Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread
Das Hauptproblem im Rufdienst ist dass man dort ganz ganz groß verarscht wird. Auch die Umfrage ärgert mich diesbezüglich weil von einer "de facto Rechtslage" gesprochen wird, die tatsächlich aber nicht de facto ist.
Im Rufdienst gibt es Dienstanweisungen dass man in 30 Minuten am Patientenbett stehen muss und man kann sich quasi nicht dagegen wehren. Klar kann man widersprechen, laut der juristischen Auskunft beim Marburger Bund muss man sich aber trotzdem daran halten so lange man dies noch nicht abschließend vor Gericht geklärt hat. Was soll das? Was fällt dem MB ein da von einer "de facto Rechtslage" zu sprechen?
Aus meiner Sicht ist der Rufdienst zu billig. Ebenso wie man Überstunden noch teurer machen sollte, sollte man den Rufdienst teurer machen. Einfach mal doppeltes Geld für den Rufdienst selbst und die Einsatzzeiten im Rufdienst. Dann überlegen sich die Arbeitgeber schon ob sie weiterhin flächendeckende Rufdienste anbieten...
Gehalt für alle ist immer wichtig.
Aus meiner Sicht hat der MB in den letzten Verhandlungen viel für Bereitschaftsdienste und Dienstpläne erreicht. Meiner Meinung nach sind jetzt mal signifikante Verbesserungen im Rufdienst dran. Incl. klarer Regelungen bzgl. der 30 Minuten.
Anne1970
10.02.2024, 14:27
Oh sorry,
Vielleicht geht das: https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/vka-mitgliederbefragung-zur-vorbereitung-der-tarifrunde-2024
Ich habe an der Umfrage teilgenommen. Aber irgendwie erscheint sie sehr konstruiert. Wie soll man über Dinge entscheiden, die einen nicht betreffen? Rufbereitschaft habe ich nicht. Kann natürlich sagen, was ich mir wünsche, wenn ich sie hätte. Ansonsten betrifft mich nur der Bereitschaftsdienst. Wieso soll ich dann entscheiden, ob mir Anpassungen bei der Rufbereitschaft oder im Schichtdienst wichtiger sind.
Und herzlichen Lachen musste ich über die Anpassung der wöchentlichen Arbeitszeit lachen. Wer arbeitet bitte 40 Stunden pro Woche? Jeder, aber auch wirklich jeder, arbeitet mehr: Überstunden, Bereitschaftsdienste ohne FZA, Rufdienste, Visitendienste. Was soll es mir bringen die Zeit zu reduzieren, wenn die Arbeit schon nicht mit 40 Stunden zu schaffen ist? Werden neue Stellen geschaffen? Sicherlich nicht.
Und allgemein zu Überstunden: mein gut gefülltes Arbeitszeitkonto sind keine Überstunden, da ich zwar täglich Überstunden mache, aber auch so viele Dienste (die teilweise in Freizeit ausgeglichen werden), sodass es eben keine Überstunden sind. Frage mich wer so wenig Dienste macht, sodass es anders ist?
Ist der MB eigentlich dumm? Stellt die Umfrage "allen Mitgliedern aus dem Tarifbereich TV-Ärzte/VKA" bereit und dann ist sie frei verfügbar online? Das macht die Glaubwürdigkeit doch zu einer Lachnummer.
Kann ich nochmal eine richtige Gewerkschaft sehen?
Ich würde mich freuen, wenn Überstunden ausnahmslos überall dokumentiert werden würden. Ist leider nicht der Fall, und vom Marburger Bund kann auch keine echte Adhärenz seitens der Arbeitgeber erwartet werden.
Das einzige was alle betrifft sind Gehaltserhöhungen und sie sollen die Hauptpriorität sein.
Bei uns wird die Arbeitszeit inkl Überstunden dokumentiert, aber Mehrarbeitszeit nicht als Überstunden anerkannt. Heißt Zuschläge sieht man nicht, wenn man die Zeit abfeiert. Hierfür müsste jeder einzelne vors Arbeitsgericht ziehen (laut Personalrat).
d.h. bei uns würde bei den ärztlichen Mitarbeiten eine Erhöhung der Zuschläge im Gegensatz zur Gehaltserhöhung nicht ankommen.
Aus meiner Sicht hat der MB in den letzten Verhandlungen viel für Bereitschaftsdienste und Dienstpläne erreicht.
Das dachte ich mir auch, die Regulierungen sind schon ganz gut. Bei der Abrechung der Dienste fühl ich mich trotzdem immer noch verarscht, wenn am Ende für eine schlaflose Nacht nur ein paar Euro übrig bleiben.
