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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Erkenntnis des Tages"-Thread



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Miss_H
10.10.2013, 13:30
Es ist wirklich Herbst, ich trinke schon seit Tagen Tee.

Nurbanu
10.10.2013, 15:10
What? o.O Sorry, aber da würd ich dir, wenn ich Oberarzt wäre, gelinde gesagt dezent nen Vogel zeigen.

Wieso? Wenn ich "kein Englisch kann"? Habe ich etwas verpasst, oder gibt es eine Englischpflicht für deutsche Ärzte? Ich nutze seit Jahren kein Englisch mehr, entsprechend sind die Kenntnisse eingerostet. Und sagen wir mal, man hat keine Diss, bei der man englische Literatur liest, kommt man im Studium um Englisch gut herum.

Laelya
10.10.2013, 15:13
Du brauchst dich nicht aufregen :-? Das war nur ein Tipp für ganz aussichtslose Fälle, wo der pat. gar nichts versteht. Ich hatte letztens einen kurdischen Pat. der nicht einmal ordentlich Englisch konnte, aber es ging doch irgendwie, mit Zeichensprache und den Englischbruchstücken, die er konnte.

Sorry das war gar nicht böse gemeint ;-)
Hab nur runter geschrieben was mir durch den Kopf ging, im Internet kommt das wohl mal ein bisschen anders rüber...

Zum Thema Verantwortung:
Der Aufklärungsbogen war auf Englisch und der Patient hatte keine frage und deine positive KM Allergie konnte ich ohne Probleme herrausfinden. Ich glaube auch das mich der OA ausgelacht hätte ;-) und die Assis/FA unterschreiben den Bogen nicht ich, und stehen als Aufklärer drauf. Hab gesagt das Aufklärungen eine nicht deligierbare Tätigkeit ist und mich zusammen mit den Ärzten über die Rechtslage unterhalten. Und die meinen, da sie neben mir als Aufklärer draufstehen und sie das unterschreiben und nicht ich, könnte mir nichts passieren, ob das stimmt weiß ich allerdings nicht

ehemaliger User_25062015
10.10.2013, 15:31
Wieso? Wenn ich "kein Englisch kann"? Habe ich etwas verpasst, oder gibt es eine Englischpflicht für deutsche Ärzte? Ich nutze seit Jahren kein Englisch mehr, entsprechend sind die Kenntnisse eingerostet. Und sagen wir mal, man hat keine Diss, bei der man englische Literatur liest, kommt man im Studium um Englisch gut herum.

Lol, dann denk ich ist das dein eigenes Problem. Man sollte sich doch drauf einstellen, dass man auch mit ausländischen Patienten kommunizieren muss. Dass man da eventuell eigenverantwortlich sein Englisch aufpoliert, sollte m.M.n. selbstverständlich sein und nicht vom Studium oder irgendwelchen "Englisch-Pflichten für deutsche Ärzte" abhängen. Wir haben nun mal nen haufen ausländische und nicht deutsch sprechende Mitbürger. Und es gibt nun mal auch Menschen aus dem Ausland, die hier Urlaub machen, auf Geschäftsreise/Durchreise sind und eventuell mal nen Arzt brauchen könnten. Da dann zu sagen, ne sorry, ich behandel die nicht, weil sie nicht deutsch sprechen..macht mich nen bisschen sprachlos.

Brutus
10.10.2013, 15:41
^^ Ähhm ja! Hast Du mal versucht, in Spanien oder Frankreich zum Arzt zu gehen? Glaub nicht, dass Du da mit Englisch empfangen wirst. Dort wird ganz einfach davon ausgegangen, dass man der Sprache des Landes mächtig ist, in dem man sich aufhält! Gut, in Madrid und Paris wirst Du sicherlich in den großen Krankenhäusern Menschen finden, die Englisch und u.U. auch Deutsch sprechen. Das wiederum ist in Berlin, Bonn oder München auch nicht anders.
Aber ob man in der Hansi-Hinterseer-Klinik im Chiemgau auch auf Japanisch seinen Kaffee bestellen kann, weiß ich gerade nicht.
Ich finde es nicht schlimm, wenn man nicht auswärts spricht. Dafür gibt es a) Auswärtsaufklärungsbögen, auf denen in der jeweiligen Landessprache die Dinge draufstehen und auf deutsch darunter. Und b) haben immer mehr Kliniken Listen, auf denen die Mitarbeiter stehen, die aus fremden Ländern stammen und in deren fremden Zungen reden können!
Ansonsten finde ich die Ansage, dass man einen Menschen, den man nicht versteht nicht aufklärt, gar nicht sooo falsch! Das heißt ja nicht, dass man ihn nicht behandelt! Wenn es ein Notfall ist, dann ist die Aufklärung eh eine, dem mutmaßlichen Willen entsprechende... Aber bei einer geplanten Geschichte kann ich auch warten, bis ein Dolmetscher, also entweder ein Angehöriger / Freund / Mitarbeiter zugegen ist.
:-meinung

