Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread
erdbeertoertchen
01.08.2016, 18:14
Hier absolutes Motivationstief gerade... :-(( Was mache ich dagegen???
Wie viel schafft Ihr denn so seitenmässig zu schreiben pro Tag?
Momentan will ich irgendwie alles lieber als doktern, sprich eher Sonne genießen, weggehen, im Schwimmbad rumliegen, ausschlafen... Zudem bin ich frustriert wegen der Job-Sucherei. :-((
Ich hatte Tage an denen nichts bei rum kam. Bei einem Kapitel für meine Diskussion habe ich für 1.5 Seiten zwei Wochen gebraucht.
Mein Chef hat mir eine andere Arbeit angeboten. Ihm vertraue ich und vor allem seinem Urteil, dass ich das bis Ende des Studiums schaffen kann. Es wäre eine Arbeit in meinem späteren Facharztziel und ich hätte sicherlich seine volle Unterstützung dabei. Statt experimentell wäre es retrospektiv klinisch/statistisch, aber die Daten liegen alle vor. Da ich ihm beim Paperschreiben unterstütze, weiß ich, wie schnell er aus einer Idee ein Konzept und daraus ein Paper macht.
Heyho!
Also ich habe auch einige Monate für die Mülltonne gearbeitet, das ist im experimentellen Bereich denke ich (relativ) normal. Man muss erstmal die Methodik lernen und herausfinden, unter welchen Umständen sich die optimalen Messergebnisse erzielen lassen. Das alleine würde ich also nicht als Grund sehen, die Arbeit abzubrechen. Auch nicht, dass sie länger dauert als geplant. Bei mir zog es sich auch. Das muss einfach einplanen, wenn man mit "biologischem Material" arbeitet. Und Ferien zu opfern ist leider auch gängig. Frustrationsgrenze ist bei mir mittlerweile sehr sehr hoch und wurde wirklich mehrfach ausgereizt :-)).
Wichtig ist aber: es sollte schlußendlich Spaß machen, auch wenn man Einbrüche hat. Dazu gehört eine sehr gute Betreuung, ein Dokorvater/Betreuer, der einen motiviert, wenn man unten ist und natürlich ein stimmiges Projekt.
Da sehe ich bei Dir ein bisschen den Knackpunkt und bei uns gab es ähnliche Fälle, wo Experimente einfach dauerhaft nicht funktioniert haben. Dort wurden auch neue Projekte angeboten und das war auch erst der Fall, wenn anderweitig nichts mehr zu machen war. Finde es sehr fair und ehrlich Dir das anzubieten, da offensichtliches Interesse besteht, dass du zum Titel kommst und wieder motiviert wirst. 8. Semester ist zudem auch knapp, um noch eine andere experimentelle Arbeit zu beginnen, da du vermutlich jetzt keinen "Ferienpuffer" mehr hast, sondern Famus machen musst. Ich weiss nicht, ob es Dir ein Frei-/Zusatzsemester wert ist.
Glaube ich würde die retrospektive Arbeit machen, auch wenns sicherlich sehr ärgerlich ist!!
Einziges Gegenargument wäre, wenn du wissenschaftlich hoch ambitioniert bist und es für dich einfach gar nicht in Frage kommt (was ich auch verstehen könnte). Dann wäre vielleicht ein Freisemester nach dem Examen mit neuem Projekt eine Option. Nur wenns dann nichts wird, ist es umso frustraner :-nix
Keine leichte Entscheidung, vielleicht hilft eine Pro- und Contraliste :-oopss
roxolana
09.08.2016, 09:04
Jetzt poste ich doch nochmal wieder hier.
Wo liegt bei euch die Frustrationsgrenze? Ich habe natürlich meine experimentelle Arbeit mit dem Hintergedanken angenommen, dass Sachen schiefgehen können und werden. Nun ist der Zeitpunkt der Bewerbung für die Arbeit aber bereits 1,5 Jahre her. Begonnen habe ich Anfang des Jahres. Habe mit den Zellen gearbeitet, Färbungen gemacht und einiges an Zeit hineingesteckt. Und nun, bei der Auswertung, stellt sich raus- die Färbung ist für die Auswertung in ImageJ nicht stark genug und die Aussagekraft gleich null. Damit war die Arbeit der letzten 6 Monate völlig umsonst. Weitere Tests gingen schief. Betreuerwechsel führt zu weiteren Ungereimtheiten,... Ich bin also wieder ganz am Anfang, muss von ganz vorne wieder beginnen.
