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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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Dooly
12.03.2022, 09:15
Daher boten wir sogar an, im Rahmen einer Zwischenlösung eine steuerbegünstigte Einmalzahlung (im Sinne einer Corona Sonderzahlung) zu tarifieren, um anschließend mit der notwendigen Sorgfalt strittige Details klären zu können. Hintergrund: Aufgrund der geltenden Gesetzeslage ist die steuer- und sozialversicherungsfreie Gewährung einer solchen Prämie („brutto wie netto“) nur bis Ende März 2022 möglich. Doch selbst über diese goldene Brücke wollten sich die Arbeitgeber nicht bewegen.Danke fürs Posten Anne! Hab mich schon gewundert, dass dieser Scheiß Bonus doch Thema ist. Was soll „tarifieren“ der Einmalzahlung bedeuten?
Ich hab mich mal in meinem Bekanntenkreis aus meinem Semester (wir haben erst das letzte Examen gehabt) umgehört, da besteht eher kein Interesse am Streik. Allerdings war auch zufällig niemand von nem kommunalen Haus dabei. Glaub man kann da eher noch die Studis mobilisieren, als mein phlegmatisches Semester. :/

Kandra
12.03.2022, 09:31
Ich arbeite ja leider an einem kirchlichen Haus, deshalb kein Streikrecht. Im Haus arbeiten an diesem Tag genau 2 Kollegen nicht, wobei wenn ich mir aktuell unsere Ausfallquote ansehe, gehe ich davon aus, dass auch diese beiden wahrscheinlich einspringen müssen.
Ich könnte versuchen meine Termine an dem Tag zu verschieben und dann FZA zu nehmen. Aber alleine von München nach Frankfurt zu fahren dafür :-nix Gäbe es eine Veranstaltung in München wäre ich auf jeden Fall dabei.

Feuerblick
12.03.2022, 09:43
Zu meiner Unizeit war der Marburger Bund sehr präsent, ich wurde schon im ersten Semester „angeworben“. Und auch in meiner Klinikzeit (andere Uni, anderes Bundesland) standen die regelmäßigen vor der Mensa. Genauso wie der Hartmannbund. Medi-Learn hab ich in der Vorklinik auch viel gesehen, später in der Klinik dann nicht mehr wirklich.

Ich hab am 31.3. ITS Dienst und bin schon die Notlösungs-Aushilfe, da werde ich wohl nicht wegkommen…
War hier damals ähnlich.

ABER: Der MB war niemals an den Kliniken, an denen ich tätig war, präsent. Als wäre es mit der Mitgliederrekrutierung getan. Ich würde von einer „Gewerkschaft“ definitiv eine Präsenz in den Kliniken erwarten. Als Ansprechpartner, als Werbung, zur Rekrutierung. Da habe ich niemanden gesehen.

Pflaume
12.03.2022, 09:44
Ich arbeite weder in einem kommunalen Haus noch bin ich im Marburger Bund, aber 31.3. habe ich frei und bin in Hessen. Ich will auf jeden Fall mit demonstrieren, nach Jahren mal wieder.

Endoplasmatisches Reticulum
12.03.2022, 10:21
Ich bin gespannt, was das wird. In meinen bisherigen Abteilungen wären Streiks allesamt völlig undenkbar gewesen. Da wurden Leute für deutlich weniger "Schlimme vergehen" ausgetauscht und die Hospitanten standen unabhängig von der Stellensituation allwöchentlich in der Türschwelle. Aber ich sitze auch in der üblen Großstadtblase.

Ich würde mir wünschen, dass es etwas bringt. Ein eintägiger Warnstreik wird in der VKA aber kaum ein Umdenken erzeugen. Und ob der Marburger Bund dann den nächsten Schritt geht und einen Vollstreik ausruft? Hmm.

Schaut man sich die bisherigen Verhandlungen an, muss man auch eine gewisse Verschleppung befürchten. Die Verhandlungen laufen so schnell wie eine tote Schildkröte. Bei Tariflaufzeiten von vielleicht 2 Jahren ist nach einem halben Jahr noch kein Ende in Sicht. Selbst wenn es dann irgendwann Eingeständnisse geben sollte, wären die in der kollektiven Wahrnehmung am Ende so "frisch", dass man in der dann quasi schon wieder nahenden nächsten Tarifrunde garantiert die "Ihr habt doch gerade erst"-Keule auspacken wird. Da muss man dann aufpassen, dass man echte Innovation durchsetzt und nicht irgendwann aus Kriegsmüdigkeit heraus hinnimmt, dass vorverlegtes Potential der nächsten Runde diese Tarifrunde aushöhlt.

freak1
12.03.2022, 10:50
Ne so ein Warnstreik muss wehtun. 2 Wochen am Stück, damit alle lukrativen Elektivpunkte abgesagt werden müssen. DAS tut weh. Einen einzelnen Tag lässt man einfach durch die Dienstmannschaft auffangen - passt schon.

