Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
][truba][
29.05.2023, 15:05
Warum wenden sich die Kollegen, bei denen die Zeiterfassung nicht umgesetzt wurde, nicht zum Beispiel an den Betriebsrat? Aktivieren die anderen Kollegen in der Klinik, in der diese Zeiterfassung nicht zu klappen scheint? Die Rahmenbedingungen wurden doch vom MB klar verhandelt?
Ich möchte nicht sagen, dass alles gut ist, was der Verein da so verhandelt aber alle Verantwortung von sich zu weisen, wenn bestehendes Recht nicht eingehalten wird und immer auf die andern zu zeigen, ist ebenso schwach.
Meine Klinik hat keinen Betriebsrat, der sich für Ärzte zuständig fühlt. Es gibt einen, der offiziell für ärztliche Mitarbeiter zuständig ist. In diesem Betriebsrat sitzt genau ein Arzt, der schon viele Jahre aus der direkten Patientenversorgung raus ist. Ich habe mich im Februar 2021 mit einem Anliegen an diesem Betriebsrat gewandt (den man nur per Mail kontaktieren kann) und bis heute keine Antwort erhalten :-nix
Wir habe elektronische Arbeitszeiterfassung. Die zuverlässig jeden Monat wieder Mist dokumentiert und selbst offensiche Fehler werden nur korrigiert wenn man aktiv darum bittet. Aber wehe man vergisst mal einen Tag, die Pause zu stempeln… Kommentar MB: ey, ist doch super dass ihr elektronische Zeiterfassung habt, das freut uns. Das mit den Fehlern wird sich sicher noch einpendeln (glaub ich ja kaum nach 3 Jahren…).
Ich kämpfe seit dem ersten Tag für bessere Bedingungen, bin mittlerweile Assistentsprecherin und habe auch schon sehr viel durchsetzen können. Aber es ist einfach ein ständiger Kampf gegen Windmühlen, man fängt immer und immer wieder von vorne an. Dazu fallen einem noch oft genau die eigenen Assistentenkollegen in der Rücken, die dann doch plötzlich irgendwie alles gar nicht mehr so schlimm finden wenn man sie fragt. Da fände ich es schon klasse wenn man etwas Rückhalt vom Betriebsrat oder Gewerkschaft hätte.
Ich bin ja auch immer dafür, dass man den Arsch hochbekommet und selbst mal was macht statt immer nur im
Internet zu meckern aber es ist echt anstrengend und frustrierend.
Wir schreiben unsere Stunden auf eine Liste, die im Dienstzimmer hängt. Wird elektronisch nachgetragen, also ist es doch auch elektronische Zeiterfassung?
Ich glaube, fehlendes Wissen ist tatsächlich ein Problem. Wir hatten es ja woanders mit dem Seminar zu Abrechnung, wenn man keine Ahnung hat, kann man sich auch nicht beschweren...
Qwert1133
30.05.2023, 16:49
[truba][;2261372']Warum wenden sich die Kollegen, bei denen die Zeiterfassung nicht umgesetzt wurde, nicht zum Beispiel an den Betriebsrat? Aktivieren die anderen Kollegen in der Klinik, in der diese Zeiterfassung nicht zu klappen scheint? Die Rahmenbedingungen wurden doch vom MB klar verhandelt?
Ich möchte nicht sagen, dass alles gut ist, was der Verein da so verhandelt aber alle Verantwortung von sich zu weisen, wenn bestehendes Recht nicht eingehalten wird und immer auf die andern zu zeigen, ist ebenso schwach.
Komm, du weißt doch auch, dass unbezahlte Mehrarbeit an Kliniken bzw. regelmäßige Überstunden ein seit Jahrzehnten bekanntes und leider flächendeckend vorhandenes Problem unserer Branche darstellt. Wenn die Lösung dafür wäre, den Betriebsrat einzuschalten, denkst du nicht dass sich das Problem innerhalb eines Jahres erledigt hätte?
