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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aktuelle VKA-Tarifverhandlung 22/23 und 2024- Der Diskussionsthread



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h3nni
21.10.2024, 19:56
Das mit der Streikkasse denke ich mir seit Jahren, ich glaub, das ist im Forum auch schon ein paar mal angesprochen worden.
Muss ja nicht 1% vom Brutto sein wie bei der IG Metall, aber flat fee für alle ist schon nicht so nachvollziehbar für mich.
Und Mehrkosten sind halt unsexy, wer kann das durchsetzen?

TaraTamm
21.10.2024, 20:26
Es sollte verpflichtend werden, Erhöhungen von Tarifverträgen real (= inflationsbereinigt) und nicht nominal anzugeben.

Wenn da dann statt +2% auch mal die tatsächlich verhandelten -4% stehen, dann kapieren vielleicht auch mal mehr unserer Kollegen, wie sehr wir verarscht werden.

Aus meiner Abteilung sind aktuell zwei Fachärzte aus Lettland und aus Spanien zurück in die Heimat gegangen, weil sie dort unterm strich deutlich mehr verdienen als in Deutschland bei gleichzeitig weniger Arbeit.

dkt88
22.10.2024, 17:00
In dieser Runde geht es zwar auch um lineare Erhöhung, jedoch sind diesmal auch Regelungen zu Schicht/Wechselschicht gekündigt worden. Arbeit zu ungünstigen Zeiten soll anders „bewertet“ werden; z.B. Thema Zusatzurlaub, Zulagen ( hier nur ein Beispiel: die Samstagszulage wird derzeit für 13-21 Uhr gezahlt und beträgt 64 Cent pro Stunde).
Insgesamt tun sich die, die da für den AG verhandeln, mit den Forderungen nicht gerade … leicht. Was bisher genannt wurde, kam für die Arbeitnehmer- Seite nicht in Frage. Mehr „Wasserstandsmeldungen“ ergeben keinen Sinn. Es ist nun mal so, dass beide Seiten sich suffizient aufeinander zubewegen müssen - das sind nicht nur die 10-12 Leute die da insgesamt meist am Tisch sitzen, sondern auch die Gremien ( die jeweils aus der Gesamtheit der Mitglieder der AG und AN delegiert sind ) beider Seiten. Daher wird im November weiter verhandelt werden.



In den Statements versucht der MB leider einen ganz klaren Schwerpunkt auf das Thema "Neuregelung Wechselschicht usw" zur legen.

Immerhin wird nicht weniger als 8,5% gefordert.

Denke am Ende wird prozentual extrem wenig rauskommen, insbesondere im Bezug zur Laufzeit.

Schöngeredet wird es dann mit den kleinen "Nebenabreden" zu Schichtdienst usw. die ja stattdessen erreicht wurden.

TaraTamm
23.10.2024, 06:04
In den Statements versucht der MB leider einen ganz klaren Schwerpunkt auf das Thema "Neuregelung Wechselschicht usw" zur legen.

Immerhin wird nicht weniger als 8,5% gefordert.

Denke am Ende wird prozentual extrem wenig rauskommen, insbesondere im Bezug zur Laufzeit.

Schöngeredet wird es dann mit den kleinen "Nebenabreden" zu Schichtdienst usw. die ja stattdessen erreicht wurden.

Is ja quasi Standard -Vorgehen des MB. Wie als vor einiger Zeit „Anwesenheitszeit = Arbeitszeit“ erkämpft wurde statt einer ordentlichen Tariferhöhung. Das hat vermutlich für niemanden etwas geändert, da es von den Kliniken, die vorher keine überstunden erfasst haben, einfach weiterhin ignoriert wird.

Die Arbeitgeberseite freut‘s.

dkt88
13.11.2024, 17:27
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/pressemitteilung/wir-sind-der-entscheidenden-phase-der-verhandlungen


Morgen geht's mit 3 tägigen Verhandlungen in Berlin los.


Die Pressemitteilung beginnt bezüglich der Verhandlungspunkte mit: "Dreh- und Angelpunkt der vierten Verhandlungsrunde Mitte Oktober war die vom Marburger Bund geforderte Reform der Schicht- und Wechselschichtregelungen im Tarifvertrag."