Off Topic, auf den Zuschlag für die Dienste ab dem fünften pro Monat warte ich an meinem Haus immer noch, im Dienstplan werden sie zwar gezählt, aber auf der Abrechnung tauchen sie nicht auf.
Und allgemein zu Überstunden: mein gut gefülltes Arbeitszeitkonto sind keine Überstunden, da ich zwar täglich Überstunden mache, aber auch so viele Dienste (die teilweise in Freizeit ausgeglichen werden), sodass es eben keine Überstunden sind. Frage mich wer so wenig Dienste macht, sodass es anders ist?
Das gehört einfach abgeschafft. Überstunden und Dienststunden sollten nicht weggerechnet werden dürfen, sondern im Gegenteil besonders hoch vergütet werden. Alles andere ist doch Verarsche.
Aber um deine Frage zu beantworten: Ich mach keine Überstunden, ich geh eher ne halbe Stunde früher. Auch bei meinem vorherigen Arbeitgeber (mit dem grünen H) waren wir fast jeden Tag pünktlich durch. Der Chef war ein harter Hund und hat uns gegenüber der Geschäftsführung den Rücken freigehalten. Wenn zu viel Arbeit ist, braucht man halt mehr Leute. Aber wenn Überstunden nichts kosten, fehlt dem Management leider der Anreiz.
Sonic the Hedgehog
11.02.2024, 18:19
Der Schwerpunkt sollte dieses mal meiner Meinung nach beim Gehalt sein. Andere Gewerkschaften wie für die Metaller, Piloten und Lokführer haben (bzw. sind dabei) kräftige Tariferhöhungen erzielt. Die Inflation ist weiterhin hoch und die letzte Entgelterhöhung war meiner Meinung nach ein Witz.
Der Schwerpunkt sollte dieses mal meiner Meinung nach beim Gehalt sein.
Dann betrifft dich der Rufdienst nicht...
Rufdienst: Du kommst um 7:30 Uhr in die Klinik, arbeitest, die OPs dauern ein paar Minuten länger und du kommst erst um 20 Uhr raus. Dann wirst du um 16 Uhr virtuell ausgestempelt, alles was zwischen 16 Uhr und 20 Uhr passiert ist ja eigentlich ein Rufdiensteinsatz (wird ausbezahlt). Aber das dann doch wieder nicht da es sich direkt an die eigentliche Arbeitszeit anhängt. Also verschiebt sich wiederum der Rufdienstbeginn auf 20 Uhr und du hast damit von 20 Uhr bis 7:30 Uhr nur noch Rufdienst, was noch nicht mal die Pauschale auslöst sondern nochmal weniger ist. Dann noch ein kurzer Einsatz im OP von 2 Uhr bis 4 Uhr. Fahrzeiten nicht mitgerechnet. Was machst dann in der Früh? Kommst pünktlich? Bist kaputt? Entweder du kommst gleich in der früh und kannst dich dann nach dem Tag wegschmeißen. Oder du hältst dich an das Arbeitszeitgesetz, kommst nach 5,5h Ruhezeit um 9;30 Uhr nach maximal 4h Schlaf und machst nur 2 Minusstunden? Oder schläfst du erstmal aus, kommst mittag/nachmittag und machst mehr Minusstunden? Kommst gar nicht und machst 8 Minusstunden? Meldest du dich krank weil du fertig bist?
Rufdienst kann so richtig besch.... sein und es gibt keine ausreichenden Regelungen die Leute die Rufdienst machen vor Minusstunden, bescheidenen Ruhezeiten oder finanzieller Verar... zu schützen. Da sollten klare Regelungen her.
Und wer sich verar... lassen will, der kann das ja mit einer außertariflichen Regelung immer noch machen. Dem steht ja nichts entgegen. Aber sich im Rahmen des Tarifvertrags verar... zu lassen gefällt mir irgendwie nicht.
Für mich zählt inzwischen auch alleine die Aufstockung beim Grundgehalt.
Das restliche Konstrukt an Arbeitsbedingungen, die sich der MB in den letzen Jahren zusammengebastelt hat, ist so armselig, dass ich nicht auf Verbesserung setzen möchte.
Gleichzeitig bekomme ich aber mit einer besseren Vergütung die Möglichkeit, ggf meine Arbeitszeit zu reduzieren, und mir so selbst den nötigen Zeitausgleich zu erkaufen, der aufgrund der Arbeitsbelastung für mich nötig ist.
