Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Na ja... mit der kurzen Laufzeit wurde ja letztes Jahr schon argumentiert... nur um sie mit diesem Abschluss stillschweigend um 6 Monate zu verlängern
Das ist echt bitter..... :-/
Tut mir leid, für die, die enttäuscht sind. Meine Erwartungen übertrifft die Einigung. Ich hab’s hier geschrieben, meine Vorhersage waren 4 % + 4 %. Und dann analog zu Verdi 3000 € Einmalzahlungen bei 2 Jahren Laufzeit.
vanilleeis
23.05.2023, 19:29
Und wo wirst du übertroffen (abgesehen von den 0,8%?)
Ausgleichszahlung: Geringer
Laufzeit: Haha. Das werden auch locker 2 Jahre werden... siehe mein oberer Post.
Verdi: 200 € plus 5,5 % ab März 2023... gegenüber 4 % bei uns
Rechne mal aus, wie hoch deine Nachzahlung wäre, wenn der Tarifabschluss vertragsgemäß zum 1.1. erfolgt wäre ... bei mir wären das grob Überschlagen 1600 € brutto für 6 Monate Nachzahlung gegenüber 750 € netto Einmalzahlung (TZ-Stelle)... hat die VKA also sogar bei mir gespart
Zur Klarstellung: Der MB hat einiges geschafft. Aber es ist der zweite Tarifabschluss in Folge, in dem Verdi deutlich (!!) bessere Ergebnisse erzielt.
Ist ziemlich schlecht gelaufen. Sehr enttäuschend…
Peter.Meier
23.05.2023, 19:35
Ich finde die Einigung tatsächlich ziemlich enttäuschend, v.a. im Vergleich zur Einigung mit den BG-Kliniken.
Nullrunde für 6 Monate, kein wirklicher Bonus durch die steuerfreie Inflationsprämie, in den höheren EG sogar deutliche Einbuße. Auch die 9% (4,8% und dann nochmal 4%, multiplikativ) sind erst ab EG2 mehr als die 200€ + 5,5%. Wieso es eine 2. Einmalzahlung im Januar gibt (außer, dass dann für die VKA ein neues Geschäftsjahr angefangen hat) verstehe ich auch nicht. Und in 2024 heißt es dann, dass es ja erst im März 4% Erhöhung gab und deshalb kein Spielraum für weitere Erhöhungen ist.
Hätte man die Gehaltserhöhung rückwirkend ab 01/23 und mit 5 + 4 % erwirkt wäre es ein halbwegs akzeptabeler Deal gewesen.
So wird die erste steuerfreie Prämie bereits zum Ausgleich für das Ausbleiben der Gehaltserhöhung für die dann letzten 6 Monate aufgebraucht.
Schade. Ich merke aber auch, dass viele meiner insb. jungen Kollegen scheinbar Geld hassen und Wohlstand mit Gier gleichsetzen.
SineNomine
23.05.2023, 20:06
naja, Ergebnis liegt grob im Rahmen des Ver.di-Abschlusses, wenn man da die besserverdienenden heranzieht. Ich hatte schlimmeres befürchtet und besseres erhofft und lass das jetzt mal so stehen. Im Vergleich zu dem, was man letztes mal als Abschluss präsentiert hat, kann man diesmal zumindest über das Ergebnis diskutieren. Tarifverhandlungen sind auch kein Wunschkonzert, auch wenn ich einen unbefristeten Streik mal interessant gefunden hätte und was dabei herauskommt.
Dennoch das Fazit am Ende: In den letzten Gehaltsrunden wäre man mit ver.di auch nicht wirklich schlechter gefahren und hätte mehr streikmacht im Rücken.
Hätte man die Gehaltserhöhung rückwirkend ab 01/23 und mit 5 + 4 % erwirkt wäre es ein halbwegs akzeptabeler Deal gewesen.
Ernsthaft? Du bist ja billig zufrieden zu stellen. Naja, dann bleibt mehr übrig für die Klugen.
Wie lange wollt ihr euch noch von unfähigen Gewerkschaftssesselfurzern vertreten, mit jämmerlichem Tarif abspeisen lassen und Realeinkommensverluste hinnehmen?
