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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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Relaxometrie
07.07.2023, 23:19
bedeutet leider das Ende meiner Mitgliedschaft im MB.
Sehr verständlich.

Dooly
08.07.2023, 06:56
Hat die Mitgliedschaft der Ärzt:innen im MB Konsequenzen, ob das Haus weiterhin tarifgebunden bleibt und gibt es eine Wahrscheinlichkeit, dass die Tarifbindung aufgelöst wird, wenn zu wenige Leute der Gewerkschaft angehören? Welche Interessen hat der MB bzw. Gewerkschaften generell bei Hausverträgen?

Nefazodon
08.07.2023, 09:38
Für mein Haus ist heute der neue durch den MB verhandelte Haustarifvertrag veröffentlicht worden:

ab 01.01.23 +2,0%
ab 01.09.23 +2,0%
ab 01.01.24 +2,0%

Laufzeit bis 31.03.24

Sonst keinerlei Verbesserung, keine Sonderzahlung.



Gibt es dazu ne Betriebsversammlung oder Ähnliches auf der die Vertreter des MB das Ergebnis erklären?
Ich finde wenn man so etwas aushandelt, muss man es auch vertreten.

crossie
08.07.2023, 10:37
Gibt es dazu ne Betriebsversammlung oder Ähnliches auf der die Vertreter des MB das Ergebnis erklären?
Ich finde wenn man so etwas aushandelt, muss man es auch vertreten.

Nein, bisher nicht. Der neue TV war ein Zufallsfund auf der Seite des MB.

FirebirdUSA
08.07.2023, 12:29
Der Unterschied zwischen der Beitragserhöhung des MB um 33% und dem nun verhandelten Reallohnverlust bedeutet leider das Ende meiner Mitgliedschaft im MB.

Wäre der richtige Schritt nicht eigentlich vor allem den AG zu wechseln?

crossie
08.07.2023, 15:02
Naja, zu allererst muss ich nicht jedes Jahr 240 Euro aus dem Fenster werfen für eine "Interessenvertretung", die offensichtlich alles macht, nur nicht meine Interessen vertreten. Man hätte mich/uns ja wenigstens mal fragen/informieren können, ob wir grundsätzlich mit solch einem Ergebnis einverstanden wären.

Und den AG wechseln ist nicht so einfach, obwohl ich darüber natürlich auch schon nachdenke: die nächsten Häuser überhaupt sind 30km weg, wären aber ein schlechter Kompromiss arbeitstechnisch, auch wenn ich da überschlägig 200 Euro im Monat mehr netto hätte. Und eine wirkliche Alternative wäre 100km weit weg. Mit Familie ist die Flexibilität nicht allzu groß.

Endoplasmatisches Reticulum
08.07.2023, 15:12
Es soll ja tatsächlich weitere Faktoren geben, einen bestimmten Arbeitgeber einem anderen vorzuziehen, als nur das reine Gehalt.

Ich mache schon keine Ritze mehr in mein Stöckchen bei jedem mal, wo hier mit "kündige doch einfach" von Strukturkritik abgelenkt wird. Kommt gleich auf Platz 3 hinter "mach's erstmal besser" und "jammern bringt nichts".

Dooly
08.07.2023, 23:32
Tarifpolitik wird in den meisten Fällen super nachrangig sein, bei Karriereentscheidungen und quasi nie maßgeblich wirken. Sonst wär doch kein Schwein mehr an ner Uni?

FirebirdUSA
09.07.2023, 09:33
Es soll ja tatsächlich weitere Faktoren geben, einen bestimmten Arbeitgeber einem anderen vorzuziehen, als nur das reine Gehalt.

Definitiv, und mit Familie ist tatsächlich häufig die Flexibilität nicht gegeben. Man kann natürlich seinem Unmut mit Kündigung MB-Mitgliedschaft Luft machen und ich kann es auch verstehen. Ich bin mir nur nicht sicher ob es irgendetwas an dem Problem ändert.



Ich mache schon keine Ritze mehr in mein Stöckchen bei jedem mal, wo hier mit "kündige doch einfach" von Strukturkritik abgelenkt wird. Kommt gleich auf Platz 3 hinter "mach's erstmal besser" und "jammern bringt nichts".