Den Sommer hatte ich mir fest für die Arbeit eingeplant, extra alle Famulaturen in die Ferien zuvor gepackt, sodass ich mich ab jetzt dem Labor widmen kann. Aber daraus wird nun dadurch auch nichts. Ich bin ja schon im 8. Semester und will im PJ ins Ausland, mit läuft einfach die Zeit davon...
Mein Chef hat mir eine andere Arbeit angeboten. Ihm vertraue ich und vor allem seinem Urteil, dass ich das bis Ende des Studiums schaffen kann. Es wäre eine Arbeit in meinem späteren Facharztziel und ich hätte sicherlich seine volle Unterstützung dabei. Statt experimentell wäre es retrospektiv klinisch/statistisch, aber die Daten liegen alle vor. Da ich ihm beim Paperschreiben unterstütze, weiß ich, wie schnell er aus einer Idee ein Konzept und daraus ein Paper macht.
Ich tendiere aktuell dazu, die experimentelle Arbeit abzubrechen. Ich gehe schon nur noch mit dem Gefühl ins Labor, dass es ja eh alles nichts bringt, was ich tue. Ich fand das Thema interessant und war am Anfang immer gern da und war mit der Betreuung zu Beginn mehr als zufrieden. Aber ich möchte den Titel und ich möchte ungern den Zeitpunkt verpassen, an dem es klug gewesen wäre, es gut sein zu lassen.
Die Entscheidung treffe ich, das ist mir klar. Aber ihr habt hier ja auch alle Erfahrungen gemacht und viele von euch arbeiten an einer experimentellen Arbeit. Ein paar objektivere Meinungen von außen wären vielleicht hilfreich. Ich mache nun meine letzten zwei Wochen Famulatur und dann möchte ich mich entschieden haben...
Ich denke, wenn du keine Motivation mehr für dieses Thema hast, dann bringt es auch nichts mehr damit weiterzumachen. Ich habe auch eine experimentelle Arbeit angefangen, wo einiges schief gelaufen ist. Nach einem halben Jahr habe ich dann die Reißleine gezogen und gesagt, dass es keinen Sinn mehr macht. Mein Doktorvater war auch der Meinung, allerdings wollte mein Betreuer noch weitermachen. Ich schlug dann selbst ein neues Thema vor und fing damit im 8. Semester an. Der Vorteil war, dass ich mir das Thema selbst ausgesucht habe und es total spannend fand. Außerdem war der experimentelle Teil vom Aufwand her überschaubar, auch wenn natürlich einiges schief gelaufen ist. Ich habe parallel zu den Experimenten Examen geschrieben und befinde mich nun im Freisemester nach dem Examen. Die Daten sind ausgewertet und das Paper ist geschrieben und liegt beim Doktovater. Also für mich hat sich der Themenwechsel definitiv geloht, auch wenn von experimentell nach experimentell war und nicht zu einer retrospektiven Arbeit.
Bei mir müsste der Thread gerade "Ich sollte gerade an meiner Diss schreiben" heißen :-oopss Nach langer Diss-Abstinenz während Examen-PJ-Examen bin ich nun zurück im Labor und möchte eigentlich schnellstmöglich den Rest der Versuche und das Schreiben durchziehen. Allerdings fühle ich mich gerade komplett überfordert. Glücklicherweise und dank guter Aufzeichnungen wusste ich jetzt ziemlich schnell wieder, was ich eigentlich gemacht hatte und was noch zu tun ist. Allerdings habe ich außerhalb meiner Methoden bis jetzt so gut wie keine Literatur gelesen. Das liegt zum einen daran, dass ich kein klassisches Tumor/beliebige andere Krankheit Thema habe sondern einen Zufallsbefund bei Entwicklung einer Mauslinie bei uns im Labor, bei der ich gerade unseren Verdacht austeste (Immunreaktion nach nicht geplanter Integration von Fremd-DNA). Habe irgendwie keinen Anhalt nach was man bei solchen "Unfall-Themen" sucht O.o Also irgendwie fehlt mir ein Anfang und leider leider muss ich auch sagen, dass mich dieses "ich fühle mich überfordert" gerade auch so ein bisschen von der Arbeit abhält aus Angst, dass ich es einfach nicht hinbekomme... :( Geht es jemandem ähnlich? Oder ist das normal am Anfang? Material und Methoden habe ich glücklicherweise schon angefangen, sodass ich zumindest dort mich noch ein wenig aufhalten kann, aber nicht mehr lange und dann muss ich mich doch auf die anderen Dinge stürzen (Chef will so bald wie möglich publizieren...). HILFE! o.o
@Monsunfisch
Dass eine experimentelle Arbeit ohne Fehlversuche abläuft halte ich bis jetzt auch noch für einen Mythos :') Es soll sie ja geben, die gut geplanten-alle Methoden stehen-die veranschlagte Zeit des Doktorvaters stimmt-Arbeiten, ich habe nur noch keinen kennengelernt, bei dem es so war. Hatte selbst viele viele frustrane Versuche, nun sieht es doch trotz allem ganz gut aus, dass etwas dabei herumkommt. Muss aber auch sagen, dass mich mein Thema sehr interessiert, ich ein nettes Team hier habe und ich auch in die Forschung möchte. Wenn die Motivation nicht da ist, das Thema auf einmal uninteressant scheint und es nur um den Titel geht, würde ich glaube eher etwas anderes suchen.
