Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hammerexamen April 2013.... oder "Ich dreh durch"
hannibalekta
19.04.2013, 13:06
Ändern sich denn die Notengrenzen noch? Kann man da eher ein gutes oder schlechtes Gefühl haben, wenn man auf der Kippe steht? Bin bei 80,9% ... wäre natürlich ärgerlich, wenn es eher runter geht ;)
Viele Grüße
Hej ihrs,
nun haben wir das Schriftliche hinter uns. Habe gestern aber komischer Weise vergebens auf das "juhu, geschafft" oder "man bin ich erleichtert-Gefühl" gewartet. Aber dafür war ich wohl auch zu wenig angespannt. Hoffe, das kommt dann um so kräftiger nach der Mündlichen.
Laut Experten-Lösung fehlen mir 3 Punkte zur zwei... wird ein Bibbern, obs noch reicht oder nich. Wäre ganzschön ärgerlich so knapp vorbei zu schrabben, aber ändern kann ichs nich.
Glaube es bringt auch nix, sich übers IMPP aufzuregen. Dass die nen Scheiß fragen, wissen wir und wird sich wohl auch nich mehr ändern =)
Also einfach freuen dass wirs hinter uns haben =) Haben wir gut gemacht!!!
*winx*
Ich finde es irgendwie immernoch krass, dass es vorbei ist. Kanns noch gar nicht wirklich glauben, dass jetzt nie mehr Kreuzen angesagt ist.
Bei mir lief es insgesamt eigentlich echt gut von daher kann ich mich nicht wirklich beschweren. Habe am ersten Tag paar Leichtsinnsfehler reingehaut und bin nicht so der Neurofreak, am zweiten Tag hat mich der CLL-Fall etwas runtergezogen, dafür war da aber schön viel Unfall & Ortho. Und am 3. Tag liefs bei mir extrem gut, war für mich aber auch echt super, dass nochmal ein Unfallfall dran kam. War dann insgesamt nochmal einen Ticken besser als in meinen Probeexamina. Also alles super :)
Von meinen Freunden haben es auch alle geschafft und die meisten auch die angestrebte Note von daher passt das auch super. Jetzt heute habe ich nochmal Bücher fürs Mündliche geholt und ab Sonntag werde ich dann wohl loslegen.
Wir sind jetzt quasi 2/3-Ärzte :D
Wie bereitet Ihr die Mündliche vor?
Ich denke Fallbücher sind nicht schlecht, oder?
Judith87
19.04.2013, 13:52
Ja...wir haben es geschafft!!
Ich kann es auch noch nicht so recht glauben, irgendwie bin ich heute wieder früh aufgestanden und hab erst mal einen Putz-Tag begonnen, was nach Wochen der Verwahlosung auch bitter nötig ist :D Mir fehlen auch ca. 3 Punkte zur besseren Note, also muss ich mal abwarten, was sich so tut. *bibber*
Zur mündlichen: Ich werde auch auf Fallbücher setzen und versuchen mit meinen Lernkarten mal ein bisschen ganze Sätze formulieren im Kopf und ein paar Definitionen lernen, damit man die parat hat.
Joa, hier sieht's auch ein bissl nach Urwald aus, aber ich hatte heut' Vormittag erstmal noch 4 Stunden Sprachkurs in völliger geistiger Umnachtung und jetzt fahr' ich heim und putze nächste Woche. :)
Da ich ja erst in 2 Monaten Mündliche hab' werd ich erstmal eine Woche frei machen und mich dann meinem Wahl- und dem Losfach widmen, die ich für's Examen quasi garnicht gelernt hab. Strahlentherapie und Kinderchirurgie waren da ja auch nicht so wirklich gefragt. :) Erstmal ein Buch für Kinderchirurgie finden... ;) Innere & Chirurgie werden sicher auch Fallbücher das Beste sein, um das Wissen bis Juni zu konservieren...
Hier wird auch grad geputzt. Wird sich noch ein wenig hinziehen... was für ein Saustall!
ich habe die zwei recht sicher.. *hüpfesmiley*
Nachdem ich ja erst sooo spät mündliche hab, werd ich wohl erstmal zwei Wochen nixtun, vielleicht fahr ich noch zu ner Freundin bevor ich wieder anfang, zu lernen..
