Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Schamanenecke
Espressa
03.03.2012, 20:57
Es ging darum dass die Frau im Beitrag keine Brille will, um nicht "alt" zu wirken.
Und im Vergleich mit einer Laserbehandlung der Hornhaut würde ich das Einsetzen einer Kontaktlinse doch zumindest als jedenfalls wesentlich risikoärmer bezeichnen.
Die lasern ja letztlich eine Monovision-Myopie rein, das schafft eine KL auch.
Feuerblick
03.03.2012, 21:14
Dann könnte man es aber auch mit Bifo-KL oder Multifokal-KL versuchen. Am Geld scheints ja nicht zu mangeln :-)) und besonders hohe Anforderungen ans Sehen kann die Dame auch nicht haben.
Mal im Ernst: Könntest du dir Monovision vorstellen? Ich hab die Tage mal spaßeshalber ausprobiert, wie es wäre, mit einem Auge nur in einer Entfernung und mit dem anderen in der anderen Entfernung scharf zu sehen. Himmel, das ist mal echt gruslig!
Espressa
03.03.2012, 21:43
Ich bin -3 myop, und mit nur einer KL ist es echt übel. Gut, für Monovision würde man nicht so viel Unterschied lassen, aber ich mag es auch nicht. Ist ja auch eher eine "Notlösung" um sich mal eben zu behelfen, aber bestimmt kein komfortables Lesen und kein komfortabler Seheindruck in der Ferne.
Neulich ging ein Fall durch die Medien, in dem bei drei (?) Babies durch Tropfen mit zu hoher Bezalkoniumchloridkonzentration die Hornhaut geschädigt woden war. Bei einem dieser Kinder wurde, falls ich mich richtig an den kurzen TV-Bericht darüber erinnere, in einer Kölner Klinik etwas über die Horhaut genäht und man hoffte, die Horhaut würde sich darunter regenerieren. Es war, so wie ich das verstanden habe, ein experimenteller Ansatz. Wisst Ihr Näheres darüber?
Feuerblick
09.03.2012, 18:17
Nein, kein experimenteller Ansatz. Soweit ich weiß, hat dieses Kind eine Amnionmembran aufgenäht bekommen. Ja, es ist genau das, was du da liest. Amnion... menschlich... ;-) Wirkt quasi wie ein natürliches Heil-Pflaster. Tolle Sache! :-)
Ah, stimmt. Die haben von Amnionmembran gesprochen und das Auge/die Augen mit den aufgenähten Flicken gezeigt. Wieviel Erfahrung hat man denn damit und in welchen Fällen macht man das? Wo wird das gemacht? An jeder Uni-Augenklinik? Noch etwas zu den Tropfen: Ich verstehe nicht, weshalb die Lösungen von der Krankenhausapotheke extra hergestellt werden sollten. Die müsste es doch auch als Fertigpräparate geben. Eventuell sogar konservierungsmittelfrei als EDOs.
Feuerblick
09.03.2012, 19:36
Naja, Frühchen sind ja nun mal sehr klein und die für Erwachsenen gefertigten Augentropfen sind vom Wirkstoff her zu stark. Die eine Sorte Tropfen muss man dann also entweder anfertigen lassen oder über die Auslandsapotheke bestellen. Ist einfach eine Kostenfrage, welchen Weg man nimmt. Ich kenne beide Varianten.
Mit Amnionmembranen hat man schon viel Erfahrungen sammeln können. Wenn ich bedenke, dass das Verfahren schon 2005, als ich in die Augenheilkunde eingestiegen bin, angewendet wurde...
Gemacht wird es in der Regel an Augenkliniken. Sowohl universitär als auch nicht-universitär (wie im vorliegenden Fall, soweit ich das weiß). Wirkt eben wie ein Pflaster auf der Hornhaut. Beschleunigt die Defektheilung, dichtet kleinere Defekte ab, stabilisiert. Die Erfahrungen sind, richtig verwendet, sehr, sehr gut!
Die Kinder bekamen tropfen zum Weiten der Pupille, um die Netzhaut zu untersuchen. Der neue Chef der Klinik hat den Standard, den er aus seiner alten Klinik kannte, mitgebracht. Die Augentropfen wurden nach dem Rezept, das dort immer verwendet wurde, angemischt, bzw. so sollte es sein. Das Problem war, dass durch zweimaliges Faxen der Rezeptur ein Lesefehler auftrat, der dazu führte, dass ein mg zu g wurde und damit BAC 1000fach konzentrierter in den Tropfen vorhanden war. Bei verätzten Hornhäuten, bei denen starke Verletzungen der HH-Oberfläche vorliegen ohne direkte Perforationsgefahr, ist das Aufnähen eines Amnions ein probates Mittel, welches wirklich gute Ergebnisse bringt. Das Häutchen wird auf die HH aufgenäht (Fäden in der Bindehaut verankert), es löst sich über einige Wochen hinweg langsam auf und führt während dieser Zeit zur Heilung.
Feuerblick
09.03.2012, 19:46
@Muri: Ich dachte mir schon, dass du Genaueres weisst zu der Sache ;-)
Ist echt ne richtig doofe Geschichte *sfz*
Die Kinder bekamen tropfen zum Weiten der Pupille, um die Netzhaut zu untersuchen. Das ist doch etwas Gängiges und wird auch in Praxen an Kindern und Erwachsenen häufig gemacht. Verwendet Ihr dafür keine Fertigpräparate?
