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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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ypb94
14.01.2025, 14:55
8% klingt ja jetzt erstmal nicht schlecht.

Uns hat die Geschäftsführung gestern mitgeteilt, dass leider, leider unser "an den Tarifvertrag nur angelehnter" Arbeitsvertrag maximal um 1,5 % steigen wird. Ohne Rückzahlung. Stark. Gilt der Vertrag bei 7 % Abweichung dann noch als angelehnt? ;-)

Hart.

Finde aber das Angebot auch überraschend okay. Im Vergleich zu den vorherigen Abschlüssen vor allem und auch im Vergleich zum Uniklinikvertrag ist das ziemlich gut. Spannend finde ich wie die Meinung der Kollegen ausfallen wird. Der MB hat sich ja nicht klar positioniert, was ich nachvollziehen kann.

anignu
14.01.2025, 18:52
Ich habs nachgerechnet und komme zu dem Ergebnis dass unter einer angenommenen Inflation von 2% pro Jahr für die nächsten 2 Jahre diese 8% ziemlich genau zu einem reinen brutto-Inflationsausgleich führen. ab 2020 gerechnet um bissl Vorlauf zu haben und die miesen Hoch-Inflationsjahre ausgleichen zu können. Also einfach eine Fortschreibung des Gehalts auf Basis der Inflation. Netto wird es dann mit höheren Sozialabgaben weniger sein...
Und die Laufzeit sind 30 Monate! Ja sind die denn wahnsinnig? Das heißt, dass der Marburger Bund innerhalb von 30 Monaten keine Verbesserungen der Arbeitsbedingungen mehr verhandeln kann. Respekt, Arbeitgeber, respekt.

Und ich persönlich bin ungefähr maßlos enttäuscht. Ich hatte gehofft dass es irgendwann mal nach Jahrzehnten, in denen es nur um Schicht- und Bereitschaftsdienst ging, endlich mal auch um den Rufdienst ging. Aber die sind sich sogar zu schade in der Mitgliederinformation reinzuschreiben dass sie die Erhöhung der Rufdienstpauschalen auf dem Basar komplett geopfert haben. Einfach totschweigen und der Hoffnung dass es keiner merkt.
Jetzt isses in unserer Klinik eh schon so dass es schwierig ist die Oberärzte zu einem Streik zu bewegen. Für mich opfert der MB wieder mal die Oberärzte um für die In-House-Dienste die Bedingungen minimal zu verbessern. Und damit wird die Unterstützung in Zukunft sicherlich nicht besser.

Vielleicht beruhige ich mich die nächsten Tage wieder, heute muss ich sagen: der MB kann mich mal und ich lehne die Tarifeinigung entschieden ab!

Robster72
14.01.2025, 19:24
Ich habs nachgerechnet und komme zu dem Ergebnis dass unter einer angenommenen Inflation von 2% pro Jahr für die nächsten 2 Jahre diese 8% ziemlich genau zu einem reinen brutto-Inflationsausgleich führen. ab 2020 gerechnet um bissl Vorlauf zu haben und die miesen Hoch-Inflationsjahre ausgleichen zu können. Also einfach eine Fortschreibung des Gehalts auf Basis der Inflation. Netto wird es dann mit höheren Sozialabgaben weniger sein...
Und die Laufzeit sind 30 Monate! Ja sind die denn wahnsinnig? Das heißt, dass der Marburger Bund innerhalb von 30 Monaten keine Verbesserungen der Arbeitsbedingungen mehr verhandeln kann. Respekt, Arbeitgeber, respekt.

Und ich persönlich bin ungefähr maßlos enttäuscht. Ich hatte gehofft dass es irgendwann mal nach Jahrzehnten, in denen es nur um Schicht- und Bereitschaftsdienst ging, endlich mal auch um den Rufdienst ging. Aber die sind sich sogar zu schade in der Mitgliederinformation reinzuschreiben dass sie die Erhöhung der Rufdienstpauschalen auf dem Basar komplett geopfert haben. Einfach totschweigen und der Hoffnung dass es keiner merkt.
Jetzt isses in unserer Klinik eh schon so dass es schwierig ist die Oberärzte zu einem Streik zu bewegen. Für mich opfert der MB wieder mal die Oberärzte um für die In-House-Dienste die Bedingungen minimal zu verbessern. Und damit wird die Unterstützung in Zukunft sicherlich nicht besser.

Vielleicht beruhige ich mich die nächsten Tage wieder, heute muss ich sagen: der MB kann mich mal und ich lehne die Tarifeinigung entschieden ab!

Jap, einer spricht es aus. Ich sehe das genau wie du. Klingt alles nur schön, gemessen an der Realität da draußen aber gerade mal ein "Glattbügeln". Natürlich sind am Ende (einer ewig langen Staffelung!) 8% mehr Gehalt drauf. Aber vergesst bitte die Dauer der Staffelung und die entsprechende Inflation nicht. Wenn ich mir ansehe, was meine Kollegen da draußen als Nicht-Mediziner automatisch jährlich "hinzugewinnen" ohne irgendeine Art von Verhandlung, stellen sich mir die Haare im Nacken auf.

