Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Erkenntnis des Tages"-Thread
Es gibt ja insgesamt recht wenige Sachverhalte, mit denen ich mich ähnlich gut auskenne so wie mit dem Medizinstudium und den Vergabeverfahren von Medizinstudienplätzen. Aber holla die Waldfee, wenn die mediale Berichterstattung zu anderen Themen genauso unrecherchiert und grottig ist wie zu der Wartezeit, dann sollte man da echt null Vertrauen zu haben, was man so in der Zeitung liest.
MsLifeunderRock
05.10.2017, 13:04
Es gibt ja insgesamt recht wenige Sachverhalte, mit denen ich mich ähnlich gut auskenne so wie mit dem Medizinstudium und den Vergabeverfahren von Medizinstudienplätzen. Aber holla die Waldfee, wenn die mediale Berichterstattung zu anderen Themen genauso unrecherchiert und grottig ist wie zu der Wartezeit, dann sollte man da echt null Vertrauen zu haben, was man so in der Zeitung liest.
Finde ich auch erschreckend. Auch, dass es immer so wirkt als ob die Unis einfach so den N.C. festlegen.
... und grundsätzlich nur der NC der Abibestenquote erwähnt wird. Als gäbe es das AdH einfach nicht. Aber so holt man sich natürlich die ganzen "aber die pösen pösen Empathielosen 1er Abiturienten" in die Kommentare... mein Gedankengang ging aber auch schon in die Richtung "wenn die schon bei dem Thema anscheindend keine 5 Minuten Recherche investiert haben, wie ist das dann bei anderen Themen?"
Ja, die "pösen pösem 1er Abi"-Kommentierenden auf FB und co hab ich mittlerweile auch gefressen. Ich finde reine Notenauswahl ja auch fragwürdig, aber was bringt es ein gerechtes Auswahlverfahren zu fordern wenn man selbst keine Idee hat wie das aussehen soll? Oder wenn so ein Verfahren einfach nicht machbar ist? (Damit meine ich das Auswahlgespräche überall ja toll wären, aber wer soll diese vielen Auswahlgespräche denn machen? Bzw. wie werden diese Auswahlgespräche dann finanziert?) Als Antwort bekommt man auf solche Fragen dann: ist ja nicht mein Bier was auszudenken. Klasse konstruktive Kritik. Das hilft..nicht.
Was ich auch toll finde: Alle regen sich darüber auf, dass es ja endlich bessere Ärzte gäbe wenn eben nicht mehr die pösen empathielosen 1er Abi'ler den Studienplatz bekommen würden. Warum regt sich niemand darüber auf, dass es endlich bessere Ärzte gäbe wenn vor allem die klinische Ausbildung verbessert werden würde? Ich bin erst vor zwei Wochen ausm Blockpraktikum heim geschickt worden weil kein Arzt Zeit (wirklich furchtbar unterbesetzt) und Bock auf Studenten hatte um nur ein Beispiel zu nennen.
mein Gedankengang ging aber auch schon in die Richtung "wenn die schon bei dem Thema anscheindend keine 5 Minuten Recherche investiert haben, wie ist das dann bei anderen Themen?"
Ganz genau... und da merke ich es dann nichtmal vielleicht. Bei der Bild hätte man ja noch damit rechnen können, aber dass die Redaktion der Zeit es nichtmal schafft, kurz zu googlen, bevor sie irgendwelchen sich-selbst-bemitleidenden Leuten, die das Vergabesystem auch nicht verstanden haben, eine Plattform gibt und im nächsten Artikel über den "NC, der in 14 von 16 Bundesländern bei besser als 1,1 liegt" genau so einen Quark schreibt :-peng
Ich hab heute morgen in die FB-Kommentare zum Tagesschauartikel reingelesen :-((
Schön finde ich auch die "Pro-NC-Fraktion": Das Medizinstudium ist sooo unfassbar anspruchsvoll und schwer und überhaupt und sowiso. Das ist es doch klar, dass die Unis nur 1,0 Abiturienten wollen. Alle anderen würden dieses unglaublich schwere Studium sowiso niemals schaffen.
Und jetzt sitze ich hier mit meinem 2,1 Abitur und meiner eher gering ausgebildeten Empathie und denke über meine Existenzberechtigung in diesem Studiengang nach :-nix :-))
Wobei ich schon ein Idee zur Verbesserung hätte. Im AdH muss die Abinote den Hauptanteil ausmachen. Wieso dürfen die Unis nicht frei entscheiden? Ich denke dann würde der Medizinertest deutlich höher gewertet. Allerdings sollte man diesen nicht nur einmal im Leben machen dürfen sondern jährlich so wie in Ö.
nie du hast das was falsch verstanden. DU hast ja Empathie. Du bist ja kein 1er Abi'ler........