Kündigen bringt vermutlich auch nur kurzfristig etwas. Wie du schon gesagt hast haben wir ein Strukturproblem... das hauptsächliche Strukturproblem liegt aber in dem Aufbau und Finanzierung unseres Gesundheitssystems, und vermutlich nicht in unserer Gewerkschaft. "Jammern bringt nichts" ist aber tatsächlich so, entweder du hast eine hohe Streikbereitschaft (die sehe ich bei den Ärzten weiterhin nicht... las mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen) oder es wird extrem schwierig. Wenn die Alternative ist, "wenn ihr das so wollt, machen wir eben 3 Standorte dicht" (ohne zu wissen ob es im konkreten Fall so war, wäre aber ein realistisches Szenario) ist halt die Frage was die Verhandlungsposition ist... insofern bleibt einem dann nur der Wechsel zu einem AG der ggf. querfinanzieren kann (VKA aus dem öffentlichen Haushalt).

Endoplasmatisches Reticulum
09.07.2023, 10:31
Man kann natürlich seinem Unmut mit Kündigung MB-Mitgliedschaft Luft machen und ich kann es auch verstehen. Ich bin mir nur nicht sicher ob es irgendetwas an dem Problem ändert.
Nicht unbedingt. Aber wenn man schon der Ansicht ist, aus der Mitgliedschaft keinen Nutzen (mehr) zu ziehen, ist es einfach der logische Schritt, weil es den eigenen Nutzen optimiert. Ob man damit ein Signal setzt, den MB auf Kurs zu rücken, ist in dem Fall für den Austretenden ja bereits unerheblich geworden.


das hauptsächliche Strukturproblem liegt aber in dem Aufbau und Finanzierung unseres Gesundheitssystems, und vermutlich nicht in unserer Gewerkschaft.
Absolut! Aber: Das schließt sich auch nicht nicht gegenseitig aus. Ich würde zudem aus AiW-Sicht noch die Ordnung der Weiterbildung mit ihrem sehr wuchtigen Hebeleffekt aufs Machtgefälle zwischen Arbeitnehmern und -gebern anführen. Interessanterweise werden ja gerade solche ärztlichen Tätigkeiten oft als attraktiver empfunden, die für die Weiterbildung gerade nicht angerechnet werden können - z.B. Notarzt fahren oder Zeitarbeit. Auch die stecken ja in der Gesundheitsfinanzierung mit drin. Also ist schon irgendwo Geld da. Es ist bloß unzugänglich, solange der Arzt weniger als Arbeitnehmer auftreteten kann, der seine Arbeitskraft anbietet, sondern als Bittsteller, der Zeiten, Eingriffe und Unterschriften braucht ... und Vertragsverlängerungen.


"Jammern bringt nichts" ist aber tatsächlich so
Jammern ist Ausdruck von Unzufriedenheit und Unzufriedenheit ist Triebfeder jedes Protestes. Berechtigte Kritik mit der Jammerkeule zu erschlagen erstickt das Feuer des Widerstandes, um es mal etwas pathetisch auszudrücken. Es können einfach nicht alle protestieren und selbst an vorderster Front kämpfen. Denen das Ausdrücken ihrer Unzufriedenheit abzusprechen finde ich nicht konstruktiv. Einmal, weil es Diskussionen um die Missstände grundsätzlich erschwert. Zum anderen, weil man damit gewissermaßen eine Spaltung in jammernde Basis und handelnde Protestelite vorantreibt, die für sich in Anspruch nimmt, für die Basis entscheiden zu können, was die Probleme der Basis sind und wie man die am besten bekämpft, gleichzeitig aber die Kommunikation mit dieser Basis als fruchtlos diksreditiert und in Folge irgendwann ablehnt. Willkommen in der Politik!


Wenn die Alternative ist, "wenn ihr das so wollt, machen wir eben 3 Standorte dicht" (ohne zu wissen ob es im konkreten Fall so war, wäre aber ein realistisches Szenario) ist halt die Frage was die Verhandlungsposition ist... insofern bleibt einem dann nur der Wechsel zu einem AG der ggf. querfinanzieren kann (VKA aus dem öffentlichen Haushalt).
Das widerlegt die Geschichte. Die Krankenhäuser finanzieren nicht ihre Stellen (Krankenkassen) durch Umlage aus Anlagefinanzierung (Staat) quer, sondern sie nutzen ganz im Gegenteil tendentiell eher ihre Einnahmen aus der Betriebsfinanzierung zur Quersubventionierung ihrer Anlageinvestitionen. Das wird dadurch verschärft, dass der Staat seiner Zahlungspflicht unzureichend nachkommt - was passieren muss, wenn der Schuldner selbst über Umfang und Fälligkeit seiner Schuld entscheiden kann. Aus dem Grund wurde die Stationspflege im aDRG-System ausgelagert, um sie auf Selbstkostenbasis zweckzubinden und den Häusern diese beobachtete "Veruntreuung" abzuschnüren. Die VKA finanziert also nichts aus dem öffentlichen Haushalt quer sondern betreibt kalkulierte Unterfinanzierung, und die Krankenhäuser nutzen die Krankenkassen zum Stopfen der daraus entstehenden Löcher mit dem Ergebnis, das die Personalkassen trocken und trockener laufen, weil sie der einzige verbliebene Posten mit Einsparpotential sind.

