Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
https://zusammen-geht-mehr.verdi.de/++co++8b8cc312-db6f-11ed-a0b9-001a4a160129
Die Mitglieder sollen/müssen über die Annahme der Schlichtungsergebnisse wohl abstimmen- die Darstellung auf der Verdi Seite hier ist jetzt aber schon sehr positiv gehalten incl. Berechnungen für verschiedne Eingruppierungen - beispielsweise "Luise/Pflegefachkraft = +11,26%" - scheint als würden die Verdi Verhandler ihren Mitgliedern die Zustimmung zum Schlichtungsspruch nahelegen...
https://zusammen-geht-mehr.verdi.de/++co++8b8cc312-db6f-11ed-a0b9-001a4a160129
Die Mitglieder sollen/müssen über die Annahme der Schlichtungsergebnisse wohl abstimmen- die Darstellung auf der Verdi Seite hier ist jetzt aber schon sehr positiv gehalten incl. Berechnungen für verschiedne Eingruppierungen - beispielsweise "Luise/Pflegefachkraft = +11,26%" - scheint als würden die Verdi Verhandler ihren Mitgliedern die Zustimmung zum Schlichtungsspruch nahelegen...
Also wenn wir Luise mal als Referenz nehmen heißt das 11,26% für 24 Monate, oder? Oder 5,63% pro Jahr.
Und ist das jetzt das Beispiel einer so richtig starken Gewerkschaft wo sich der MB mal ein Beispiel nehmen soll, oder wie interpretieren wir das?
Ah, Moment. Ich hab die 1240€ Einmalzahlung vergessen...
Es gibt eine Einigung. Im wesentlichen das was die Schlichtung vorschlägt. Die Mitgliedsabstimmung wird im Mai laufen. Ein Teil der Mitglieder tobt wegen der Nullrunde 2023.
https://zusammen-geht-mehr.verdi.de/++co++77826c22-e147-11ed-bb25-001a4a16012a
joa. Schlechte Vorzeichen für die weiteren Verhandlungsrunden TVÄ/VKA und die Ärzte an Universitätskliniken.
Und ich dachte die Leute stimmen jetzt mal wieder ein Loblied an dass verdi so toll ist und unsere eigene Gewerkschaft so schlecht...
Was ist n das für ne Logik? Dieser Abschluss ändert nichts daran, dass unsere Gewerkschaft schlecht ist.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/tarifstreit-oeffentlicher-dienst-117.html
Die Einigung sollte ca. 5 Mrd. Kosten. Kommt mir sogar relativ günstig vor. Weniger, als Herr Spahn mit den Masken verschleudert hat. Ich muss auch sagen, dass ich das Ergebnis der Mitgliedsbefragung und schlussendlich die Entscheidung der Tarifkommission mit Spannung erwarte. Es wird sicher sehr sehr schlecht aussehen, wenn man ne Befragung macht, deren Ergebnis man nicht berücksichtigt. Dann lieber MB Stil. Aber so sieht es derzeit aus. Verdi sagt ja, Mitglieder nein.
Was ist n das für ne Logik? Dieser Abschluss ändert nichts daran, dass unsere Gewerkschaft schlecht ist.
Da sind wir halt unterschiedlicher Meinung.
Die Frage wird halt sein: was kann der MB erreichen? Und von meinem Gefühl her hat verdi das Ergebnis nun gesetzt und die Verhandlungen mit dem MB können eigentlich nicht mehr als +-1%/Jahr davon abweichen. Mehr würde den ÖD auf die Palme bringen und weniger den MB ganz alt aussehen lassen. Und wenn das dann so kommt, was willst dann machen? Wieder schreiben dass die Gewerkschaft deiner Meinung nach so schlecht ist? Dass die Ärzte gefälligst eine höhere prozentuale Steigerung als die Pflege bekommen sollen?
Klar, wenn die Gewerkschaft schlecht verhandelt, werde ich schreiben, dass die scheiße ist.
Wir sind sehr unterschiedlicher Meinung. Deine Ansicht und Einstellung in berufspolitischer Sicht teile ich in keinem Aspekt.