Das Einzige, was hier selbstverständlich ist, ist, dass gar nichts mehr selbstverständlich ist. Wir Ärzte lassen uns an der Nase herumführen und denken dann noch, dass es gut läuft. Unser Nettolohn sollte steigen, das Angebot aktuell ist nur ein Ausgleich. Für das was wir leisten, sollte mehr Geld gezahlt werden - insbesondere im Vergleich mit anderen Berufsgruppen!

Wach werden bitte und dieses Angebot entschieden ablehnen!

Dooly
14.01.2025, 21:06
Der MB hat vieles richtig gemacht und bleibt dennoch im vorhersagbarem Rahmen. Für meine Erwartungen sogar erneut etwas darüber hinaus. Mit den Urabstimmungen, Warnstreik und Streik hat er etwas mehr Dynamik reingebracht und hat scheinbar etwas mehr Mitglieder einbezogen. Vor Verdi fertig zu werden ist smart.


Aus der Pressemitteilung des VKA:
"Demnach erhalten die Krankenhäuser über den Landesbasisfallwert in 2025 maximal +4,41 Prozent mehr Geld. Das müssen wir bei den Verhandlungen zwingend berücksichtigen (...) "

Damit ist also die Grenze nach oben zementiert. Bin gespannt, ob das auf '24 und '25 mit jew. +2% verteilt wird.

https://www.vka.de/pressemitteilungen/2024-10-16-tarifverhandlungen-fuer-aerztinnen-und-aerzte-an-kommunalen-krankenhaeusern-zaehes-ringen-in-der-vierten-verhandlungsrunde-2485


Das passt ca. mit der vom MB vorgegebene Grenze (im Rahmen des TdL Abschluss) zusammen. Vor dem Hintergrund würde man bis zum ersten halben Jahr 2026 ca. 6 % erwarten. Wenn man dann jedes Jahr, rückwirkend zum 01.07.2024 2 % bekäme wäre das den Umständen entsprechend ok.
Ich bin etwas enttäuscht, dass es nun wahrscheinlich durch ist. Und gleichzeitig auch etwas beruhigt, dass der TdL Abschluss 2022 wirklich mit Abstand der schlechteste Abschluss der letzten Zeit war. So was hat sich bisher noch nicht wiederholt.

Spektralleuchte
14.01.2025, 21:16
I
Jetzt isses in unserer Klinik eh schon so dass es schwierig ist die Oberärzte zu einem Streik zu bewegen. Für mich opfert der MB wieder mal die Oberärzte um für die In-House-Dienste die Bedingungen minimal zu verbessern.

Genau da liegt der Hund ja begraben.. Kenne dein Klientel und mach Politik für deine Kundschaft. In meiner Klinik/Abteilung isses mit den OÄ ähnlich. Von den wenigsten der OÄ (und dementsprechend hauptsächlich Rufbereitschaftleistenden) würde ich meinen, dass sie Mitglied beim MB sind. Dementsprechend zahlen sie auch keine Beiträge. Da ist die Quote der AÄ deutlich höher. Ich finde es ehrlich gesagt nicht verwunderlich, dass die Interessen der Nicht-Mitglieder als erstes "fallen", insb. wenn das tendentiell auch die deutlich teureren Stellschrauben sind....

Das Angebot selbst finde ich gleichermaßen enttäuschend und besser als erwartet.. naja. Die lange Laufzeit finde ich auch das störenste tatsächlich...

anignu
14.01.2025, 21:19
Bist du jetzt der MB Fan-Boy oder wie?

Dooly
14.01.2025, 21:23
Das Angebot selbst finde ich gleichermaßen enttäuschend und besser als erwartet..Schön gesagt. So gings mir die letzten Male auch, nur dieses Mal überwiegt das besser als erwartet verhältnismäßig deutlich.

Züschata
14.01.2025, 21:37
Sehe es auch sehr ambivalent. Dieses Gefasele mit 8% nervt aber total. Jetzt 4% finde ich okay, aber dann hätte ich weitere 4% im Sommer erwartet. Warum nicht trotzdem einfach mal streiken?

Dooly
14.01.2025, 22:04
Wenn man streikt muss man auf jeden Fall eine Änderung zu dem Angebot vor dem Streik raushandeln, sonst macht man sich doch lächerlich. Wenn man als Gewerkschaft das Angebot als das beste, was zu holen ist, einordnet, muss man den Streik aussetzen. Es kann sonst nur schlechter werden.

Kackbratze
15.01.2025, 07:22
Wenn man als Gewerkschaft das Angebot als das beste, was zu holen ist, einordnet, muss man den Streik aussetzen. Es kann sonst nur schlechter werden.

Also weiter weniger Geld auf dem Konto unter Berücksichtigung der realen Inflation während Beamte und andere Branchen lachend an einem Vorbeiziehen.
DAS ist ein Grund sich zu freuen, weil es ja noch schlechter hätte kommen können.

Die Implosion wird kommen.

