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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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Choranaptyxis
20.03.2023, 17:38
Manchmal soll deine Teilnahme an einem Streik mit deinen Überstunden verrechnet werden. Das ist nicht zulässig. Lass dich nicht darauf ein und wende dich an uns. Du brauchst die durch den Streik ausgefallene Zeit nicht nachzuarbeiten.
Ist zwar jetzt von Verdi (https://wdr.verdi.de/service/++co++66d66abe-c3d1-11e4-beb5-525400248a66), aber ich dachte, das gilt überall.

Edit: oder meinst du, weil ihr weniger arbeiten könnt ohne MFAs etc?

h3nni
20.03.2023, 18:24
Eigentlich das zweite. Aber das mit den Überstunden ist auch denkbar, am Ende streikt ja sonst die Personalabteilung...

Anne1970
20.03.2023, 20:23
Hier ein aktuelles Statement vom Verhandlungsführer der VKA, Wolfgang Heyl: „Unsere Kliniken sind aufgrund der beiden parallellaufenden Tarifverhandlungen – einerseits mit ver.di und dbb, andererseits mit dem Marburger Bund –

doppelt belastet. Denn der Marburger Bund neigt wie die anderen Gewerkschaften zu realitätsfernen Forderungen. Er fordert eine Erhöhung der Entgelte um fast zwölf Prozent. Ein solcher Tarifabschluss übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der kommunalen Krankenhäuser. Nicht zu vergessen, dass die Ärztinnen und Ärzte trotz der zuletzt hohen Inflation noch immer Reallohngewinne von mehr als 14 Prozent verbuchen konnten.
Fakt ist, wir wollen unseren Beschäftigten in den Kliniken Entgeltsteigerungen zuteilwerden lassen. Das muss aber in einem ausgewogenen Maß geschehen. Wenn die Kliniken Insolvenz anmelden, ist niemandem geholfen. Die stationäre Krankenversorgung muss gesichert sein.“

Anne1970
20.03.2023, 20:24
Und hier die Antwort mit der Berechnung (die VKA liefert keine Berechnungsgrundlage) von Andreas Botzlar, stellvertretender Vorsitzender des MB :
„Liebe Mitstreiter!

Die Geltung des TV-Ärzte/VKA setzt zum 01.09.2006 ein.

Seitdem hat die kumulierte Inflation (das Statistische Bundesamt hat zum Jahreswechsel 2018/2019 und zum Jahreswechsel 2022/2023 jeweils die Berechnung neu kalibriert) aus 100,00 € (selbstverständlich unter Berücksichtigung des Zinseszinses) 137,50 € zum Stichtag 31.12.2022 (also jenem Tag, zu dem die aktuellen Werte der Entgelt-Tabelle gekündigt wurden) bzw. 139,99 € zum Stichtag 28.02.2023 (das sind dann die jüngsten Daten) gemacht. Diesen Betrag benötigt man folglich, um die Kaufkraft von 100 € des September 2006 aufzuwiegen.

Die kumulierten Steigerungen der Werte der Entgelt-Tabelle im gleichen Zeitraum sind (ebenfalls unter Berücksichtigung des Zinseszins) je 100,00 € auf 143,01 € gestiegen.

Bleibt also ein Reallohn-Zuwachs von 5,51 % zum 31.12.2022, der zwischenzeitlich auf nur noch 3,02 % zum 28.02.2023 abgeschmolzen ist. Das ist doch recht übersichtlich für die letzten 16,5 Jahre.

Ich freue mich Hamburg morgen – da haben wir ja nun eine Steilvorlage bekommen!“

h3nni
20.03.2023, 20:42
(143-100)/100 sind 43%! Wie die auf 14% kommen, ist mir schleierhaft :D

Anne1970
20.03.2023, 20:57
:grins: jetzt machen sie halt Stimmung gegen uns…

Moorhühnchen
20.03.2023, 21:15
:grins: jetzt machen sie halt Stimmung gegen uns…
Auf eine Art und Weise, die bei den meisten leider auch noch funktioniert. :-?