Davon ab:

Der Arbeitgebermarkt kollabiert uns Ärzten unter der Nase weg. Ich finde, dass die Branche chancentechnisch in einem viel zu guten Licht dargestellt wird. Überall hört man, als Arzt hätte man eine Jobgarantie und könne sich die Stellen aussuchen. Selbst hier im Forum. Das ist aber eben sehr abhängig von persönlichen Faktoren, vom Standort, vom Fach. Klar kann ich 10 Innere-Kliniken im Umkreis anschreiben und werde Stellenangebote kriegen. Bringt mir aber nichts, wenn ich nicht Internist bin oder werden will, oder wenn mir gute Arbeitsbedingungen wichtig sind und sich die Einfachheit der Arbeitsplatzsuche antiproportional zur Verfügbarkeit erträglicher Stellen verhält.

Suche ich als Urologe, HNOler, Dermatologe oder was weiß ich eine Stelle, bin ich ganz schnell in der Situation, im pendelbaren Umkreis nur eine Hand voll Kliniken zur Auswahl zu haben, und die werden ggf. sogar alle vom selben Träger betrieben. Haust du deine Bewerbungen raus und es ist gerade nichts frei, die Klinik ist grässlich, oder du hospitierst in ein paar Kliniken und die mögen warum auch immer deine Nase nicht, dann war es das perspektivisch und du kannst den ganzen Standort + Umkreis ggf. auf viele Jahre abschreiben, weil es keinen einzigen potentiellen Arbeitgeber mehr für dich gibt. Von daher finde ich es mit der Protestbereitschaft immer schwierig zu diskutieren, weil Menschen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen gegeneinander anreden. In einem kleineren Fach kannst du oft weder auf die Pauke hauen, noch dich einfach wegbewerben. Das wäre ein Hochrisiko-Drahtseilakt. Also was tust du dann? Das Fach aufgeben? Hmm.

Hammmar
10.07.2023, 13:21
Hallo,

Muss man für PD an einer Universität Klinik arbeiten?

Bille11
10.07.2023, 19:42
Nein.

Narkon
12.07.2023, 07:03
Hi

ich hab meine Approbation erhalten und nächste Woche das Vorstellungsgespräch. Ich fange sehr wahrscheinlich schon im Juli an zu arbeiten. Mein Frage: Bekommt dan den Inflationsausgleich nur wenn man den Juli durchgearbeitet hat oder reicht theoretisch ein Arbeitstag im Juli aus?

Frisko
12.07.2023, 07:53
Meinst du die Einmalzahlung oder die 4,8 % mehr Gehalt?

Ersteres gilt ja nur Kolleg*innen, die bereits Januar-Juni gearbeitet haben. Anteilige Zahlung bei anteiliger Arbeit.

Letztere müsstest du bei Anstellung in einem kommunalem Haus ab Juli dann auch bekommen.

Narkon
12.07.2023, 08:04
Ersteres gilt ja nur Kolleg*innen, die bereits Januar-Juni gearbeitet haben. Anteilige Zahlung bei anteiliger Arbeit.


Schade hätte mich auf die Einmalzahlung gefreut :-nix

PaulaBoston
29.07.2023, 12:29
Habt ihr die Einmalzahlung und die Erhöhung bekommen? Bei uns am Haus wurde es mit dem Juli Gehalt nicht ausgezahlt und auch keinerlei Info dazu.

Matzexc1
29.07.2023, 12:32
Habt ihr die Einmalzahlung und die Erhöhung bekommen? Bei uns am Haus wurde es mit dem Juli Gehalt nicht ausgezahlt und auch keinerlei Info dazu.

Laut Abschluss frühestens Juli oder spätestens August....also bei mir am ehesten August

Friik19
29.07.2023, 13:45
Ich habe auch noch nicht die Erhöhung erhalten, un auch den Bonus nicht. Sollte die Erhöhung nicht ab Juli sein??? Weiß jemand was ?

abcd
29.07.2023, 15:17
Bei uns wurde das Gehalt nach neuer Tabelle ausgezahlt und ebenso die Einmalzahlung.

Philip_MHH
29.07.2023, 16:59
Einmalzahlung wurde für August angekündigt