berufsgruppen sind doch auch nicht so doof, auf die Befindlichkeiten der Masse, der Medien oder der Politik Rücksicht zu nehmen :-))
Seh ich genauso. Wenn man für sich selbst nicht einsteht, dann tut es niemand.
Das was Du über das Zusammenspiel von Einmalzahlung und Inflation schreibst ist absolut richtig! Leider durchschauen das anscheinend nicht Alle.
Die VKA hat keine Angst "draufzulegen". Die wollen ärztliche Arbeitsleistung einfach nur so billig wie es geht! Von Wertschätzung keine Spur.
Das Problem: Bisher sind sie mit dieser Haltung ja gut gefahren in den Tarifrunden.
Das ist leider nicht ganz so einfach, und auch, wenn ich mit der Strategie zu Einmalzahlungen ebenfalls nicht einverstanden bin, möchte ich hier den MB zumindest etwas in Schutz nehmen bzw. es von einer anderen Seite beleuchten:
Die Einmalzahlungen sind politisch gewollt. Unsere Politiker haben das ersonnen, entweder, weil sie wirklich an die Lohn-Preis-Spirale glauben, oder beeinflusst durch Lobbyismus.
Tatsache ist, würde der MB Einmalzahlungen kategorisch ausschließen, müsste er mit massivem Gegenwind rechnen und sich dem Vorwurf aussetzen, so reich, vermessen und geldgeil zu sein, dass man Einmalzahlungen nicht nötig habe.
Das Volk und andere Berufsgruppen würden uns Ärzten unterstellen, abgehobene Bonzen zu sein.
Das wäre ein PR-Alptraum. Gleichzeitig könnten geneigte Stellen den Ärzten vorwerfen, die Inflation anzuheizen und die Stabilität des Wirtschaftssystems zu gefährden.
Das stimmt natürlich alles so nicht, es sind aber politisch gefährliche Vorwürfe.
Außerdem würde die Entscheidung, auf Einmalzahlungen zu verzichten, wahrscheinlich auch längst nicht von allen Mitgliedern begrüßt werden. Menschen denken eben kurzfristig. Die Leute sehen die hohe Einmalzahlung, aber nicht den Verlust an Lebenszeitgehalt auf ein Arbeitsleben gerechnet.
Aber jedenfalls ist es in der Position des MB nicht einfach, gänzlich auf Einmalzahlungen zu verzichten.
Genauso ist es. Die Tarifverträge für TdL und VKA haben eben Flächenwirkung und setzen den Standard. Dessen sollte sich jeder bewusst sein.
Ich denke, das Angebot welches die VKA machen wird, wird massiv davon abhängen, was Verdi für die Beschäftigten in ihrem Bereich aushandeln.
Ich denke auch, dass die VKA diesbezüglich tatsächlich auf Zeit spielt.
Dieser Kommentar kann nicht ernst gemeint sein oder?
Soll ich etwa beim Bäcker 2,50€ für eine Semmel hinlegen, weil es dem Bäcker gerade so schlecht geht und er seine Zutaten nicht mehr für 0,14 ct zusammenbekommt? Ich glaube, dieser Kommentar spiegelt ganz gut, warum wir keinen Zentimeter vorankommen.
Die übrigen User haben es erkannt: Es fehlt mal wieder an Allem beim MB, was für einen Tarifstreit nötig ist. Halbgare Forderungen, sinnloses Hin- und Herschieben der Verhandlungstermine (4. Termin? Bei solch einem beleidigenden Angebot müsste man einfach die Verhandlungen abbrechen und weiter streiken..) und eine Pressemitteilung, bei der man nicht weiß, ob das nicht einfach ein Diktat der VKA ist.
Einmalzahlungen müssen kategorisch abgelehnt werden. Selbst die Forderung von ca. 12 % sind nur eine Nulllinie.. ich hoffe, das ist allen klar.
Wenn sie wirklich einen solchen realen Kaufkraftverlust für die nächsten Jahrzehnte hinnehmen wollen, dann ist der MB dieses Jahr noch tot.
PS: Dass die Vorstandsvorsitzende des MB, die während einer Pandemie gesichtslos rein gar nichts für die Ärzte erreicht hat, sich auch noch als Präsidentin der BÄK bewirbt, zeigt, welche Prioritäten sie setzt.. Adé.
