Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Endoplasmatisches Reticulum
04.05.2022, 18:40
Natürlich, schließlich ist jeder reguläre Dienst "Notversorgung".
Beziehst du dich auf mich und die "volle Bezahlung"? Das war nur Gelaber von mir. Keine Ahnung, wie hoch das Streikgeld ist. Unsere Berufsgruppe streikt ja nicht, aber wenn an der Anmeldung niemand sitzt und Pat. aufnimmt, dann hab ich wohl weniger Arbeit. Ich glaube, dass der Streik der Verdi Beschäftigten deutlich mehr spürbar sein kann, als unserer.
Da hatte ich Dich missverstanden.
Wobei freak1 vermutlich recht hat und das Kompensieren der fehlenden Mitarbeiter nicht unbedingt ein Spaß ist.
Ja :( da stimme ich euch beiden zu.
Leute, die VKA hat ne Pressemeldung rausgegeben:
https://www.vka.de/pressemitteilungen/2022-05-04-tarifeinigung-mit-marburger-bund-aerztinnen-und-aerzte-profitieren-von-entgelterhoehung-um-3-35-prozent-und-zahlreichen-strukturellen-regelungen-1622
Es gibt auch vom MB eine PM:
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/pressemitteilung/marburger-bund-und-vka-einigen-sich-auf-tarifabschluss-fuer
Blaulicht86
04.05.2022, 20:20
Meine Erste Amtshandlung am Montag: Antrag auf 60% einreichen. Ich werde mich nicht mehr krumbuckeln. Habe die Nase so dermaßen gestrichen voll.
Mistermeo
04.05.2022, 20:29
Na das ist doch ein riesen Erfolg...
Kein echter Streik? 3,35% mehr Lohn bei fast zweistelliger Inflation? Wie absurd ist denn die Begründung dass man ja sowieso bald neu verhandelt? 1 Urlaubstag mehr? Leute das ist angesichts von COVID eine Frechheit und echt nicht mehr zu ertragen…
Also nochmal: gestern und heute soll verhandelt werden, so wurde es allen mitgeteilt. Dabei soll heute "open end" verhandelt werden. Insofern erwarte ich morgen eine Mitteilung, irgendwann. Und eigentlich auch nicht unbedingt direkt nach den Verhandlungen sondern lieber einigermaßen schön zusammengefasst dann am Nachmittag oder so. Das ist es was ich von einer professionellen Arbeitnehmervertretung erwarten würde.
Ich zitiere mich einfach mal selbst weil ich es so geil finde das es genau so passiert ist wie ich geschrieben hab.
Und zum Ergebnis:
- Den Urlaubstag finde ich cool. Ich mein man muss einfach mal rechnen, das sind auch 0,45% mehr Lohn für die Arbeit. Sind wir schon bei 3,8%.
- Die extrem kurze Laufzeit finde ich in der aktuellen Situation intelligent und angemessen. Super.
- Maximal zwei Wochenenden pro Monat ist auch super
- Maximal 4 Bereitschaftsdienste oder sofort mehr Geld finde ich spannend. Zu den Zeiten als ich noch Bereitschaftsdienst gemacht hab hab ich nie nur vier Dienste im Monat gemacht. Könnte für manche Leute schon auch einiges an Geld sein.
- die Höchstgrenze von 13 Rufbereitschaftsdiensten geht schon, immerhin gibt es mal eine Grenze. Dass es sonst scheinbar diesbezüglich keine (finanziellen) Verbesserungen gibt finde ich schade.
- Die Teilzeitregelung ist mega! Wobei es auch hier auf die Details ankommt. In der Formulierung heißt es "Bei diesen und allen weiteren Regelungen zu Diensten außerhalb der Regelarbeitszeit", also heißt das dass ich als 50% Teilzeitkraft auch maximal an einem WE arbeiten muss? Und als 70%-Kraft? Wird da abgerundet? Also nehm ich 74,99% und hab maximal ein Wochenende quasi per Tarifvertrag? Wird noch spannend.
- Beim Dienstplan bin ich auf die genauen Ausführungen gespannt. Da hab ich das Gefühl dass das in den Kliniken sowohl sehr unterschiedlich als auch eher optional gehandhabt wird... wobei die Regelung nicht schlecht ist.
- eine Klärung bzgl. dem eHBA finde ich gut, ich bin auf die genaue Formulierung gespannt. Was ist wenn ich einen Monat in einem VKA-Haus arbeite und den bestelle? Müssen die ihn dann fünf Jahre zahlen?
Ich glaube prinzipiell dass das Ergebnis erstmal nicht schlecht bzw. gut ist. Es hätte wie immer besser sein können, ist aber besser als erwartet bis befürchtet, ich hab das Gefühl dass der Warnstreik was gebracht hat was mich dazu motiviert nächstes Mal wieder hinzufahren und die sehr kurze Laufzeit ist auch super. So wurden einige echt wertvolle Dine erreicht bzw. präzisiert und in nur 8 Monaten kann man wieder weiter an Verbesserungen arbeiten.