Die ursprünglich geforderten 8,5% linearen Gehaltssteigerungen scheinen nur noch sekundär zu sein und sind nur noch "ein weiterer Knackpunkt".



Die alte Leier bahnt sich wieder mehr als an. Schlechte bis mittelmäßige Entgelterhöhungen mit mäßig interessanten/relevanten Nebenthemen schön zu reden. Mark my words.

ypb94
13.11.2024, 18:10
Auch lustig dass noch von der Krankenhausreform und Refinanzierung im Rahmen dieser geredet wird. Die Mitteilung ist sicher auch gut abgehangen und wurde jetzt scharf geschaltet ohne Überarbeitung.

Man darf sich keine Illusionen machen. Ziel ist die Einigung, dem wird alles untergeordnet, man hat sich ja schon festgelegt dass es klappt, auch wenn wieder zurück gerudert wurde. Der Rest ist heiße Luft.

Kackbratze
14.11.2024, 17:10
Wenn es so weiter geht sind wir bald auf englischem Niveau. Der noch arbeitende Arzt verdient nix, aus dem Ausland kommt niemand mehr für das Gehalt hierher, aber man hat ja eine Packung Schokolade lt. Tarifvertrag bei jedem Schichtdienst zusätzlich im Arztzimmer.
Ich freu mich drauf.

Anne1970
15.11.2024, 15:14
Hier die aktuelle Information für Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern im Geltungsbereich des TV-Ärzte/VKA
„Rolle rückwärts in der fünften Verhandlungs-runde Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, die fünfte Runde unserer Verhandlungen mit der VKA hat nicht nur keinerlei Bewegung in die rich-tige Richtung gebracht, sondern zu einer veritablen Rückwärtsrolle der VKA geführt. Statt sich mit unseren Forderungen zu beschäftigen oder auch nur an die bisher besprochenen Inhalte anzu-knüpfen, präsentierte uns die VKA zu Beginn des zweiten Tages ein Angebot. Nach einer neunmonatigen Nullrunde sollen die Entgelte erstmals zum April 2025 um 2 Prozent steigen. Ein weiteres Jahr später im April 2026 soll es weitere 2 Prozent und dann zum 1. Dezember 2026 noch einmal 1,5 Prozent geben. Strukturelle Verbesserungen, insbesondere irgendwelche Inhalte zu den seit drei Verhandlungsrunden diskutierten und für den MB unabdingbaren Neurege-lungen zu Schicht- und Wechselschichtarbeit sucht man im Arbeitgeberangebot ebenso vergeblich, wie Regelungen zu Arbeit in besonders belastenden Randzeiten. Lediglich zu einer Erhöhung des Nachtzuschlages für Vollarbeit ab April 2025 um 5 Prozentpunkte (auf dann 20 Prozent) sah sich die VKA darüber hinaus in der Lage. Als Kompensation für die 9 Monate ohne Entgelterhöhung zu Beginn der Laufzeit schlägt die VKA eine Einmalzahlung in Höhe von 500 (!) Euro vor. Diese Summe könne – als Rest der noch verfügbaren Inflationspauschale bis Ende Dezember – steuer- und sozialversicherungsfrei ausgezahlt werden. Unsere Verhandlungskommission hält die Vorstellungen der Arbeitgeber, die sie nun erstmals als formelles Angebot unterbreitet hat, für eine völlige Verkennung der Erfordernisse ärztlicher Arbeits-bedingungen und für ungeeignet, die Verhandlungen zu einem Abschluss zu bringen. Die Große Tarifkommission des Marburger Bundes wird dieses Angebot am morgigen Samstag bewerten und das weitere Vorgehen festlegen. Schon jetzt steht allerdings fest, dass die VKA ein Bekenntnis zu wertschätzenden Arbeitsbedingungen der Krankenhausbeschäftigten nicht abzugeben bereit ist, sondern stattdessen auf Konfrontation setzt. Dieses Vorgehen erscheint uns besonders deshalb völlig kontraproduktiv und widersprüchlich, als die Arbeitgeber noch in ihrer letzten Pressemitteilung verlautbaren ließen, sie hätten „ein neues Modell (…), welches eine Abkehr vom derzeitigen System von Schicht- und Wechselschicht bedeutet hätte“, vorgelegt. Nach dem Arbeitgeberverhalten dieser Runde müssen wir solche Einlassung getrost als Lippenbekenntnis der VKA bewerten, was förmlich nach einer Eskalation der Tarifauseinandersetzung schreit. Über unsere weiteren Schritte in diesem Zusammenhang halten wir Sie zeitnah auf dem Laufenden.“