Es ist doch müßig, sich ueber das IMPP aufzuregen. Sie fragen jedes Jahr absurdes Kram, mal mehr, mal weniger. Der HWS Fall war doch auch noch einer von den faireren.... Und zu dem Beispiel mit dem Auge (ich hab da das Berlin Oedem genommen... :)): sie wollen halt rüberbringen, dass Patienten auch Laeuse und Floehe haben koennen. Und die CLL-Deletion steht in jedem Lehrbuch, weil sie naemlich die Therapie beeinflusst... Ich fand es alles in allem ein faires Examen. Und es ist vorbei. Jetzt nur noch um die 2 zittern. Naja, und das muendliche, aber das ist ja ein selbstlaeufer. :grins:
Maddiones
19.04.2013, 16:07
Glückwunsch erstmal an alle, die es gestern hinter sich gebracht haben!
Ich habe mal eine Frage zum Vorgehen beim Ankreiden der Fragen beim IMPP. Schickt da jeder, der eine oder mehrere Fragen moniert, jetzt eine Mail/Brief ans IMPP? Oder wäre es sinnvoll kritische Fragen in einem eigenen Thread mit Literaturangaben zu sammeln, damit mehrere Leute diese erstellte Liste ans IMPP senden? Ich z.B. denke die ganze Zeit, irgendjemand wird schon alle diskutablen Fragen melden, wenn aber jeder so denken würde wie ich, würde sich ja gar keiner beim IMPP beschweren. ;)
Also, Tipps fürs Vorgehen? Die Einwände sollen beim IMPP ja schriftlich (geht Mail auch?) innerhalb einer Woche nach Examensende vorliegen.
mcmedsol
19.04.2013, 18:17
an alle die hier mit ihren Noten rumposieren, ihr geht mir so von auf den ****..viele habe es auch geschaft und machen nicht so´n Affentheater.... habt ihr mitgefühl mit den Leuten die auf die Kippe stehen... Aus Erfahrung eure Note sagt nicht unbedingt das ihr die Bessre Ärzte seid....
Allen die hoffen und bangen wegen paar Punkte drücke ich die Daumen....Ihr schafft das schon
SuperSonic
19.04.2013, 18:51
an alle die hier mit ihren Noten rumposieren, ihr geht mir so von auf den ****..viele habe es auch geschaft und machen nicht so´n Affentheater.... habt ihr mitgefühl mit den Leuten die auf die Kippe stehen...
Das eine schließt das andere nicht aus, und dass Ärzte mit super Noten die besseren Ärzte wären, hat keiner behauptet. :-keks
mcmedsol
19.04.2013, 18:54
Das eine schließt das andere nicht aus, und dass Ärzte mit super Noten die besseren Ärzte wären, hat keiner behauptet. :-keks
das gebe ich dir recht. Ich finde es einfach traurig, man kann einfach mitfühlen, man liest Threads wo die Leute um 2 Punkte hoffen und bangen und hier liest man " ach ich bange um ne 1 od 2" .. its just silly ...
das gebe ich dir recht. Ich finde es einfach traurig, man kann einfach mitfühlen, man liest Threads wo die Leute um 2 Punkte hoffen und bangen und hier liest man " ach ich bange um ne 1 od 2" .. its just silly ...
Soll Stellen geben, wo's drauf ankommt. Wenn Du 08/15-Internist werden willst, wird Dich kein normaler Chef wegen ner 3 ablehnen. Letzenendes wissen bis auf ein paar Spinner (vor allem an den Unikliniken vertreten) ja auch, dass das IMPP keine valide Prüfung erstellt. Das IMPP hat zwei Interessen: 1. eigene Existenz sichern 2. nicht verklagbar sein. Es geht und ging nie darum, herauszufinden, wer ein guter Arzt wird und wer nicht. In der Approbationsordnung steht auch ganz klar, dass die Prüfungsergebnisse nur zuverlässig sein müssen, nicht valide.
Ich steh grad mit 255 Punkten da und würde mich schon ärgern, wenn ich wie im Physikum wieder um nen Punkt an der zwei vorbeiflieg. Würdest Du auch. Aber bestanden ist bestanden, und das ist ja schon mal was. :) Man darf nicht vergessen, wie viele Leute ihre Seele nur für nen Studienplatz verkaufen würden!
SuperSonic
19.04.2013, 19:12
man liest Threads wo die Leute um 2 Punkte hoffen und bangen und hier liest man " ach ich bange um ne 1 od 2" .. its just silly ...
