Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Schamanenecke
Feuerblick
13.07.2017, 20:27
Das ist jetzt schon wirklich strange... irgendeine komische, atypische Uveitis intermedia oder sowas? Auch keine Zellbeschläge auf IOL oder HH? Irgendwo muss der Schmodder im Bereich der IOL ja doch herkommen... Und dann würde auch der hohe IOD passen. Gibts irgendwelche sonstige Zeichen, die auf was entzündliches hinweisen könnten? Wie sehen die Gefäße denn aus? Vaskulitis oder sowas denkbar?
Nee, alles nicht. Ganz typischer ZVV, ischämisch wie die CW vermuten lassen, Fd komplett noch mit Blutungen durchsetzt bisher. Gefäße natürlich nicht perfekt zu beurteilen in dem Stadium, aber sieht sehr klassisch aus und nicht nach Vaskulitis, das ist ja doch meist ein anderer Aspekt, wenn ich da so an die Behcet Patienten mit Verschluss denke.
Feuerblick
13.07.2017, 20:32
Aber schon seltsam... ZVV, hoher Druck ohne Rubeosis und "Fibrin". Irgendwas ist da ganz und gar nicht koscher.
Espressa
20.07.2017, 17:11
Sagt mal, kennt einer von euch ein behandlungsschema für die diabetische retinopathie mit MÖ, welches zuerst Laser, und erst im Intervall IVOM vorsieht? Ich kenne es andersrum, ein Kollege hat aber stur und fest behauptet, irgendwer hätte es andersrum etabliert...
Feuerblick
20.07.2017, 17:27
Als festes Schema (z.B. DOG oder BVA-Empfehlung) kenne ich weder das eine noch das andere. Zumindest hier im Umkreis findet das so nicht statt.
Normalerweise wird bei den proliferativen DR mehr oder weniger gleichzeitig peripher gelasert und zentral gespritzt. Oder man muss lediglich fokal lasern, dann wird man die Netzhaut zentral mit IVOM sinnvollerweise vorher trockenlegen...
Das Schema, das sich dein Kollege da einbildet, macht auch vor dem Hintergrund, dass man von einem positiven Einfluss der anti-VEGFs auf Proliferationen ausgeht, relativ wenig Sinn...
Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
P.S. Seit ich weiß, dass so manch eine Uniklinik tatsächlich bei Retinopathia centralis serosa IVOMs mit zwei Sorten Steroid veranstaltet, wundere ich mich allerdings über kein noch so abstrus klingendes Behandlungsschema mehr :-))
Ich kenne es so, dass man schleunigst die Makula trocken legt, aber bei entsprechender Indikation auch schon mit der Pan-LC beginnt.
Feuerblick
20.07.2017, 20:00
Ja, genau so...
Espressa
27.07.2017, 19:25
Ich bräuchte für meine neue Praxis Anschauungsmaterial und Erklärbilder. Könntet ihr mal sehen woher eure sind? Am liebsten kostenloses Werbematerial, dann würde ich bei den Firmen anfragen.
Dann möchte ich auch noch einen Fragebogen einführen um Beschwerde, vorbehandlungen, ops, allgemeinerkrankungen etc abzufragen; falls jemand sowas nutzt, würde ich mich auch über Inspiration freuen.
Muss meinen Helferinnen in puncto Anamnese echt auf die Sprünge helfen...
Feuerblick
27.07.2017, 19:44
Anschauungsmaterial und Erklärbilder kannst du bei den einzelnen Firmen bestellen. Für IVOMs und alle Erkrankungen drumherum z.B. bei Novartis oder Bayer. Katarakt-OP-Aufklärer gibts vermutlich bei den IOL-Firmen.
Ich hatte letztens nen guten Fragebogen in der Hand, aber leider weiß ich nicht, wo ich den im Archiv finden kann...
Hattet ihr schon mal den Fall von doppelt bestückten Shootern für Ozurdex? Heute kam ein Patient zur postop Kontrolle nach entsprechender ivom gestern, der schon sagte "ich sehe zwei Stäbchen, da stimmt was nicht, hat auch viel mehr gedrückt gestern". Recht junger extrem differenzierter Patient mit Z.n mehrfacher Ozurdex-Injektion, da war schon klar, dass da was anders ist. Tatsächlich zwei separate Ozurdex-Stäbchen schwimmen im GK, ganz sicher kein durchgebrochenes. Mein spritzender Kollege sagte auch, dass es sich beim Spritzen komisch angefühlt hätte. Laut Allergan noch nie vorgekommen/gemeldet worden, weiß man ja nicht. Morgen kommt jedenfalls jemand von dort raus zu uns.
Feuerblick
27.07.2017, 21:37
Noch nie davon gehört. Aber rein technisch bestimmt denkbar...
