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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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ThomAl
28.03.2022, 22:49
Mit Dissen hat das gar nichts zu tun. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass bei Kritik hier oft reflexartig ein mangelndes Engagement insinuiert wird. Das ist müßig. Läuft das bei den anderen Gewerkschaften auch so? Wohl kaum.

Und aus meiner Sicht war die Inflation letztes Jahr nicht nur absehbar, sondern schon gegenwärtig! Natürlich ist sie jetzt noch höher als erwartet, aber 5.x% als Maximalforderung war und ist ein No-Go und wenn man es nicht besser wissen würde, könnte man hier durchaus vermuten, dass nicht die ureigenen, sondern auch anderweitige Interessen berücksichtigt wurden. Ganz unabhängig davon kennt jetzt aber jeder die tatsächliche Inflation und natürlich müssen die Forderungen das aktuelle Geschehen widerspiegeln!

DrArzt
29.03.2022, 09:14
Ich finde es echt traurig, dass wir eine solch schwache Vertretung präsentieren.
Noch trauriger ist, dass engagierte Kollegen (dennoch danke an euch) die mMn berechtigten Kommentare und Meinungen zu den schwachsinnigen Forderungen und der dilettantischen Ausführung einer Verhandlungsrunde des MB als "Diss" abtun.

Die Inflation ist Fakt.
Die Pandemie ist Fakt.
Die Pflege bekommt teilweise zweistellige Erhöhungen durchgesetzt?

Tut mir leid für euch Gutmenschen, aber die Pandemie ist quasi der Super-GAU der medizinischen Welt.
Wenn unter diesen extremen Bedingungen solche Mindestforderungen durchgesetzt werden sollten, ist dies ein absolutes Armutszeugnis.

Die Pflege ist nämlich nichts ohne meine Kollegen und mich, die ärztlicherseits genauso belastet und exponiert waren!

Endoplasmatisches Reticulum
29.03.2022, 10:04
Wenn unter diesen extremen Bedingungen solche Mindestforderungen durchgesetzt werden sollten, ist dies ein absolutes Armutszeugnis.
Es setzt eine üble Präzedenz. Als ob die Arbeitgeber in der Zukunft aus Herzensgüte kompromissbereiter sein werden, nachdem sie mit eigenen Augen gesehen haben, wie viel Schächtungspuffer bei uns in der Ärzteschaft selbst nach zwei Jahren Covid anscheinend immer noch besteht ...

SineNomine
30.03.2022, 09:54
Prognostizierte Inflationsrate 2022 6%.
Arbeitgebervorschlag über 3 Jahre gemittelt ca. 1% pro Jahr und eine Einmalzahlung.

"Als Dank für Ihre Bemühungen im Rahmen der Corona-Pandemie erlauben wir uns, Ihnen eine Reallohnkürzung um 5% vorzuschlagen. Mit dem verbliebenen Geld, dass sie versteuern dürfen Sie freundlicherweise die HomeOffice-Pauschale jener bezahlen, die jetzt auch keine gestiegenen Arbeitswegekosten haben"

Aber wenn die Gewerkschaft selbst halt schon mit der Forderung nach einer Reallohnsenkung einsteigt ... :D

dissection
30.03.2022, 12:48
Prognostizierte Inflationsrate 2022 6%.
Arbeitgebervorschlag über 3 Jahre gemittelt ca. 1% pro Jahr und eine Einmalzahlung.

"Als Dank für Ihre Bemühungen im Rahmen der Corona-Pandemie erlauben wir uns, Ihnen eine Reallohnkürzung um 5% vorzuschlagen. Mit dem verbliebenen Geld, dass sie versteuern dürfen Sie freundlicherweise die HomeOffice-Pauschale jener bezahlen, die jetzt auch keine gestiegenen Arbeitswegekosten haben"

Aber wenn die Gewerkschaft selbst halt schon mit der Forderung nach einer Reallohnsenkung einsteigt ... :D

großartig das zu lesen während man aufgrund einer hohen omikron-viruslast von intensivstation mal wieder mit hustenanfällen und schwindel zuhause vegetiert (das zweite mal innerhalb der letzten 2 jahre). wir brauchen wirklich dringend eine reformation des berufsbildes und unserer vertretung :/
mich betreffen die aktuellen vka-verhandlungen nicht unmittelbar, aber die tvä-verhandlungen für die unikliniken werden dieser präzedenz natürlich folgen.

