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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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Salatsultan
14.04.2023, 10:10
Wo profitiert man denn als Assistenzarzt von diesen Privilegien? Ich finde es überhaupt(!!!) nicht sinnvoll, dass jedes Bundesland eine eigene Ärztekammer inkl eines mit absurd hohen Gehältern ausgestatteten Vorstand besitzen muss.. Ich sehe in der Möglichkeit, dass mir bei einem Vergehen auch oben drauf noch berufsrechtliche Strafen drohen, weil ich mich nicht meinem Stande entsprechend verhalten habe, veraltet und überhaupt nicht in meinem Sinne. Die ärztliche Weiterbildungsordnung kann eigentlich niemand unsinniger gestalten als das die Kammern aktuell schon machen.

Für mich ist eigentlich folgendes ganz klar: Damit sich etwas ändern kann, muss der MB seine große Tarifkommission, bei welcher der Großteil der Teilnehmer von dem zu verabschiedenden Tarifvertrag überhaupt nicht betroffen sind, durch eine Mitgliederabstimmung ersetzt werden. Wenn sich dann >50% der betroffenen Ärzte auf eine Einmalzahlung einigen, dann wäre ich zwar enttäuscht aber würde das akzeptieren. Wenn der MB das wieder an allen vorbei verabschiedet entsteht die blanke Wut.

Zwei Kollegen sind als relativ frische Fachärzte mittlerweile in der Tarifkomission angekommen und sind sehr wohl von den Entscheidungen betroffen. War auch kein ewig langer weg dahin.

Die Vorstände von Ärztekammern agieren Ehrenamtlich, ein Gehalt hab ich noch nie gesehen. Klar es gibt Fahrtkosten und Aufwandsentschädigungen, als Stundenlohn allerdings reichlich unattraktiv.

Nefazodon
14.04.2023, 10:24
Ich finde es überhaupt(!!!) nicht sinnvoll, dass jedes Bundesland eine eigene Ärztekammer inkl eines mit absurd hohen Gehältern ausgestatteten Vorstand besitzen muss..

Ich fände es ja tatsächlich auch gut, wenn die Standesvertretung einheitlicher geregelt wäre und es nicht 17 Ärztekammern bei 16 Bundesländern gäbe.
Zum Beispiel wäre ich auch dafür, dass die Bundesärztekammer mehr Kompetenzen bekommt und nicht nur ein Dachverband ist....
Dass es 17 Ärztekammern mit jeweils eigenem Vorstand, teils unterschiedlichen Weiterbildungsordnungen, unterschiedlichen hohen Kammerbeiträgen etc gibt, hat schon massive Nachteile.
Aber davon ab, dass das hier nicht das Thema des Threads ist, ist es auch eine direkte Konsequenz des Föderalismus in Deutschland. Daher wird sich an der Struktur der Ärztekammern nicht viel ändern lassen.


Die Vorstände von Ärztekammern agieren Ehrenamtlich, ein Gehalt hab ich noch nie gesehen. Klar es gibt Fahrtkosten und Aufwandsentschädigungen, als Stundenlohn allerdings reichlich unattraktiv.

@Salatsultan: Ist zwar jetzt OT, aber so gering find ich die Aufwandsentschädigung zumindest für das Präsidentenamt nicht...
Z.B. steht in der "Regelung über pauschale Aufwandsentschädigungen für Kammermitglieder und andere Personen, die für die Ärztekammer Bremen tätig werden" der Ärztekammer Bremen, dass Pauschal 3.400 Euro pro Monat gezahlt werden.

Die Idee einer Mitgliederabstimmung über Tarifabschlüsse, die Qwert1133 ins Spiel bringt, fände ich übrigens ganz gut.

Autolyse
14.04.2023, 10:57
Zwei Kollegen sind als relativ frische Fachärzte mittlerweile in der Tarifkomission angekommen und sind sehr wohl von den Entscheidungen betroffen. War auch kein ewig langer weg dahin.