Nefazodon
05.04.2023, 14:03
Dieser Kommentar kann nicht ernst gemeint sein oder?
Soll ich etwa beim Bäcker 2,50€ für eine Semmel hinlegen, weil es dem Bäcker gerade so schlecht geht und er seine Zutaten nicht mehr für 0,14 ct zusammenbekommt? Ich glaube, dieser Kommentar spiegelt ganz gut, warum wir keinen Zentimeter vorankommen.
?
Wo bitte habe ich sowas geschrieben. Ich bin für einen Inflationsausgleich und ein kleines Plus!
Die übrigen User haben es erkannt: Es fehlt mal wieder an Allem beim MB, was für einen Tarifstreit nötig ist. Halbgare Forderungen, sinnloses Hin- und Herschieben der Verhandlungstermine (4. Termin? Bei solch einem beleidigenden Angebot müsste man einfach die Verhandlungen abbrechen und weiter streiken..) und eine Pressemitteilung, bei der man nicht weiß, ob das nicht einfach ein Diktat der VKA ist.
Gut gebrüllt Löwe! Es ist immer wieder erstaunlich, wie kämpferisch sich hier manche geben...
Kommt es dann aber zum Streik, fehlte es in der Vergangenheit oft an Beteiligung.
Sag, DrArzt, warst Du denn bei einem der jetzigen Warnstreiks dabei?
Zum Streiken: Auch das ist nicht ganz so trivial, denn die Dauer und die Auswirkungen eines Streiks müssen laut Rechtssprechung verhältnismäßig sein.
Klar, kann man sich jetzt drüber streiten, was das heißt, ich möchte nur sagen, dass man nicht einfach kritische Infrastruktur bestreiken kann, wie man lustig ist.
Davon ab bedeutet Streik auch immer: Kein Lohn/kein Gehalt UND zusätzliche Belastung durch die Notdienste.
Einmalzahlungen müssen kategorisch abgelehnt werden. Selbst die Forderung von ca. 12 % sind nur eine Nulllinie.. ich hoffe, das ist allen klar.
Ich bin auch gegen Einmalzahlungen. Ich wollte lediglich erklären, warum der MB sie vielleicht nicht kategorisch ausschließt.
Wenn sie wirklich einen solchen realen Kaufkraftverlust für die nächsten Jahrzehnte hinnehmen wollen, dann ist der MB dieses Jahr noch tot.
Ich bin auch sehr unzufrieden über die Ergebnisse der letzten Tarifrunden und den Verlauf dieser Verhandlungen.
Und auch wenn ich deine Kritik, wie Du sie formuliert hast, nicht teile, sind wir uns glaube ich in den Forderungen einig.
In diesem Punkt, frage ich mich tatsächlich auch, was los ist mit dem MB und bin unzufrieden.
Bezüglich der Antworten, die jetzt von Mehreren kamen, dass uns die öffentliche Meinung egal sein kann, möchte ich Zweifel anmelden.
Der Arztberuf ist ein freier Beruf und wir haben tatsächlich noch einige Privilegien. Unter anderem können wir Ärzt:innen unsere berufsbezogenen Angelegenheiten selbst regeln (in Grenzen).
Aber dass es bisher so war, heißt nicht, dass es so bleiben muss. Solche Privilegien können auch abgeschafft werden.
Kann man auch anders sehen. Ich sage nur, dass ich verstehen kann, wenn jemand (der MB) der Ansicht ist, etwas vorsichtiger agieren zu müssen.
Mit den bisherigen Ergebnissen der vorangegangenen Tarifrunden bin auch ich trotzdem nicht zufrieden und würde mir ein energischeres Auftreten wünschen.
Aktuell bekommt die Aussage "Der MB verhandelt auch ihr Gehalt" die sich auf den Flyern findet jedenfalls einen sehr bitteren Beigeschmack...
Endoplasmatisches Reticulum
05.04.2023, 14:09
Ach komm, das ist doch jetzt wirklich an den Nasenhaaren herbeigezogen. Der MB muss vorsichtig sein, was er fordert, weil Unverständnis in einer Bevölkerung, die im Gros nichtmal weiß, was ein Facharzt ist, sonst die Abschaffung der ärztlichen Selbstverwaltung in der Facharztweiterbildung anstoßen könnte??