Bonnerin
30.03.2022, 12:53
großartig das zu lesen während man aufgrund einer hohen omikron-viruslast von intensivstation mal wieder mit hustenanfällen und schwindel zuhause vegetiert (das zweite mal innerhalb der letzten 2 jahre). wir brauchen wirklich dringend eine reformation des berufsbildes und unserer vertretung :/

Wir brauchen halt keine Warnstreiks mehr, sondern einen Generalstreik, wie damals in den 2000ern. Sonst wird sich hier gar nix ändern in Deutschland. Die Medien sind ja kollektiv gegen uns als Ärzt:innen, da müssen es halt wirklich drastische Maßnahmen sein, damit mal ins Licht gerückt wird, wie die Situation an den KH ist. Der MB weiß das eigentlich auch, das Stimmungsbarometer der stationär tätigen Kolleg:innen ist ja mehr als gruselig. Aber nee, wir fordern weiter 1% mehr Lohn, passt schon.

Immerhin kann man die Mitgliedschaftskosten ja problemlos von der Steuer absetzen.

Gute Besserung, btw!

Shaman23
30.03.2022, 15:46
Schade dass ich jetzt in Probezeit bin... Ich möchte streiken aber ich glaube nicht dass viele in meiner Abteilung streiken werden. es wäre auffällig wenn ich jetzt alleine streike. Hat jemand hier das gleiche Problem?

Tukan
30.03.2022, 18:35
Liebe Kolleg_innen,
Ich arbeite als AA an einem kommunalen Krankenhaus. Wir haben einen Haustarifvertrag angelehnt an den MB-Tarifvertrag. Ich habe kurz nach Ankündigung des Streiks eine Email bekommen vom MB, dass wir kein Streikrecht hätten, da unser Haus nicht Mitglied im Verband kommunaler Krankenhäuser sei. Das kommt mir sehr Spanisch vor. Wie kann man als Gewerkschaftsmitglied kein Streikrecht haben?
Was meint ihr dazu?

Tukan
30.03.2022, 18:40
Zitat:
„ Obwohl auch Ihr Arbeitgeber den TV-Ärzte/VKA anwendet, sind Sie nicht unmittelbar streikberechtigt, weil Ihr Arbeitgeber nicht Mitglied im kommunalen Arbeitgeberverband ist. Das heißt, Sie dürfen die Arbeit am 31.03.2022 nicht niederlegen.“

SineNomine
30.03.2022, 19:39
Schade dass ich jetzt in Probezeit bin... Ich möchte streiken aber ich glaube nicht dass viele in meiner Abteilung streiken werden. es wäre auffällig wenn ich jetzt alleine streike. Hat jemand hier das gleiche Problem?

Hier streiken schon einige - aber es ist schade, dass es kein richtiger Streik wird. Habe nicht das Gefühl, dass das ausreichend ist.
Da fordert der Marburger Bund schon einen Reallohnverlust, und nicht mal auf eine moderate Reallohnkürzung lassen sich die Arbeitgeber ein..

Nefazodon
30.03.2022, 20:12
Liebe Kolleg_innen,
Ich arbeite als AA an einem kommunalen Krankenhaus. Wir haben einen Haustarifvertrag angelehnt an den MB-Tarifvertrag. Ich habe kurz nach Ankündigung des Streiks eine Email bekommen vom MB, dass wir kein Streikrecht hätten, da unser Haus nicht Mitglied im Verband kommunaler Krankenhäuser sei. Das kommt mir sehr Spanisch vor. Wie kann man als Gewerkschaftsmitglied kein Streikrecht haben?
Was meint ihr dazu?

@Tukan: Es ist doch eigentlich gaz einfach: Dein Arbeitgeber der NICHT der VKA ist, bzw. nicht Mitglied im VKA kann doch nix dafür, dass die sich in den Verhandlungen so schädlich verhalten und den Ärzten gar nichts gönnen. Da dein Arbeitgeber nichts dafür kann, darfst Du ihn auch nicht mit einem Streik schädigen.

