Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Aha, das ist ja dann sehr schön für Salatsultan. Der freut sich bestimmt, dass er jetzt hier Thema ist.
ich mein, zaubern kann der halt auch nicht.
Und das ist das Problem.
Im Endeffekt ist es doch sehr einfach: es gibt Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverbund und der Gewerkschaft. Die Gewerkschaft ist der MB. Eine Gewerkschaft ist immer nur so stark wie die Anzahl und das Engagement der Mitglieder.
Schau ich mir nun an wie der letzte Streik bei uns ablief dann war das zunächst ein längeres Suchen nach einem lokalen Streikleiter bis sich endlich jemand erbarmt hat. Ich mein man kann den MB nicht dafür verantwortlich machen dass sich in einer bestimmten Klinik keiner findet der minimal die Organisation übernimmt. Und nein, ich hab es nicht gemacht. Hat sich endlich jemand gefunden kümmert sich derjenige um die "Verhandlung" mit dem AG bzgl. Streikvereinbarung. Dafür gibt es viel Unterstützung vom MB. Und dann kommt es irgendwann zum Streik und die Leute fahren hin. Unsere Streikbeteiligung war so mittel bis schlecht. Und in der Klinik selbst wurde nicht viel organisiert.
Manche Kollegen haben den Streiktag auch einfach für die unkomplizierte Variante eines Tages Überstundenabbau genutzt und haben, weil es ein Montag war, den Tag für ein verlängertes Wochenende genutzt. Was will man dazu sagen?
Und dann haben wir noch Kollegen die eigentlich am Liebsten ausschließlich die FDP wählen würden und deren Konzept von Freiheit genial finden und die ganz klare Meinung vertreten "Gewerkschaft braucht es nicht, jeder soll am Besten selbst mit dem AG sein Gehalt aushandeln, nach eigener Leistung". Und das finde ich ziemlich naiv. Vor allem unter dem Hintergrund dass wir grad versuchen mit dem AG über eine Lösung bzgl. des illegalen Rufdienstsystems zu verhandeln, aber der AG uns erst Monate/Jahre hingehalten hat und nun ein Angebot vorliegt das eine absolute Frechheit ist. Gehaltsteigerungen wenn die Klinik Miese macht könnte man da komplett vergessen. Und diejenigen die glauben dass sie selbst verhandeln würden sind auch welche die das niemals mit Konsequenzen durchziehen würden...
Ich bin auch der Meinung dass nicht alles perfekt läuft. Die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit könnte besser sein. Ja. Sie könnte aber auch schlechter sein und die Ergebnisse bisheriger Tarifrunden finde ich besser als es das Engagement der Ärzte für bessere Bedingungen verdient hätte. Denn das Engagement der Ärzte für bessere Bedingungen ist mau. Viele sind nicht mal Mitglied und selbst die Mitglieder machen fast nix. Ich nehm mich da nicht aus. Ich bin froh wenn jemand anderes was tut, ich selbst hab genug andere Dinge zu tun, zu deutsch ich setz andere Prioritäten. Jammern in einem anonymen Internetforum ist aber viel leichter als irgendwas Konstruktives zu tun.
Daher wie gesagt: bitte mehr Engagement und weniger Jammern.
Was sich wie ein roter Faden durchzieht ist hier immer die Behauptung es würde eh keiner mitmachen bei einem richtigen Streik. Ausprobieren, klar kommunizieren wieso man zum Streik aufruft. Wenn niemand mitmacht halt nicht mehr engagieren in der Gewerkschaft, raus aus den Häusern (hab ich jetzt auch so gemacht, wird man ja zu gezwungen).
Ich glaube Warnstreiks werden von vielen als das gesehen was sie sind: Heiße Luft.
Wenn bei einem Warnstreik schon wenige mitmachen, werden bei einem richtigen Streik noch weniger mitmachen. Der Warnstreik ist ja eigentlich das Signal an die AG, dass sie erst gar keinen richtigen Streik riskieren sollen, weil beim Warnstreik schon so viele Leute dabei sind.
Ich glaube Ärzten ist zuzutrauen zu wissen dass ein Warnstreik von niemandem wirklich ernst genommen wird. Aber mal gucken…
Ich seh das anders.
Wenn tatsächlich Warnstreik ist und der gesamte OP steht bis auf einen einzigen Saal in dem Notfälle gemacht werden und man kloppt sich um diesen Saal, dann ist das schon interessant weil das für die Kliniken richtig relevant wird.
Aber wenn bei einem Warnstreik alle OP-Sääle wie immer mit Elektiv-Programm voll bzw. übervoll belegt sind und alles läuft, dann interessiert das niemanden. Paar Briefe werden nicht geschrieben? Werden die Assistenzärzte am nächsten Tag schon gefälligst nachholen.