So ist das halt, das ist jetzt kein neues Phänomen. Und regelmäßig gibt es dann Leute wie dich, die sich darüber aufregen.
Wenn jemand sehr fleißig war und in den Probeexamina sehr gut abgeschnitten hat, nun im Ernstfall aber doch eine schlechtere Note als erhofft droht, wieso sollte es für solche Menschen nicht legitim sein hier auch zu bangen?! Ich bin kein Einserkandidat und kann das trotzdem nachvollziehen. :-nix
mcmedsol
19.04.2013, 19:13
Ich steh grad mit 255 Punkten da und würde mich schon ärgern, wenn ich wie im Physikum wieder um nen Punkt an der zwei vorbeiflieg. Würdest Du auch. Aber bestanden ist bestanden, und das ist ja schon mal was. :) Man darf nicht vergessen, wie viele Leute ihre Seele nur für nen Studienplatz verkaufen würden!
Richtig bestanden ist bestanden. aber Who the f*** want to know, wem wieviele Punkte viele bis zum 1 od 2 Fehlen... wer soviele Punkte hat, hat doch besseres zu tun..
PS: es tut mir leid ich wollte niemand angreifen, aber ich wollte es nur gesagt haben
Richtig bestanden ist bestanden. aber Who the f*** want to know, wem wieviele Punkte viele bis zum 1 od 2 Fehlen... wer soviele Punkte hat, hat doch besseres zu tun..
Wir lernen doch *alle* unabhängig von der Note für's Mündliche, ich glaub keiner hat sonst "was besseres zu tun", egal wie gut oder schlecht das Stex ausgefallen is :-P Und ja, wir jammern alle auf nem hohen Niveau. Welcome to Germany, where bitching about nothing is a national sport.
PS: es tut mir leid ich wollte niemand angreifen, aber ich wollte es nur gesagt haben
Das ist das Internet. Wer hier irgendwas persönlich nimmt, muss sich eh einbuddeln lassen.
Richtig bestanden ist bestanden. aber Who the f*** want to know, wem wieviele Punkte viele bis zum 1 od 2 Fehlen... wer soviele Punkte hat, hat doch besseres zu tun..
PS: es tut mir leid ich wollte niemand angreifen, aber ich wollte es nur gesagt haben
Mit dem falschen Fuß aufgestanden? Wenn der Anspruch, den man an sich selber stellt, nicht erfuellt wird, enttaeuscht das durchaus auch. Ich denke nicht, dass hier nur Menschen Posten duerfen, die ums bestehen bangen...
Sebastian Wurster 1987
19.04.2013, 22:59
Liebe Kommilitonen und Examens-Absolventen
Ich möchte an dieser Stelle mit einem Tag Abstand ebenfalls meine persönliche ausführliche Nachbetrachtung zu unserer schriftlichen Prüfung und zur Leistung des IMPP bei der Erstellung der Prüfungsaufgaben vorbringen.
1.) Fairness und Schwierigkeit
Die Einschätzung der Fairness und Schwierigkeit einer Prüfung unterliegt natürlich subjektiven Gesichtspunkten und lässt sich im Einzelfall kaum von der individuellen Prüfungsleistung trennen, v. a. da die Schwierigkeit der IMPP-Prüfung im Allgemeinen und der vorliegenden im speziellen auf verschiedenen Noten-Ebenen äußerst unterschiedlich zu bewerten ist.
