Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Schamanenecke
Hallo zusammen :)
Als stiller Mitleser hätte ich da auch mal 2 Fragen,
zum einen, meint ihr, es ist als Assistent schon sinnvoll sich ein Kopfophthalmoskop anzuschaffen? Bei mir bei der Arbeit gibt es nur ein Bonoskop im Zimmer, aber ich habe nicht das Gefühl damit vernünftig die gesamte Netzhaut beurteilen lernen zu können. Und binokular an der Spaltlampe die Netzhaut abzusuchen ist mitunter ja doch etwas mühsam, da fehlt mir der Überblick. Oder wie sind da eure Erfahrungen?
zum anderen kriegen wir aktuell Lupen gestellt und ich hab schon einige ausprobiert. Aber je nachdem in welchem Zimmer man sitzt, hat man wieder eine andere und kann sich nicht richtig dran gewöhnen. Wäre die Digital Wide Field in Kombination mit einer 20D eine gute Wahl? Oder habt ihr einen anderen Vorschlag?
Vielen Dank für eure Hilfe und allen zusammen ein schönes Wochenende!
Feuerblick
20.11.2020, 23:18
Ich hatte Widefield und 2.2er. Passte gut.
Kopfophthalmoskop war mir auch lieber... aber auch zu teuer. Daher habe ich es mit dem Bonoskop gelernt. Ist echt Übungssache.
In der Klinik habe ich früher zwischendurch das Bonoskop genutzt, generell ist mir aber immer der Blick binokular an der Spaltlampe lieber gewesen. Klar, die komplette Ablatio im Ganzen nett mit der 2.2er ist hübsch. Aber gute Diagnostik mit allem gelang mir immer besser an der Spaltlampe. Ist wie alles sicherlich Übungssache. Mir selber fehlte immer die Notwendigkeit für Anderes, da ich zB nie etwas mit Frühchen zu tun hatte. Und in der Praxis seit nun fast elf Jahren gab es vielleicht fünf Situationen, in denen ich mal die 2.2er wieder ausgepackt habe.
Feuerblick
21.11.2020, 07:55
Da ich viel Kleinkinder und Frühchen angeschaut habe, war die 2.2er hilfreich ;-)
M.E. ist Lernen immer binokulär besser. Nimm dir Zeit und übe einfach: 1) richtig gute Mydriasis, 2) mit noncontact 90er oder Superfield oder 78er alle 9 Richtungen prüfen, 3) schließlich mit Dreispiegelglas überprüfen.
Ich finde indirekte monokuläre Ophthalmoskopie für Konsile / Kinder / komatöse Patienten nützlich, sonst aber weniger wertvoll. Bei uns (in dem anderen Land) war es in der Weiterbildung verpönt:) Für Früchen klar, muss man indirekt binokulär machen.
Feuerblick
21.11.2020, 08:32
„Verpönt“ zeigt doch irgendwie eine seltsame Einstellung... Für jede Fragestellung gibt es die passende Ausrüstung. Wer anderes behauptet, hat keine Ahnung.
Foramen suchen: Widefield, Spaltlampe, ggf. Dreispiegelglas oder (ach guck) Dellen.
Patienten, die man nicht an die Lampe setzen kann oder will : 2.2er und Bonoskop oder (komfortabler und zum Festhalten, Dellen eine Hand mehr) Kopfophthalmoskop.
Mazungu, du wirst es nicht glauben, aber ich hatte Oberärzte, die haben mit einer 20er oder 2.2er und Bonoskop jedes Foramen gefunden. Klinik mit damals bekanntem Netzhautschwerpunkt. In dieser Klinik war es übrigens nicht üblich, an der Spaltlampe mit Lupe Peripherie zu schauen. Wers konnte, prima.
Das einzige, was an „meinen“ beiden Häusern wirklich verpönt war, war keine Fundusskizze bzw. bei Glaukompatienten keine Papillenskizze zu liefern. DANN gabs richtig Ärger.
Weiterbildung ist meines Erachtens dazu da, den Assistenten alle Möglichkeiten an die Hand zu geben, damit sie zum einen das für sie Passende am Ende einsetzen und zum anderen aber auch alle anderen Optionen beherrschen.