Die Vorstände von Ärztekammern agieren Ehrenamtlich, ein Gehalt hab ich noch nie gesehen. Klar es gibt Fahrtkosten und Aufwandsentschädigungen, als Stundenlohn allerdings reichlich unattraktiv.
Nenne ich die sechsstellige Summe + Dienstwagen, den es alle drei Jahre geschenkt gibt, eben Aufwandentschädigung. (https://www.neuepresse.de/lokales/hannover/die-ehrenamtliche-managerin-IWEHVCWWW6SROW4FLH3JNAUGEA.html)

Endoplasmatisches Reticulum
14.04.2023, 11:23
Nenne ich die sechsstellige Summe + Dienstwagen, den es alle drei Jahre geschenkt gibt, eben Aufwandentschädigung. (https://www.neuepresse.de/lokales/hannover/die-ehrenamtliche-managerin-IWEHVCWWW6SROW4FLH3JNAUGEA.html)

Wenn ich meinen Job kündige, bekomme ich den auch nicht 12 Jahre lang zu 3/4 weiter bezahlt. Oder doch? Werd mal nachfragen.

Salatsultan
14.04.2023, 12:04
Präsident/Präsidentin ist aber ungleich Gesamtvorstand. Ich bin nicht in Bremen, pauschal bekomme ich nichts und ca. 160€ jeden ersten Mittwoch für 5-6h Sitzung plus Vorbereitung ist halt was anderes. Klar, Präsident Landesärztekammer ist viel Geld, muss man aber auch erstmal machen wollen und können als Vertretung für zehntausende Ärzte. Aber glaube die Diskussion führt uns hier nicht weiter.

Nefazodon
14.04.2023, 12:12
Aber glaube die Diskussion führt uns hier nicht weiter.

Das stimmt sicher. Ich möchte aber nochmal die Idee einer Mitgliederabstimmung über die Tarifabschlüsse aufgreifen.
Das fände ich ganz gut, um die Verantwortung des Einzelnen hervozuheben. Vielleicht würde es auch das Interesse der Mitglieder an einer Beteiligung erhöhen, wenn die eigene Stimme wirklich einen Unterschied macht.

In Zeiten der Digitalisierung sollte es doch möglich sein, so eine Abstimmung zu organisieren? Wenn es digital nicht möglich ist, wäre aber sicher auch eine klassische Briefwahl eine Option...

Salatsultan
14.04.2023, 12:33
Ich hab immer ein wenig Sorge, dass ich hier ins ganz falsche Licht rutsche. Ich glaube Kammer und MB brauchen dringend frischen Wind, die Realität ist zäh und zermürbend, man brauch oft einen langen Atem. Institutionen haben oft eine internistische Motivation ihren Status Quo zu erhalten.

Ich will das in der nächsten TdL Runde es - wenn nötig - (und so wird es ja sein) zu einem Warnstreik kommt, und dann die Mitglieder über einen weiteren Streik abstimmen können. Dann liegt es an der Mehrheit.

Autolyse
14.04.2023, 13:31
Ich hab immer ein wenig Sorge, dass ich hier ins ganz falsche Licht rutsche. Ich glaube Kammer und MB brauchen dringend frischen Wind, die Realität ist zäh und zermürbend, man brauch oft einen langen Atem. Institutionen haben oft eine internistische Motivation ihren Status Quo zu erhalten.
Ich wollte mit meinem ketzerischen Hinweis keine ad hominem-Argumentation anfangen, sondern eher darauf hinweisen, was das Bild in dieser Hinsicht prägt. Die Wahrnehmung der Kammer ist bei den meisten sicherlich eher negativ und die Außendarstellung und -wahrnehmung als Vertreter der niedergelassenen Fach- und deren chefärztlichen Golfkumpel ist nicht unbedingt hilfreich das zu korrigieren.

Salatsultan
14.04.2023, 13:45
Und warum ist die Kammer so? Weil in der Mehrzahl niedergelassene weisse Männer jenseits der 55 dort aktiv sind.

Autolyse
14.04.2023, 15:20
Und warum ist die Kammer so? Weil in der Mehrzahl niedergelassene weisse Männer jenseits der 55 dort aktiv sind.
Das ist mir bewusst, aber es wirkt nicht so als würde man selbst da was dran ändern können. Die sorgen schon dafür, dass ihre neuen Interessenvertreter frühzeitig im "old boys network" nachwachsen.

Nefazodon
15.04.2023, 11:14
Neues von den Verhandlungen von Verdi


Im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen hat die Schlichtungskommission einen Schiedsspruch vorgelegt. Sie rät zu einem Inflationsausgleich in Höhe von 1.240 Euro in diesem Juni sowie von 220 Euro monatlich von Juli bis Februar 2024 – insgesamt also 3.000 Euro, die steuerfrei sind. Ab März 2024 soll ein Sockelbetrag von 200 Euro verbunden mit einer linearen Erhöhung von 5,5 Prozent folgen.