Endoplasmatisches Reticulum
12.03.2022, 11:40
Dann ist es kein Warnstreik sondern ein Streik. ;)
Ich sag ja, wir bewegen uns im Schneckentempo ...

Das Gebaren der VKA rechtfertigt sowas von eine stärkere Eskalation als einen Tag Plakate hochhalten und zum Großteil vermutlich dafür extra ins ins Frei getauscht haben, damit es die Arbeitgeber nichtmal spüren oder zumindest persönliche Konsequenzen vermieden werden. Traurig, aber verdenken kann ich das niemandem.

Mukopolysaccharid
12.03.2022, 12:18
War hier damals ähnlich.

ABER: Der MB war niemals an den Kliniken, an denen ich tätig war, präsent. Als wäre es mit der Mitgliederrekrutierung getan. Ich würde von einer „Gewerkschaft“ definitiv eine Präsenz in den Kliniken erwarten. Als Ansprechpartner, als Werbung, zur Rekrutierung. Da habe ich niemanden gesehen.

Absolut
Im Studium siehst du die oft, aber die jungen Ärzte gehen ja auch überall hin, dann verläuft sich das. Bei mir in der Abteilung sind deutlich mehr ausländische Ärzte als Deutsche (nicht hier studiert). Die kennen den MB nicht. Und ich denke gerade an VKA Häusern sind viele, denen man da ein bisschen Informationen schuldet.

Schade dass die Studenten scheinbar so eingeschlafen sind … müssen wir uns Hilfe holen von Fridays FF


Wahrscheinlich erscheint zu unserem Streik niemand, weil die Bahn streikt und die Kita streikt. Erbärmlich.

Autolyse
12.03.2022, 18:04
Ne so ein Warnstreik muss wehtun. 2 Wochen am Stück, damit alle lukrativen Elektivpunkte abgesagt werden müssen. DAS tut weh. Einen einzelnen Tag lässt man einfach durch die Dienstmannschaft auffangen - passt schon.
Ich arbeite im Dreischichtsystem im Intensivbereich. Da ist Regelbesetzung=Dienstbesetzung und letztere ist der Maßstab der Notdienstvereinbarung (hoffentlich lässt man sich nicht so über den Tisch ziehen wie verdi beim TVöD, da war der Notdienst sogar umfangreicher als die sonstige regelhafte Dienstmannschaft...).

Pflaume
12.03.2022, 18:05
Bei den Kliniken, in die ich Einblick habe, frage ich mich im Bereich der Inneren, wer da überhaupt streiken sollte. Offiziell muß ja eine "Notfallversorgung" aufrechterhalten werden. Da arbeiten aber inzwischen schon regulär so wenig Ärzte, dass quasi sowieso täglich nur noch Feuer gelöscht werden dort, wo es gerade am meisten brennt.

SineNomine
14.03.2022, 21:37
Das traurige ist, das Thema ist irgendwie auch nirgends lanciert oder präsent... in google News finde ich zu
"marburger bund" Tarufverhandlungen (und damit ist ja nicht nur VKA gemeint, sondern alle anderen) - 1.270 Ergebnisse
"marburger bund" lockerungen (also Corona-Regeln) - 1.770 Ergebnisse

auch in den mainstream-medien waren die Pfleger ein Jahr lang dauerpräsent, die Ärzte... null. Das liegt sicher nicht nur am Marburger Bund, aber die Pflege hat es einfach besser verstanden, Lobbydruck aufzubauen. Vielleicht haben sich letztlich sogar die Ärztevertreter so sehr für die Pflege eingesetzt, dass man es verpasst hat, auch die Ärzte mit in die Öffentlichkeit zu bringen. Schwierige Kiste

Dooly
14.03.2022, 22:26
Ärztliches Personal wird als privilegierte Gruppe niemals dieselbe „Unterstützung“ (ist doch eh nur Gelaber) der Öffentlichkeit bekommen, wie z. B. die Pflege. Doc Caro hat bei Insta mal einen Beitrag über die Wertschätzung von Ärzt:innen gepostet und sinngemäß geschrieben, dass es an dieser Stelle mal nur um die Ärzt:innen gehen soll.
In den hunderten Kommentaren geht es meistens um „und die x erst“. Für x kann man sämtliche andere Berufe einsetzen, die als wenig privilegiert gesehen werden. Vom Rettungsdienst bis zum Küchenpersonal, da empört man sich gerne mit.
Ich glaube, es ist unsinnig sehr viel Verständnis von der Gesellschaft zu erwarten und ich frage mich, ob man das überhaupt braucht? Für die Unterstützung von Lufthansa hatte auch niemand Verständnis aber es war eben auch egal. Hauptsache die Message kommt beim VKA an.