Anignu... du bist einfach nur noch peinlich als "Fan" dieses Saftladens
Blaulicht86
04.05.2022, 23:59
Ich finde den Urlaubstag auch total voll mega cool, kostet ja nix! (also die Klinik kostet es nix). Da mach ja nur ich die Arbeit für 2 wenn mein Kollege weg ist. Ach hupsi, ist ja meistens ohnehin schon so.
Und stimmt, man muss einfach mal rechnen. Wurzel 3 vier im Sinn -2 … das ist doch gar nicht mal…. so gut.
Auch richtig supi dupi ist der 2te Urlaubstag bei Ableistung von 288 Stunden. Wow. Da kann man doch gleich mal in der Überschrift der Pressemitteilung die Mehrzahl „zusätzliche Urlaubstage“ draus machen.
Das irgendwie irgendwas irgendwann für Teilzeitbeschäftigte angepasst wird find ich auch richtig stark.
Der Wegfall der Einmalzahlung sollte letztlich an dieser Stelle nicht erwähnt werden, wir wollen doch nicht gierig erscheinen..
Habe es gerechnet, die 3,5% Gehaltserhöhung bedeutet, dass auf meine Konto (mit Diensten) ca 80€ netto mehr im Monat landen werden... Ich habe sowieso kein Auto, aber für die Kollegen die zur Arbeit mit dem Auto pendeln, ist das aktuell keine große Hilfe.
Für die nächste Runde würde ich mir eine deutliche Erhöhung der Vergütung von Überstunden und Nachtarbeit wünschen. In anderen Länder werden diese Stunden 1,5-2x höher vergütet als "normale" Arbeitszeit. Vielleicht können wir bis der nächsten Verhandlung eine Liste von Ideen erarbeiten.
SineNomine
05.05.2022, 06:19
Sind ja effektiv sogar unter 3,35%. Anignu schmeißt zwar richtigerweise den Urlaubstag rein, vergisst aber für den MB dankenswerterweise, dass die alte Tarifvereinbarung nicht erst zum 31.12. endet und sich die 3,35% somit auf mehr als ein Jahr beziehen.
Gut, Schiffbruch hatte man wohl schon im vornherein durch die falschen Startvorgaben erlitten. Hab sogar schlimmeres als das erlangte Ergebnis befürchtet. Dass man die Tariflaufzeit begrenzt hat war das einzig mögliche, alles andere hätte unmittelbar unbefristeten Streik ergeben müssen. Die KLARE Aufgabe ist jetzt, 2023 ein Ergebnis ÜBER dem Inflationsniveau zu erreichen. Die aktuelle Tarifrunde hat uns eineinhalb Jahre Reallohnverlust gebracht, das muss man klar und deutlich sagen, auch wenn man am Ende wohl noch ein paar Kohlen aus dem schon brennenden Feuer holen wollte.
Auf diese Reallohnverluste sollte man sich auch in folgenden Tarifverhandlungen ÖFFENTLICH berufen und in der Zeit gerne mal mit umfassenden Streik drohen, um auch mediale Aufmerksamkeit zu erlangen, in denen man die Reallohnverluste der letzten eineinhalb Jahre beleuchtet (und bitte um den Zeitpunkt herum dann keine Einlässe zur Maskenpflicht)
In einer Zeit wo Beamten Corona-Boni erhalten, jeder Daimler-Mitarbeiter 6000 Euro Bonus für ein Jahr, darf die Berufsgruppe, die Corona neben der Pflege am meisten getragen hat, sich über Almosen freuen, die ein deutliches Reallohnminus über eineinhalb Jahre mit sich bringen.
vanilleeis
05.05.2022, 06:35
Die kurze Tariflaufzeit beschränkt sich aber NUR auf die Vergütung. Der MB hat der VKA explizit zugesichert, dass bezüglich der Dienste in den nächsten Jahren keine Veränderung mehr erfolgen wird. Dementsprechend bin ich sehr gespannt auf die konkrete Ausgestaltung.
*milkakuh*
05.05.2022, 06:38
Vielleicht bin ich naiv aber ich muss anignu zustimmen und finde das Ergebnis jetzt nicht so schlecht.
In Sachen Corona muss ich zustimmen, da ist für unsere Berufsgruppe nicht genug getan worden. Meine Mutter hat im Büro auch einen Coronabonus bekommen. Wofür weiß sie selbst nicht...
Aber zum Thema Inflation und Reallohnverlust: Hat das von euch jemand sehen kommen? Schon ein bisschen unfair jetzt den MB für einen Reallohnverlust verantwortlich zu machen, obwohl die Forderungen vor Krieg und Inflation entstanden sind.
Außerdem tut ihr hier im Thread so, als ob jeder andere Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung um 10% bekommt wegen der Inflation - scheint mir nicht so zu sein.
Vorallem müssen bei so einer massiven Inflation andere Hebel in Bewegung gesetzt werden als Gehaltserhöhungen, die die Inflation in der Gesamtheit noch unterstützt (Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank war ein erster Schritt).
Und steinigt mich: Aber seid ihr mit eurem Gehalt wirklich so unzufrieden? In meinem Umfeld gibt es kaum jemanden, der mehr verdient... Meine Ziele sind eindeutig mehr Freizeit/ Planungssicherheit bei gleichbleibendem Gehalt.