Außerdem: Die Tropfen sollen ja nicht systemisch wirken, sondern nur am Auge. Braucht man für Kinderaugen wirklich andere Konzentrationen?
Feuerblick
09.03.2012, 20:00
Naja, wie ich schon schrieb: Die eine Sorte gibts über die Auslandsapo, aber nicht hier in Deutschland in dieser niedrigen Konzentration. Für größere Kinder gibts schon Fertigpräparate. Soooooo viele Frühchen gibts dann eben auch nicht, dass sich das in der Dosierung lohnen würde...
Und ja, Kinderaugen brauchen andere Dosierungen als Erwachsene, Babyaugen andere als Kinderaugen und Frühchenaugen noch andere... Die systemische Wirkung von Augentropfen sollte man nicht unbedingt unterschätzen.
Eine systemische Wirkung wird sich wohl nicht ganz vermeiden lassen, aber bei den kleinen Mengen, die man für eine Mydriasis braucht, kann die nicht SO stark sein........
Zur Konzentration der Tropfen: Abschwellende Nasensprays gibt es in verschiedenen Konzentrationen. Entsprechendes wäre auch bei Augentropfen möglich. Ich halte das jedenfalls unter verschiedenen Aspekten für sicherer, als solche Tropfen von der Krankenhausapotheke anmischen zu lassen.
Edit.: Zur Konzentration bei Frühchen: Wäre es dann nicht einfacher und weniger fehleranfällig, ein für Kinder zugelassenes Fertigpräparat entsprechend zu vedünnen?
Feuerblick
09.03.2012, 20:55
Okulix... für jedes Präparat brauchst du auch einen Markt. mit den paar Tropfen, die du für Frühchen pro Klinik brauchst, kannst du kein Geld verdienen, ergo werden sie eben nicht kommerziell hergestellt. So einfach ist das. Und das Fertigpräparat, das es tatsächlich in USA gibt, ist eben teurer als das Anmischen in der Apotheke. Eigentlich nicht sooo schwer zu verstehen, oder?
Das Problem bei den Kindern war ja nicht der Wirkstoff, sondern eben das Konservierungsmittel, das in viel zu hoher Konzentration zugesetzt wurde. Mit dem Verdünnen und Abfüllen von verdünnten Kinderpräparaten hast du diese Fehlerquelle nicht ausgeschaltet. Macht also keinen Sinn.
Und die systemische Wirkung von Augentropfen kann durchaus beeindruckend sein. Verschätz dich da mal nicht! Auch und gerade bei an sich schon instabilen Patienten, zu denen Frühchen ja gehören. Du kannst schon mit EINEM Tropfen eines zu stark dosierten Mydriatikums "lustige" Dinge bei den Kindern verursachen :-nix Alles schon gesehen...
Hoppla-Daisy
09.03.2012, 22:03
... oder Travatan (Augentropfen) zum Beispiel, welche den PSA-Wert erhöhen können :-))
Thomas24
11.03.2012, 10:00
Na, wir Schamanen bestimmen PSA eher seltener :-))
Und den Bereich, wo das wichtig werden könnte dürfen die Patienten bei uns *gerne bedeckt* lassen...:-oopss
Hoppla-Daisy
11.03.2012, 12:38
Wir packen's an ... äh aus :-))
:-))
Um auf die höheren Regionen zurück zu kommen: Gibt es eigentlich eine Statistik zu den relativen Häufigkeiten der Visuswerte Myoper und Hypermetroper? Mich interessiert speziell ein eventueller Unterschied bei den Visuswerten über 1,0. Gibt es in einer der beiden Gruppen einen höheren Anteil an Personen, die bei optimaler Korrektur durch Brille oder Kontaktlinsen einen superguten Visus erreichen? Falls ja, würde ich auf die Myopen tippen.
hey, bin beim googlen auf diese seite gestossen, und habe sonst bei dr google nix gescheites gefunden...
in einigen monaten steht bei mir die facharztprüfung an, da würde es mich einfach mal generell interessieren wie ihr euch vorbereitet habt
und diese febo-prüfung würde mich auch reizen, einfach so als herausforderung, aber ausser den ca 10 (oder 20?) probefragen auf der febo-seite finde ich gar nix, was als vorbereitung empfohlen wird, habt ihr da tips?
Feuerblick
11.03.2012, 17:06
Hi und herzlich willkommen!
Für den FEBO haben meine Kollegen das "Review Manual for Ophthalmology" (Massachusetts Eye and Ear Infirmary) genutzt. Ob das gut ist, kann ich nicht sagen, da ich mir die zusätzliche Prüfung nicht angetan habe... ist ja nur nett fürs Ego, bringt aber sonst wenig, wenn man nicht ins Ausland will.
Für die normale Facharztprüfung hatte ich den Augustin, das Internet für neuere Klassifikationen und Studienergebnisse und das Thieme-FA-Fragen-Buch. War mehr als ausreichend, denn die Fragen hätte ich auch gänzlich ohne zu lernen beantworten können ;-)
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