ehemaliger User_25062015
10.10.2013, 15:44
Dann ist es ja gut, dass jeder seine eigene Meinung haben darf. ;-)
Ich denke halt, dass Englisch das erste ist worauf man zugreift, wenn man sich mit jemandem verständigen muss, der nicht die eigene Sprache spricht.

Nurbanu
10.10.2013, 15:48
Wer ausländische Patienten, z.B. aus Russland oder arabischen Ländern, behandeln will, niedergelassen ist oder privat liqidiert kann ja sein Englisch auffrischen. Selbständige haben da ein besonderes monetäres Interesse daran. Aber als angestellte Ärztin würde ich das nicht einsehen. Es ist gehört nicht zu meinen Aufgaben. Und es bringt mir nicht mehr Geld. Und im Alltag brauche ich kein Englisch. Für Urlaub reicht es.

Eigentlich hört man von Deutschen "Wir sind in Deutschland, hier wird deutsch gesprochen." Wieso darf das ein Arzt in einer Klinik nicht sagen? Weil das oft aus der rechten Ecke kommt?

Laelya
10.10.2013, 16:01
dann solltest du dich nicht in berlin bewerben ;-)
aber da wäre wahrscheinlich auch eine andere sprache als englisch besser geeignet.

aber wäre es so gewesen, dass ich das gefühl gehabt hätte, dass der patient nicht gut genug aufgeklärt ist oder das er fragen hatte die ich nicht beantworten konnte, dann wäre ich auch zum nächsten arzt gegangen und hätte darauf gewartet, dass einer mit besseren englisch kenntnissen gekommen wäre....

ich fand es ja nicht so dramatisch, es hat mir nur gezeigt, dass ich mein englisch gerne wieder auffrischen würde, damit ich diese barrieren nicht habe.

Feuerblick
10.10.2013, 16:18
@Sanguis: Sorry, aber wenn ich nicht gewährleisten kann, dass der Patient mich und ich den Patienten verstehe (egal in welcher Spache!!!), dann ist auch nicht gewährleistet, dass ich eine suffiziente Aufklärung leisten kann. Das einzige dabei, was "mein ganz persönliches Problem" ist, ist die Suche nach einem geeigneten Dolmetscher.
Als PJ allerdings würde ich die Sache noch sehr viel enger sehen. EIGENTLICH dürfte ich als PJ nämlich gar keine Aufklärungen über irgendwelche Interventionen und Untersuchungen durchführen. Ergo... wenn ich DANN nicht in der Lage bin, das dem Patienten verständlich nahezubringen und es auch keinen entsprechenden Aufklärungsbogen in seiner Sprache gibt, dann drücke ich das Stationsarzt oder Oberarzt in die Hand und sage, dass ICH das weder darf noch tun kann... :-nix

ehemaliger User_25062015
10.10.2013, 16:35
Wenn man auf Englisch kommunizieren könnte, wieso sollte man das dann nicht tun? Klar sollte man dann auch sichergehen, dass der Patient einen verstanden hat...aber Sprachkenntnisse sind halt mal von Vorteil. Hat der eine Türkisch sprechende Dolmetscher im Haus gerade keine Zeit, dann hat man ja auch Pech gehabt. Und wenn der Patient dann rein zufällig Englisch spricht, dann ist es doch auch nett, wenn man selber in der Lage ist mit ihm zu kommunizieren.
Aber wie gesagt..hier hat wohl jeder seine eigene Meinung.