Nefazodon
05.04.2023, 14:15
Ich glaube tatsächlich, dass das die Denkweise des MB ist, ja.
Ich hab ja schon geschrieben: Kann man auch anders sehen.
Aber weder Du noch ich sind in der Position einen Ärzteverband führen zu müssen, der personell eng mit den Ärztekammern und damit der ärztlichen Selbstverwaltung verwoben ist, noch müssen/können wir die Verhandlungen mit der VKA führen.
Endoplasmatisches Reticulum
05.04.2023, 14:29
Du meinst, dass Postengeschiebe und ähnliche Nepotismen zwischen Marburger Bund und Ärztekammern die Wahrung der urgewerkschaftlichen Verpflichtungen lähmt?
Ig-Metall fordert ja aktuell die 32 Stunden Woche bei vollem Gehalt. Das nenn ich mal eine Forderung, von der sich der Marburger-Bund gerne mal etwas abschauen darf. Warum dies nicht für eine aggressivere Verhandlungstaktik nutzen? Sonst sehe ich in Zukunft schwarz für die gesamte Ärzteschaft, welche 60h/ Woche in der Klinik verbringt, während andere Berufsgruppen eine 32h Woche bei gleichem Gehalt geniessen.
Choranaptyxis
06.04.2023, 20:51
Im heutigen MB-Newsletter klang es schon etwas besser bzgl Kampfbereitschaft und weitere Streiks sind wohl eher wahrscheinlich als vom Tisch.
Hoffentlich kommt es auch so, weil ich glaube kaum, dass die VKA etwas akzeptables in der nächsten Runde anbieten wird.
Ig-Metall fordert ja aktuell die 32 Stunden Woche bei vollem Gehalt.
Also erstmal Klartext: ja, die IG Metall fordert das. Aber nicht für alle, sondern nur für die Stahlindustrie. Bei Verhandlungsbeginn im November. Und das auch noch kommend von einer 35h-Woche. Entspricht einer Senkung der Arbeitszeit um 9%... Wie hoch war nochmal die Inflation aktuell? 9%?
Und dazu muss man auch wissen dass die Stahlmenschen ein massives Problem mit ihren Arbeitsplätzen haben im Sinne von zu erwartenden Arbeitsplatzverlusten aufgrund der sogenannten grünen Transformation. Insofern ist die Forderung auch ein Versuch Arbeitsplätze zu erhalten indem man im Schichtbetrieb plötzlich mehr Leute braucht.
Endoplasmatisches Reticulum
07.04.2023, 09:59
Und dazu muss man auch wissen dass die Stahlmenschen ein massives Problem mit ihren Arbeitsplätzen haben im Sinne von zu erwartenden Arbeitsplatzverlusten aufgrund der sogenannten grünen Transformation. Insofern ist die Forderung auch ein Versuch Arbeitsplätze zu erhalten indem man im Schichtbetrieb plötzlich mehr Leute braucht.
Alles schön und gut, aber was tut das denn zur Sache? Den Arbeitgebern dürfte die Motivation der Forderungen der Gegenseite relativ egal sein. Die sehen halt einfach die Personalkosten in der Bilanz. Wobei deine Überlegung die Forderung sogar eigentlich noch verstärkt, denn mehr Angestellte erzeugen mehr Lohnnebenkosten, als wenn man weniger Angestellte höher bezahlt.
Ich vestehe trotzdem das Argument nicht. Andere Gewerkschaften stellen Forderungen im Interesse der Arbeitnehmer, der MB pisst sich offenkundig schon bei der Formulierung einer reinen Reallohnerhaltung ein.
Anne1970
07.04.2023, 12:07
Hm, da scheint ja jemand voll im Thema zu sein :-)).
Ist der MB denn selbst im Thema? Einerseits Einmalzahlungen akzeptieren, sie andererseits abschmettern und das ergibt dann Sinn?