Es ist bekannt, dass Durchfallquote im Regelfall sehr niedrig ist und mit einer adäquaten Vorbereitung eine sehr realistische Bestehenschance verwirklicht werden kann. Dies war im Examen F13 definitiv erneut der Fall, da zahlreiche identische Wiederholungsfragen und leicht modifizierte Fragen enthalten waren und vor allem am Tag 3 die Fälle zur COPD, zum Atemnotsyndrom und die beiden Psychiatrie-Fälle für ein medizinisches Staatsexamen als äußerst leicht (wir konnten uns bei einer Konversation unter Kommilitonen bei einer Pause während der Prüfung relativ leicht auf den Terminus „lächerlich“ einigen) zu bewerten waren und auch beim Fall zur Coxarthrose wurden uns die Punkte mehr oder weniger geschenkt. Wer bei diesen Fällen in der Summe weniger als 50 von 60 Punkten geholt hat, müsste seine Lernstrategie ernsthaft hinterfragen. Zumal das jeweils innerhalb der Fachgebiete relevante und häufige Krankheitsbilder waren. Auch der Urolithiasis-Fall, der Neurochirurgie-Fall (auch wenn er mich persönlich den einen oder anderen Punkt gekostet hat) und der kardiologisch-herzchirurgische Fall waren zum großen Anteil als benigne zu betrachten. In der Summe mit den v. a. an Tag 2 relativ leichten Einzelfragen war es auch bei mäßiger Examensvorbereitung bei ehrlicher Reflexion doch verhältnismäßig gut möglich auf die benötigten 60% zu kommen. Wenn man sich die Tragweite dieses Examens, der ärztlichen Approbation und der damit assoziierten Rechte und Befähigungen bewusst macht, sollte man sogar zu dem Entschluss kommen, dass dieses Examen (wieder einmal) zu leicht zu bestehen war und bei ernsthafter Beschäftigung mit den Studieninhalten während des klinischen Studienabschnitts und in der unmittelbaren Prüfungsvorbereitung keine relevante Hürde darstellte. Das ist in der Vergangenheit so gewesen und das wird auch in Zukunft (leider) so sein. Am Ende wird die offizielle Durchfallquote, die auch dieses Mal sicherlich unter 5% ausfallen müsste, diese Einschätzung bestätigen.
Auch die Notenstufe „befriedigend“ war bei strukturierter Vorbereitung eigentlich relativ gut erreichbar, da die Hauptselektivität der Fragen noch nicht unterhalb von 70% begann. Mit den oben angesprochenen Fällen, den Einzelfragen und den auch in den anderen Fälle enthaltenen machbaren Fragen waren die für Notenstufe 3 bei maximaler Bestehensgrenze und ohne Berücksichtigung eventuell aus der Wertung zu nehmender Fragen nötigen 224 Punkte gut machbar, was durch den von Medi-Learn errechneten Durchschnitt von ca. 240 Punkten in der Referenzgruppe unterstrichen wird. Man konnte also dieser Statistik zur Folge mit einer Leistung, die 16 Punkte (relativ 6,7%, absolut 5,0%) unter dem Schnitt der Referenzgruppe liegt, noch ein „befriedigend“ erreichen. Insgesamt komme ich angesichts dieser Zahlen zu dem Schluss, dass das geforderte Leistungsmaß für die Notenstufe 3 nahezu optimal gewählt wurde. Der durchschnittliche, minimal überdurchschnittliche oder minimal unterdurchschnittliche Kandidat sollte in diese Notenstufe fallen und im Optimalfall liegt der Schnitt der Referenzgruppe genau in der Mitte des Dreier-Bereiches. Das war laut Medi-Learn-Statistik im vorliegenden Examen optimal erreicht worden.
Das Anforderungsprofil für die Notenstufe „gut“ war analog zu den oben zitierten Zahlen ebenfalls nahezu perfekt getroffen. Wenn man die Gauß-Verteilung mit Zielsetzung MW = Median = 3,0 und SD = 1,0 als Optimum betrachtet (wobei man diskutieren kann und sollte, ob nicht eine SD von 1,1-1,2 - welche zu einer höheren Durchfallquote - aber auch zu einem etwas leichteren Erreichen der Notenstufe „sehr gut“ führt, besser wäre), ist die Leistungsanforderung für Note „gut“ vom IMPP im vorliegenden Examen mathematisch optimal verwirklicht worden. Es bleibt jedoch zu diskutieren, ob die hierzu inhaltlich gewählten Mittel, geeignet waren, die richtigen Kandidaten für Notenstufe „gut“ oder besser zu selektieren. Gerade im Leistungsbereich von 80% lassen sich die auch schon von meinen Vorrednern dokumentierten und von mir nachfolgend noch ausgeführten Kritikpunkte an der inhaltlichen Validität erheben. (Hat der Kandidat der Notenstufe „gut“ oder besser auch das klinisch relevantere Wissensspektrum als der Kandidat mit der Notenstufe „befriedigend“?). Während für die 70%-Hürde noch überwiegend im Bereich des klinisch verwertbaren und relevanten Wissens selektiert wurde, musste für ein „gut“ dann doch bereits ein gewisses Spektrum der in den weniger validen Bereich abdriftenden Fragen bewältigt werden.