Werden eigewnch Fundusskizzen angefertigt? Ich hatte vor zwei Jahren oder so einen jungen Kollegen getroffen, der nicht mal wusste, was ich meinte. Insbesondere bei Ablationes mussten wir immer eine Skizze prä- und postop machen. Ich habe es gehasst, weil ich partout nicht zeichnen kann, aber es war super, weil die Untersuchung natürlich umso genauer war.
Feuerblick
21.11.2020, 10:19
Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Ich hab die Dinger auch nicht geliebt, aber sie waren natürlich besonders dann praktisch, wenn man in einer Netzhautklinik visitiert hat und sich nicht bei jedem Patienten merken konnte, wo da individuell nun das ehemalige Loch zu suchen wäre.
Ich erinnere mich noch an Chefvisiten, bei denen wir eine Stunde vorher hektisch die Akten nach Skizzen durchsucht und die ggf. schnell noch angefertigt haben. Die mussten nämlich parat liegen für die Chefvisite. Und WEHE, es gab keine Skizze. Da wurde unter Umständen auch mal die Visite nach einem Einlauf vom Chef abgebrochen und die OÄ mussten weitermachen. Okay, Chef war wenige Wochen vor Rente und hatte sowieso keinen Bock mehr :-))
Espressa
21.11.2020, 13:48
Ich übrigens hab mich irgendwie an die 90er gewöhnt und komme damit auch für fast alle Fragestellungen klar.
Eine Försterbrille liegt hier seit Jahren im Schrank, in der ersten Praxis konnte ich sie in die Einheit einstecken, seit dem hab ich ohne Akku keine Möglichkeit.
Die 90er mochte ich tatsächlich noch nie, zu kleines Bild, zu viele Reflexe, zu kleiner Ausschnitt.
Absolute Arrhythmie
21.11.2020, 14:32
Werden eigewnch Fundusskizzen angefertigt? Ich hatte vor zwei Jahren oder so einen jungen Kollegen getroffen, der nicht mal wusste, was ich meinte. Insbesondere bei Ablationes mussten wir immer eine Skizze prä- und postop machen. Ich habe es gehasst, weil ich partout nicht zeichnen kann, aber es war super, weil die Untersuchung natürlich umso genauer war.
Also in beiden Augenkliniken in denen ich operiert wurde, wurden Fundusskizzen angefertigt. Habe von der Uni Bonn sogar welche im Kurzbrief.
Feuerblick
21.11.2020, 14:35
Also in beiden Augenkliniken in denen ich operiert wurde, wurden Fundusskizzen angefertigt. Habe von der Uni Bonn sogar welche im Kurzbrief.Ahhh... :-love
Liebe Kolleg*innen,
eine blöde Frage vielleicht, aber wichtig für ausländische und indirekt auch für einheimische Ärzte: wie werden in den Augenarztpraxen Bereitschaftsdienste (z. B. im den KV-Dienstpraxen) bezahlt? Was gilt hier als angemessen? Von meinen Kollegen habe ich verschiedene Variante gehört und die Sache bleibt eher unklar..
Danke!
Thomas24
09.12.2020, 08:25
Liebe Kolleg*innen,
eine blöde Frage vielleicht, aber wichtig für ausländische und indirekt auch für einheimische Ärzte: wie werden in den Augenarztpraxen Bereitschaftsdienste (z. B. im den KV-Dienstpraxen) bezahlt? Was gilt hier als angemessen? Von meinen Kollegen habe ich verschiedene Variante gehört und die Sache bleibt eher unklar..
Danke!
Es gibt keine allgemeinverbindlichen Regeln. Es hängt davon ab, was du bei deinem Arbeitgeber verhandelt hast.
Ich weiß, ich weiß... Es ist halt so, dass wenn man nicht weiß, was 'angemessen' sei, entsteht sehr schnell ein "dumping" (und als erstes durch uns ausländische Fachkräfte). Was für alle schädlich ist.
