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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Schamanenecke



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Feuerblick
07.02.2025, 21:32
Hat man eigentlich inzwischen was von diesem Titel? Oder ist das immer noch „nice to have“?

Annaly
09.02.2025, 10:32
Ach Funkel - alles noch wie "früher", denke ich:

- Ruhm und Ehre
- vier weitere Buchstaben, die man hinter den Namen schreiben (lassen) kann
- verwirrte Erklärungen, wenn Patienten einen nach diesem "F-E-B-O" fragen
- kurzzeitiger Stolz
- coole Retro-angehauchte Urkunde in A2
- je nach dem, wie "gut" man abschneidet, noch eine Ehrung der DOG (wieder Urkunde, modern in A4)


ansonsten: nee. ist tatsächlich mehr was fürs Ego und für eine ggf. ausländische Tätigkeit interessant, also weiterhin ein "nice to have", wenn man eh im Lernen drin war/ist oder von der Tätigkeit Interesse dran hat. Für mich persönlich war das fachliche Wissen, was dort abgefragt wurde, noch mal tiefgreifender teilweise als das, was in D vermittelt und geprüft wird, und das fand ich ganz gut, weil ich teilweise noch mal im Lernen ein "aha! so ist das" hatte. Glaube, dass es für KollegInnen, die keine oder nur ganz kurze Zeit an universitären Häusern gelernt haben, tatsächlich schwieriger und abstrakter ist, als wenn man vieles durch Journal Clubs oder Fortbildungen innerhalb der Uni schon mal gehört und vielleicht entsprechende Krankheiten schon mal im real life (öfters) gesehen hat.
Und zusätzlich war es an meiner Uniaugenklinik ein Ding, dass man den Febo nach 5 Jahren macht, Punkt. Hatte mein peer group irgendwie auch so verinnerlicht, sodass ich es dann mit Verspätung nach 1,5J Facharztsein auch noch gemacht hab, weil es mich innerlich so gejuckt hat...

Nein, haste nix von :D

Feuerblick
09.02.2025, 11:04
*lach* Beruhigt mich irgendwie. Ich lese das nur sehr häufig und frage mich, warum zum Geier man das macht. Mich mit Ruhm, Ehre und einem Titel zu ködern, hat ja noch nie geklappt. :-))
Zu meiner Zeit war der FEBO erst im Kommen und ich habe mich schlicht geweigert, noch eine Prüfung zu machen, die mir für meinen Job nix bringt. Fand Cheffe so mittel. Wäre ich an meiner ersten Klinik geblieben, hätte mich der Chef vermutlich auch versucht, mich zu dieser Prüfung zu verpflichten. Sitzt hat in der Prüfungskommission und vermutlich sieht es doof aus, wenn die eigenen Leute dann nicht antreten.
Hätte ja sein können, dass der Titel einem so viele Jahre später dann doch was bringt. Danke für die Erläuterung!

Thomas24
09.02.2025, 19:07
Annaly hat es schön zusammengefasst.
Mir hat es damals insofern was gebracht, dass ich mich -wenn ich mich eh schon für den FA vorbereiten muss/kann/ darf- den FEBO damals en passant mitgenommen habe. Die Inhalte gehen ja doch etwas über das gemeine deutsche FA Prüfungsniveau hinaus. Aber zu unserer Zeit war der FEBO ja noch recht unbekannt und erklärungsbedürftig.

Aber wenn man vorhat, das ganze Berufsleben in Deutschland zu verbringen, ist es definitiv kein muss, genau wie FICO und co.
Im Ausland ist es teilweise anders, weil es einige europäische Staaten gibt, die ihre nationale FA Prüfung zugunsten des FEBO aufgegeben haben und in den anderen Fächern sieht man auch einen Trend, mehr zu standardisierten übernationalen Prüfungen (z.B DESA in der Anästhesie, FEBU bei den Urologen usw.).

Thomas24
09.02.2025, 19:17
Um nochmal die Frage nach der orthoptischen (Mangel-) Versorgung aufzugreifen:
selbst hier im Umkreis einer Landeshauptstadt gibt es kaum noch Praxen, die ein dezidierte Sehschule anbieten. Die ambulant operierenden Zentren, selbst mit großem Einzugsgebiet und weitem operativen Spektrum, bieten keine strabologischen Operationen an. Wer könnte es Ihnen bei der Vergütungssituation verdenken?