Die Wahrheit ist doch, dass der Betriebsrat relativ wenig Handlungsspielraum hat. Ich glaube dem MB, dass ich vor Gericht sämtliche Überstunden nachträglich einklagen könnte, dann wäre aber meine Stelle an der jetzigen Klinik Geschichte (und Chefärzte der Region kennen sich normalerweise und reden). Die Meldung an unseren Betriebsrat hat überhaupt nichts gebracht, man wisse zwar von der Problematik mit dem Direktionsrecht, dem Betriebsrat seien da aber die Hände gebunden. Ohne Klage kommt man hier nicht weiter.
Ein Kollege hat die Klinik auch ans Gewerbeaufsichtsamt gemeldet (Unbezahlte Überstunden sind ja am Ende eine illegale Praktik und auch Steuerhinterziehung der Klinik). Die meinten aber sie würden nur aktiv wenn mehrere Klagen anhängig sind und es somit mehrere Hinweise auf Missstände gibt.
Hast du noch Ideen?
Mich nerven diese ständigen Hinweise auf die Selbstverantwortung mittlerweile einfach nur noch. Es gibt hier keine einfache, für jeden Arzt umsetzbare Lösung. Wir stehen in einem perversen, durch die WBO besiegeltem Abhängigkeitsverhältnis, das von zahlreichen Kliniken ausgenutzt wird um unbezahlte Mehrarbeit von talentierten Akademikern zu erpressen.
Feuerblick
30.05.2023, 17:30
Zur Erpressung gehören aber auch immer zwei. Stimmt leider schon, dass es bei Ärzten sehr einfach ist, weil die sich selten einig sind und außerdem viele so karrieregeil (oder so sozialisiert), dass sie sich alles gefallen lassen. Leider. Und leider ist der MB jetzt auch nicht gerade die Vereinigung, die da ernsthaft was ändern will. Sind halt auch Ärzte. :-nix
Wahrscheinlich muss es irgendwann mal so richtig, richtig an die Wand gefahren sein, damit sich was bewegt.
Das mit dem Gewerbeaufsichtsamt wundert mich. Das habe ich anders erlebt.
Endoplasmatisches Reticulum
30.05.2023, 18:05
Mich nerven diese ständigen Hinweise auf die Selbstverantwortung mittlerweile einfach nur noch. Es gibt hier keine einfache, für jeden Arzt umsetzbare Lösung. Wir stehen in einem perversen, durch die WBO besiegeltem Abhängigkeitsverhältnis, das von zahlreichen Kliniken ausgenutzt wird um unbezahlte Mehrarbeit von talentierten Akademikern zu erpressen.
Ebenso. Und es sind oft dieselben Einschränkungen.
1. Fächer passen null zusammen: Anästhesist oder Internist will Nischenfächlern erzählen, dass man auf 5 Bewerbungen 10 Stellenangebote bekommt.
2. Lebenssituationen passen null zusammen: Umzugsbegeisterter Single empfiehlt ortsgebundenem Poster niedrigschwelliges Kündigen, gerne auch mehrfach hintereinander in kürzester Zeit.
3. Standing im Krankenhaus passt null zusammen: Altassi, Facharzt, Oberarzt oder Niedergelassener erzählt Berufsanfänger in Probezeit oder Kurzzeitbefristung von praktischer Unkündbarkeit beim Aufmucken.
4. Teamstrukturen passen null zusammen: Person hat im geschlossenen Team als Einheit protestiert und erzählt Einzelkämpfern in zerissenen Teamstrukturen etwas von Streik, Solidarisierung und Kollegenmobilisierung.
Usw. usf.
Zur Erpressung gehören aber auch immer zwei.
Zu Raub und Totschlag auch.
Feuerblick
30.05.2023, 18:16
Na, ist doch erste Regel der Polizei: Auf Erpressung niemals eingehen.
Bei Raub und Totschlag dürfte es mit dem Wählen etwas schwierig sein. :-))
Endoplasmatisches Reticulum
30.05.2023, 19:22
Stimmt! Aber das Wählen ist ja der Knackpunkt. Bei der klassischen Erpressung willst du nichts vom Erpresser, außer in Ruhe gelassen zu werden. Die Machtdynamik im Krankenhaus ist deutlich komplexer.
