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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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Anne1970
30.03.2023, 21:15
Laut Polizei-Schätzung sollen es auch 4000 auf dem Marienplatz gewesen sein ( vermutlich mehr).
Da es irgendwann geschüttet hat, wie aus Eimern (vor Beginn schien die Sonne :-) ) , wurde die Kundgebung viertel nach zwei schon beendet. Es gab dann noch ein Präsenz-Netzwerktreffen. Am besten hat mir die Rede eines Kollegen aus Nürnberg gefallen… sehr authentisch und wahrhaftig. Es gab zudem zusätzlich eine Reihe lokaler Kundgebungen.

Nefazodon
30.03.2023, 21:58
Klingt ganz ordentlich!
Die Kommentare die sich im Moment noch unter dem Artikel der Zeit befinden, find ich ganz vernünftig.
Vor allem wird da auch nochmal herausgestellt, dass die VKA noch kein Angebot gemacht hat.
Ich denke, die Empörung darüber verstehen auch Leute, die nicht im Gesundheitswesen arbeiten.

Kandra
31.03.2023, 22:07
So, jetzt komme ich auch nochmal dazu, was zu gestern zu schreiben. Ich arbeite ja nicht mehr in der Klinik, habe (deshalb ;) ) Donnerstags aber schon um 13 Uhr aus, so dass ich beschlossen hatte, mich solidarisch zur Kundgebung zu gesellen, die ja bis 15 Uhr angekündigt war. Ich war dann kurz vor 14 Uhr dort, es hat dann angefangen zu regnen, aber so schlimm war das jetzt nicht. Es hat weder gestürmt, noch gehagelt, noch hatte ich den Eindruck, dass es die Leute übermäßig gestört hat. Zumindest konnte ich keine Auflösungserscheinungen wahrnehmen. Ganz im Gegenteil, ich hatte den Eindruck, die Stimmung war gut. Trotzdem kam dann um ca. 14:15 plötzlich die Durchsage, dass die Kundgebung nun beendet sei.

Mal abgesehen davon, dass ich natürlich ziemlich umsonst extra nach München gefahren bin, geht es bei einer Streikkundgebung nicht auch um Sichtbarkeit? Wie sichtbar bin ich, wenn ich nach der Hälfte der geplanten Zeit schon zusammen packe und gehe? Ich fand das ehrlich gesagt ein bisschen schwach und schade.

anignu
31.03.2023, 23:42
Wie sichtbar bin ich, wenn ich nach der Hälfte der geplanten Zeit schon zusammen packe und gehe? Ich fand das ehrlich gesagt ein bisschen schwach und schade.
Es geht drum ein einziges Mal für 3 Sekunden da zu stehen um tolle Pressebilder zu machen. Die Reden sind dazu da die Leute ein wenig zu unterhalten. Zu dem Zeitpunkt sind die Pressebilder schon gemacht... ist zumindest meine Meinung.

Kandra
01.04.2023, 06:53
Ja ok, wenn DAS die Intention ist, dann weiß ich ja fürs nächste Mal Bescheid und komme nicht extra nach ^^

Endoplasmatisches Reticulum
01.04.2023, 09:35
Es geht drum ein einziges Mal für 3 Sekunden da zu stehen um tolle Pressebilder zu machen. Die Reden sind dazu da die Leute ein wenig zu unterhalten. Zu dem Zeitpunkt sind die Pressebilder schon gemacht... ist zumindest meine Meinung.
Hat ein Streik keine Innenwirkung?

Anne1970
01.04.2023, 09:43
Die Leute haben sich ab halb eins auf dem Platz versammelt, kamen teilweise von weit her und sind stundenlang mit dem Zug oder Bus gefahren ( zB aus Kassel). Und ja, Hagel und Sturm war nicht, aber nach wiederholten Regenschauern war die Menge trotz Schirmen schon sehr durchnässt. Die Reden haben die Situation in den Kliniken gespiegelt: da war die Ärztin aus einem großen hessischen Haus oder der Arzt aus einem Gaus aus Nürnberg, die den Zuhörern aus der Seele gesprochen haben. Die die Tatsache, dass es noch kein Angebot der Arbeitgeber gibt, als Missachtung und Respektlosigkeit empfinden. Es ging darum, nicht nur in München sondern auch in etlichen lokalen Aktionen zu zeigen, was wir von der „Nichtverhandlung“ der VKA halten. Es war nur ein Warnstreik, ein Zeichen von ca 8 Tausend in HH und M und etlicher weiterer Kollegen in Vertretung der betroffenen 55.000 Ärztinnen und Ärzte. Für Montag ist die nächste „Verhandlungsrunde“ geplant.

