Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Schamanenecke
WackenDoc
23.05.2012, 21:04
Hihi- hab ich den dir geschickt?
Wir sind ja immer was vorsichtiger, was Auge und Dienstunfälle angeht. Also Spülen durch Ersthelfer, Spülen nochmal durch uns und dann ab zum Augenarzt zur Kontrolle. Teilweise konnte der gar keinen pathologischen Befund mehr feststellen- ned mal ne leichte Rötung oder so.
Aber grad bei eher exotischem Industriezeugs lass ich lieber mal nen Experten drauf schauen.
Hydrauliköl hatten wir auch schon-passiert auch nix bei.
Feuerblick
23.05.2012, 21:15
Nee, ich weiss gar nicht mehr, wie der das geschafft hatte. Ich war etwas überrascht über das Kerosin, aber wirkliche Schäden außer einem roten Auge und bißchen Epithelunruhe (wohl eher vom wilden Spülen der Ersthelfer) hatte der dann auch nicht.
WackenDoc
23.05.2012, 21:21
In den Betrieben haste normalerweise Sicherheitsdatenblätter zu dem ganzen Zeugs- ist aber manchmal ein bischen schwierig den richtigen Ansprechpartner zu finden.
Wenn ihr Internetzugang habt, isses darüber schneller.
Ich war ja mal an nem Standort, wo´s Flieger gab- da kam sowas schonmal ab und zu vor.
Bei meinem ist im Rahmen von Wartungsarbeiten nen Deckel abgegangen und der Patient wurde einmal kurz geduscht.
Ich find´s nur immer wieder spannend, mit was für Fragestellungen man als Arzt konfrontiert werden kann.(Aber nicht dass jetzt jemand für fiese Facharzt- oder HEX-Prüfungen inspiriert wird)
WackenDoc
25.05.2012, 14:03
Ich weiss jetzt, was das Problem mit meiner Spezialbrille ist:
Die Achsen waren schon richtig eingeschliffen. Das Problem ist folgendes: Normale Brillen sind ja recht gerade/flach und die Spezialbrille hat ne ziemliche Biegung. Diese Biegung macht der Carrier mit, wenn er in der Brille ist und dadurch gibt es Probleme mit dem Seheindruck.
Ich hab das beim Optiker ausprobiert: Carrier außerhalb der Brille gerade und der Seheindruck hat gepasst. Carrier gebogen und der Problem trat wieder auf.
Hab jetzt gebogene Gläser, die es auch für Sportbrillen gibt, bestellt. Optiker sagt, dass man es wohl nicht zu 100% behoben bekommt, es sollte aber besser werden.
Feuerblick
25.05.2012, 14:39
Ah! War mein erster Verdacht trotz falscher Vorstellung von der Brille doch richtig!
Thomas24
10.06.2012, 19:45
Ist irgendjemand ab Donnerstag auf der DOC?
Ja, alle meine Kollegen und ich bin Alleinkämpfer in der Praxis :-heul
Thomas24
10.06.2012, 19:56
Ehrlich gesagt, wär es mir umgekehrt lieber gewesen:-D
Thomas24
10.06.2012, 19:59
Dass die anderen knechten in der Praxis, und DU dafür auf der DOC wärst^^
Danke für die Ironieerläuterung ;-)
Viel Spaß Dir jedenfalls, wenn ich am Freitag in der "Ich wollte das vor dem Wochenende noch mal abklären lassen" Sprechstunde sitze ;-)
Relaxometrie
10.06.2012, 21:23
Heute beim Familienkaffeeklatsch erzählt der eine Onkel, daß er jetzt beidseits am Grauen Star operiert wurde und es entstand ein kurzes Gespräch der anwesenden älterne Leute über Augenprobleme.
Dabei stellte sich mir eine Frage, über die ich vorher noch nie nachgedacht habe: wieviel viel/wie gut kann man mit einer künstlichen Linse akkomodieren? Irgendjemand der Anwesenden sagte, daß das gar nicht mehr gehen würde. Stimmt das? Die neue Linse ist doch im Linsensäckchen, in dem vorher auch die eigene Linse war. Warum sollte man dann nicht mehr akkomodieren können? Wenn es nämlich nicht mehr geht, bräuchte man nach einer Grauen-Star-OP ja zich unterschiedliche Brillen, um im Alltag sehfähig zu sein und in alle möglichen Entfernungen scharf sehen zu können :-nix
Eine Intraokularlinse kann nicht akkomodieren, das ist richtig. Man benötigt also nach einer Cat-OP eine Gleitsichtbrille, wenn man kein Gehampel mit Brille auf, Brille ab haben möchte, aber das ist bei den meisten Patienten ja vorher schon der Fall. Es gibt auch multifokale IOLs, beiden man aber deutliche Abstriche in der Bildqualität zumindest derzeit noch machen muss. Leute, die mit einem nicht bestmöglichen Visus zufrieden sind, sind damit ganz gut beraten, sofern Sie das Geld dazu haben. Die, die hohe Ansprüche an ihr Sehvermögen stellen, werden damit eher nicht glücklich.