Auch wenn diese Frage für die breite Masse der Examensteilnehmer weder bezüglich der individuellen Zielsetzung noch ergebnistechnisch eine relevante Rolle spielt, möchte ich erhebliche Zweifel daran erheben, dass die vorliegende IMPP-Prüfung in der Lage war, die Grenze zwischen dem „guten“ und „sehr guten“ Bereich mit klinisch relevanten Inhalten zu ziehen. Für ein sicheres Erreichen dieser Leistungsstufe dürfen maximal 32 Fragen unzutreffend beantwortet werden und bei kritischer Hinterfragung der Prüfungsaufgaben kann man die inhaltliche Sinnhaftigkeit von sicher mehr als 40 Fragen (siehe Kapitel 2 dieser Ausführungen) anzweifeln. Die Grenze zwischen der Note 2 und 1 wird meines Erachtens schon seit Jahren nicht durch das klinisch relevante Wissensspektrum abgedeckt, sondern im großen Rahmen durch die Bereitschaft des Examenskandidaten zum (lediglich kurzfristig effektiven) Einpauken von medizinisch-wissenschaftlichen Details und Kolibri-Erkrankungen determiniert. Die Fragen zur Ichthyosis vulgaris, Lesch-Nyhan-Syndrom oder zu genetischen Abberationen bei der CLL (um nur einige exemplarisch zu nennen) dokumentieren diese Entwicklung. Es ist fraglich, ob man die Grenze zwischen der 2 und der 1 bei Anstreben einer Gauß-Verteilung mit MW 3,0 und SD 1,0 überhaupt jemals mit klinisch relevanten Inhalten ziehen kann. Das IMPP hat hier wie unten dokumentiert durch die vermehrte differentialtherapeutische Bezugnahme auf Versorgungs- und Therapie-Leitlinien jedoch nun begonnen, einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen.
2.) Themenauswahl und Praxisrelevanz
Die inhaltliche Ausrichtung und Fachgewichtung der vorliegenden Prüfung war in der Summe als absolut fair zu betrachten. Die Fallbeispiele und Einzelfragen verteilten sich in akzeptabler Ausgewogenheit auf die einzelnen Fächer. Natürlich kann man zum Schluss kommen, dass die Viszeralchirurgie unterrepräsentiert war, aber das ist letztlich abhängig von der IMPP-Zuordnung der Fächer. Ich gehe davon aus, dass das IMPP den Fall zur hypertrophen Pylorusstenose der Chirurgie zugeschlagen hat. Generell ist sicher zu kritisieren, dass die Viszeralchirurgie seit Jahren fast durchgängig unterrepräsentiert ist und häufig (zusammen mit Unfallchirurgie) weniger Chirurgie-Fragen als Neurologie-Fragen gestellt werden, wobei (wie der Kardiochirurgie-Fall und die Fragen aus der Gastroenterologie zeigten) die Grenze zur Inneren Medizin zumindest bezüglich der Krankheitsbilder oft nicht eindeutig zu ziehen ist, sodass man diese Kritik kaum auf Basis fundierter Zahlen erheben kann.
Zu kritisieren ist stattdessen eindeutig, dass durch die Falldarstellungen mit 15 Fragen im Allgemeinen und bei einigen der Fällen im F13 eine zu fokussierte Schwerpunktprüfung erfolgte. Dieser Trend ist leider in zunehmendem Maße zu beobachten. Die vom IMPP gepriesene interdisziplinäre Fragestellung rückt hierbei in den Hintergrund. In meinen Augen sollten die Fälle mit 15 Fragen ein deutlich breiteres Spektrum aus dem jeweiligen Fach (v. a. die differentialdiagnostische Abwägung betreffend) repräsentieren, wie das in der Vergangenheit immer wieder in einzelnen Fällen gut gelöst wurde. So hätte man z. B. im CLL-Fall anstelle der Detailfragen zur Genetik und zur Monoklonalität zwei (durchaus anspruchsvolle) Fragen zur Abgrenzung zu anderen Leukämien oder Lymphomen einstreuen können. Selbiges gilt für den Fall zum Ovarial-Karzinom. Sehr gelungen fand ich in dieser Hinsicht den COPD-Fall, da dort ein breites Spektrum pulmologischer Fragestellungen aufgegriffen wurde, wobei ich (wenn der Fall repräsentativ für das Gesamtexamen sein soll) hier mindestens 3 deutlich anspruchsvollere Fragen vermisst hätte.