Feuerblick
30.05.2023, 20:05
Naja, das kann man auch nicht verallgemeinern. Mir waren damals halt Karriere und besondere Eingriffe so egal, wie einem etwas egal sein kann. Im Gegenteil: Ich war total genervt, als man mir etwas beibringen und an mich abturfen wollte, was die anderen wohl gern gemacht hätten. Mich hätte man schlicht nicht „bestrafen“ können, weil das einzige, was ich wirklich gerne gemacht habe, sowieso niemand anderer machen wollte und konnte. :-))
Ich denke, von der Sorte gibt es bestimmt einige. Die haben schon eine Wahl, denn der Erpresser hat kein Druckmittel, wenn du nichts von den tollen Sachen willst. In meinem Fach stehen halt auch nur die lästigen Dinge im Katalog, nichts, was man unbedingt machen wollen würde.
Daher: Nicht jeder ist erpressbar und das klarzustellen wäre schon mal ein Anfang, finde ich.
Das aber nur als Anregung… Man kann niemanden zwingen.
Was macht denn der Nachklapp diesmal? Hat jemand eine Rückmeldung an den MB gegeben und auch zurückbekommen? Bei Instagram hat der MB vor einigen Tagen einen Wall of Text als Stellungnahme zu jeglicher Art Kritik kopiert. (Als pdf angehängt.) Wenige personalisierte Antworten gab es auch. Die Einmalzahlung vermittelt der MB nun als Ausgleich für die vergangenen 6 Monate ohne lineare Erhöhung (s Screenshot). Und erneut teilt der MB mit, dass ein Erzwingungsstreik keine realistische Option ist (s. Screenshot). Diese Haltung ist vermutlich nicht nur den Mitgliedern und Ärzt:innen bekannt, so dass sicher auch die Arbeitgeberin wusste, dass es am letzten Verhandlungstag so oder so zu einem Abschluss gekommen wäre.
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Endoplasmatisches Reticulum
31.05.2023, 10:07
Eieieieiei. Was ist denn was wieder für ein forciert gestelztes Geschwurbel. Ich übersetze das mal ins Deutsche: Der MB ist offenkundig der Ansicht, rückwirkende Einmalzahlungen seien im Gegensatz zu Zukünftigen identisch zu einer rückwirkenden prozentualen Erhöhung der Entgelttabelle. Das begründet er damit, dass die Einmalzahlung steuerfrei ist und deshalb so hoch ausfällt, dass sie den Verlust durch die Erhöhung der Tabelle überkompensiert.
Dem MB ist anscheinend immer noch nicht klar, dass er eine einmalige Auszahlung mit einer konzeptionell unendlichen Zahlungsreihe mit Zinseffekt verrechnet. Auch nicht, dass er eine fixe Summe mit einem Prozentsatz einer variabel skalierenden Gehaltstabelle vergleicht. Das ist auf so vielen Ebenen Unsinn, da fällt dem Karl vor Schreck sein Gras aus der Hand.
Und natürlich ignoriert der MB auch in der zigsten Verhandlungsserie weiterhin konsequent, dass Einmalzahlungen grundsätzlich absolut asozial gegenüber Berufsneulingen, Wiedereinsteigern und Stellenwechslern sind - also genau den Leuten erneut ins Gesicht spuckt, die man angesichts der corona-bedingten Ärzteflucht berufspolitisch motivieren wollen sollte, dem Krankenhaus wieder eine Chance zu geben.
Ich hab's vor einem Jahr gesagt, ich sage es erneut. Die unsäglichen Einmalzahlungen sind jetzt etablierter Standard und werden als Schrotschüsse der Arbeitgeber kompromittierender Bestandteil jeder folgenden Tarifrunde sein. Und der MB zeigte bereits mehrfach, dass er sich dieser Wahnvorstellung anschließt. Da trägt der Kaiser mal wieder seine neuen Kleider zur Schau ...