Carolin2803
23.04.2023, 06:49
Ehrlicherweise finde ich das Ergebnis von Verdi gar nicht so schlecht..? Ja, dieses Jahr ist es eine Nullrunde, die aber ja immerhin mit den 3000€ abgefedert wird. Aber ab 2024 gibt’s ja eine Gehaltserhöhung und gerade mit dem Sockelbeitrag, den manche gerne vergessen, ist die Erhöhung doch gar nicht so wenig? Mindestens 340€, da gehen doch gerade die unteren gehaltsklassen mit oft mehr als 10% raus. Für einen Assistenzarzt im 1.WBJ würde die Klausel angewandt etwa (4850+200)*0,055=277,75, also mit dem Sockelbetrag ein Plus von 477,75 € oder 9,85 % bedeuten, oder habe ich einen Denkfehler?
Von dem Mindestbetrag ist nicht mehr die Rede, der scheint verschwunden zu sein.
Ich hab gelesen, dass es bei der Einigung auf Erhöhungen zwischen 4 % und 8 % pro Jahr hinausläuft. Was ungefähr zu erwarten war. Im Schnitt (allerdings laut Verdi) seien es 5,5 %.
Endoplasmatisches Reticulum
23.04.2023, 08:19
Für einen Assistenzarzt im 1.WBJ würde die Klausel angewandt etwa (4850+200)*0,055=277,75, also mit dem Sockelbetrag ein Plus von 477,75 € oder 9,85 % bedeuten, oder habe ich einen Denkfehler?
Muss man noch durch 2 teilen auf Grund der Laufzeit von 24 Monaten. Wären also recht runde 5 %.
Im übrigen schließe ich mich an, dass ich das „gar nicht so schlecht“ finde, in dem Sinne, dass ich 4 % vom MB erwartet habe. Mit 5 % wäre er der Erwartung sogar voraus.
Also 200 + 5,5% von ca 2000 sind ja mindestens 340. Ich glaube, der Mindestbetrag steht nicht mehr ausdrücklich drin, faktisch aber schon irgendwie.
Langfristig bringen prozentuale Erhöhungen viel mehr als Einmalzahlungen. Es sei denn, man plant ohnehin, in 1-2 Jahren die klinik zu verlassen, dann kann einem diese Überlegung egal sein..
Ich finde auch, dass alles unter 7% (und zwar rückwirkend ab 1.1.23) eine Enttäuschung wäre. Ich wäre auch für einen großangelegten Streik über 1-2 Wochen, sollte sich die AG-Seite nicht bewegen. Um den MB aber etwas in Schutz zu nehmen: Ich befürchte, dass so etwas eher an der „Streik-Compliance“ der Ärzteschaft scheitern würde. Es gibt leider einen zu großen Anteil derer, die nicht genügend Biss haben und denen das Bewusstsein dafür fehlt, was wir Wert sind. Klar gibt es auch nicht wenige, die aufgrund Familie/Haus etc. nicht einfach so auf 2 Wochen Gehalt verzichten könnten, aber die sind in der Summe nicht das Problem. Sondern die, die könnten, aber es nicht tun würden. Es bessert sich zwar, aber nur langsam.
Da wäre eine (nicht öffentliche) Mitgliederbefragungen seitens des MB sinnvoll, um die eigenen Streikressourcen abzuschätzen.
Ich möchte einmal auseinander dröseln, dass ich nur im Zusammenhang mit dem MB von 4 % ausgegangen war. Von der Verdi Tarifrunde habe ich ursprünglich mehr erwartet. Nachdem die Schlichtung veröffentlicht war und keinerlei Kritik von Verdi laut wurde, schien der Drops allerdings gelutscht zu sein.
Die Streikbereitschaft der Ärzt:innen wurde hier öfters diskutiert. Viele hier sehen es anders und halten die Bereitschaft für hoch. Ich allerdings hab auch keine Streikbereitschaft mehr.
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?108631-Ideen-f%FCr-einen-effizienten-Streik
Ein jüngerer Thread zum Thema Streik.
Panarteriitis nodosa
23.04.2023, 12:10
Hat man auch wenigstens teilweise Anspruch auf die Ausgleichszahlungen, wenn man gekündigt hat? Bis Ende Mai läuft mein Vertrag.
Hier auch ein Überblick:
https://zusammen-geht-mehr.verdi.de/++co++77826c22-e147-11ed-bb25-001a4a16012a
Ich verstehe nicht so ganz, warum wir uns durch einen Verdi-Abschluss selbst limitieren müssten.