In Gehaltsgruppen, in denen so keine Erhöhung um 340 Euro erreicht wird, soll der Betrag auf 340 Euro festgesetzt werden. Die Laufzeit rückwirkend ab Januar 2023 soll 24 Monate betragen.

Quelle:https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-04/tarifkonflikt-schlichtung-einigung-oeffentlicher-dienst


Täusche ich mich, oder bleibt das hinter dem im Artikel genannten Anfangsangebot der Arbeitgeber zurück?


Ende März waren Verhandlungen gescheitert: Die Arbeitgeber hatten acht Prozent mehr Einkommen und einen Mindestbetrag von 300 Euro sowie eine Einmalzahlung von 3.000 Euro angeboten. Ver.di und der Beamtenbund dbb forderten hingegen 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat.

?

Mal schauen, was Verdi jetzt macht.

Das wird ja dann auch direkte Konsequenzen dafür haben, wieviel wir erreichen können...

Edit: Also, die Zahlen zum letzten Angebot der AG-Seite scheinen zu stimmen, jedenfalls stehen sie so auch auf Haufe.de https://www.haufe.de/oeffentlicher-dienst/entgelt/tvoed-tarifrunde-2022-aktueller-stand_150_576972.html

Aber dann ist der Schiedsspruch ja wirklich ne Verschlechterung?

h3nni
15.04.2023, 11:28
Hä wieso? 340 statt 300 Euro im Monat.

Nefazodon
15.04.2023, 11:33
Hä wieso? 340 statt 300 Euro im Monat.

Sehr witzig.

Verdi selbst schrieb zum letzten Angebot der Arbeitgeber übrigens:


Warum wir das abgelehnt haben
Mit diesem oder dem auf der Pressekonferenz erstmalig vorgestellten „Angebot“ wäre nicht mal die Inflationsrate für 2023 und 2024 ausgeglichen worden.
Diese beträgt nämlich voraussichtlich 6,6 % für 2023 und wahrscheinlich 3 % für 2024, laut dem Sachverständigenrats für Wirtschaft. Und da ist noch nicht der Nachholbedarf aus dem Jahr 2022 eingerechnet, in dem die Inflationsrate 7,9% betragen hat.

Die Inflation hat eine harte soziale Schieflage
Die Inflation trifft gerade Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen und Familien mit Kindern viel heftiger als andere. Denn sie geben einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Einkommens für Energie und Nahrungsmittel aus. Und genau hierfür sind die Preise besonders stark gestiegen. Da helfen selbst die Entlastungspakete der Bundesregierung wenig. Steuerentlastungen nützen hier vor allem denjenigen mit höheren Einkommen. Von Energiepreisbremsen profitieren Besitzer von Villen mit beheizten Schwimmbädern mehr als Geringverdienende mit Zweizimmerwohnung. Und auch einmalige Energiepreispauschalen können dauerhaft gestiegene Preise nicht auffangen. Genauso wenig wie das angebotene Inflationsausgleichsgeld.

Das beste Rezept gegen die hohe Inflation ist daher ein ordentlicher Tarifabschluss. Und genau deshalb fordern wir einen Mindestbetrag von 500 Euro monatlich mehr

Quelle: https://zusammen-geht-mehr.verdi.de/++co++4b26f5b4-d2f9-11ed-85e6-001a4a160129

Also, wenn der Schlichtungsvorschlag so angenommen wird, seh ich schwarz für unsere Verhandlungen....

Swiffer
15.04.2023, 11:44
Das hab ich mir auch gedacht. Es ist definitiv schlechter als das letzte Arbeitgeberangebot!

8% rückwirkend und dauerhaft und darauf weitere kommende Tariferhöhungen sind gegenüber Nullrunde + Einmalzahlung und dann weitere Tariferhöhungen um die kommende Inflationsentwicklung Summen, die ich mir gar nicht vorstellen will (aber habe und komme bei einer angenommenen Normalisierung der Inflation in den nächsten 3-4 Jahren auf 2% und entsprechenden weiteren Reallohnanpassungen ab dann auf eine grobe Gehaltseinbuße bis zur Rente von ca. 70.000 €...). Da helfen auch keine schlecht gemeinten 3000€ steuerfrei...