Und egal, ob man "im Thema ist" oder nicht, wenn man mit den Ergebnissen unzufrieden ist (was ich mir durchaus vorstellen kann mit der Argumentation "was hätten wir machen sollen, die Gegenpartei waren ja die harten harten Finanzminister"), dann muss man ggf auch mit einem Austritt rechnen. Oder vielen.
Endoplasmatisches Reticulum
07.04.2023, 12:37
Ah. Die TdL-Tarifrunde hat gerade angerufen. Sie möchte gerne ihre Ad hominems zurück haben.
Der MB hat anscheinend genug Fanboys und Trolle, die pausenlos versuchen, alles was verzapft wird schön zu reden.
Rückgratlose AG-Anbiederungspolitik steht auf der Agenda des MB in der Ära Johna (Bundesärztepräsidentin?:-slap) und Kohorte.
Dass das einige Junior-"Gewerkschaftler" hier weiterhin versuchen durch lächerliche Querverweise zu verwässern, bestätigt, dass dieser Saftladen auch in Zukunft wohl nichts auf die Beine bekommen wird. Konsequenzen spüren sie schon jetzt.
Es ist wie in der Klinik: es gibt Menschen, die machen Medizin, und es gibt Menschen, die reden viel.
Nefazodon
08.04.2023, 09:01
Es ist wie in der Klinik: es gibt Menschen, die machen Medizin, und es gibt Menschen, die reden viel.
Hört, Hört. Von dir kam bisher aber auch noch nicht viel, außer heftige Schmähkritik.
Hast Du auch irgendeinen *konstruktiven* Vorschlag, wie wir etwas ändern können?
Oder willst Du dich hier bloß beschweren und rumstänkern?
Was ist denn deine Alternative zum MB?
Warst Du wenigstens bei den Warnstreiks dabei? Hast Du dich sonst mal irgendwo politisch engagiert?
Konsequenzen spüren sie schon jetzt.
Aha. Inwiefern das? Weil Du dich im Forum beschwerst, oder was?
Die Mitgliederzahlen scheinen jedenfalls weiterhin hoch zu sein.
Was wäre denn mit Verdi? Klar, sind nur 10,5 statt 12,6%, aber beim MD scheinen ja bessere Abschlüsse rauszukommen, wenn sowohl MB als auch Verdi verhandeln.
Hört, Hört. Von dir kam bisher aber auch noch nicht viel, außer heftige Schmähkritik.
Hast Du auch irgendeinen *konstruktiven* Vorschlag, wie wir etwas ändern können?
Oder willst Du dich hier bloß beschweren und rumstänkern?
Was ist denn deine Alternative zum MB?
Warst Du wenigstens bei den Warnstreiks dabei? Hast Du dich sonst mal irgendwo politisch engagiert?
Aha. Inwiefern das? Weil Du dich im Forum beschwerst, oder was?
Die Mitgliederzahlen scheinen jedenfalls weiterhin hoch zu sein.
Doch, natürlich habe ich bereits Vorschläge gemacht:
Vernünftige Forderungen aufstellen, Verhandlungen nach 3 Runden abbrechen, Streik auch mal durchziehen und sich nicht einlullen lassen. Das geht am Besten, wenn nicht dauernd aus den eigenen Reihen quergeschossen wird. Streikbeteiligung wurde nachgewiesen. Mitgliederzahlen gehen runter seit 2 Jahren.
Der MB und sein Vorstand haben erneut bewiesen, was sie auszeichnet und bereits vor der letzten TdL Einigung angeprangert wurde: AG-Nähe, Duckmäusertum, Nepotismus und eine max. Selbstüberschätzung einiger Personen :-slap
Mitgliederzahlen gehen runter? So wie ich das gelesen habe, gehen sie eher hoch, über 135k mittlerweile.
Ich finde allerdings auch, dass das "Verschleppen" der Verhandlungen auf Ende April und danach dann "ggf." wieder Arbeitskampf auch schwierig ist. Verdi hat vor der letzten Runde ja auch viel gestreikt. Wenn wir das auch hinkriegen würden, wäre vielleicht ein besseres Zeichen gesetzt.
Ich finde zu den Mitgliederzahlen aktuell 2 Angaben… einmal 131000 und einmal 135000, beide Male auf der Seite des MB 🤔 welche stimmt denn? Und zur Entwicklung habe ich nichts gefunden…
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