Den Ansatz, Fallthemen aus der Vergangenheit aufzugreifen und sich dazu 15 komplett neue, eng auf das Thema ausgerichtete Fragen „aus den Fingern zu saugen“, finde ich indiskutabel, da hierdurch Produkte wie der CLL-Fall resultieren, die ihre Selektivität abseits des klinisch relevanten Spektrums erfahren. Es ist umgekehrt jedoch ersichtlich, dass es auf lange Sicht nicht möglich sein wird, die Prüfung stets mit 12-14 Fällen zu neuen Themen zu versehen, ohne dann in den Bereich der Kolibris ausweichen zu müssen. Daher bieten sich aber doch gerade diese Wiederholungsfälle für einen differentialdiagnostischen Rundumschlag, der nicht eng am Fallthema gehalten wird, vortrefflich an. Das habe ich sowohl beim Ovarial-Ca-Fall als auch bei der CLL vermisst. Beim MS-Fall wurde dieser Aspekt deutlich besser gestaltet.
Ein großes Kompliment möchte ich dem IMPP dafür aussprechen, dass nun verstärkt die Kenntnis von aktuellen Entwicklungen im Bereich der Differentialtherapie (Hypertonie, Restless Legs-Syndrom, CLL, Meningitis etc.) geprüft wird. Gerade in diesem Bereich lässt sich (wie z. B. die Frage zur bakteriellen Meningitis mit deutlich unter 20% richtigen Antworten zeigt) vortrefflich eine hohe Selektivität generieren und dabei klinisch relevantes Wissen prüfen. Den für die Richtigantwort auf diese Frage erzielten Punkt schätze ich für mich persönlich deutlich hochwertiger ein als den Punkt, den ich für die Kenntnis der 17p-Deletion erhalten habe.
Auch ergeht mein Kompliment an das IMPP für einige teilweise differentialdiagnostisch exzellente und anspruchsvolle Einzelfragen wie z. B. A11/B43 an Tag 1. Eine Erhöhung des Anteils solcher Fragen würde zwar den Mittelwert senken, aber die Selektivität basierend auf klinischen Inhalten erhöhen. Bei Fragen wie dieser kommt es darauf an, multiple Befunde in Form von Bildmaterial, Laborwerten und einer Kurzanamnese in einer anspruchsvollen differentialdiagnostischen Abwägung zu gewichten und in Einklang zu bringen und genau diesen Aspekt habe ich im vorliegenden Examen allzu oft vermisst.
Für die Zukunft würde ich mir vom IMPP erhoffen, dass interdisziplinäre Differentialdiagnostik und leitlinienbasierte, aktuelle Differentialtherapie noch deutlicher in den Fokus der Aufgabenstellungen rücken und offensichtlich sinnbefreite Fragestellungen wie die Inzidenz von Tumoren oder die zytogenetische Marker derselben aus dem Examen verbannt werden um auch im oberen Notenbereich eine höhere Validität zu generieren.
Bei den Bildfragen würde man sich vielfach eine bessere Abbildungsqualität (und bei den pathologischen Schnitten mehrere Vergrößerungen bzw. bei Schnittbildverfahren mehrere Schnittebenen) wünschen. Unabhängig davon sollte der Anteil der Fragen mit Bildmaterial deutlich gesteigert werden. In der Klinik oder Praxis basiert schließlich ein relevanter Anteil der diagnostischen Überlegungen auf unserer Einschätzung des Patienten mit unseren Sinnesmodalitäten. Die Diagnosestellung alleine auf Basis eines Textauszuges in Prüfungen kann den „klinischen Blick“ für die Patienteneinschätzung offensichtlich nur unzureichend erfassen. In Zeiten moderner Medien wäre langfristig ggf. sogar zu erwägen, die Prüfung computerbasiert durchzuführen und so die Einbindung von Video-Sequenzen und Audio-Mitschnitten zu ermöglichen, was insbesondere in der Neurologie oder Psychiatrie ganz neue Perspektiven für Aufgabenstellungen bieten könnte. Einen im Text angegebenen Befund einzuordnen oder selbigen Befund aus einer Videosequenz selbst erheben zu müssen, sind zwei komplett unterschiedliche Dimensionen. Hier besteht erhebliches Potential, das Examen im unteren Notenbereich deutlich zu erschweren und eine klinische Validität und Selektivität im gesamten Leistungsspektrum einzubringen.