Moorhühnchen
05.05.2022, 06:41
Mir ist nicht ganz klar, wie die VKA auf einen Urlaubstag bei 29 Diensten kommt?
29 x 9 sind für mich 261 Nachtstunden und nicht 144......
Gut, ich habe arbeite ja nach einem TV, wo es seit mehreren Jahren schon 1 Zusatzurlaubstag bei 16 Diensten (= 144 Nachtstunden) und 2 bei 32 Diensten (= 288 Nachtstunden) gab, aber das irritiert mich jetzt. Wie rechnen die bitte die Nachtstunden???
Und vor allem 29 Dienste pro KalenderHALBjahr?
1. Screenshot: Info VKA
2. Screenshot: Info MB
Neuroprotektiv
05.05.2022, 07:15
Wisst ihr wie sich das mit den "freien Wochenenden" genau verhält? Werden die Wochenenden die man mehr als die erlaubten zwei pro Monat arbeitet besonders vergütet? z.B. im Juli gibt es insgesamt 5 Wochenenden von denen ich an 3en arbeiten werde. Wie ist es mit Monaten an denen der Monatswechsel auf ein Wochenende fällt? z.B. der April/Mai 2022 (Samstag April, Sonntag Mai).
Matzexc1
05.05.2022, 07:18
Und steinigt mich: Aber seid ihr mit eurem Gehalt wirklich so unzufrieden? In meinem Umfeld gibt es kaum jemanden, der mehr verdient... Meine Ziele sind eindeutig mehr Freizeit/ Planungssicherheit bei gleichbleibendem Gehalt.
Mir geht es auch nicht ums Gehalt, wie SineNomine anmerkt gab es für jeden Beamten, Verwaltungsfuzzi im Krankenhaus und Politiker Coronaboni, für die Pflege eine längst verdiente Gehaltserhöhung und in der Industrie gibt es Boni. Ich hab von meiner privatisierten Uniklinik im Februar auch einen Bonus gekriegt. Mir geht geht es um die Anerkennung der letzten 2 Jahre Pandemie wo die meisten von uns ihr Leben mit riskiert haben, um zu Tageszeiten wo Beamte,Politiker und Verwaltungsfritzen bereits gemütlich auf der Couch liegen, Patienten zu versorgen.
Diese Anerkennung fehlt mir, stattdessen Debatten über Verstaatlichung der Ärzteversorgung, Töne wie "Ärzte verdienen ja genug Geld" und über die Weiterbildung brauchen wir gar nicht erst reden.
Die, gewollte, Inflation ist nur das Tüpfelchen auf dem I
Der Urlaubstag für 29 Dienste macht den Kohl auch nicht fett, hier heisst es das man als 100% Kraft 5 Dienste im monat macht. Das kann man super umgehen und vor allem bedeutet es für den Rest Mehrarbeit
Moorhühnchen
05.05.2022, 07:41
Der Urlaubstag für 29 Dienste macht den Kohl auch nicht fett, hier heisst es das man als 100% Kraft 5 Dienste im monat macht. Das kann man super umgehen und vor allem bedeutet es für den Rest Mehrarbeit
So, und nun nochmal meine Frage: wie kommt die VKA auf EINEN Urlaubstag für 29 Dienste?
Es ist ein Urlaubstag für 16 Dienste und zwei für 32. Zumindest, wenn man dem MB Glauben schenken darf! Das ist eine erhebliche Abweichung in den beiden Infoschreiben!!
Was Du zu den Boni und der generellen Anerkennung geschrieben hast - absolute Zustimmung!
Kackbratze
05.05.2022, 08:03
@milkakuh
Mein Ziel ist mehr Gehalt, da durch die steigenden Kosten mein Lebensunterhalt abgeschmolzen wird.
Dienstplanung sicherer zu machen ist ein Aspekt, andere Berufsgruppen sind bereits vor der Ukraine mit höheren Forderungen angetreten.
Ich persönlich bin von diesem Abschluss enttäuscht, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Corona-Boni ist das IMHO peinlich.
Der eine Urlaubstag ist ein nice-to-have, macht aber am Ende nicht mal das Kleinvieh aus, was Mist macht.
Nicht jeder wohnt neben der Klinik oder hat einen ausgebauten ÖPNV vor der Haustür. Die Gehaltserhöhung packe ich beim Tanken direkt wieder in die Arbeit und der Rest im Supermarkt schmilz meinen Kontostand ab.
Im Zweifel mache ich mehr Dienste für meinen Lebensstandard, wenn das auch gedeckelt wird, wird es spannend.
Letztendlich bleibt es dabei, die Wertschätzung für medizinisches Personal endet am Balkongeländer.
kartoffelbrei
05.05.2022, 08:08
Ich hatte die Mitteilung so verstanden, dass man jetzt nicht nur Zusatzurlaub über Nachtstunden, sondern zusätzlich über die Dienstanzahl generieren kann. Also dass die beiden Berechnungsweisen unabhängig voneinander sind.
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