anignu
01.04.2023, 15:08
Hat ein Streik keine Innenwirkung?
Mei, schon irgendwie. So wie Anne schreibt von wegen dass irgendwer den Zuschauern aus der Seele gesprochen hat. Ich war irgendwo mittendrin und hab nicht viel verstanden. Ich war dafür da, und hab alle in die Richtung motiviert mitzureisen, dass wir mit möglichst vielen Leuten auf den Bildern sind und möglichst viele gezählt werden können in der Hoffnung dass was vorangeht in den Verhandlungen.
Und es war schön viele Leute aus anderen Kliniken zu treffen die man auch kennt aber schon lange nicht mehr gesehen hat. Und die Zugfahrt hin und zurück haben wir genutzt um uns mal wieder so richtig über alles auszu.... was uns in der eigenen Klinik stört ;-)

Choranaptyxis
04.04.2023, 15:18
Pressemitteilung zur Verhandlung bzw. Angebot der Arbeitgeber (https://www.marburger-bund.de/bundesverband/pressemitteilung/vorschlaege-der-kommunalen-arbeitgeber-voellig-indiskutabel)

Endoplasmatisches Reticulum
04.04.2023, 15:30
„Die Arbeitgeber lassen völlig außer Acht, dass die Ärztinnen und Ärzte zuletzt im Oktober 2021 eine Gehaltserhöhung erhalten haben. Seitdem sind kumulierte Preissteigerungen im zweistelligen prozentualen Volumen aufgelaufen. Die ins Schaufenster gestellten Einmalzahlungen können den entstandenen Reallohnverlust nicht annähernd kompensieren“, sagte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes.

Ich vermisse da wie so oft den Vermerk und eine klare Distanzierung des MB, dass Einmalzahlungen auf ganz elementarer Ebene kein Inflationsausgleich sind und schon konzeptuell gar nicht sein können. Das Thema wird in den Pressemeldungen vom MB immer so dargestellt, als wäre es theoretisch schon möglich, Inflation mit Einmalzahlungen auszugleichen, bloß die Höhe sei Diskussionsgegenstand. Das ist Irrsinn!

Aber mir ja war schon irgendwie klar, dass die Nebelkerze "Einmalzahlung" ab der Präzedenzeinigung letztes Jahr jetzt regelhaft mit dazu gehören wird. Natürlich stürzen sich alle Arbeitgeberverbände darauf ...

h3nni
04.04.2023, 17:00
Hat der MB halt gut gebahnt damals. Finde es schwach, jetzt wieder 3 Wochen ins Land ziehen zu lassen statt jetzt entschlossen zu handeln.

schnix25
04.04.2023, 17:12
Der Hinweis des MB, dass die aktuell angebotene Höhe der Einmalzahlungen die Inflation nicht kompensieren ist doch schon ein Hinweis darauf, dass in der nächsten Runde die Höhe der Einmalzahlung angehoben wird und dann heißt es die Inflation wurde kompensiert. Und weil die Verhandlungen so kompliziert waren gibts als Bonus noch 2% mehr. Also ich hab da kein gutes Gefühl was den Ausgang der Verhandlungen angeht.

freak1
04.04.2023, 18:28
Ich vermisse da wie so oft den Vermerk und eine klare Distanzierung des MB, dass Einmalzahlungen auf ganz elementarer Ebene kein Inflationsausgleich sind und schon konzeptuell gar nicht sein können. Das Thema wird in den Pressemeldungen vom MB immer so dargestellt, als wäre es theoretisch schon möglich, Inflation mit Einmalzahlungen auszugleichen, bloß die Höhe sei Diskussionsgegenstand. Das ist Irrsinn!

Aber mir ja war schon irgendwie klar, dass die Nebelkerze "Einmalzahlung" ab der Präzedenzeinigung letztes Jahr jetzt regelhaft mit dazu gehören wird. Natürlich stürzen sich alle Arbeitgeberverbände darauf ...

Also wenn die Arbeitgeber mir eine 6 stellige (keine 1 vorne) Einmalzahlung geben, verzichte ich gerne nochmal ein Jahr auf %e.