Die beiden nächst gelegenen Uni Augenkliniken haben einen Vorlauf von... einem Jahr..., die städtischen Häuser von knapp 6 Monaten. Glücklicherweise kann man über die persönlichen Kontakte die schlimmen Fälle vielleicht noch irgendwo zwischengeschoben bekommen, aber das ist ja auch keine Dauerlösung. Die strabologische Versorgung in der Fläche ist nicht nur auf "dem platten Land" sondern auch in den Metropolregionen eine einzige Katastrophe.

Feuerblick
09.02.2025, 19:59
Das ist sie absolut und es wird leider immer schlechter. Kein Wunder. Miese Vergütung, miese Bezahlung… Schon zu meiner Zeit haben sich Praxen Orthoptistinnen geteilt. Nicht, weil es so wenige gegeben hätte sondern schlicht, weil man der Meinung war, es lohne sich nicht.

@FEBO: Kam bei uns zu meiner Facharztzeit auf. Habe damals keinen Sinn darin gesehen. Ausland wollte ich nicht, also warum noch eine Prüfung? Aber gut, mein Ehrgeiz was Titel angeht, hält sich bis heute in Grenzen. Bin mal gespannt, ob unser neuer ärztlicher Leiter jetzt Mitarbeiter zum Doktortitel animieren möchte. Ob ich mit „dafür bin ich zu alt“ durchkomme? :-))

Hoppla-Daisy
09.08.2025, 18:33
Ein hübsches Bild von Thomas24 fiel mir just vor ein paar Tagen zufälligerweise in die Hand! Scheint ja gut zu laufen bei euch! ;-)

Espressa
17.10.2025, 18:58
Schamanen, liest noch einer mit?
Heute hab ich ein seltsames Auge gesehen.
Lider etwas geschwollen, Pat kneift lichtempfindlich. Hornhaut mit „schmutzigem“ Endothel, aber ohne VK-Zellen. HH-Sensibilität seitengleich intakt. Visus reduziert auf 0,32 (junger Pat. 24J).
Will weittropfen, ziehe das Lid zurück: um die Hornhaut blasse, reizfreie konjunktiva, ringförmig, dahinter knallrot, gemischt kräftig injiziert. Am Übergang des weiß zu rot unten gelbliche Prominenz wie Schleim, lässt sich aber nicht wegwischen. Verätzung/ Verletzung/ FK werden verneint. Seit 9 Tagen tobradex getropft (vom anderen AA), dort Diagnose „virale Konjunktivitis“.

Das partnerauge hat tatsächlich klassische HH-Nummuli, sonst aber reizfrei und guter Visus.
Dieses weiß-rote irritiert mich, und auch der gelbe bobbel.
Ich denke an etwas rheumatisches, frage mich, gibts sowas bei sarkoidose? Eine Aphte auf der Bindehaut? Hat jemand sowas schon mal gesehen?

Tweety8008
19.10.2025, 19:04
Dumme Frage, aber vllt hatte ich nur eine TIA.

War das Medi-Learn Forum im Zeitraum Aug/Sep 2025 down? Ich hatte oft 404 Fehlermeldungen und das nicht nur an einem Tag, sondern mehrere Wochen.

Will nur wissen, ob ich mal einen Psychiater sehen sollte :D

DA1994
20.10.2025, 15:16
Im Ausland gewesen? Da kann ich auch immer nicht drauf zugreifen

Tweety8008
20.10.2025, 20:58
Im Ausland gewesen? Da kann ich auch immer nicht drauf zugreifen

Oh Gott ja, war 1 Monat in den USA.
LOL, das Forum ist im Ausland gesperrt …?

Espressa
12.11.2025, 13:55
Sind hier noch Schamanen zu Gange? Evt. auch orthoptisch-strabologisch fitte?

Ich hab eine junge (25J) Patientin mit massiver Esotropie, die ich relativ gleich mal zu den Orthoptisten geschickt habe "damit die das lösen". Die Frau berichtet, "immer schon" geschielt zu haben aber nie abgeklebt, als Kind Brille gehabt aber zum Führerscheinsehtest mit 18 keine gebraucht. Danach begannen die Doppelbilder, worauf sie eine Prismenbrille bekommen hat. Sie ist etwas hyperop mit ca. +3,50 und hat bds. vollen Visus, Aktuell 19 (!) Prismendioptrien BA verteilt auf die zwei Gläser, und trotzdem Doppelbilder. Operieren wollte sie keiner, da der Winkel wohl nicht ausreichend stabil sei.
Ich hab jetzt eine Cyclo gemacht um auszuschließen, dass sie unterkorrigiert ist, die Cyclo deckt sich genau mit ihrer Brille.