Ich glaube, diese Rechnung mit Zinseszinseffekt führt sich irgendwie niemand vor Augen?!

h3nni
15.04.2023, 12:02
Sehr witzig.



Ich dachte, AG bieten mindestens 300 und Schlichtung mindestens 340. Das ist doch mehr? Oder meinst du, weil das erst ab 2024 gilt? Ich meinte das nicht ironisch, sondern Blick es gerade tatsächlich nicht. Sorry.

Edit: und dass ein Schiedsspruch schlechter ist als die jeweiligen Forderungen, ist doch auch eigentlich klar?

Pflaume
15.04.2023, 12:18
Das hab ich mir auch gedacht. Es ist definitiv schlechter als das letzte Arbeitgeberangebot!

8% rückwirkend und dauerhaft
Die angeblichen 8% waren nicht rückwirkend und dauerhaft. Steht in dem link von Nefazodon. 4% zum 1.4.2023 und 4% zum 1.6.2024 bei Laufzeit von 24 bis 27 Monaten. Trotzdem sind 5,5% mit einer Laufzeit von 24 Monaten (laut Schiedsspruch) natürlich aus Arbeitnehmer-Sicht eine Verschlechterung gegenüber den letzten Arbeitgeber-Angeboten von 4%+3% oder 4%+4% bei ähnlicher Laufzeit.

Edit: Allerdings hat Hanni nicht unrecht: 340 Euro sind mehr als 300 Euro, und diese "Mindest-"Lohnerhöhung greift bei ziemlich vielen Beschäftigten. Für alle mit maximal ca. 4.500 Euro aktuellem Bruttogehalt ist der Schiedsspruch wegen dieser Mindest-Summe besser als das letzte Arbeitgeber-Angebot, obwohl die öffentlich genannte prozentuale Erhöhung schlechter ist.

Ob das von verdi wohl so akzeptiert oder doch zum Streik aufgerufen wird? Der Schiedsspruch muß meines Wissens nicht zwingend angenommen werden, sondern ist ein "unabhängiger Vorschlag".

Nefazodon
15.04.2023, 12:37
Ich dachte, AG bieten mindestens 300 und Schlichtung mindestens 340. Das ist doch mehr? Oder meinst du, weil das erst ab 2024 gilt? Ich meinte das nicht ironisch, sondern Blick es gerade tatsächlich nicht. Sorry.

Edit: und dass ein Schiedsspruch schlechter ist als die jeweiligen Forderungen, ist doch auch eigentlich klar?

Dass der Schiedsspruch schlechter ist, als die jeweiligen Forderungen ist klar.
Aber er ist ja auch schlechter als das letzte Angebot der Arbeitgeber...
Siehe auch Pflaumes Beitrag.

Klar wurde der Grundbetrag, der geboten wird, etwas erhöht. Aber die prozentuale Erhöhung die für alle Gehaltsgruppen gelten würde, wurde gesenkt. Ich glaube mit der prozentualen Erhöhung von 8% und Grundbetrag 300 Euro würde man besser fahren, als mit einer Erhöhung von 5,5% für alle, aber mindestens 340 Euro.

Man müsste mal gucken, wieviele Beschäftigte bei 8% nicht auf mind. 300/340 Euro kamen....

Aber so oder so....für alle mit einem höheren Lohn ist die Reduktion auf 5,5% dann natürlich ein Verlust, wenn sie über der Mindestgrenze liegen.

Und uns betrifft es auf jeden Fall auch: Wenn Verdi in den Verhandlungen bei 10,5% aber mindestens 500 Euro startet und am Ende 5,5% und 340 Euro bekommen sollte (nach einer Nullrunde wohlgemerkt), dann wird der MB auch nicht mehr als eben diese 5,5% erreichen können.
Wie es dann mit Sockelbeträgen und Einmalzahlungen ausschaut, muss man sehen....


EDIT:
Ob das von verdi wohl so akzeptiert oder doch zum Streik aufgerufen wird? Der Schiedsspruch muß meines Wissens nicht zwingend angenommen werden, sondern ist ein "unabhängiger Vorschlag".

Das siehst Du richtig. Ein Schiedsspruch muss nicht angenommen werden, aber er zeigt natürlich, wohin die Reise geht und schwächt in diesem Fall die Position von Verdi, die mehr fordern.