Bezüglich der Notengebung wäre zu wünschen (auch wenn das nun über die Einschätzung der F13-Prüfung hinaus geht und auch nicht in der Verantwortung des IMPP liegt), dass endlich Drittel- oder noch besser Zehntelnoten eingeführt werden um dieses unsägliche und testmethodisch nicht nachvollziehbare Phänomen der ganzen Notensprünge an einer Schwelle zwischen zwei Punktewerten, die nur durch 0,3% getrennt sind, endlich zu eliminieren. Mein Vorschlag hierzu wäre (bei gleich bleibender Schwierigkeit des Examens) eine Bestehensgrenze von 208 Punkten (65%) festzusetzen und dann für jeweils 3 Punkte mehr eine Zehntelnote besser zu erteilen, sodass man die 1,0 mit 298 Punkten (> 93%) erreicht. Auch bei einer solchen Lösung wären Gleitklauseln theoretisch realisierbar.
3.) Mein persönliches Fazit
Basierend auf der Medi-Learn-Hochrechnung (Literaturauswertung) von 300 Punkten und einer eigenen Einschätzung nach persönlichem Literaturstudium in mindestens der identischen Größenordnung kann ich relativ sicher davon ausgehen, das vorliegende Examen deutlich im Bereich der Note „sehr gut“ bestanden zu haben. Ich sehe in diesem Ergebnis das logische Resultat einer akribisch und diszipliniert geplanten Klausur- und Examensvorbereitung während des klinischen Studienabschnitt, des PJs und in der unmittelbaren Examensvorbereitungsphase. Neben einem 2400-seitigen Privat-Examensskript mit Inklusion der relevanten Leitlinien wurde durch mehrmalige Bearbeitung der 14.000 IMPP-Altfragen das nötige Detail-Wissen für die Randbereiche des Gegenstandskatalogs angeeignet. Für diesen Aufwand sehe ich die voraussichtlich erreichte Note als absolut verdient und gerechtfertigt an.
Leider (und das war mir auch vor dem Examen bereits bewusst) ist mir aber ebenso erkenntlich, dass die Note eher als Resultat des Lernaufwands zu verstehen ist, als ein Beleg für ein in allen Teilfächern weit über dem Durchschnitt liegendes klinisches Wissen zu sein. Daher werde ich bei der noch anstehenden mündlichen Prüfung größten Wert auf die Erzeilung der identischen Note oder einer davon zumindest nicht erheblich abweichenden Note legen, da in meinen Augen erst in dieser Leistungskombination ein Beleg für wirklich hervorgehobenes medizinisches Wissen, Kenntnisse und Fähigkeiten zu erheben ist. Ein signifikant schlechteres Abschneiden in der mündlich-praktischen Prüfung würde die zuvor beschriebene Leistung doch relevant entwerten. Und das sollte meines Erachtens aufgrund der fehlenden Validität des IMPP-Examens jenseits der 80%-Marke für alle Kandidaten gelten, die dieses Examen mit der Note „sehr gut“ abgeschlossen haben.
4.) Für zukünftige Examenskandidaten
Nun möchte ich aus meiner Sicht noch 3 Tipps für (notentechnisch ambitionierte) zukünftige Examens-Kandidaten anführen, die sich basierend auf den Erkenntnissen aus diesem Examen und Trends bei der IMPP-Prüfung ergeben.
a) Das IMPP hat nun erstmals im größeren Stil Themen für Fallstudien in einem Examen wiederholt. Es kann sich also durchaus lohnen, die Fallstudien der anderen Altexamina genau auf potentielle Lücken für neue Fragen zu untersuchen und insbesondere auch die aktuellen Erkenntnisse zu diesen Themengebieten zu erfassen. Dazu muss es nicht unbedingt der Blick in PubMed sein, oft sind z. B. Wikipedia-Artikel nicht minder zielführend und meist aktueller als die Standard-Lehrwerke.