Cor_magna
31.05.2023, 14:53
Naja, das kann man auch nicht verallgemeinern. Mir waren damals halt Karriere und besondere Eingriffe so egal, wie einem etwas egal sein kann. Im Gegenteil: Ich war total genervt, als man mir etwas beibringen und an mich abturfen wollte, was die anderen wohl gern gemacht hätten. Mich hätte man schlicht nicht „bestrafen“ können, weil das einzige, was ich wirklich gerne gemacht habe, sowieso niemand anderer machen wollte und konnte. :-))
Ich denke, von der Sorte gibt es bestimmt einige. Die haben schon eine Wahl, denn der Erpresser hat kein Druckmittel, wenn du nichts von den tollen Sachen willst. In meinem Fach stehen halt auch nur die lästigen Dinge im Katalog, nichts, was man unbedingt machen wollen würde.
Daher: Nicht jeder ist erpressbar und das klarzustellen wäre schon mal ein Anfang, finde ich.
Das aber nur als Anregung… Man kann niemanden zwingen.
Ich denke grundsätzlich wie du. Geld und Karriere sind mir nicht besonders wichtig, ich will nur eine Arbeit in die ich gerne gehe, die mir nicht schadet, und die mir meinen Lebensunterhalt bezahlt.
Muss aber gestehen, dass ich noch nicht so abgebrüht bin, mich einfach so dermaßen auflehnen zu können und eventuell auch eine Kündigung,Abmahnung oder was weiss ich zu kassieren, ohne dass das einfach so ohne (psychische) Spuren an mir vorübergeht. Man ist eben immer Teil eines Systems (insbesondere im Krankenhaus) und es wirken viele Einflussfaktoren auf einen ein.
Jetzt in meiner angenehmen Arbeitsstelle ausserhalb der Klinik kann ich auch kaum mehr glauben, was ich da alles mitgemacht habe. Anders gesagt: Aktuell fühle ich mich wie eine wertgeschätzte Arbeitskraft, in der Klinik war ich Leibeigener.
Ich hab's vor einem Jahr gesagt, ich sage es erneut. Die unsäglichen Einmalzahlungen sind jetzt etablierter Standard und werden als Schrotschüsse der Arbeitgeber kompromittierender Bestandteil jeder folgenden Tarifrunde sein.Vor dem letzten Jahr gab es die Einmalzahlungen statt lineare Erhöhungen (eher) nicht? Wenn wir wirklich auf dem absteigenden Ast sind, frage ich mich, ob es eigentlich ein absolutes Minimum gibt. Einmalzahlungen sind es nicht, 15 Monate Nullrunde ist es nicht, 3,35 % Erhöhung ist es nicht …also wo liegt die Latte?
Endoplasmatisches Reticulum
31.05.2023, 20:14
Einmalzahlungen sind es nicht, 15 Monate Nullrunde ist es nicht, 3,35 % Erhöhung ist es nicht …also wo liegt die Latte?
Eine Einmalzahlung als "großer Schluck aus der Ampulle", schwer erkämpft mit dem Kompromiss der Rücknahme bereits in früheren Tarifrunden erkämpfter Verbesserungen.
Vor dem letzten Jahr gab es die Einmalzahlungen statt lineare Erhöhungen (eher) nicht? Wenn wir wirklich auf dem absteigenden Ast sind, frage ich mich, ob es eigentlich ein absolutes Minimum gibt. Einmalzahlungen sind es nicht, 15 Monate Nullrunde ist es nicht, 3,35 % Erhöhung ist es nicht …also wo liegt die Latte?
Die Grenze sind wahrscheinlich negative Lohnänderungen, also nicht real sondern wirklich brutto auf dem Papier. Aber so gut wie der MB uns vertritt, halte ich auch das nicht für ausgeschlossen. "Um Solidarität zu zeigen und der Inflation entgegen zu treten, hat der Marburger Bund einen Verzicht von 10% verhandelt, gekoppelt mit einer Einmalzahlung von 5000€ (an den Arbeitgeber)."