Feuerblick
10.10.2013, 16:37
Wenn man es ausreichend (!!!) beherrscht und sicher ist, dass der Patient alles verstanden hat, ist alles prima. Wenn man das aber nicht ist und es sich um einen Eingriff handelt, bei dem es wichtig ist, dass der Patient wirklich verstanden hat, dann sollte man einfach vorsichtig sein. Denn am Ende bist du der oder die Gelackmeierte, wenn irgendwas passiert und der Patient sagt "DAS hat mir üüüberhaupt niemand erklärt und überhaupt sprach die Ärztin grottenschlechtes Englisch".... dann wirds eng... :-nix

ehemaliger User_25062015
10.10.2013, 16:38
Das mein ich ja, dass es eben von Vorteil wäre gutes Englisch zu sprechen. ;-)

Nurbanu
10.10.2013, 16:43
Lol, dann denk ich ist das dein eigenes Problem.

Nö, das ist gar nicht mein Problem.


Man sollte sich doch drauf einstellen, dass man auch mit ausländischen Patienten kommunizieren muss.

Ich muss mich darauf einstellen, dass ich in Deutschland kranke Patienten behandeln muss, dass diese nicht zwingend Deutsch sprechen und einen Übersetzer brauchen.


Wir haben nun mal nen haufen ausländische und nicht deutsch sprechende Mitbürger.

Die Deutsch lernen und können müssen. Ansonsten muss halt jemand aus der Familie oder dem Bekanntenkreis herhalten. Übrigens: Die, von denen du sprichst, können meist, wenn sie Deutsch schon nicht beherrschen, erst recht kein Englisch.

Brutus
10.10.2013, 16:48
Das Problem ist nur, dass Du das geilste Englisch von der Downing Street sprechen kannst, und es Dir nix bringt, wenn Du zwar dem Patienten, der neben türkisch vll. noch ein paar Brocken englisch auf die Kette bringt, eine supertolle, in perfektem Englisch vorgetragene Aufklärung machst, der sogar vll. das meiste versteht, aber hinterher sagt, dass er nix verstanden hat, weil: Ben sadece Türkçe konuşmak, size feda! Siktir lan pesevenk. :-))
Damit dürftest Du in der Beweislast sein, dass der Patient auch wirklich verstanden hat, was Du ihm erzählt hast!

Nurbanu
10.10.2013, 16:56
Soll das sowas wie du Opfer werden? :D

Feuerblick
10.10.2013, 16:59
Das mein ich ja, dass es eben von Vorteil wäre gutes Englisch zu sprechen. ;-)Sicher... aber es ist kein Muss ;-)

Evil
10.10.2013, 17:10
Das mein ich ja, dass es eben von Vorteil wäre gutes Englisch zu sprechen. ;-)
Ich glaube, Du unterschätzt das Problem. Bei einer Aufklärung geht es nicht darum, dem Patienten "ungefähr" in "gutem" Englisch zu erklären, was auf ihn zukommt, sondern das ist ein juristischer Vorgang, an den formale Anforderungen gestellt werden. Entsprechend kann ein Mißverständnis auch juristische Konsequenzen nach sich ziehen, und das nicht zu knapp.

An eine Untersuchung oder Behandlung werden weniger formale sondern mehr fachliche Anforderungen gestellt, insofern ist das da weniger Problem.

Absolute Arrhythmie
10.10.2013, 17:23
Erkenntnis des Tages: Schlaf wird völlig überbewertet!

Miss_H
10.10.2013, 17:28
Hab gesagt das Aufklärungen eine nicht deligierbare Tätigkeit ist und mich zusammen mit den Ärzten über die Rechtslage unterhalten. Und die meinen, da sie neben mir als Aufklärer draufstehen und sie das unterschreiben und nicht ich, könnte mir nichts passieren, ob das stimmt weiß ich allerdings nicht

Ich finde es schonmal gut, dass du dich damit auseinander gesetzt hast. Werde ich "demnächst" wohl auch machen müssen. Seht ihr das auch so wie die Ärzte in Laelyas KH? Wie kann man sich richtig absichern außer es nicht zu machen?

Gast26092018
10.10.2013, 19:37
Meine Erkenntnis: Ich habe eine recht kleine Schilddrüse (9-10ml Gesamtvolumen).