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Muriel
24.03.2021, 19:19
Na... dann hast du ja zumindest den nachhaltigen Beweis, dass die Unitherapie Kokolores ist. :-))
Hattest du mir nicht von einem Glaukomoperateur in euerer Gegend erzählt, der das ganz toll kann? Der kann doch bestimmt auch die Diagnostik vorher, oder?

Ja, ich schaue mal, ob ich sie dazu bekomme, sich noch mal bei ihm vorzustellen. Er macht wirklich tolle TEs und kümmert sich vor allem sehr engagiert auch über sechs Wochen um die nachsorge mit 5FU etc. Der sieht die Patienten wirklich wöchentlich ambulant noch. So was kennt man hier nicht.

Feuerblick
24.03.2021, 19:22
Dann wäre das sicher ein guter Ansprechpartner. Denn mit dem kleinen Besteck kommt man da ja nicht weiter.

Thomas24
24.03.2021, 19:27
Ja, ich schaue mal, ob ich sie dazu bekomme, sich noch mal bei ihm vorzustellen. Er macht wirklich tolle TEs und kümmert sich vor allem sehr engagiert auch über sechs Wochen um die nachsorge mit 5FU etc. Der sieht die Patienten wirklich wöchentlich ambulant noch. So was kennt man hier nicht.

Hätte eigentlich gedacht, dass in einem Ballungsgebiet wie Köln doch noch üblicher wäre, sich intensiv um die Nachbetreuung zu kümmern- einfach weil man sich von der zahlreichen Konkurrenz abheben muss/möchte und die Erreichbarkeit besser. Im bayrischen Wald sind die Wege ja lang und die potentiellen Zuweiser haben auch nicht so viele Glaukomoperateure zur Auswahl- da würde ich das "Op, kurze Nachsorge- den Rest macht dann ihr Hausaugenarzt" eher erwartet haben als bei euch.

Espressa
24.03.2021, 19:30
Da hab ich Glück, hier gibts äußerst engagierte Glaukomabteilungen. Manchmal hab ich mich etwas geärgert wenn die „nur-CatOPs“ gleich kombiniert operiert hatten und ich dann den Patienten alle paar Tage mit Häm und hohen drücken da sitzen hatte... Aber inzwischen hatten sich eher Patienten gehäuft die mit ihrem glaukom eher kontrollintensiv und schwierig waren, also lass ich die ganz gerne machen. Generell machen sie auch schöne Profile und Diagnostik, da kann ich nicht klagen.

Muriel
24.03.2021, 19:42
Hätte eigentlich gedacht, dass in einem Ballungsgebiet wie Köln doch noch üblicher wäre, sich intensiv um die Nachbetreuung zu kümmern- einfach weil man sich von der zahlreichen Konkurrenz abheben muss/möchte und die Erreichbarkeit besser. Im bayrischen Wald sind die Wege ja lang und die potentiellen Zuweiser haben auch nicht so viele Glaukomoperateure zur Auswahl- da würde ich das "Op, kurze Nachsorge- den Rest macht dann ihr Hausaugenarzt" eher erwartet haben als bei euch.

Nee, tatsächlich nicht. Uni wie gesagt wird irgendwie immer komischer derzeit, ambulant läuft so Kleinkram wie iStent, und Viscos, diese ganzen Implantate habe ich noch nicht so recht verstanden und ich habe das Gefühl, das gilt auch fürs Umland. Das ist so... Ach ich weiß nicht, man versucht immer wieder was Neues, aber so richtig geil ist nix. Der besagte Glaukomoperateur brachte es mal auf den Punkt bei einer FoBi über Glaukomchirurgie, indem er sinngemäß sagte, dass alleine die Tatsache, dass immer wieder neue Methoden auftauchen, zeige doch schon, dass irgendwie nichts so richtig der Bringer ist, denn sonst bräuchte es nicht so viele Techniken. Und dass die TE sich so lange hält trotz aller neuen Dinge, komme ja auch nicht von ungefähr. Wie auch immer, jeder pröckelt so vor sich hin, aber irgendwie mag keiner so richtig die Glaukome.
Ich weiß nicht, ob ich es mir einbilde, aber mein Eindruck ist leider so, dass viele junge Kollegen in die Augenheilkunde gehen, um fancy refraktive Chirurgie zu machen, aber nicht, um kranke Augen zu heilen. Das frustriert zunehmend.

Thomas24
24.03.2021, 19:44
Bei mir sehen die Druckkurven aus der lokalen Uniklinik manchmal aus wie moderne Kunst- mit schönen spitzen Zacken und großen Lücken zwischendurch. Highlight war das TTP, das bei Aufnahme eine Messung bekommen hat, und anscheinend erst am Montag wieder... Am Montag scheint es bei der Entlassungsvisite einen oberärztlichen Einlauf gegeben zu haben und es war tagsüber wieder was dokumentiert und der Pat. wurde erst am Dienstag entlassen. Das fand ich dann auch weniger amüsant.