albo_ffm
15.11.2024, 15:26
Dann bin ich gespannt was die Reaktion des MB auf diese Frechheit sein wird. Eintägiger Warnstreik im Januar oder direkt klein bei geben?

Anne1970
15.11.2024, 15:43
Die Pressemitteilung der VKA die in Umlauf geht, ist eine echte Mogelpackung.
Von 5,5% plus zu sprechen, die erst und ausschließlich im 30. von 30 Monaten erreicht wird, verkauft die Kolleginnen & Kollegen für dumm.

h3nni
15.11.2024, 15:44
Ich glaube, "der MB" als Verhandlungsgruppe ist an sich nicht das Problem, eher der zweifelhafte Rückhalt in der Ärzteschaft bzgl Streik.

Wenn wir nicht genug mobilisieren, kann der MB nicht anders als klein bei zu geben.

Ich bin ehrlich gesagt positiv überrascht, dass es noch keine Einigung gab, dieses Momentum müssen jetzt alle VKA-Beschäftigten in ihre Abteilung tragen und es den Arbeitgebern zurückgeben.

albo_ffm
15.11.2024, 16:01
Ist es nicht Aufgabe der Gewerkschaft zum Streik zu mobilisieren? Wenn man sich dann halt ewig hinhalten lässt über mehrere erfolglose Verhandlungsrunden von der VKA, nur um dann so etwas serviert zu bekommen, müsste man die Rhetorik auch mal den Umständen anpassen.

Gebe dir schon Recht, dass natürlich die Bereitschaft auch seitens der betroffenen Kollegen da sein muss.

Anne1970
15.11.2024, 17:55
Ich glaube, "der MB" als Verhandlungsgruppe ist an sich nicht das Problem, eher der zweifelhafte Rückhalt in der Ärzteschaft bzgl Streik.

Wenn wir nicht genug mobilisieren, kann der MB nicht anders als klein bei zu geben.

Ich bin ehrlich gesagt positiv überrascht, dass es noch keine Einigung gab, dieses Momentum müssen jetzt alle VKA-Beschäftigten in ihre Abteilung tragen und es den Arbeitgebern zurückgeben.:-meinung:-meinung

h3nni
15.11.2024, 21:08
Ist es nicht Aufgabe der Gewerkschaft zum Streik zu mobilisieren? Wenn man sich dann halt ewig hinhalten lässt über mehrere erfolglose Verhandlungsrunden von der VKA, nur um dann so etwas serviert zu bekommen, müsste man die Rhetorik auch mal den Umständen anpassen.

Gebe dir schon Recht, dass natürlich die Bereitschaft auch seitens der betroffenen Kollegen da sein muss.

Wer ist denn "die Gewerkschaft"? Klar kann der MB-Landesverband nen Referenten oder so in jedes Haus schicken und Flyern.
Mehr als Aufrufen und Material zur Verfügung stellen geht zentral nicht gut.
Kennst du zB deinen MB-Kreisvorsitzenden/Beauftragten oder so? Ich ehrlich gesagt nicht. Vielleicht ist das ein Problem, vielleicht aber auch Holschuld von mir.

Als Verdi mal bei uns im Stationszimmer saß zwei Tage lang, um zu mobilisieren, fand ich das wirklich störend.

Letztlich braucht es Kollegen, auch oberärztlich, die sich einsetzen, den Streik organisieren und abnicken.