Was sich wie ein roter Faden durchzieht ist hier immer die Behauptung es würde eh keiner mitmachen bei einem richtigen Streik. Ausprobieren, klar kommunizieren wieso man zum Streik aufruft. Hm.
Ich denke zum einen, dass ausprobieren keine gute Strategie ist, so was muss gut geplant sein. Ich glaube, man muss bei den Leuten Zuversicht und eine Gruppendynamik mind. 6-12 Monate vorab aufbauen. Von jetzt auf gleich bekommt man keine Kolleg*innen mobilisiert, nicht bei der VKA, noch weniger bei der TdL.
Außerdem sind die Konsequenzen eines Erzwingungsstreiks auch in jeglicher Hinsicht deutlich weitreichender. Wir haben sowohl an der Klinik im gesamten, als auch für die besondere Situation in unserer Abteilung, die Erfahrung gemacht, dass der MB uns im Stich lässt. Hier im Forum hat jemand berichtet, dass die Notdienstvereinbarung mehr Personen vorgesehen hat, als normalerweise da sind. SO streikt man aktuell mit dem MB. Ich finde es völlig irre, wenn man unter diesen Umständen sagt, dass man in einen Erzwingungsstreik geht. Schaun wir mal was wird.
TaraTamm
16.11.2024, 15:10
Das aktuelle Angebot ist ja wirklich an Frechheit schwer zu überbieten. Nicht nur wieder eine Erhöhung weit unter der Inflation, sondern dann das ganze noch bis April nächstes Jahr rauszögern. Also fast ein komplettes Jahr ohne Tariferhöhung reingemogelt.
Das bestärkt mich weiter darin, dieses System zu verlassen sobald es mir möglich ist.
Hauptsache die Renten gehen jedes Jahr um 5% hoch, alles andere kann man ja ausbluten lassen
Relaxometrie
16.11.2024, 15:12
Das bestärkt mich weiter darin, dieses System zu verlassen sobald es mir möglich ist.
Das Gesundheitssystem ist voller Mitarbeiter, die diese leere Drohung aussprechen und kann nur deswegen weiterbestehen, weil die meisten eben nicht gehen.
TaraTamm
16.11.2024, 15:47
Das Gesundheitssystem ist voller Mitarbeiter, die diese leere Drohung aussprechen und kann nur deswegen weiterbestehen, weil die meisten eben nicht gehen.
Das liegt denke ich daran, dass die meisten zu spät realisieren, was sie da eigentlich mit sich machen lassen. Bis sie dann überhaupt die Möglichkeit für einen komfortablen Absprung hätten, sind sie so in das System aufgesogen worden, dass sie gar nichts mehr anderes kennen und wollen.
Ich denke das wird mir nicht passieren.
Grundsatzabstimmung über Streik finde ich gut. Wenn das nicht gewünscht ist, ist den Mitgliedern auch nicht mehr zu helfen. Ich hoffe, dass der Rest der Kollegen sich dann auch solidarisch zeigt. Ich denke aber, dass der Grad der allgemeinen Unzufriedenheit hoch genug sein sollte.
Ausprobieren war tatsächlich auch nicht so gemeint dass man einfach mal so streiken sollte, aber in dem Sinne, dass man es in der aktuellen Situation einfach planen und probieren muss. Die Grundsbstimmung ist super um sich abzusichern und ich glaube, sie bringt mehr als pi mal Daumen von der Warnstreikbeteiligung (die vom Chef gesehen wird wenn nur wenige mitmachen) zu extrapolieren. Klar ist der Chef auch sauer wenn richtig gestreikt wird, aber es kann ein ganz anderes Momentum erreicht werden.
Quelle: https://www.marburger-bund.de/bundesverband/pressemitteilung/marburger-bund-beschliesst-urabstimmung-ueber-arbeitskampfmassnahmen
Gute Pressemitteilung übrigens. Sachlich. Mehr braucht es nicht, keiner guckt die Social Media Kanäle an.
Grundsatzabstimmung über Streik finde ich gut. Wenn das nicht gewünscht ist, ist den Mitgliedern auch nicht mehr zu helfen. Ich hoffe, dass der Rest der Kollegen sich dann auch solidarisch zeigt. Ich denke aber, dass der Grad der allgemeinen Unzufriedenheit hoch genug sein sollte.Verdi lässt sehr viel abstimmen und manchmal wundert man sich, wie die Mehrheit sich entschieden hat. Dann warten wir mal den nächsten Monat ab.
Qwert1133
17.11.2024, 10:27
Ja na endlich, guter move vom MB! Bin sehr gespannt was sich daraus entwickelt.