Endoplasmatisches Reticulum
04.04.2023, 20:31
Wenn du ganz lieb Bittebitte sagst, erlauben sie dir vielleicht, 2 Wochen abgelaufene Fresubin auszulutschen.

freak1
04.04.2023, 20:53
Haben wir in der Radiologie eh nicht. Aber wenn der große Krieg losgeht, sitze ich am größten Vorrat an Jod um meine Schilddrüse zu blockieren. ;-)

dkt88
04.04.2023, 22:52
Ich vermisse da wie so oft den Vermerk und eine klare Distanzierung des MB, dass Einmalzahlungen auf ganz elementarer Ebene kein Inflationsausgleich sind und schon konzeptuell gar nicht sein können. Das Thema wird in den Pressemeldungen vom MB immer so dargestellt, als wäre es theoretisch schon möglich, Inflation mit Einmalzahlungen auszugleichen, bloß die Höhe sei Diskussionsgegenstand. Das ist Irrsinn!

Aber mir ja war schon irgendwie klar, dass die Nebelkerze "Einmalzahlung" ab der Präzedenzeinigung letztes Jahr jetzt regelhaft mit dazu gehören wird. Natürlich stürzen sich alle Arbeitgeberverbände darauf ...




Ich bin zwar gerade ambulant tätig, würde aber in Zukunft auch gerne wieder in die Klinik. Deshalb verfolge ich die aktuellen Verhandlungen mit großer Aufmerksamkeit. Was die VKA hier anbietet ist natürlich ein schlechter Scherz. Aber erschrockener war ich noch von dem Statement des MB. Genau der Satz, den du markiert hast ist mir auch gleich sauer aufgestoßen. Das hört sich so nach "erhöht die Einmalzahlung, gebt noch 1% mehr und gut is´" an.

Dumm aus 2 Gründen:

- die Uniklinik Einmalzahlung inkl 3,5%zum Ende des Jahres(also prozentuale Nullrunde) letztes Jahr hat dem MB doch schon (mmn zurecht) einen ordentlichen Shitstorm eingebracht. Wenn sie nochmal so ne Einlage hinlegen schaffen sie sich ja bald komplett ab.

- die Inflation wird sinken, wahrscheinlich. Trotzdem rechnet niemand damit, dass sie ins negative fallen wird(was sie in 70 Jahren BRD auch erst in 2 Jahren getan hat!) Also ist eine Einmalzahlung mit der Aussage "Inflationsausgleich" völliger Humbug! Das ist sie für 1 oder 2 Jahre und dann haben wir den Reallohnverlust dauerhaft. Lösen können beide Seiten das Problem mit einer kurzen Laufzeit, falls die VKA Angst haben dauerhaft draufzulegen wegen deflationärer Zahlen.

Das wissen natürlich auch alle. Was mich stört ist, dass das mit den Einmalzahlungen scheinbar keine Ablehnung beim MB hervorruft. Das hätte eine klare Ansage in der Tarifforderung sein müssen. "KEINE EINMALZAHLUNGEN!" Weg mit dem Mist. Nur so hält man doch die Leute dauerhaft im Job und in der Klinik. (Mal abgesehen von den Studis, von denen gefühlt jeder zweite schon jetzt nach "alternativen Karrierewegen" sucht.)

Wobei die Gehälter in den MVZ usw in Anstellung ja auch teilweise an Tarifverträgen als Mindeststandard orientieren. Das sollten auch die aktuellen Kliniker im Hinterkopf behalten, die vorhaben in Anstellung beim Niedergelassenen zu gehen. Selbst bei mir als relativ frischer FA war das FA Tarifgehalt die Verhandlungsbasis in einem Radio MVZ(wo man ja angeblich reich werden sollte...).

Nefazodon
04.04.2023, 23:29
- die Inflation wird sinken, wahrscheinlich. Trotzdem rechnet niemand damit, dass sie ins negative fallen wird(was sie in 70 Jahren BRD auch erst in 2 Jahren getan hat!) Also ist eine Einmalzahlung mit der Aussage "Inflationsausgleich" völliger Humbug! Das ist sie für 1 oder 2 Jahre und dann haben wir den Reallohnverlust dauerhaft. Lösen können beide Seiten das Problem mit einer kurzen Laufzeit, falls die VKA Angst haben dauerhaft draufzulegen wegen deflationärer Zahlen.


Das was Du über das Zusammenspiel von Einmalzahlung und Inflation schreibst ist absolut richtig! Leider durchschauen das anscheinend nicht Alle.
Die VKA hat keine Angst "draufzulegen". Die wollen ärztliche Arbeitsleistung einfach nur so billig wie es geht! Von Wertschätzung keine Spur.
Das Problem: Bisher sind sie mit dieser Haltung ja gut gefahren in den Tarifrunden.