Ja, das denke die Leute da draußen. Schließlich hab ich kein 1,0 Abitur. Aber die traurige Realität ist: ich bin tatsächlich nicht besonders empathisch. Trotz meines 2er-Abis. Kann also meine schlechten schulischen Leistungen auch nicht durch besonders viel Empathie und Sozialkompentenz kompensieren.
Deshalb ja die Frage, was meine Existenzberechtigung im Medizinstudium sein soll. ;-)
Relaxometrie
05.10.2017, 15:22
aber dass die Redaktion der Zeit es nichtmal schafft, kurz zu googlen, bevor sie irgendwelchen sich-selbst-bemitleidenden Leuten, die das Vergabesystem auch nicht verstanden haben, eine Plattform gibt und im nächsten Artikel über den "NC, der in 14 von 16 Bundesländern bei besser als 1,1 liegt" genau so einen Quark schreibt :-peng
Ich möchte diejenigen, die sich mit dem Vergabesystem der Medizinstudienplätze gut auskennen, dazu ermuntern, der Zeitungsredaktion mitzuteilen, wo die Fehler ihres Artikels liegen.
Medizinertest.... gabs ja schonmal... wieso wurde der nochmal abgeschafft?
Medizinertest.... gabs ja schonmal... wieso wurde der nochmal abgeschafft?
Weiß ich nicht. Aber es gibt ihn schon seit vielen Jahren wieder.
Gast26092018
05.10.2017, 17:39
Ja, aber der müsste so viel zählen wie in Österreich.
Ich weiß. Ich meine ja nur, wenn hier jemand vorschlägt, der Test solle mehr Gewicht bekommen, muss man sich halt anschauen, warum man ihn damals abgeschafft hat. Um nicht irgendeinen Fehler zu wiederholen.
Habe nur grob im Hinterkopf, dass da damals wohl die gut abschnitten, die ein gutes Abitur hatten, und man daher den Sinn/Benefit eines zusätzlichen Tests nicht mehr sah.
EDT: Das Schmerzensgeld kann gar nicht hoch genug sein, bei den ganzen A****geigen, mit denen man zusammenarbeiten muss. :eek: :-oopss
In der Berichterstattung wird vor allem ausgeklammert, dass ein Medizinstudienplatz halt teuer ist und Ressourcen braucht und deswegen nicht jedem Abiturienten zur Verfügung gestellt werden kann... manchmal hört sich das so an, als wäre der NC Willkür und als hätten die Unis was persönlich gegen schlechte Abiturienten. Es ist aber rein angebot und Nachfrage- und dann gibts noch das AdH und Quotenregelungen... das ist immer noch deutlich gerechter als in den USA, wo es nur ums Geld geht.
Und ein Ausbildungsplatz in der Pflege ist nicht teuer? Ich sehe es sehr krtisch, dass viele vor dem Studium eine Ausbildung abschließen und es in eben diesen Berufen dann später Leute fehlen.
Und wieso ist es gerecht, dass im AdH die Abinote mindestens 50% zählt? Meiner Meinung nach sollten die Unis da freie Hand haben.
Und 20% über Wartezeit finde ich gut.
*milkakuh*
05.10.2017, 20:10
Wenn es nach mir ging würden diese ganzen Quoten abgeschafft. Es sollte dann ein Test eingeführt werden, der ähnlich wie der ähnlich wie der MedAT aufgebaut ist (Mischung aus naturwissenschaftlichem Wissen, logischem Denken und Sozialkompetenz) und jährlich wiederholt werden darf. Als Eingangsvoraussetzung für den Test die allgemeine Hochschulreife unabhängig vom Notendurchschnitt, da der ja nicht mal innerhalb eines Bundeslandes vergleichbar ist. Aber mich fragt ja keiner. :-))
Finde die aktuelle Berichterstattung auch erschreckend. Und die, die klagt scheint auch schon ihr Physikum im Ausland gemacht zu haben. Zumindest hab ich in einem Video Ablehnungsbescheide für's 5. FS direkt von einer Uni gesehen. ;-)
Aber würde das nicht dazu führen, dass manch einer so vielleicht nie an seinen Studienplatz käme, wenn er im Test immer und immer wieder zu schlecht abschneidet? Mit dem bisherigen System bekommt immerhin jeder irgendwann seinen Platz.
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