;-)
Choranaptyxis
31.05.2023, 20:34
Im Vergleich dazu hat die EVG das hier abgelehn (https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/evg-tarifangebot-abgelehnt-bahn-unzureichend-100.html)t:
Die Bahn hat für die rund 180.000 betroffenen Beschäftigten stufenweise zwölf Prozent bei den unteren Lohngruppen in Aussicht gestellt. Insgesamt zehn Prozent mehr sollen die mittleren Gruppen bekommen und acht Prozent die oberen....Hinzu kommt eine ebenfalls stufenweise Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 2.850 Euro, die steuer- und abgabenfrei ab diesem Juli gezahlt werden könnte. Die Laufzeit soll 24 Monate betragen.
SineNomine
01.06.2023, 16:41
Bahn- und Flugverkehr sind schlechte Vergleichsmaßstäbe. Hier kann letztlich ein riesiger Druck durch Lahmlegung des Systems aufgebaut werden, zudem steht kein adäquates Ausweichsystem zur Verfügung, so dass die Streiks sowohl dem Unternehmen als auch der Kundschaft sehr weh tun. Im Luftverkehr sind zudem beispielsweise durch Slots (Star/Landerechte) für die Fluggesellschaften auch die Pfründe abgesichert, so dass nicht eben die billiger fliegende Konkurrenz aus Katar, der Türkei oder wo auch immer die Routen ersetzen könnte. Bei der Bahn durch Streckenkonzessionen ebenso.
Bei uns ist Lahmlegen schwer möglich, im Zweifel wird der Notdienst sehr großzügig definiert und tatsächlich gibt es immer wieder Abteilungen mit geringer Streikebreitschaft (meine gehört da nicht dazu).
Der oft angeführte öffentliche Aufschrei hingegen ist m.E. vernachlässigbar, da der bei Bahn oder Zug ja genauso stattfindet
TDLR Aufgrund der unterschiedlichen Märkte sind Bahn und Flugzeug mit dem Krankenhaus nicht wirklich vergleichbar.
Zumal man wenn sich wenn überhaupt das Angebot der Bahn für die oberen Lohngruppen anschauen müsste, da nur diese im Ansatz an die Vergütung von Ärzten herankommen, das da lautet: 4% ab Dezember (!) 23 und dann noch mal 4% ab August 24, plus eine gestaffelte Einmalzahlung von 2850€. Das Ganze zudem mit 2 Jahren Laufzeit. Da ist der MB-Abschluss tatsächlich besser.
Endoplasmatisches Reticulum
01.06.2023, 21:35
Zumal man wenn sich wenn überhaupt das Angebot der Bahn für die oberen Lohngruppen anschauen müsste, da nur diese im Ansatz an die Vergütung von Ärzten herankommen
Das würde ich differenzierter betrachten. Entscheidend für den Impact beim Arbeitgeber ist ja nicht nur die relative Lohnerhöhung, sondern auch die Anzahl der betroffenen Angestellten in Vollzeitäquivalenzen und die Wirtschaftsstärke des Unternehmens. Das ist maßgeblich, weil die Arbeitgeber ja stets mit ihrem Unvermögen argumentieren, die Forderungen finanzieren zu können.
Asklepios: 55.000 Ärzte, operatives Ergebnis 2022 (= "Jahresgewinn"): 132 Mio. €
Deutsche Bahn: 210.000 Mitarbeiter, operatives Ergebnis 2022 (= "Jahresgewinn"): 1.300 Mio €
Vollzeitäquivalente habe ich nicht gefunden, aber durch den Frauenanteil (Bahn: 23 %, Klinikärzte: 63 %) dürfte die Differenz noch stärker auseinander klaffen.
Für mein Haus ist heute der neue durch den MB verhandelte Haustarifvertrag veröffentlicht worden:
ab 01.01.23 +2,0%
ab 01.09.23 +2,0%
ab 01.01.24 +2,0%
Laufzeit bis 31.03.24
Sonst keinerlei Verbesserung, keine Sonderzahlung.
Und dabei liegen wir sowieso schon rund 7% hinter dem VKA Tarifvertrag.
Der Unterschied zwischen der Beitragserhöhung des MB um 33% und dem nun verhandelten Reallohnverlust bedeutet leider das Ende meiner Mitgliedschaft im MB.
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