b) Es zeichnet sich erfreulicherweise zunehmend der Trend ab, dass leitlinien-gerechte differentialtherapeutische Fragestellungen Gegenstand des Examens werden. Dazu muss man sich verdeutlichen, dass wir in Zukunft unsere Patienten auf dem aktuellen Stand der Evidenz-basierten Medizin behandeln wollen (und müssen) und nicht auf demjenigen von 5 Jahre alten Lehrbüchern. Daher besteht die Indikation, zumindest bei den Top 100 Krankheiten einen Blick in die Empfehlungen der einschlägigen Fachgesellschaften (z. B. DGN, DEGAM, …) zu erwägen. Oftmals gibt es eine Kurzfassung dieser Leitlinien und eine separate Kurzdarstellung der wichtigsten Neuerungen. Diese Kapitel sind in der Regel nicht deutlich länger als die Therapieabsätze in einem guten umfangreichen Lehrbuch. Wenn man sein Skript um diese Inhalte ergänzt, hat man für das IMPP-Examen, die mündliche Prüfung, aber auch für danach ein wertvolles Material an der Hand. Erfreulich ist, dass Programme wie Miamed Amboss aktuelle Entwicklungen und Empfehlungen oftmals im Lerntext verlinken. Auch bei Examen Online ist mir dies an einigen Stellen positiv aufgefallen – leider zu selten. Solche Links können einiges an Recherche-Arbeit ersparen. Von besonderem Interesse dürfte die Feststellung sein, dass z. B. die Fragen des CLL-Falls nahezu 1:1 die Inhalte der Erklärungen zu den Leitlinien auf der Onkopedia der DGHO entnommen waren inkl. der Coombs-positiven AIHA, der Monoklonalitätsmarker und der genetischen Abberationen. Die Onkopedia enthält im Übrigen nicht nur die hämatologischen Themen, sondern auch Artikel zu ausgewählten soliden Tumoren (darunter einige typische IMPP-Lieblinge).
c) Die Bearbeitung von IMPP-Altfragen ist und bleibt der entscheidende Schlüssel zur Erfassung und Eingrenzung der Examens-Inhalte. Ich habe äußerst positive Erfahrungen damit gemacht, die IMPP-Fragen bereits während der Vorbereitung auf die Semesterklausuren zu den jeweiligen Fächern zu bearbeiten. Damit erhält man frühzeitig einen Überblick über die Schwerpunkte für die Examensprüfung und kann die Inhalte beim Lernen bereits berücksichtigen und so mit einem IMPP-reifen Skript in die Examens-Wiederholungsphase starten. Auf diese Weise bleiben böse Überraschungen bezüglich des Stofffumfangs des IMPP auch in Nebenschauplätzen wie der Arbeitsmedizin aus. Zudem habe ich mir des Öfteren in den Semesterklausuren das Lächeln beim Wiedersehen zahlreicher wohl bekannter IMPP-Fragen (die Dozenten haben schließlich besseres zu tun als Klausurfragen zu entwerfen) nicht verkneifen können.
5.) Dank
Abschließend ergeht mein besonderer Dank an …
… das Medi-Learn-Team für den Examensservice und die schnellen Auswertungen der Examensfragen. Hierdurch konnte an den ersten beiden Tagen manche Unsicherheit bzw. Verzweiflung doch schnell ausgeräumt und ein approximatives Bild des Punktestandes erhoben werden, was psychologisch maßgeblich zu einem erfolgreichen Bewältigen der 3 Tage beigetragen hat.
… das Team von Examen Online, das uns den Zugang zu mehr als 14.000 IMPP-Fragen ermöglicht und uns mit sachlichen und detaillierten Kommentaren sicher durch das gesamte Spektrum der (prüfungsrelevanten) Medizin führt und oftmals in den Texten auch die bislang nicht IMPP-geprüften angrenzenden Inhalte erfasst, was in Zukunft durchaus von zunehmender Wichtigkeit sein könnte.
… die Damen und Herren von unserem LPA bzw. der Regierung, die den Ablauf des Examens stets freundlich, entspannt und kompetent organisiert haben und maßgeblich zu einer im Rahmen der Möglichkeiten angenehmen Prüfungsatmosphäre beigetragen haben.
Beste Grüße und uns allen viel Erfolg bei der mündlich-praktischen Prüfung,
Sebastian
rophone86
20.04.2013, 00:12
Ich habe die Zusammenfassung und Empfehlungen von SebastianWurster1987 exzerpiert und in mein persönliches Nachbereitungsskript des HEX-F2013 inkludiert! :)
Aber im Ernst, ich finde deine detaillierte Einschätzung verstörend und faszinierend zugleich. :D
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