Ich sehe das ähnlich wie die meisten hier: Das, was wirklich bei allen ankommt, ist das Gehalt - damit stünde das für mich auch im Vordergrund.
Klar, bessere Arbeitsbedingungen haben was, kommen aber am Ende halt doch nicht an.
Was meines Erachtens aber auch 2 absolut wichtige Punkte sind:
- Es kann nicht sein, dass man zur Strafe für einen abgeleisteten Bereitschaftsdienst am Folgetag 8 Stunden abgezogen bekommt. Damit sind Bereitschaftsdienste einfach nur eine Buckelei, die ohne Zusatzverdienst bleibt, weil sich das mehr oder minder aufwiegt.
- Schichtdienst...auch so ein Thema. Es schränkt das private Leben schon massiver ein als Bereitschaftsdienste und die Wechselschichtzulage ist ein Witz. Hier besteht definitiv Verbesserungsbedarf.
SineNomine
17.02.2024, 20:11
Gehalt, Gehalt, Gehalt.
Alles andere ist für den einzelnen nicht durchsetzbar und theoretische Verbesserung ohne praktische Konsequenzen sind für niemanden hilfreich.
Spektralleuchte
19.02.2024, 18:14
Was ich wirklich will: Jedes Fitzelchen Verbesserung was Arbeitsbedingungen angeht..
Das einzige von dem ich glaube das ankommt: Gehalt. Und das am Besten nicht in irgendwelchen komplizierten Aufschlägen wenn man mal BD II hat, der Mond im Jupiter steht, aber nur im Mai wenn die Schneeglöckchen noch blühen sollten an geraden Tagen die mit D anfangen Ausnahme Schaltjahr. Nur was einfach nachvollziehbar ist was auf dem Konto landen sollte sind die Beschissmöglichkeiten möglichst niedrig. Und dann liegt es nicht mehr an jedem Einzelnen seine Rechte durchsetzten zu müssen..
Einfacher würde es auch schon, wenn der BD nicht eine extra Stundenlohntabelle hätte, sondern der normale Stundenlohn die Basis wäre.
Und dann +100% oder +200% Zuschlag.
Am wichtigsten wäre aber echt, dass die Kliniken die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit nicht mehr als "Freizeitausgleich" abziehen dürfen. So eine Asozialität würde IGM nicht eine Millisekunde dulden.
Endoplasmatisches Reticulum
20.02.2024, 12:28
......
Kann man das überhaupt so vergleichen? Haben IGM Unternehmen auch 24-Std-Bereitschaftsdienste?
Am wichtigsten wäre aber echt, dass die Kliniken die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit nicht mehr als "Freizeitausgleich" abziehen dürfen.
Lass mich raten: du machst auch Rufdienste und kommst dir regelmäßig verarscht vor? ;-)
Lass mich raten: du machst auch Rufdienste und kommst dir regelmäßig verarscht vor? ;-)
Mittlerweile nur noch RD, dann aber teilweise bis zu 72h lang. Da finde ich es nicht so krass. BD als WBA waren lächerlich - 24h durchgearbeitet Montag 07:30 bis Dienstag 07:30 - Bezahlt wurden von den 15 h "BD" (max. 49% Einsatz am Arsch) am Ende 6 h, weil du ja Dienstag 9 h FZA hattest (aka gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit). Um wenn es am Monatsende war, hast du diese 9h dann halt als Minusstunden kassiert.
Ich habe kein Problem damit viel zu arbeiten. Aber als hochqualifizierter Akademiker nachts für effektiv 12-13€ Stundenlohn BRUTTO (6h/15h = 40% werden nur bezahlt; also 7€ Netto) zu schuften ist einfach lächerlich.
Mittlerweile nur noch RD, dann aber teilweise bis zu 72h lang. Da finde ich es nicht so krass. BD als WBA waren lächerlich - 24h durchgearbeitet Montag 07:30 bis Dienstag 07:30 - Bezahlt wurden von den 15 h "BD" (max. 49% Einsatz am Arsch) am Ende 6 h, weil du ja Dienstag 9 h FZA hattest (aka gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit). Um wenn es am Monatsende war, hast du diese 9h dann halt als Minusstunden kassiert.
Ich habe kein Problem damit viel zu arbeiten. Aber als hochqualifizierter Akademiker nachts für effektiv 12-13€ Stundenlohn BRUTTO (6h/15h = 40% werden nur bezahlt; also 7€ Netto) zu schuften ist einfach lächerlich.
BD ist doch an und für sich absurd. Kriegt der McDonalds Mitarbeiter weniger Gehalt, wenn gerade mal niemand Pommes kauft??
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