Anne1970
20.03.2023, 21:36
Da hilft nur: selbst sehr gut informiert sein und Fakten möglichst weit zu verbreiten.

Anne1970
21.03.2023, 05:20
Die städtischen Kliniken Köln haben gestern Abend versucht, den dortigen Warnstreik gerichtlich untersagen zu lassen. Im Rahmen der mündlichen Verhandlung hat man sich auf eine Notdienstvereinbarung verständigt. Ein Verbot ist damit vom Tisch. Damit hat sich tatsächlich bewährt, dass der MB bei jedem Warnstreik Schutzschriften hinterlegen, um sicherzustellen, dass so ein Antrag nie durchgeht.
Hamburg, wir kommen! :-))

Kandra
21.03.2023, 06:30
Viel Erfolg heute, ich hoffe auf eine rege Beteiligung!

Anne1970
21.03.2023, 07:23
Danke Kandra, die Hessen haben ihren Warnstreik und die Kundgebung ja am 30.3. in München; da ich Urlaub habe, werde ich mir das heute schon mal in Hamburg anschauen. Werde den Kollegen und Kolleginnen beim morgigen Notdienst- und Mitfahr Organisations-Treffen in Fulda dann davon berichten… Nicht jeder kann zur Kundgebung fahren, aber jeder ( außer er/sie hat an dem Tag Notdienst oder MVZ- Dienst) kann ohne Ankündigung zu Hause bleiben.

Nefazodon
22.03.2023, 21:11
@Anne1970: Warst Du in Hamburg? Wie sah es dort aus? Kannst Du berichten?

Anne1970
23.03.2023, 07:13
Hallo Nefadozon, danke der Nachfrage: es war schon klasse: da die Hessen ja noch nicht aufgerufen waren und ich im Zug alleine gefahren war, hatte ich am Hauptbahnhof das erste beeindruckende Erlebnis, als von allen Gleisaufgängen Leute mit Orangen Westen, Mützen hochkamen und sich nach und nach eine Riesenmenge vor dem Bahnhofseingang versammelte. Viele, viele junge und ältere Kollegen mit gedruckten, vielerlei mit selbstgemalten Schildern. Die waren zum großen Teil sehr kreativ: eins zeigte einen Ofen mit Feuer und den Spruch „Leg noch etwas Arzt nach!“und „Come in and burn out!“. Nach und nach waren es Massen. Es wurde noch ca15 min auf einen weiteren Zug aus Hannover gewartet und dann setzte sich die Menge in Bewegung. Vor dem KKH St. Georg gab es eine großen Stand mit Materialien (Sonnenbrillen, Kappen, Schirmen, Fahnen, Transparenten, Trillerpfeifen); hier war ein großer Ansturm und etliche rundherum wurden mit Material versorgt. Eine Bühne war aufgebaut und aus Lautsprechern tönte Rock. Der Platz wurde immer voller. Reporter/innen mit Mikrofon und Kameramänner (hab ausschließlich Männer mit den schweren Kameras gesehen) bahnten sich den Weg durch die Menge, sprachen Leute an, führten Interviews, filmten… Schließlich gab es unter irre lautem Applaus Begrüßungen und einige Reden von Kollegen/innen u.a. auch von Asklepios- und Helios-Häusern (die waren auch zum Warnstreik aufgerufen). Nach 1-1,5 h formten wir einen Zug Richtung Gänsemarkt. Dazu fuhren Polizeiwagen und -Motorräder vor uns her… als wir vorn schon ganz lange unterwegs waren, waren die Leute am Ende des Zuges geschätzt einen km dahinter, noch nicht losgezogen. Die Masse füllte die Straßen aus … wir gingen hinter dem Bf, am Jungfernstieg, Mönckebergstraße (jeweils von der Pol gesperrt, die ÖVP-Haltestellen wurden nicht angefahren). Besonders, wenn der Zug abbog, konnte man die Massen hinter uns sehen…
Die Polizei sprach von zweieinhalb Tausend, ich schätze 3,5 Tausend … irgendwann trafen wir noch auf eine riesige Gruppevon ca sieben- bis achthundert Leuten, die sich in der Nähe des Marienplatzes dann noch anschloss. Am Gänsemarkt gabs eine große Bühne; vor dem nahmen wir vom Zug-Anfang Aufstellung um noch lange darauf zu warten, bis alle auf dem Platz eingetroffen waren.:-top