McLaren422
23.05.2023, 20:25
ich bin sehr zufrieden mit der Einigung, auch wie bereits bei der letzten Einigung. Kann den Marburger Bund nur loben! Danke an alle, die mitgestreikt haben!
Klar, es hätte immer mehr sein können, aber Tarifverhandlungen sind auch immer ein Kompromiss. Ich hätte mit weniger gerechnet oder gar mit Erzwingungsstreik.
Und nein, ich bin kein Verächter von Geld und Wohlstand. Porsche ist das Ziel :D
Sonic the Hedgehog
23.05.2023, 20:36
Wer so naiv ist und glaubt als angestellter Klinikarzt in Deutschland ernsthaft zu Reichtum zu kommen, der glaubt auch an einer adäquaten Interessenvertretung durch den Marburger Bund.
q.e.d.
Es gibt einfach nichts hinzuzufügen. Der Abschluss spricht für sich (und gegen sie).
claptrap
23.05.2023, 21:30
Was soll man noch machen außer die Entwertung der Arbeit im Sinne der Gewerkschaft unter den Kollegen zu besprechen/erklären und zu Streiken?
Ich kann den letzten zwei Postern nichts hinzufügen. Ich ärgere mich über meine Mitgliedschaft.
flowone93
23.05.2023, 22:37
Der Abschluss ist wirklich schlecht im Vergleich zu dem, was hätte erreicht werden sollen.
Nach der letzten Runde, die auch schlecht war, werde ich meine Konsequenzen ziehen. MB Mitgliedschaft wird gekündigt.
Muss mir gut überlegen ob Arbeit im Krankenhaus noch attraktiv genug ist, im Vergleich zu dem, was anderswo geboten wird.
Ich bin gespannt, was ggf Vertreter des MB hier an Perspektiven einbringen. In meinem Haus sind die meisten sehr enttäuscht, möchten per Mail protestieren und überlegen sich auch den Austritt.
LOL, „Kann den Marburger Bund nur loben!“ klingt in meinen Ohren so extrem ironisch. XD @vanilleeis: Die Erwartungs-Latte lag nach dem TdL Meisterwerk letztes Jahr sehr niedrig. Ich hab hier zwar 4 % geschrieben, da eine gewisse Analogie zu Verdi zu erwarten war, aber ich wäre bei wesentlich weniger auch nicht überrascht gewesen. Mit der stillschweigenden Verlängerung meinst du die 6 Monate Nullrunde? Besser wäre es natürlich gar keine Leermonate zu haben dennoch war die Befürchtung auch hier, dass analog zu Verdi beispielsweise ein Jahr Nullrunde und ein halbes Jahr 8,8 % verhandelt worden wäre. Der Abschluss ist vermutlich nicht als gut zu bezeichnen und trotzdem besser als erwartet. Liegt vielleicht auch daran, dass auch meine Meinung zum MB nicht mehr weiter sinken kann.
MB-Fanboy anignu, der/die anscheinend selbst ein Couchpotato zu sein scheint, wenn man Zeit hat, >3000 Beitrage in die Tasten zu hauen
Ich habs für dich ausgerechnet: es sind bei mir ca. 200 Beiträge pro Jahr, bei dir 220 in knapp eineinhalb Jahren... mann sind wir weit auseinander...
Und in Bezug auf den MB: der MB ist wie die Demokratie. Die Demokratie ist die beste Regierungsform die wir haben oder von der wir wissen und sie lebt vom Mitmachen. Der MB ist die beste Vertretungsreform die wir haben oder von der wir wissen, und der MB lebt auch vom Mitmachen.
Klar. Es gibt immer Elemente die die Demokratie ablehnen oder zerstören wollen. Die von der Demokratie enttäuscht sind. Ich bin Fanboy der Demokratie ;-)
Und hatte ich nicht gesagt dass wir noch eine Einigung erwarten dürfen? https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?106823-Aktuelle-VKA-Tarifverhandlung-1-22-und-23-Der-Diskussionsthread&p=2260952&viewfull=1#post2260952
Und in Bezug auf das Ergebnis? Ich hatte in https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?106823-Aktuelle-VKA-Tarifverhandlung-1-22-und-23-Der-Diskussionsthread&p=2259239&viewfull=1#post2259239 gesagt dass wir verdi +-1 erwarten dürfen und das gemeint auf https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?106823-Aktuelle-VKA-Tarifverhandlung-1-22-und-23-Der-Diskussionsthread&p=2258888&viewfull=1#post2258888 also bezogen auf eher die Besserverdiener mit eher Richtung 11,6% in 24 Monaten. Das sind 5,8% pro Jahr. Wir bekommen 8,8% für 18 Monate und somit 5,866% pro Jahr. Entspricht somit genau dem verdi-Abschluss.