Vielleicht ist die Wirkung jetzt ja wirklich mal sechs Monate lang :-D
Feuerblick
28.07.2017, 05:26
Oder der Druck steigt exorbitant an :-))
WackenDoc
14.08.2017, 07:20
Kennt sich jemand von euch mit Farbasthenopie aus? Wie kan man bei einer Deuteroanomalie eine Asthenopie ausschließen?
Feuerblick
14.08.2017, 08:00
Auskennen wäre zuviel gesagt, aber ich tippe mal drauf, dass man solche Leute an ein Anomaloskop setzen muss. Sprich: Du brauchst nen Augenarzt, der sich auf gutachterliche Fragen spezialisiert hat...
Espressa
14.08.2017, 10:54
Jetzt steinigt mich nicht ob meines Unwissens... aber ich dachte -anopie ist eben komplette Farbenblindheit und -anomalie Schwäche, was soll dann die Asthenopie sein?
Da ich also schon die Frage nicht verstanden hab, kann ich nur schwerlich antworten.
Für die verschiedenen Fehler finde ich aber den Test in dem die farbigen Steine zu sortieren sind (farnsworth) sehr gut, auch schon gemacht, klappt gut!
Feuerblick
14.08.2017, 11:23
Naja, die Frage ist von Wacken ein wenig blöd formuliert. Wenn ich mich recht erinnere (irgendwer hat mir mal in unserer neuroophthalmologisch geprägten Augenklinik wilde Sachen darüber erzählt... habe es aber auch nur noch ungefähr im Kopf), dann gibt es Menschen, die bei längerem Hinschauen zunehmend Probleme bekommen, Farben zu unterscheiden (z.B. am Anomaloskop). Das ist dann faktisch weder eine Deuteranomalie noch eine Deuteranopie. Anders gesagt: Wer eine bestätigte -anomalie hat, hat nicht nur eine -asthenopie. Oder man hat falsch am Anomaloskop (oder mit den Farbtests) gespielt.
Insofern sollte man den Menschen besser zu einem gutachterlich geschulten Augenarzt schicken, der den Unterschied herausfinden kann (sinnigerweise Augenärzte, die Fluggutachten/Bootsgutachten machen, denn alle anderen sehen das Anomaloskop nicht ganz so oft aus der Nähe)...
Stellt sich die Frage, inwiefern die Deuteranomalie bestätigt ist (dann braucht man eine Asthenopie nicht ausschließen... bei bestätigtem Knochenbruch schließt sich die einfache Prellung als Schmerzursache an gleicher Stelle ja auch aus) und ob eine Asthenopie überhaupt für irgendwas relevant ist. Denn wann starrt man schon länger als ein paar Sekunden auf etwas drauf, dessen Farben man unterscheiden muss?
Aber WENN das eine Relevanz hat, dann zählt eigentlich nur der Anomaloskop-Test.
WackenDoc
14.08.2017, 13:32
Umgekehrt wird quasi ein Schuh draus. Es gibt Menschen, die rein genetisch farbsehtauglich sind. Strengen die sich beim Test aber zu sehr an, kommt eine (falsch positive) Farbsehstörung raus. Die Fähigkeit Farben zu erkennen, ermüdet= Farbasthenopie
Im normalen Alltag ist dies meist nicht relevant. Deswegen muss in diesem Fall eine Farbasthenopie ausgeschlossen sein, bevor jemand wegen einer Farbsehstörung untauglich ist. (Bei Piloten hat man das wohl ursprünglich festgestellt).
Derjenige war schon beim Augenarzt und DER konnte mit dem Begriff nichts anfangen und wusste nicht wie man das ausschließt.
Feuerblick
14.08.2017, 13:54
Dann musst du ihn in eine Augenklinik mit neuroophthalmologischem Schwerpunkt oder zu einem speziellen flugophthalmologischen Gutachter (da gibts in D nur eine kleine Handvoll) schicken.
Eigentlich wird ein solcher Ausschluss nicht gemacht, denn was soll das bringen? Wenn er eine Deuteranomalie hat und die im Anomaloskop nachgewiesen wurde unter normalen Testbedingungen (er sollte dabei also nicht ewig auf die Testfarben gestarrt haben), wird man eine -asthenopie nicht nachweisen können ohne ihn zum Schummeln anzuregen. Ähnliches gilt für die üblichen Panel-Tests.
Sprich: Man kann niemals wirklich sicher ausschließen, dass er nicht doch eine -anomalie hat und damit für gewisse Berufe doch möglicherweise untauglich wäre. ICH würde so jemanden nicht tauglich schreiben, dazu ist mir die Defitinition zu wischi-waschi.
Aber für eine fundierte Meinung brauchst du spezialisierte (!!!) Gutachter (!!!) und nicht irgendeinen Augenarzt, der manchmal Leute vors Anomaloskop setzt. Der kennt das nicht. Muss er auch nicht. Dafür ist das zu selten.
WackenDoc
14.08.2017, 17:35
Heul- 4 Wochen im Job und schon wieder komisches Zeugs gefunden....
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