Monsunfisch
11.08.2016, 13:35
Hallo ihr Lieben, nun komme ich dazu, zu antworten. Danke auf jeden Fall für eure Rückmeldungen; interessant, zu lesen, wie unterschiedlich ihr darüber denkt bzw euch selbst verhalten habt. Mir haben die Erfahrungsberichte auf jeden Fall weitergeholfen. Wie dasUti es treffend gesagt hat, die ideal verlaufende Experimentelle scheint tatsächlich weiter nur in Grimms Märchen zu existieren :-))
Inzwischen bin ich ja quasi am Ende meiner Famulatur in meinem Wunschfach, in dem mir auch die retrospektive Arbeit angeboten wurde. Ich hatte nochmal ein wenig Zeit, darüber nachzudenken, und werde die experimentelle Arbeit ziemlich sicher abbrechen (wie die meisten von euch denke ich auch, wenn die Motivation so tief liegt, macht es vielleicht tatsächlich wenig Sinn). Ich überlege momentan, wie ich das mache- Kontakt zu meinem "echten" Doktorvater hatte ich noch überhaupt keinen und zu meinem ärztlichen Betreuer nur am allerersten Termin. Ich denke, es macht mehr Sinn, mich mit meinen Betreuern im Labor zu treffen und denen das mitzuteilen? Wir wollten ohnehin nach der Famulatur ein Treffen abhalten für das weitere Vorgehen. Stehe nun etwas vor dem Problem, die Mail so zu formulieren, dass die sich weder mega Mühe geben, noch etwas vorzubereiten (was aber irgendwie nicht wahrscheinlich ist), noch, dass sie sofort wissen, dass ich mich nur treffe, um ihnen meinen Abgang beizubringen. Ach je, ich kann so Situationen ja garnicht leiden. War mir auch immer schon so unangenehm, bei meinen bisherigen Studentenjobs zu kündigen. Aber muss man wohl durch.
Ich hab' meiner Betreuerin "damals" eine nüchterne Zwischenstandsmail geschrieben und um Besprechung gebeten. Und da bin ich vorgegangen, wie ich es bei jedem Zwischengespräch oder progress report auch gemacht habe: Neue Ergebnisse vorstellen, Einordnung in den Gesamtkontext und Konsequenz. Letztere ist dann eben der Abbruch.
Und es ist ja so wie bei einer Beziehung. Meistens kommt das Ende für die andere Hälfte auch nicht mehr überraschend. Vielleicht einfach ein kurzfristiges Treffen ausmachen, dann bleibt gar keine Zeit für große Vorbereitung. Oder im Labor vorbei gehen, den Entschluss mitteilen und dann wenn sie wünschen ein kurzes Treffen vereinbaren.
Hallo zusammen,
ich hatte heute ein Gespräch bzgl. einer klinisch-retrospektiven Arbeit. Klingt alles erstmal ziemlich gut. Jetzt ist ja nur bekannt, dass bei diesen Arbeiten meist nur ein "rite" zu holen ist, was mich prinzipiell nicht stört, da ich keine wissenschaftliche und auch keine Uni-Karriere anstrebe.
Jedoch habe ich mal gehört, dass mit einem "rite" die Anstellung an einer Uniklinik auch schwieriger werden könnte. Hat da jemand Erfahrungen von euch?