Das wissen natürlich auch alle. Was mich stört ist, dass das mit den Einmalzahlungen scheinbar keine Ablehnung beim MB hervorruft. Das hätte eine klare Ansage in der Tarifforderung sein müssen. "KEINE EINMALZAHLUNGEN!" Weg mit dem Mist. Nur so hält man doch die Leute dauerhaft im Job und in der Klinik. (Mal abgesehen von den Studis, von denen gefühlt jeder zweite schon jetzt nach "alternativen Karrierewegen" sucht.)


Das ist leider nicht ganz so einfach, und auch, wenn ich mit der Strategie zu Einmalzahlungen ebenfalls nicht einverstanden bin, möchte ich hier den MB zumindest etwas in Schutz nehmen bzw. es von einer anderen Seite beleuchten:
Die Einmalzahlungen sind politisch gewollt. Unsere Politiker haben das ersonnen, entweder, weil sie wirklich an die Lohn-Preis-Spirale glauben, oder beeinflusst durch Lobbyismus.

Tatsache ist, würde der MB Einmalzahlungen kategorisch ausschließen, müsste er mit massivem Gegenwind rechnen und sich dem Vorwurf aussetzen, so reich, vermessen und geldgeil zu sein, dass man Einmalzahlungen nicht nötig habe.
Das Volk und andere Berufsgruppen würden uns Ärzten unterstellen, abgehobene Bonzen zu sein.
Das wäre ein PR-Alptraum. Gleichzeitig könnten geneigte Stellen den Ärzten vorwerfen, die Inflation anzuheizen und die Stabilität des Wirtschaftssystems zu gefährden.
Das stimmt natürlich alles so nicht, es sind aber politisch gefährliche Vorwürfe.
Außerdem würde die Entscheidung, auf Einmalzahlungen zu verzichten, wahrscheinlich auch längst nicht von allen Mitgliedern begrüßt werden. Menschen denken eben kurzfristig. Die Leute sehen die hohe Einmalzahlung, aber nicht den Verlust an Lebenszeitgehalt auf ein Arbeitsleben gerechnet.

Aber jedenfalls ist es in der Position des MB nicht einfach, gänzlich auf Einmalzahlungen zu verzichten.



Wobei die Gehälter in den MVZ usw in Anstellung ja auch teilweise an Tarifverträgen als Mindeststandard orientieren. Das sollten auch die aktuellen Kliniker im Hinterkopf behalten, die vorhaben in Anstellung beim Niedergelassenen zu gehen. Selbst bei mir als relativ frischer FA war das FA Tarifgehalt die Verhandlungsbasis in einem Radio MVZ(wo man ja angeblich reich werden sollte...).

Genauso ist es. Die Tarifverträge für TdL und VKA haben eben Flächenwirkung und setzen den Standard. Dessen sollte sich jeder bewusst sein.

Ich denke, das Angebot welches die VKA machen wird, wird massiv davon abhängen, was Verdi für die Beschäftigten in ihrem Bereich aushandeln.
Ich denke auch, dass die VKA diesbezüglich tatsächlich auf Zeit spielt.

carolin1997
05.04.2023, 08:53
Das was Du über das Zusammenspiel von Einmalzahlung und Inflation schreibst ist absolut richtig! Leider durchschauen das anscheinend nicht Alle.
Die VKA hat keine Angst "draufzulegen". Die wollen ärztliche Arbeitsleistung einfach nur so billig wie es geht! Von Wertschätzung keine Spur.
Das Problem: Bisher sind sie mit dieser Haltung ja gut gefahren in den Tarifrunden.



Das ist leider nicht ganz so einfach, und auch, wenn ich mit der Strategie zu Einmalzahlungen ebenfalls nicht einverstanden bin, möchte ich hier den MB zumindest etwas in Schutz nehmen bzw. es von einer anderen Seite beleuchten:
Die Einmalzahlungen sind politisch gewollt. Unsere Politiker haben das ersonnen, entweder, weil sie wirklich an die Lohn-Preis-Spirale glauben, oder beeinflusst durch Lobbyismus.