Pflaume
15.04.2023, 12:50
Mir kam der Schiedsspruch auf den ersten Blick auch klar schlechter vor (hab mein obiges Posting ja nachträglich noch editiert), aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu der Einschätzung, dass das Ergebnis bei der breiten Basis der verdi-Belegschaft im ÖD eher gut ankommen wird. 340 Euro mehr Gehalt monatlich, dazu noch 3.000 Euro Einmalzahlung - da werden wirklich nur die oberen Lohngruppen unzufrieden sein.

Und vielleicht sind selbst von denen so einige gar nicht so unzufrieden damit. Wie wir schon mehrfach erörtert haben, werden Einmal-Zahlungen als deutlich positver von den meisten Beschäftigten wahrgenommen als sie (wegen Zinseszins-Effekt) wirklich sind. Auf die absurde Abspeisung der Uniklinik-Ärzte mit einer Einmal-Zahlung und gleichzeitigen Nullrunde beim letzten Tarifabschluß im Frühjahr 2022 gabs ja auch kaum Proteste unter den Kollegen. Dabei war diese Nullrunde in meinen Augen ein echter Schlag ins Gesicht.

Nefazodon
15.04.2023, 13:02
Wie gesagt: Müsste man mal gegen rechnen. Dazu müsste man wissen, wieviele Beschäftigte mit welchem Gehalt Verdi vertritt.

Unter Umständen könnte es für sie Gesamtheit aller von Verdi Vertretenen ein Gewinn sein.
Für die höheren Gehaltgruppen aber klar ein Verlust.

Und das war und ist ja auch immer eines der Hauptargumente, warum Verdi für Ärzte schlecht ist und diese besser durch den MB vertreten sind: Verdi achtet zu sehr auf die unteren Gehaltgruppen und vernachlässigt die Beschäftigten, die mehr verdienen.
Aus unserer Sicht ist eine Vertretung durch Verdi also schlecht.

Aber wir werden ja auch durch den MB vertreten. Das Hauptproblem aber bleibt: Wenn es zu diesem Abschluss kommt, werden plakativ die 5,5% in den Medien kommuniziert werden. Dann wird es für den MB schwer werden, mehr zu fordern.
Für uns würde dieses Ergebnis, wenn es so angenommen wird, also eine deutliche Schwächung unserer Verhandlungsposition bedeuten.
Daher spielt die VKA in den Verhandlungen mit dem MB ja im Moment auch auf Zeit.

Aus Sicht von uns Ärztinnen und Ärzten kann man nur hoffen, dass Verdi den Vorschlag ablehnt und weiter streikt.

Autolyse
15.04.2023, 17:31
Wie gesagt: Müsste man mal gegen rechnen. Dazu müsste man wissen, wieviele Beschäftigte mit welchem Gehalt Verdi vertritt.

Unter Umständen könnte es für sie Gesamtheit aller von Verdi Vertretenen ein Gewinn sein.
Für die höheren Gehaltgruppen aber klar ein Verlust.

Und das war und ist ja auch immer eines der Hauptargumente, warum Verdi für Ärzte schlecht ist und diese besser durch den MB vertreten sind: Verdi achtet zu sehr auf die unteren Gehaltgruppen und vernachlässigt die Beschäftigten, die mehr verdienen.
Aus unserer Sicht ist eine Vertretung durch Verdi also schlecht.

Aber wir werden ja auch durch den MB vertreten. Das Hauptproblem aber bleibt: Wenn es zu diesem Abschluss kommt, werden plakativ die 5,5% in den Medien kommuniziert werden. Dann wird es für den MB schwer werden, mehr zu fordern.
Für uns würde dieses Ergebnis, wenn es so angenommen wird, also eine deutliche Schwächung unserer Verhandlungsposition bedeuten.
Daher spielt die VKA in den Verhandlungen mit dem MB ja im Moment auch auf Zeit.

Aus Sicht von uns Ärztinnen und Ärzten kann man nur hoffen, dass Verdi den Vorschlag ablehnt und weiter streikt.
Der öffentliche Dienst ist unten breit und oben schmal. Wie oben schon vorgerechnet wurde, steht jeder mit weniger als 4.500€ Monatsbrutto besser da, und das ist in der Bundestabelle E9b bis zur Endstufe, die höheren Besoldungsgruppen dementsprechend nur in den Anfangsstufen.