SineNomine
15.03.2022, 11:02
Ärztliches Personal wird als privilegierte Gruppe niemals dieselbe „Unterstützung“ (ist doch eh nur Gelaber) der Öffentlichkeit bekommen, wie z. B. die Pflege. Doc Caro hat bei Insta mal einen Beitrag über die Wertschätzung von Ärzt:innen gepostet und sinngemäß geschrieben, dass es an dieser Stelle mal nur um die Ärzt:innen gehen soll.
In den hunderten Kommentaren geht es meistens um „und die x erst“. Für x kann man sämtliche andere Berufe einsetzen, die als wenig privilegiert gesehen werden. Vom Rettungsdienst bis zum Küchenpersonal, da empört man sich gerne mit.
Ich glaube, es ist unsinnig sehr viel Verständnis von der Gesellschaft zu erwarten und ich frage mich, ob man das überhaupt braucht? Für die Unterstützung von Lufthansa hatte auch niemand Verständnis aber es war eben auch egal. Hauptsache die Message kommt beim VKA an.

Piloten streiken aber auch so, dass die Arbeitgeber es spüren ... entweder durch Flugausfälle, wenn regulär gestreikt werden kann, wenn das nicht möglich ist, wird sich z.B. kollektiv krank gemeldet, damit das System implodiert ( z.B. https://rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/go-sick-aktion-200-air-berlin-piloten-melden-sich-gleichzeitig-krank_aid-17975391 ). Gleiches gilt für Bahnpersonal und ähnliches. Ich denke, Arbeitskampfaktionen, die den Arbeitgeber finanziell nicht tangieren und in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, haben auch wenig Wirkung.

SineNomine
15.03.2022, 11:18
PS: Bei der Zahl an ausländischen Ärzten und nicht MB-Mitgliedern wäre es denk ich auch unglaublich wichtig zu kommunizieren, dass man auch als Nicht-Mitglied streiken kann (nur eben ohne Ausgleich aus Gewerkschaftskasse). Denke, das wissen ganz viele nicht.

Miss_H
15.03.2022, 17:21
Ich denke die meisten Leute ignorieren Mails oder haben sie abbestellt. Wie wäre es denn wenn jedes Mitglied Flyer zugeschickt bekommt, die man dann auch noch in der Klinik aufhängen könnte?! Ich habe außerdem vom Forum noch gar nichts gehört....

Endoplasmatisches Reticulum
15.03.2022, 17:31
Man google "marburger bund warnstreik 2022" und findet 1 (in Worten: EIN) passendes Ergebnis, vom Ärzteblatt. Nichtmal vom Marburger Bund. Und selbst die MB-Website ist sehr verhalten, da gibt es einen einzigen traurigen News-Eintrag, der vage von unterminierten Vorbereitungen spricht.

Ich kenne Stadtstreicher mit höherem Bekanntheitsgrad.

Moorhühnchen
15.03.2022, 17:33
Ich denke die meisten Leute ignorieren Mails oder haben sie abbestellt. Wie wäre es denn wenn jedes Mitglied Flyer zugeschickt bekommt, die man dann auch noch in der Klinik aufhängen könnte?! Ich habe außerdem vom Forum noch gar nichts gehört....
Also ich hab bisher noch keine Mail vom MB bezüglich Streik bekommen... :-nix
Oder bekommt man diese Warnstreikaufrufe nur, wenn man an einer kommunalen Klinik arbeitet?

So wird das wohl eher nix.

Miss_H
15.03.2022, 17:41
Also ich hab bisher noch keine Mail vom MB bezüglich Streik bekommen... :-nix


Ich melde mich grundsätzlich von Newslettern ab. Bekomme die MB Zeitung.
Bisschen mehr Infos wären schon gut. Würde wohl auch die Teilnahmezahlen erhöhen.
Aber am Ende kann man dann sagen "unsere Mitglieder engagieren sich auch einfach nicht".

Endoplasmatisches Reticulum
15.03.2022, 17:50
1. Keine Information bekommen, und sonst landen alle möglichen MB-Infos in meinem Postfach.
2. Ich kann gezielt im Internet suchen und finde dazu nichts. Gar nichts.

Nach dem Gebahren der VKA hätten wir mehr als genug Grund für einen knallharten zweiwöchigen Generalstreik mit medialem Getöse über alle denkbaren und undenkbaren Kommunikationsrohre. Was wir anscheinend bekommen werden, ist ein eintägiger Rohrkrepierer, von dessen bloßer Existenz man selbst 2 Wochen im Vorfeld nur über Insider überhaupt wissen kann. Ganz großes Kino.

Kandra
15.03.2022, 18:02
Ich verstehs auch nicht und hoffe das in den kommunalen Häusern mehr passiert und ich das am kirchlichen Haus nur nicht mitbekomme.