Finde ich den Abschluss toll? Nein. Werde ich jubeln? Nein. Nehmen wir einen Reallohnverlust hin? Ja. War es zu erwarten? Ja, ja und nochmal ja. Diese 8,8% für 18 Monate ist genau das was nach meiner Rechnung dem verdi-Tarifvertrag entspricht. Es war niemals zu erwarten dass wir mehr Geld bekommen wie die Pflegekräfte! Dafür sind wir zu schlecht organisiert, dafür ist die Streikbeteiligung zu mau, dafür bekommen wir nichts auf die Reihe. Wir sind keine Piloten-Gewerkschaft die einfach mal den Flugbetrieb komplett lahmlegen. Oder Fluglotsen-Gewerkschaft oder Lokführer-Gewerkschaft. Wir sind ein loser Haufen an Leuten in einem sozialen Beruf. Ein Teil sind Chefärzte, denen sind Tarifverträge eh egal, bei Oberärzten so halb, die Assistenzärzteschaft hat sich in 50% der Fälle schon mal Richtung Niederlassung und damit Ausscheidung aus dem System vorbereitet etc. und wiederum ein Teil fühlt sich den Patienten verpflichtet und hat mit dem Streik ein schlechtes Gewissen. Dazu kommt der Sicherstellungsauftrag dass ein Teil gar nicht streiken darf um einen gewissen Notdienst aufrecht zu erhalten. Wir können froh sein dass bei solch heterogenem Haufen überhaupt das Gleiche rauskommt wie bei verdi.
TLDR: wir können froh sein dass der MB das rausgeschlagen hat was auch verdi erreicht hat. Es hätte auch schlechter laufen können. Und von mir aus: nennt mich Fanboy weil ich schreib dass ich froh bin dass der MB das Gleiche erreicht wie verdi.
ehem-user-25-05-2023-1112
24.05.2023, 00:39
Ich finde es interessant, dass Pflegekräfte in Verhandlungen z.T. erfolgreicher als Ärzte sind obwohl sie viel weniger organisiert sind:
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/pflege-kraefte-selten-bei-verdi-warum-das-so-ist,TAzf81F#:~:text=Mitgliedszahlen%20in%20Gewerks chaft%20auf%20neun,der%20Altenpflege%20auf%20neun% 20Prozent.
Klinikärzte sind doch zu mehr als 9% in einer Gewerkschaft
Auch wenns ein mauer Abschluss ist: Glückwunsch, dass überhaupt eine Gehaltserhöhung hinzu kam. Der Abschluss an den Universitätsklinika war ja noch viel größerer Murks.
Dr.Wilson
24.05.2023, 05:15
Ich finde es nicht überragend aber immerhin ist es etwas...
Sehe ich das aber richtig, dass, wenn ich im Juni bei nem Krankenhaus mit VKA Vertrag gekündigt habe, leer ausgehen werde und nicht mal die Einmalzahlung erhalten werde? 🎉 Die wird ja wohl erst im Juli/August ausgezahlt werden...
SineNomine
24.05.2023, 05:29
TLDR: wir können froh sein dass der MB das rausgeschlagen hat was auch verdi erreicht hat. Es hätte auch schlechter laufen können. Und von mir aus: nennt mich Fanboy weil ich schreib dass ich froh bin dass der MB das Gleiche erreicht wie verdi.
Das ist alles nicht grundfalsch, die legitime Frage in diesem Kontext aber ist, ob dann nicht eine Vertretung durch Ver.di besser ist, da man in etwa die selben Resultate bekommt, aber eine deutlich größere Streikmacht im Rücken hat.
hatte aber tatsächlich aufgrund der vergangenen Erfahrungen mit dem MB sogar schlimmeres erwartet.
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