Dooly
15.01.2025, 11:47
Der MB erfüllt nur die Erwartung, etwas ist er über meine Erwartung hinaus, aber ich freu mich nicht. Ich empfinde da gar nichts. Andere haben anscheinend mehr erwartet. Das wundert mich. Wegen der Urabstimmung oder weshalb?

Züschata
15.01.2025, 19:06
Wenn man streikt muss man auf jeden Fall eine Änderung zu dem Angebot vor dem Streik raushandeln, sonst macht man sich doch lächerlich. Wenn man als Gewerkschaft das Angebot als das beste, was zu holen ist, einordnet, muss man den Streik aussetzen. Es kann sonst nur schlechter werden.

Also durch Streik wird das Angebot sicher nicht schlechter, sondern potenziell besser. Es geht um Verhandlungsführung. Natürlich würde man nicht streiken, wenn es nicht besser werden könnte. Es wäre sicherlich besser gegangen, mindestens mal die Steigerungsschritte zeitlich vorzuverlegen. Dieses „wir glauben, besser gehts nicht“ ist doch einfach nur ein Statement um die Akzeptanz der Mitglieder zu erwirken. Wenn sie aber tatsächlich daran glauben sollten, dann kommuniziert man solche selbstlimitierenden Glaubenssätze nicht nach außen.

Dooly
15.01.2025, 21:48
Du hast in allem prinzipiell recht. Natürlich geht sehr vieles sehr viel besser. Aber der MB ist nicht Laien-Larry, der einfach verpeilt alles irgendwie random kacke macht. „Warum nicht trotzdem einfach mal streiken?“ „Weil der MB so entschieden hat.“ Na ja haltet uns doch mal gern aufm Laufenden wie die zweite Urabstimmung läuft.

SineNomine
16.01.2025, 06:44
das Problem ist ja, für die GKV-Versicherten höhere Beiträge, CO2-Steuer schlägt für viele durch, da wir nicht den HomeOffice-Sessel wärmen können. Ein reales Einkommensplus ist bei genannten Beträgen nicht drin, am Ende wird es trotz Lohnplus ein geringes Minus in den Finanzen vieler geben.

Qwert1133
16.01.2025, 13:00
Es gibt in unserem TV einfach zu viele Dinge, die grundsätzlich reformiert werden müssen, damit unsere Arbeitsbedingungen und Entlohnung im 21. Jhd ankommen. Wenn das aber passieren soll ist ein ordentlicher Arbeitskampf unausweichlich.

Beispiele gibt ja genug: Die wirklich absurd schlecht bezahlten Rufdienst, dass überhaupt noch zwischen Bereitschaft und Vollarbeit unterschieben wird, die 40h Woche, Bonuszahlungen sind nicht vorgesehen, Überstunden werden immer noch nicht regelmäßig bezahlt (Hallo Direktionsrecht!!!), die zusätzlichen Herausforderungen und Gesundheitseinschränkungen von SD werden auch mit der Erhöhung auf 300€ in keinster Weise abgegolten, Zeitzuschläge für SD/ND sind immernoch ein Tropfen auf dem heißen Stein in Anbetracht der sinkenden Lebensqualität.

Insofern beneide ich die Kollegen an den kommunalen Häusern, dass sie die einmalige Chance haben, über diesen TV, der nur den Status Quo für weitere 30 Monate festschreiben soll, abzustimmen.

Mein Blick auf die Zukunft: unser Gesundheitssystem wird sich nur durch Leistungskürzungen stabilisieren lassen - insbesondere muss die sinnlose Überversorgung im letzten Lebensjahr aufhören. Aber bevor die Politik sich zu einem solchen Schritt bewegt, wird mit Gewalt versucht die Ärztegehälter einzufrieren. Ohne Streiks wird es schon alleine deswegen nicht weitergehen. Sinnvoll wäre sicher jetzt für echte Veränderungen zu kämpfen um nicht bald wie die Ärzte in UK die vergangenen 15 Jahre mit Streiks aufholen zu müssen.

Dooly
16.01.2025, 16:22
33695Heute Abend gibt es wohl ein Netzwerktreffen. Auf www.vka-tarifrunde.de (http://www.vka-tarifrunde.de) Homepage gibt zwar wie immer keine näheren Details aber vielleicht schafft es trotzdem noch jemand in das Meeting und will berichten.

h3nni
16.01.2025, 17:12
Vielleicht schafft es auch jemand ins Meeting und berichtet nur das, was am Ende publik wird. Halbwegs interne Informationen nach außen zu tragen finde ich strategisch ungeschickt. Zumal ja auch hier nicht alle direkt betroffen sind, weder VKA-arbeitend noch Mitglieder des MB sind.

Dooly
16.01.2025, 18:06
Was denkst du denn, was in so einem Rahmen für „halbwegs interne Informationenn“ mitgeteilt werden? Warst du noch nie auf einem Netzwerktreffen?

anignu
16.01.2025, 19:29
Aus dem Netzwerktreffen hab ich persönlich mitgenommen: das Thema "Rufdienst" ist denen zu komplex um es anzugehen.

Dooly
17.01.2025, 14:26
Urabstimmung startet schon nächste Woche Dienstag, falls jemand mitmachen möchte.