Z. B. manche kriegen als Fachärzte gar nichts für Bereitschaftsdienste. Die anderen bekommen 800€ pro Tag des Dienstes. Die anderen - nur einen "normalen" Stundensatz oder gar nur "Überstunden" in die Börse.
Also was angemessenn ist, ist mir (und etwa Hundert meiner Kollegen) nicht ganz klar. Auf kleinen Tipp würden wir uns sehr freuen.
Da ein Notfallschein ja auch nur ca 15€ bringt und wir bei uns zB an einem Wochenendtag im Schnitt ca fünfzehn Patienten in der Zeit 7-23h sehen, wäre hier die Bereitschaft, da viel zu zahlen wahrscheinlich eher gering. Aber da wir die Dienste eh selber machen, keine Ahnung, was andere da so zahlen. Die Auslastung mag auch woanders mehr sein, aber an Kinderärzte und Co dürfte wohl kaum ein augenheilkundlicher ND herankommen ;)
Thomas24
09.12.2020, 20:14
Ich weiß, ich weiß... Es ist halt so, dass wenn man nicht weiß, was 'angemessen' sei, entsteht sehr schnell ein "dumping" (und als erstes durch uns ausländische Fachkräfte). Was für alle schädlich ist.
Z. B. manche kriegen als Fachärzte gar nichts für Bereitschaftsdienste. Die anderen bekommen 800€ pro Tag des Dienstes. Die anderen - nur einen "normalen" Stundensatz oder gar nur "Überstunden" in die Börse.
Also was angemessenn ist, ist mir (und etwa Hundert meiner Kollegen) nicht ganz klar. Auf kleinen Tipp würden wir uns sehr freuen.
Wir bezahlen den Angestellten das, was vertraglich vereinbart worden ist. Einige haben die (seltenen) KV Dienste bereits mit dem Grundgehalt abgegolten. Andere Kollegen haben besser verhandelt und bekommen die ersten fünf Dienste im Jahr nicht extra vergütet, sondern sind mit dem Grundgehalt abgegolten, jeder KV Dienst darüber hinaus wird mit 500 Euro pro KV Dienst zusätzlich vergütet- aber da unser Diensteinzugsgebiet ausgeweitet worden ist, sind mehr als 5 KV Dienste pro Jahr auch sehr unwahrscheinlich.
Danke sehr, das war hilfreich.
Liebe Kolleg*innen,
wie oft macht man ROP-Vorsorge bei Früchen in den Praxen? Ich dachte, Skleradepression ist bei diesen Kindern unumgänglich. Lag ich falsch? Darf man in Deutschland Fundoskopie z.A. von ROP ohne Anästhetist dabei machen?
Feuerblick
11.12.2020, 15:54
Wozu brauchst du bei einem Kind, das bereits in die häusliche Umgebung entlassen wurde und dementsprechend fit ist, denn einen Anästhesisten zur Funduskopie? Selbst in der Klinik ist bei den ganz Kleinen nie ein Arzt dabei. Allenfalls irgendwo auf Station in Rufweite.
Wenn man allerdings noch nie Frühchen angeschaut hat im Kliniksetting, sehe ich Nachkontrollen im ambulanten Rahmen durch unerfahrene Ärzte absolut kritisch. Gerade weil die Kinder ja heute oftmals mittels Lucentis/Avastin behandelt werden und die Nachbeobachtung SICHER sein muss.
Ich habe in der Praxis eine Handvoll Kinder zur Nachbeobachtung gehabt. Die meisten aber mit allenfalls initial milder ROP. Erstbeurteilungen hatte ich gar nicht.
In der Klinik hab ich über 1200 Frühchen-Augen angeschaut. Mit und ohne ROP, mit und ohne Laserindikation (damals noch ohne VEGF-Inhibitoren). Es gehört Erfahrung dazu. Und das Wissen, wann man mit der Indentation aufhören sollte, weil das sonst auf den Kreislauf geht. :-))
Ich kenne keine einzige Neo, die niedergelassene Augenärzte als Konsilarius haben, das läuft über Kliniken. Meine ehemalige Klinik hatte somit nicht nur in der angegliederten Kinderklinik sondern auch in anderen, die keine Augenklinik hatten, die Betreuung übernommen.
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