Anne1970
23.03.2023, 07:29
In den Reden berichteten Kolleginnen von ihrer Arbeit und ihrem Einsatz und beklagten die Missachtung und die Geldmacherei auf dem Rücken der ÄrztInnen und Pat., falsche Abrechnungen seit Jahren, usw. „Wer so handelt, darf keine Klinik besitzen“. Sie beschrieben, ihren Einsatz in der Corona-Zeit… und, dass sie auch weiter bereitwillig „länger bleiben, um der ukrainischen Patientin zu sagen, dass der Krebs zurück ist“. Die Wut darüber, dass die VKA noch nicht mal ein Angebot gemacht hat, bisher wurde ausgesprochen und von der Menge lautstark gespiegelt…
Der GF des MB-Bundesverband, A.Ehl, Peter Bobbert, Susanne Johna, Andreas Botzlar, Henke redeten und heizten der Menge ein und schließlich skandierten alle: „Nicht mit uns!“

Neuroprotektiv
23.03.2023, 15:46
Hallo liebe KollegInnen,
in der Ärzteschaft Kaiserslautern besteht ein sehr großes Interesse daran die Arbeitsbedingungen und Bezahlung von uns Ärztinnen und Ärzten zu verbessern. Für uns ist jedoch eine Anfahrt nach München (Hin- und Rückfahrt mit dem Bus Minimum 12 Stunden) leider recht weit, sodass viele KollegInnen diese nicht auf sich nehmen wollen.
Daher planen wir, um auch hier Präsenz zu zeigen, eine Kundgebung am 30.03.2023 in Kaiserslautern.
Falls es euch ähnlich geht und ihr euch uns anschließen wollt, seid ihr natürlich herzlich willkommen! Ich freue mich auf eure Rückmeldung, gerne auch per PN.
Solidarische Grüße aus der Westpfalz!

Anne1970
23.03.2023, 17:02
Ja, das ist auch eine gute Möglichkeit! Es wurden auch z.B. in Dessau, Berlin und Hannover regional Kundgebungen organisiert. Fragt die MB- Geschäftsstelle eures Landesverbands und macht Fotos… zum Posten

Anne1970
30.03.2023, 07:00
Hallo liebe KollegInnen,
in der Ärzteschaft Kaiserslautern besteht ein sehr großes Interesse daran die Arbeitsbedingungen und Bezahlung von uns Ärztinnen und Ärzten zu verbessern. Für uns ist jedoch eine Anfahrt nach München (Hin- und Rückfahrt mit dem Bus Minimum 12 Stunden) leider recht weit, sodass viele KollegInnen diese nicht auf sich nehmen wollen.
Daher planen wir, um auch hier Präsenz zu zeigen, eine Kundgebung am 30.03.2023 in Kaiserslautern.
Falls es euch ähnlich geht und ihr euch uns anschließen wollt, seid ihr natürlich herzlich willkommen! Ich freue mich auf eure Rückmeldung, gerne auch per PN.
Solidarische Grüße aus der Westpfalz!
Eure Kundgebung hat’s in die Nachrichten geschafft: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/aerztestreik-am-donnerstag-auch-an-kommunalen-kliniken-in-rlp-100.html

Anne1970
30.03.2023, 09:35
Im Zug nach München steigen an jeder Haltestelle immer mehr Ärzte und Ärztinnen ein… in jedem Abteil siehst orange aus …schätze, das wird voll werden :grins:

Kandra
30.03.2023, 12:11
Bin jetzt auch zur Unterstützung unterwegs :)

Nefazodon
30.03.2023, 21:10
Im Zug nach München steigen an jeder Haltestelle immer mehr Ärzte und Ärztinnen ein… in jedem Abteil siehst orange aus …schätze, das wird voll werden :grins:

Und, wie viele waren es?