Feuerblick
24.03.2021, 19:50
Joa, ich hab das mal ne Zeitlang begutachtet und hatte eine städtische Augenklinik, bei denen fast kein TTP als solches durchging. Da waren zwei Messungen am Tag das Höchste der Gefühle.
Oder sie hatten zwischen 8 und 18 Uhr vier Messungen.

Thomas24
24.03.2021, 19:52
Joa. Geht halt nicht. Ist Zeitverschwendung für den Patienten, der ein Wochenende im Krankenhaus verbringt. Ressourcenverschwendung für das Gesundheitssystem, Ärger für den Zuweiser, der keine sinnvolle Info über Durckspitzen etc. bekommt. Kann man direkt in die Tonne kloppen. Und einen Patienten, der sowas erstmal mitgemacht hat, bekommt man schlecht motiviert, ein neues TTP im Verlauf machen zu lassen. Sehr ärgerlich

Feuerblick
24.03.2021, 19:54
Ganz genau. Die waren aber absolut beratungsresistent. Da hat sich trotz regelmäßiger Ablehnungen einfach nichts verändert. Zu dem Zeitpunkt hätte ich da aber auch nicht tot überm Zaun hängen wollen. Da lag vieles im Argen.

h3nni
24.03.2021, 19:59
Joa, ich hab das mal ne Zeitlang begutachtet und hatte eine städtische Augenklinik, bei denen fast kein TTP als solches durchging. Da waren zwei Messungen am Tag das Höchste der Gefühle.
Oder sie hatten zwischen 8 und 18 Uhr vier Messungen.

4 Messungen sind ja nach GOÄ mindestens verlangt. Was würde man sich denn wünschen? Alle 3 Stunden über 24h? Und nachts ne Pause? Oder einfach alle 6 Stunden mal ne Messung? (wobei das ja alle 8 wäre, um 4 Messungen in 24h mit Anfang und Ende zu kriegen)

Feuerblick
24.03.2021, 20:04
Im stationären Rahmen muss es mehr sein als der EBM vorschreibt. Und natürlich außerhalb der Praxiszeiten.
Fachlich sinnvoll mindestens fünf Messungen in regelmäßigen Abständen, davon eine nachts und im Liegen.

Muriel
24.03.2021, 20:04
Wir haben damals zwischen 6h und Mitternacht im zwei bis drei Stundentakt gemessen, eine Nachtmessung tatsächlich nicht zwingend, je nach Konstellation.

Feuerblick
24.03.2021, 20:06
Wir haben tagsüber zwischen sechs und 20 Uhr ca. alle drei Stunden gemessen und eine Nachtmessung war verpflichtend.
Aber letztlich sind es ja nur Mindestanforderungen, die ich genannt habe. Mehr Messungen als in der Praxis und vor allem eben auch außerhalb der Praxiszeiten. Denn sonst könnte man das alles ja ambulant machen.

Thomas24
24.03.2021, 20:11
Wir haben tagsüber zwischen sechs und 20 Uhr ca. alle drei Stunden gemessen und eine Nachtmessung war verpflichtend.

War bei uns auch so

Feuerblick
24.03.2021, 20:12
Wir haben die Nachtmessung nicht an bestimmte Konstellationen geknüpft. Ich war ehrlich gesagt nachts auch froh, nicht noch drüber nachdenken zu müssen, wen ich messe und wen nicht. War schon schwierig genug, die Werte vernünftig einzutragen. :-))

Huch! Hatte mich auch vertippt. 6-22 Uhr meinte ich natürlich.

Thomas24
24.03.2021, 20:14
Wir waren nachts um 03:00 eh wach- die 03:00 Verblitzung kam nämlich so sicher, wie das Amen in der Kirche :-D

Feuerblick
24.03.2021, 20:15
Bei uns zum Glück nicht. Und die ganzen Arbeitsunfälle mit Metallfremdkörper kamen vor Mitternacht oder morgens nach sechs Uhr.

Muriel
24.03.2021, 20:18
Wir waren nachts um 03:00 eh wach- die 03:00 Verblitzung kam nämlich so sicher, wie das Amen in der Kirche :-D

Ach, ja. Wir lieben sie alle ;-)

Die meisten haben Nachtmessungen bekommen, es gab halt manche, bei denen man drauf verzichtet hatte, wenn der Rest irgendwie klar war. Aber die TTP Kurven, die ich jetzt manchmal bekomme... Puh... Da messen wir in der Praxis mehr, wenn wir alle zwei Stunden von acht bis achtzehn Uhr messen. Erschreckend.

Feuerblick
24.03.2021, 20:21
Hihi, ich erinnere mich noch an einen unserer wissenschaftlichen Mitarbeiter, der um kurz nach ein Uhr nachts mit einer Verblitzung angekrochen kam. Angemessen zerknirscht, aber immerhin nicht erst um drei Uhr. Ein bisschen aufgezogen haben wir ihn allerdings schon. :-))

Muriel
24.03.2021, 20:35
Shit, habe gerade von einer Bekannten erfahren, dass ihre Mutter durch eine verschleppte Orbitaphlegmone auf dem einen Auge erblindet ist. Sie kommt Freitag zu mir. Scheiße. Vor vier/fünf Wochen war sie noch für eine Standardkontrolle bei mir. Kacke :-(