Ich finde den MB auch oft zahnlos und manchmal (Ballvideos) habe ich auch wenig Verständnis. Ich habe das Gefühl, dass langsam die Kritik über gewisse Kanäle fließt und versucht wird, sich zu ändern. Aber dann braucht es halt auch Schlagkraft.

Muss man ja nicht unbedingt einsetzen, aber die Androhung muss plausibel sein.
Die letzte Atombombe ist auch knapp 80 Jahre her, trotzdem hält sie Akteure davon ab (aktuell), es sich im Baltikum bequem zu machen. Noch. Wenn der Schutzschirm nicht mehr hält, wird das alles fraglich.

Sorry für Politik und off topic, ich finde es aber eine gute Parallele.

albo_ffm
15.11.2024, 21:57
„Die Gewerkschaft“ ist der Marburger Bund. Dieser ist damit in dem Fall als Vertretung der Arbeitnehmerseite im Arbeitskampf, die Instanz die einen Streik ausrufen kann. Nur dann ist er legal.
Schlagkräftige Ansagen zu machen ist eine zielführende Maßnahme, wenn man es beherrscht medial adäquat zu kommunizieren, dass es keine überzogenen Forderungen von freizeitgestressten Millionären sind, die hin und wieder den Arztkittel überziehen und einfach nur gerne noch reicher wären.

Dooly
16.11.2024, 08:53
Ist es nicht Aufgabe der Gewerkschaft zum Streik zu mobilisieren?Der MB verprellt die Leute eher. Das Auftreten der Verhandlungskommissions-Mitglieder hier ist problematisch aber das Auftreten im echten Leben auch. Wir haben beim TdL Streik auch mal persönlich erfahren, weshalb manche besser nicht mit dem MB streiken. Man kann nur verlieren, wenn man sich auf diese Gewerkschaft verlässt. Es gibt kein Vertrauen in den MB, zurecht.

Dennoch ist der unerwartete Verlauf die erste positive Überraschung für mich seit 2022. Der MB gibt an, es seien 3k beim letzten Streik gewesen, letzte Verhandlungsrunde 5k. Ein Warnstreik, der so lief, lässt nicht erwarten, dass ein richtiger Streik eine kluge Entscheidung ist, wieso macht der MB das nun trotzdem? Keine Ahnung, aber ich bin ganz vorsichtig zuversichtlich und sehr gespannt.

albo_ffm
16.11.2024, 09:22
Der MB verprellt die Leute eher. Das Auftreten der Verhandlungskommissions-Mitglieder hier ist problematisch aber das Auftreten im echten Leben auch.

Sehe ich genauso. Mein Punkt war nur: Formell ist es halt nicht möglich legal zu streiken ohne einen Aufruf der Arbeitnehmervertretung.

h3nni
16.11.2024, 09:53
Wen meinst du denn? Ich fand Salatsultan sehr nachvollziehbar und sympathisch, ich mein, zaubern kann der halt auch nicht.

Dooly
16.11.2024, 10:14
Wieso bringst du denn jetzt eine dritte Person rein? Im allgemeinen finde die Kommunikation hier von Kommissionsmitgliedern höchst problematisch. Sie spielen sich auf, heulen rum, deuten an, sind herablassend, fischen nach Anerkennung usw. Selbstdarsteller*innen. Des Weiteren wurde ich, habe ich schon mehrmals geschrieben, von einer völlig spinnerten Person aus dem MB-Dunstkreis mehrmals bedrängt hier per PN meine Klardaten rauszurücken um meine Angelegenheit mit dem MB nachzugehen (!) und dann noch attackiert, als ich diese natürlich nicht rausgerückt habe. Eine Irre im Forum macht den MB nicht aus, aber die echten Kontakte (natürlich mit Klardaten) sind jetzt nicht bedrohend aber einfach so dumm. Den Verlauf meines Austritts und der Meetings haben ich hier geteilt Z. T. auch von der Streikmobilisierung bei der TdL Runde. Auf die Aktivitäten von Bösen folgt natürlich, dass ich hier keine konkreten Informationen geben werde.

h3nni
16.11.2024, 10:24
Naja, der war für die TdL ja in einer Kommission. Und den fand ich wirklich nicht wild.