Kann mit einer erklären, woher der zunehmende Winkel kommt? Eine Idee war, die Prismen komplett rauszulassen und einseitig zu okkludieren. Oder vielleicht sogar eine GS? Ich will versuchen diese Patientin an eine etwas versiertere Kollegin zu vermitteln die auch eine angeschlossene Sehschule hat, um da eben auch kurzfristiger reagieren zu können, aber ich würde es auch gern verstehen. Stellt sich der Winkel quasi nach bei Prismenkorrektur? Würde eine Gleitsicht helfen?

Feuerblick
12.11.2025, 17:33
Puh…
Sie ist jung und da du keine akkommodative Komponente beschreibst, sehe ich keine Indikation für eine Gleitsichtbrille.
Wohl aber sehe ich eine Indikation dafür, die Dame mit einer gut zentrierten und gut sitzenden Einstärkenbrille ohne Prismen zu versorgen, die ein paar Wochen tragen und dann nochmal eine vollständige orthoptische Untersuchung machen zu lassen. Dabei würden mich die objektiven Winkel, das Binokularsehen, aber eindeutig auch die Angaben zur Korrespondenz (ohne und mit Prismenausgleich mit Hell- und Dunkelrot) brennend interessieren.
Für mich klingt „schon immer geschielt“, „Doppelbilder“ und „Winkel nicht stabil“ irgendwie nach einem dekompensierenden Mikrostrabismus mit latenter Komponente. Dem tun Prismengläser nicht so wirklich gut, weil einem da die latente Komponente durchaus mal aus dem Ruder laufen kann. Denkbar sind aber auch diverse andere Diagnosen. Solange da aber Prismen in der Brille sind, wird man die Diagnose nicht vernünftig stellen können.
Einseitige Okklusion würde ich ohne Diagnose auch nicht machen. Ja, die Doppelbilder werden sie stören, aber ohne das mal eine Zeitlang durchzuziehen, wird man diagnostisch nicht weiterkommen.
Ich erinnere mich noch lebhaft an einen Patienten bei uns, der eine Trifokalbrille mit unterschiedlichen Prismen für jede Entfernung hatte. Dabei hatte er am Ende „nur“ eine gut zu operierende Exophorie und eine zunehmende Presbyopie.

Gibt es in eurer Gegend eine Klinik mit sehr guter strabologischer Expertise? Das sind eher so Fälle, bei denen man das komplette Arsenal an Schiel-Diagnostik auffahren muss, um wirklich schlauer zu werden. Und auch ein bisschen Erfahrung braucht. Also eher nichts für Orthoptisten/innen in der Praxis.

Espressa
12.11.2025, 20:37
Uff, ich hatte ehrlich gesagt keine Vorstellung, dass das so lange dauert, also ein paar Wochen… die Patientin toleriert es super schlecht, ganz ohne Prismen zu sein und leidet massiv unter den Doppelbildern. Irgendwie dachte ich, Okklusion wäre da die Lösung und würde diese ganzen nachstellmechanismen auch etwas unterdrücken. Aber ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung.
Sie war wohl mal in Homburg, das ist schon länger her und da kam die Aussage dass keine OP möglich ist bei schwankendem Winkel.
Und das wäre das nächste, ist aber auch jedes Mal ein Tagesausflug.
Dachte irgendwie wohnortnäher könnte man es leichter etwas engmaschiger kontrollieren.

Mich irritiert dass sie „immer schon“ doppelbilder hatte. Ich dachte Kinder werden entweder amblyop oder supprimieren ausreichend bei alternierender fixation (die sie ja fast schon gehabt haben muss, weil amblyop ist sie nicht). Wie passiert sowas überhaupt?

Mehr Befunde hab ich, nur grad nicht bei der Hand, schaue das mal nach.

Feuerblick
13.11.2025, 11:48
Entweder ist es ein dekompensierender Mikrostrabismus oder eine dekompensierende Phorie. Beides kann bei Kindern Doppelbilder verursachen, führt aber nicht zwingend zu Anpassmechanismen.
Natürlich kannst du einseitig okkludieren, aber du riskierst, dass die Sache endgültig komplett dekompensiert. Dafür sind das mir persönlich zu wenig Informationen.
Prinzipiell kannst du auch nach zwei Wochen ohne Prismen (aber zuverlässig ohne!) schon mal messen und wirst eine Tendenz sehen. Das könnte auch die Niedergelassene machen, von der du geschrieben hast.
Am Ende gehört dieser Fall in Bezug auf eine Lösung aber leider in die Hände sehr erfahrener Strabologen, fürchte ich.

vitalis20
04.04.2026, 10:02
Hat von Euch schon jemand in Österreich/Wien gearbeitet?