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Muriel
07.02.2015, 18:02
Das Problem mit erschwerten Cat-OPs ist ja auch, dass der Patient so was nicht weiß, ggf in der Anamnese das Jetrea auch nicht mitteilt und er bei folgender OP woanders womöglich an einen Anfänger gerät. So was ist doof. Wenn man sich auf so etwas einstellen kann, ist es doch besser. Genauso wie bei nem IFIS.

Feuerblick
07.02.2015, 18:03
Auf jeden Fall! Böse Überraschungen finden auch Profis nicht so dolle...

Thomas24
07.02.2015, 18:04
Ja, Tamsulosin mit IFIS kann einem den Tag genauso vermiesen wie PEX.

Muriel
07.02.2015, 18:08
PEX weiß man immerhin vorher. Ärgerlich war letztens ein älterer Herr, der eine Woche vor Cat-OP die erste Dosis Tamsulosin von seinem Urologen bekam. Das wussten wir dann aber immerhin noch vorher, so dass meine Kollegen die OP getauscht hatten, da der eine offen zugibt, dies mache der andere einfach besser und routinierter.

Thomas24
07.02.2015, 18:10
Da gibt es eine große Variabilität, nicht jeder der Tamsulosin bekommt, macht intraoperativ zwangsläufig Schwierigkeiten, genau wie beim PEX- mal kann alles wunderbar gehen, und mal sitzt man da und flucht.

Feuerblick
07.02.2015, 18:10
...und nicht jeder ältere Herr gibt die Prostatamedikation zu ... :-nix
Aber hey, euch Operateuren wäre doch sonst langweilig und ihr hättet gar nix Spektakuläres zu berichten :-))

Thomas24
07.02.2015, 18:11
Ich frage dezidiert bei der Voruntersuchung danach.

Feuerblick
07.02.2015, 18:12
Ich frage dezidiert bei der Voruntersuchung danach.Hab ich auch immer gemacht. Aber manchmal kam am OP-Tag die Mediliste mit zu den Unterlagen... und siehe da...

Muriel
07.02.2015, 18:15
Sagt mal, das Zeug macht ja dosisunabhängig und ggf echt lang Probleme. Ich hatte letztens mal versucht, herauszufinden, wann man davon ausgehen kann, dass Probleme nicht mehr auftreten sollten und bin aber nicht schlau geworden. Gibt es da eine Richtzahl zu? Wenn ein junger Mann im Rahmen von Nierenkoliken Alna bekommen hat, muss er dann Jahrzehnte später noch mit Folgen dieser Art rechnen?

Feuerblick
07.02.2015, 18:17
So genau hab ich das auch nicht rausfinden können. Mein einer OA sagte immer "Wenn die OP innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen geplant ist, isses EIGENTLICH wurscht, ob die das absetzen oder nicht."

Muriel
07.02.2015, 18:18
Also dass es deutlich länger auch über Jahre wohl noch durch Strukturveränderungen wirkt, das könnte ich herausfinden. Aber mehr eben nicht :-nix

Thomas24
07.02.2015, 18:18
Tja, dann ist es eben so:-nix
Aber was wäre das Leben ohne Überraschungen? Erst neulich hat eine Patienten massivste Vis a tergo bekommen, wo alles präop und am Anfang gut aussah, normale Kammertiefe, keine Achslöngenabweichung, keine ausgeprägte Hyperopie, Adipositas etc. und kaum war die Vorderkapsel angeritzt, heute sich das Linsendiaphragma dermaßen, dass man seine liebe Not hatte, die Nadel wieder sicher aus der Vorderkammer rauszubringen, ohne alles kaputt zu reißen... Man steckt einfach nicht drin- es kann intraoperativ einfach alles mögliche passieren.

Thomas24
07.02.2015, 18:20
Wir lassen übrigens Tamsulosin zwei Wochen präoperativ pausieren- ich persönlich bin aber von der Effektivität der Maßnahme nicht wirklich überzeugt.

Muriel
07.02.2015, 18:23
Ist auch schwachsinnig. Aber im Fall des Falles hat man halt immer noch die "wir haben es versucht" - Karte :-nix

Feuerblick
07.02.2015, 18:24
Das war in etwa auch die Meinung meines Oberarztes, wobei der die Zeitspanne deutlich weiter gefasst hat.
Keine Ahnung, inwiefern die über Jahre nachweisbaren strukturellen Veränderungen wirklich noch einen nennenswerten Einfluss haben :-nix Vermutlich wäre es nicht schlecht, sowas zumindest abzufragen, damit der Operateur zumindest gewarnt ist.

Thomas24
07.02.2015, 18:26
"Lass dich überraschen, schnell kann es geschehn..." *Summ*:-oopss

Muriel
07.02.2015, 18:29
Hehe :-D

Thomas24
07.02.2015, 18:31
Das interessante beim IFIS ist ja auch, dass es intraoperativ total variabel sein kann, bei einigen "flattert" das Iris Linsendiaphragma direkt nach der ersten Parazentese, wenn man das Supra in die VK gibt, man stellt sich innerlich schon mal auf einen Krampf ein, dann passiert aber nichts weiter. Bei anderen passiert ganz lange erstmal nichts, der Kern lässt sich unter guter Sicht aufarbeiten, und erst wenn man mit der Irrigation/ Aspiration des Cortex ist, zieht sich die Puille zusammen- auch doof, aber es geht. IFIS muss nicht immer gleich in die Vollkatastrophe führen- im Regelfall kann man die Op noch gut und sicher zu Ende bringen.

erdbeertoertchen
11.02.2015, 21:26
Ich steh gerade auf dem Schlauch, bei bakteriellen Konjunktividen kann doch ein eitriges Sekret auftreten, Verklebungen können auch bei viralen Konjunktividen geben, wie kann ich die beiden voneinander unterscheiden?

Muriel
12.02.2015, 11:07
Die Bindehautinjektion ist bei viralen häufig hämorrhagisch, eine Plicaschwellung kann auftreten und häufig ist auch die Hornhaut schon vor dem Auftreten der charakteristischen Nummuli auffällig. Da aber auch gar nicht mal so selten eine Mischinfektion vorliegt, ist das immer sehr relativ. Letztendlich muss man sagen, dass da viel Erfahrung bei ist und weniger immer harte Kriterien, die eine 100%ige Unterscheidung ermöglichen. Es gibt durchaus rote Augen, die nicht ein typisches Kriterium einer KCE aufweisen und dennoch weiß man (oder vermutet es zumindest sehr stark), dass es eine ist, wenn man erst mal einige gesehen hat.