Der öffentliche Dienst hat zB in den Pandemiejahren auch den einen oder anderen Bonus für nicht geleistete Arbeit erhalten, von dem man als Arzt nicht mal ansatzweise etwas gehört hat (zumal Trommeln und Klatschen dies übertönt hat..). Vor allem in der Klinik ist auch der TV-E von Verdi für die Pflege zu nennen, der ebenfalls eine Entlastung für das Klientel gebracht hat.
Was haben wir erhalten? Einmalzahlung, die die anderen auch bekommen haben. Nullrunde? Kennen die anderen nicht.
Da darf ich ruhig denken, dass ich wesentlich mehr verdient habe als andere Menschen im öffentlichen Dienst. Tut mir leid, aber schämen tu ich mich für meine Qualifikation und Arbeitsleistung nicht.
Qwert1133
23.04.2023, 16:33
Das Problem wir sein, dass der MB einen Tarifabschluss mit Reallohnverlusten genauso schön-schreiben wird wie auch Verdi das tut. Ich wette aber, dass es im Gegensatz zu Verdi erneut keinen Mitgliederabstimmung gibt und die große Tarifkommission „unter großen Bauchschmerzen“ einstimmig zustimmen wird.
Was ich an dem Abschluss ganz furchtbar finde: Auch in ÖD gab es über die letzte Periode von 10/2020 bis 12/2022 magere 3.2% Lohnsteigerung bei einer Inflationsrate über den Zeitraum von 10.2%. Da jetzt wieder unterhalb der Inflationsrate verhandelt wurde, scheinen die Gewerkschaften überhaupt kein Interesse daran zu haben, vergangene Reallohnverluste auszugleichen. Wenn ich da an die traurigen 3% aus dem letzten TDL Abschluss zurückdenke wird mir ganz anders. Von Vertretern des Verhandlungsteams des MB hieß es damals noch, die hierdurch entstandenen Reallohnverluste sollen in die Höhe der Forderungen der kommenden Tarifverhandlungen einkalkuliert werden…
claptrap
26.04.2023, 11:07
Ich glaube es fehlt auch einfach Druck seitens der Basis. Emails an den MB, Reaktionen auf Twitter und die quasi-öffentliche Bekanntgabe, dass unter Ärzten die Streikbereitschaft fehlt (nochmal ganz anderes Thema) lassen den MB auch denken, dass sie gute Arbeit leisten. Der zur Zeit stattfindende Streik der Assistenzärzte in der UK zeigt, wie es anders gehen kann.
Macht Druck!
Nefazodon
26.04.2023, 12:30
Ich glaube es fehlt auch einfach Druck seitens der Basis.
Das mit der Basis ist schwierig. Es gibt einfach zuviele unterschiedliche Positionen in der Ärzteschaft. Obwohl der Unmut über die letzten Tarifabschlüsse ja zu wachsen scheint.
Ich war jetzt vor Kurzem auf dem VKA-Netzwerktreffen. Selbst da gab es dann wieder einzelne Stimmen, die quergeschossen sind, und meinten, wir Ärzte verdienen doch eigentlich genug....
Ich weiß nicht, wieso diese Ansicht unter Ärzten so verbreitet ist, aber so lange sie es ist, schwächt das natürlich jegliche Verhandlungsposition.
(...)lassen den MB auch denken, dass sie gute Arbeit leisten.
Ich weiß nicht....ich habe da ehrlich gesagt gemischte Gefühle.
Einerseits bin auch ich mit den Ergebnissen der letzten Tarifrunden nicht zufrieden, und denke, da müsste mehr gehen. Auch finde ich sollte der MB anders auftreten und handeln.
Andererseits: Wenn man die Ausgangssituation bedenkt, die Voraussetzungen unter denen und Konditionen mit denen der MB arbeiten muss, leistet er vielleicht keine so schlechte Arbeit.
Zumindest gibt es Niemanden der es besser macht.
Der zur Zeit stattfindende Streik der Assistenzärzte in der UK zeigt, wie es anders gehen kann.
Macht Druck!
Aber da sind die bedingungen nochmal andere als hier in Deutschland oder?
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