Bestreikt wird nur der VKA. Wer die Abschlüsse sonst noch übernimmt und was daraus folgt, steht auf einem anderen Blatt.

abcd
30.03.2022, 20:30
Wobei in der Streikfibel (https://www.marburger-bund.de/sites/default/files/2019-03/Streikleitfaden_2013-02_inkl-Einleger.pdf)des MB folgendes zu lesen ist:
Streikberechtigt ist jeder Arbeitnehmer, der vom Geltungsbereich des Tarifvertrages erfasst wird (ich vermute mal das Haustarifverträge in Anlehnung an... nicht dazuzählen)

So ganz klar ist mir das aber auch nicht.

Nefazodon
30.03.2022, 20:34
@abcd: aber wenn Verträge an den Tarifvertrag angelehnt sind, sind sie eben nicht direkt im Geltungsbereich.

Was kann Arbeitgeber xy dafür wenn der VKA sich querstellt?

abcd
30.03.2022, 20:57
Ich glaube, wir haben uns missverstanden.

Tukan schreibt von an TV-Ä angelehnten Vertrag (ich habe daher erwartet - kein Streikrecht) in der Begründung vom MB an ihn steht aber, dass sein AG nicht Mitglied im VKA sei und er daher nicht streiken dürfe. Kann ich auch verstehen, widerspricht aber der Streikfibel (oder ich habe etwas überlesen oder missverstanden)

In der Streikfibel des MB steht bei Streikrecht nicht, dass der AG Mitglied im VKA sein muss, sondern dass der Arbeitnehmer einen entsprechenden Tarifvertrag haben muss und vom Streik profitiert.
Das würde bei mir bedeuten, dass ich meinen nicht VKA Arbeitgeber bestreiken dürfte, da ich nach Tarifvertrag angestellt bin.

Mir ging es um die gegensätzlichen Aussagen

Tukan
30.03.2022, 21:05
Ich konkretisiere es einmal, nachdem ich den Haustarifvertrag rausgesucht habe. Geschrieben steht klar, dass Vertragspartner die Klinik und der MB sind.

„Anwendung von Tarifverträgen
Auf die unter diesen Tarifvertrag fallenden Arbeitnehmer (§ 1) findet der „Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern“ (TV- Ärzte/VKA) in der jeweils geltenden Fassung sowie die diesen ergänzenden Tarifverträge, insbesondere der „Tarifvertrag zur Überleitung der Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern in den TV-Ärzte/VKA und zur Regelung des Übergangsrechts“ (TVÜ-Ärzte/VKA) in der jeweils geltenden Fassung Anwendung, soweit im Folgenden nichts anderes vereinbart ist.“

Der MB schreibt mir/uns also, dass wir nicht streiken dürfen wegen fehlender Mitgliedschaft im VKA, aber der Vertrag der TV-Ärzte/VKA ist.

Dooly
30.03.2022, 21:57
wir brauchen wirklich dringend eine reformation des berufsbildes und unserer vertretung :/
mich betreffen die aktuellen vka-verhandlungen nicht unmittelbar, aber die tvä-verhandlungen für die unikliniken werden dieser präzedenz natürlich folgen.Stimme zu. Es betrifft uns alle, egal welcher TV.
Ich kann mir vorstellen, dass auch ein gewisser Konkurrenzdruck bei den Gewerkschaften förderlich wäre. Das war doch früher auch der Auftrieb des MBs. So wie halt auch nicht immer die CDU regieren kann …
Nun gut, ich freu mich auf die Berichte morgen! D:-)

SineNomine
31.03.2022, 06:21
Und um alles in der Welt darf sich der MB nicht auf eine Laufzeit länger ein Jahr einlassen, wenn er schon ne Reallohnkürzung für seine Mitglieder fordert und wir dafür streiken. Sonst ist der MB-Mitgliedsbeitrag andernorts sicher besser angelegt.

abcd
31.03.2022, 18:47
Wie war es in Frankfurt?
Im Netz findet man noch nicht so richtig was.

Nefazodon
31.03.2022, 21:21
Wäre auch an einem Erfahrungsbericht interessiert.

Immerhin gab es eine (meiner Meinung nach) sehr kurze Meldung in den Nachrichten über den Streik...
Kommt es nur mir so vor oder wird über jeden Eisbahnstreik oder Streik des Flughafenpersonals ausführlicher berichtet?!
Oder liegt das einfach daran, dass der Krieg momentan so präsent ist?

Feuerblick
01.04.2022, 05:28
Also zumindest hier war es sowohl Thema online als auch im Radio. Da sogar über mehrere Stunden und mit Interviews.
Mag dran liegen, dass der Ort der Hauptkundgebung nah ist. :-nix