Thomas24
10.06.2012, 21:39
Mit den meisten IOLs ist die Akkomodation = 0. D.h. man muss mit dem Patienten *vor* der Operation seine visuellen Bedürfnisse klären (intensiver Leser? Handarbeiten? Eher TV?) und die zu erwartende Zielrefraktion der Operation. Für diese Distanz wird die IOL Stärke dann berechnet und operiert. Für die andere Entfernung wird dann eben eine Korrektur benötigt (Brille).
Es gibt seit einigen Jahren auch "akkomodative" Linsen, mit denen man ein wenig Fern-Nah akkomodieren kann und auch multifokale IOLs, die so geschliffen sind, dass man damit ein wenig Fern-Nah Umstellung ohne Brille bewerkstelligen kann. Probleme: da sehen primär eine zerebrale Leistung ist, kommen viele Patienten mit den implantierten Multifokal IOLs nicht problemlos zurecht- Explantationsraten liegen dann bis zu 20%.
Zweites "Problem": weder akkomodative IOLs, noch multifokale IOLs sind Standardleistungen der GKV, sondern werden als "Premium" IOLs vermarktet, die Op ist entsprechend teurer.
Dritte Option: Ein Auge für die "Fernrefraktion" einstellen, ein Auge für die "Nähe", sog. Monovision- das kann für die älteren Herrschaften aber sehr unverträglich sein, also vorher intensiv besprechen und entsprechend aufklären (operative Unverträglichkeit, ggf. Explantation bei Unverträglichkeit und Re-Op).
Thomas24
10.06.2012, 21:40
Muri war schneller :D
Relaxometrie
10.06.2012, 21:48
Ups, das ist ja gar nicht sooo trivial, was man da präOP für Überlegungen anstellen muß. Danke für die super Erklärungen. Wenn mich jetzt mal jemand danach fragt, kann ich strunzen :-))
WackenDoc
14.06.2012, 14:57
Noch der Abschluss zu meinem Spezialbrillenproblem:
Also der Seheidruck ist zwar nicht ganz so optimal, wie mit meiner normalen Brille, aber deutlich besser als erwartet. Hab noch den Eindruck, dass es dezent unscharf ist- aber wenn ich mit den Auge einzeln schaue und mich auf etwas konzentriere, ist es scharf. Jedenfalls passt es jetzt zu 95% und besser wird man das eh nicht hinbekommen.
Immerhin konnte ich ohne Eingewöhnung Auto fahren.
Sagt mal, wie wird/wurde bei Euch das eigentlich mit ppV und phaken Patienten gehandhabt? In meiner alten Klinik war es so, dass durchaus die Linse bei der ppV mitoperiert wurde, wenn abzusehen war, dass sie eh bald fällig wäre oder es schon war, aber mitnichten standardmäßig. Zumal das ja auch eine politisch u.U. heikle Geschichte mit den operativ tätigen Zuweisern sein kann. Eine Klinik, in die ich gerne schicke für z.B. ILM-peelings, weil sie die grandios machen, macht bei jedem Patienten egal welchen Alters und egal bei welcher Diagnose immer eine Phako bei jeder ppV, weil eben so nur der komplette GK freigeschnitten werden kann und das (Re-)Ablatiorisiko Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Es stimmt, dass sie wirklich wenige Reablationes oder eben überhaupt sekundäre Ablationes nach ppV haben. Aber ich bezweifel ein wenig, dass das nur an der gleichzeitigen Phako liegt. Diese Multicenterstudie, deren Namen ich immer vergesse, die ppV mit/ohne Cerclage bzw. nur Cerclage bei Ablatio untersucht hat, zeigt ja z.B. auch so schön auf, dass eigentlich kein Verfahren das eindeutig bessere ist und es eher auf den Operateur selber ankommt. Da gibt es welche mit Reablatioraten von unter 10% bei egal welchem Verfahren und welche mit über 80%. Von daher kann ich mich nicht so recht dazu durchringen, eine unter allen Umständen durchzuführende Phako bei jeder ppV als das Nonplusultra anzusehen und tendiere eher dazu, dass die Kollegen dort einfach wissen, wie man operiert und wahrscheinlich immer gute Ergebnisse haben. Es ist schwierig, wenn man selber nicht operativ tätig ist, sich da ein wirklich verlässliches Bild zu machen, finde ich. Was sagt Ihr dazu?
Feuerblick
18.06.2012, 21:18
Wenn die Linse sowieso bald fällig gewesen wäre und der Patient zur ppV kam, wurde in der Regel die Linse gleich mitgemacht. Gas-Cat und Co fielen für den Patienten damit aus (die Cat. kommt nach ppV sowieso eher früher als später) und der Operateur hatte einfach die bessere Sicht. Außerdem finde ich es persönlich nicht wirklich vertretbar, dass man einen Patienten unnötigerweise zweimal operiert, wenn man das in einem Rutsch machen kann - nur weil der Zuweiser gerne selbst Kohle mit der Phako verdienen möchte.... :-nix Reablatiorate und Co finde ich da als Argument echt nur sekundär.
Ich rede nicht von einer eh schon bestehenden wenn auch vielleicht nur incipienten Cat. Klar, die gehört gerne sofort mitoperiert, erst Recht bei Gas. Mein Problem mit dem Vorgehen ist eher das bei jungen Patienten mit völlig klarer Linse und voller Akkomodationsfähigeit. Die dann zu pseudophakisieren, finde ich persönlich nicht so dolle und frage mich, ob das tatsächlich sein muss.
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