Tatsache ist, würde der MB Einmalzahlungen kategorisch ausschließen, müsste er mit massivem Gegenwind rechnen und sich dem Vorwurf aussetzen, so reich, vermessen und geldgeil zu sein, dass man Einmalzahlungen nicht nötig habe.
Das Volk und andere Berufsgruppen würden uns Ärzten unterstellen, abgehobene Bonzen zu sein.
Das wäre ein PR-Alptraum. Gleichzeitig könnten geneigte Stellen den Ärzten vorwerfen, die Inflation anzuheizen und die Stabilität des Wirtschaftssystems zu gefährden.
Das stimmt natürlich alles so nicht, es sind aber politisch gefährliche Vorwürfe.
Außerdem würde die Entscheidung, auf Einmalzahlungen zu verzichten, wahrscheinlich auch längst nicht von allen Mitgliedern begrüßt werden. Menschen denken eben kurzfristig. Die Leute sehen die hohe Einmalzahlung, aber nicht den Verlust an Lebenszeitgehalt auf ein Arbeitsleben gerechnet.

Aber jedenfalls ist es in der Position des MB nicht einfach, gänzlich auf Einmalzahlungen zu verzichten.



Genauso ist es. Die Tarifverträge für TdL und VKA haben eben Flächenwirkung und setzen den Standard. Dessen sollte sich jeder bewusst sein.

Ich denke, das Angebot welches die VKA machen wird, wird massiv davon abhängen, was Verdi für die Beschäftigten in ihrem Bereich aushandeln.
Ich denke auch, dass die VKA diesbezüglich tatsächlich auf Zeit spielt.

Denkt ihr, das Ergebnis von Verdi wird uns eher positiv oder negativ beeinflussen? Also wenn Verdi viel für ihre Beschäftigten rausholt ist kein Geld mehr in den VKA-Kassen für uns im Topf oder holen wir mit Rückenwind vom Verdi-Ergebnis mehr raus?

Philip_MHH
05.04.2023, 09:44
das hab ich mir auch überlegt...irgendwie ist beides plausibel...

Endoplasmatisches Reticulum
05.04.2023, 09:57
Tatsache ist, würde der MB Einmalzahlungen kategorisch ausschließen, müsste er mit massivem Gegenwind rechnen und sich dem Vorwurf aussetzen, so reich, vermessen und geldgeil zu sein, dass man Einmalzahlungen nicht nötig habe.
Dann schreibt man 2-3 Sätze zur Begründung in die Pressemitteilung; und was vom fraglichen Shitstorm übrig bleibt, erträgt man situativ passend mit Stoizismus oder Gegenfeuer. Mir konnte immer noch niemand diese lähmende Furcht vor einem ersponnenen Bevölkerungszorn im Plusquamperfekt erklären. Es ist die existenzbegründende Aufgabe einer Gewerkschaft, Interessen der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern durchzusetzen. Das heißt Kampf. Wenn man sich schon im Vorfeld beide Beine abschneidet aus Angst vor der Reaktion unbeteiligter Dritte, dann schafft man sich selbst ab. Gibt es aktuell irgendeine andere Gewerkschaft, die so agiert?


Das Volk und andere Berufsgruppen würden uns Ärzten unterstellen, abgehobene Bonzen zu sein.
Haben sie doch schon, und tun sie eh. Was ändert sich denn für den AiW, wenn unter den wenigen Berichten zum ärztlichen Tarifkampf nicht mehr 80 % feindselige Neidreden gegen die Ärzteschaft gepostet werden, sondern 90 %? Der iatrophobe Udo wettert ohnehin gegen unsere Dauermitgliedschaft im Golfclub. Die Politik lässt seit Jahrzehnten die Finanztröpfe des Gesundheitswesens durch blaue Braunülen laufen und kommt in der Mittagspause klamheimlich vorbei, um nochmal am Schlauch rum zu knicken. Also selbst wenn der Assistenzarztlamborghini erneut durchs Dorf getrieben wird: Mit welcher Folge?


Das wäre ein PR-Alptraum. Gleichzeitig könnten geneigte Stellen den Ärzten vorwerfen, die Inflation anzuheizen und die Stabilität des Wirtschaftssystems zu gefährden.
Letztlich umtanzt diese Argumentation eine einfache Frage: Sollen Ärzte zu Gunsten der restlichen Bevölkerung und im Speziellen anderer Berufsgruppen im Gesundheitswesen auf Lohn verzichten? Das kann man natürlich als Individuum bejahen - aber doch bitte nicht als arbeitskampfführende Gewerkschaft. Da gehört das ganz grundsätzlich, ohne Wenn und Aber, auch nachts um 3 im Tiefschlaf mit einem entschiedenen "Nein!" abgeschmettert!