Salatsultan
17.11.2024, 11:44
Wieso bringst du denn jetzt eine dritte Person rein? Im allgemeinen finde die Kommunikation hier von Kommissionsmitgliedern höchst problematisch. Sie spielen sich auf, heulen rum, deuten an, sind herablassend, fischen nach Anerkennung usw. Selbstdarsteller*innen. Des Weiteren wurde ich, habe ich schon mehrmals geschrieben, von einer völlig spinnerten Person aus dem MB-Dunstkreis mehrmals bedrängt hier per PN meine Klardaten rauszurücken um meine Angelegenheit mit dem MB nachzugehen (!) und dann noch attackiert, als ich diese natürlich nicht rausgerückt habe. Eine Irre im Forum macht den MB nicht aus, aber die echten Kontakte (natürlich mit Klardaten) sind jetzt nicht bedrohend aber einfach so dumm. Den Verlauf meines Austritts und der Meetings haben ich hier geteilt Z. T. auch von der Streikmobilisierung bei der TdL Runde. Auf die Aktivitäten von Bösen folgt natürlich, dass ich hier keine konkreten Informationen geben werde.
Vielleicht weil du - so eine mögliche Interpretation - mein agieren hier in dem Forum kritisiert hast.
Es ist mir leider nie gut gelungen mein persönliches Wohlbefinden von dem Feedback und dem Austausch mit den Mitgliedern ausreichend zu entkoppeln. Das hinterläßt dann auch seine Spuren weil viel Herzblut, Leidenschaft und insbesondere auch Freizeit in mein Engagement geht. Vielleicht lässt sich das aus anderer Perspektive als Selbstdarstellung und Eigennutz interpretieren, mir ging und geht es immer um Verbesserungen für unseren Berufsstand und die medizinische Versorgung in Deutschland. Gerade im digitalen Austausch gerät Konstruktivität schnell unter Druck und man fällt in Angriff und Verteidigungsmuster - was am Ende auch niemandem hilft.
Ich hoffe mit der Urabstimmung und einem Streik zeigt sich die hohe Bereitschaft an den VKA Häusern. Gewerkschaft as a Service - dabei bleib ich - funktioniert nicht.
npspammer
17.11.2024, 12:59
gelöscht
Oberärzte haben bereits geringere Stundenlöhne als IGM-Ingenieure im Home Office...
Ist das so? Eine schneller Blick im Netz in den TV der IGM zeigte mir das jedenfalls nicht. Möglicherweise hab ich aber auch falsch geguckt.
Letztes Jahr bin ich noch als unzufriedener Meckerer aus'm MB ausgetreten. Nach einem Gespräch mit einem Mitglied vor Ort bin ich jetzt wieder ein- und der Tarifkommission in meiner Klinik beigetreten (Haustarifvertrag). Bin sehr gespannt, Verhandlungen starten in Kürze. Ich muss aber auch jetzt schon sagen, dass die Dinge offensichtlich nicht so einfach sind wie sie als "unbeteiligter Meckerer" erscheinen.
Wie hat er dich überzeugt und wie hast du den Fuß hineinbekommen? In unserem Landesverband gar nicht so einfach gewesen. Hoffentlich hast du deine Sichtweise von vor einem Jahr noch gut im Kopf und kannst Menschen mit ähnlicher Denkweise erreichen.
Vielleicht lässt sich das aus anderer Perspektive als Selbstdarstellung und Eigennutz interpretierenSo ist die Außenwirkung. Aber um dich persönlich gehts halt nicht.
Gerade im digitalen Austausch gerät Konstruktivität schnell unter Druck und man fällt in Angriff und Verteidigungsmuster - was am Ende auch niemandem hilft.Geht mir auch so.
amroamro
18.11.2024, 14:13
der Trend wird sich fortsetzen. RIP Arztberuf in Deutschland.[/QUOTE]
Ich beginne meine erste Stelle im Januar an nach meinem bestandenen Examen vor ein paar Tagen. Ich weis jetzt schon, dass ich nach dem Erlangen des Facharzt und der Erfahrung ins Ausland gehe. Problem gelöst. ! Arztberuf ist toll,wenn hier nicht gebessert wird gibt halt genug Möglichkeiten! Dann irgendwann merken sie dass man es doch ernst nimmt die Situation. Wenn ich schon von Kollegen aus den Emiraten höre, wie viel sie verdienen mit weniger Belastung!
https://www.vka.de/pressemitteilungen/2024-11-19-die-gewerkschaft-unterschlaegt-den-aerztinnen-und-aerzten-zentrale-informationen-zu-den-verhandlungen-vka-reagiert-auf-geplante-urabstimmung-des-marburger-bundes-2530
Absolute Frechheit. Vorbereitung auf Neiddebatte läuft bereits.
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