Das ist so nicht richtig. Natürlich hat eine prospektive Studie ein höheres Ansehen, aber in den Unikliniken werden auch viele frische Assistenzärzte eingestellt, die ihre Diss noch gar nicht beendet haben. Wenn du dich natürlich auf eine Vorstellungsstelle bewerben würdest (was du anscheinend ja später nicht vorhast), würden Laborerfahrungen etc. schon einen Ausschlag geben können. Am Ende ist es am wichtigsten in der Diss Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten zu sammeln und sie wenn möglich zu veröffentlichen.
Und nicht jede retrospektive Arbeit ist ein rite. Hängt etwas von deiner Promotionskommission ab und auch wie umfangreich deine Arbeit war. Viel Spaß damit :)
super, vielen Dank für deine Antwort :)
Auf die Gefahr hin, dass ich mich als absolut unwissend oute, aber was ist eine Vorstellungsstelle?
Vermutlich Forschungsstelle mit Autocorrect :-p
Ups - davo hat's erkannt. :-)
Haha, ok :D So clever war ich gestern Abend nach zwei Gläsern Wein nicht mehr ;)
KirstenP
13.08.2016, 12:28
Eigentlich läuft es ganz gut gerade. Aber die letzten Tage waren zäh... Habe abends nach der Famulatur versucht, etwas zu schreiben, war wohl doch zu ambitioniert. Müüüüde...
JazzyDoc
03.09.2016, 14:31
Hallo alle zusammen,
ich bin ebenfalls dabei im "Ich-schreibe-gerade-meine-Diss-Club". Am Montag geht bei mir das zweite Tertial vom PJ los und ich konnte das erste Tertial super nutzen, um meine Doktorarbeit zu schreiben. Meine Betreuerin wünscht die Abschnitte einzeln zu bekommen, sodass ich ihr vor zwei Wochen den Ergebnisteil zur Korrektur geschickt habe.
Dementsprechend warte ich gerade auf die Korrektur. Naja, um ehrlich zu sein ist bei mir auch ziemlich die Motivation raus. Nichtsdestotrotz hätte ich gar nicht erwartet, dass man im PJ so viel Zeit hat, um zu schreiben. Ich hatte Chirurgie als erste Tertial und konnte teilweise schon um 14.30 Uhr nach Hause gehen. Zusammen mit dem Studientag blieb am Ende wirklich viel Freizeit. Aber das ist natürlich je nach PJ Stelle auch unterschiedlich.
Einen liebe Gruß an alle!
Hallo :)
Ich hab ne kurze Frage und entschuldige mich im voraus, falls sowas schon besprochen wurde oder es einen extra Bereich dafür gibt (hab keinen gefunden):
Hat jemand von euch schon mal ein abstract o.ä. Auf einem Kongress vorgestellt oder sich schon öfter kurzvortràge angesehen? Vielleicht auch speziell Tipps zum Diskussionsteil am Ende? (Ich soll ca. 3 min dafür einplanen, der Vortrag selbst geht Ca 10 min)
Vielen Dank für eure Antworten!
Kurzvorträge sind kurz ;-) - also optimal vorbereiten.
1. Kenne deine Zielgruppe und gib nur so viel Hintergrund wie notwendig um die Bedeutung deines Projekts zu verstehen. Bestes Beispiel: Falls du Laborarbeit machst wäre dein Vortrag auf einer basic sciences Tagung sehr anders als bei Klinikern. Ein Kollege hat mal seine Laborarbeit beim Kinderärzte-Kongress vorgestellt und viel Zeit damit vertrödelt BPD als Krankheitsbild zu erklären - das wusste jeder im Auditorium schon vorher.
2. Du wirst wahrscheinlich vom Vorsitzenden kurz vorgestellt, dafür bedankst du dich kurz und dann gehts los.
3. Wenig Text, viel Diagramme / Grafiken auf die Folien
4. Vorher im Dokumenten-Zentrum des Kongresses ausprobieren, dass deine ppt auch im Kongress-System optimal funktioniert.
5. Immer ins Mikro sprechen (falls vorhanden) - es kann sein, dass du dich dann nicht zu deiner Präsentation umdrehen kannst. I.d.R. hast du dann aber einen kleinen Monitor vor dir.
6. Natürlich freier Vortrag.
7. Nicht die Zeit überziehen.
Zu den Fragen: Wenn niemand fragt, fragen die Vorsitzenden. Immer nett bedanken für die Nachfrage. Wenn du etwas nicht erklären kannst sag das einfach, rumdrucksen ist ätzend. Und ggf. kann man immer darauf verweisen, dass man 'natürlich' die gleiche Idee auch schon hatte und man gerade genau das für die Zukunft plant. Oder du bedankst dich für die gute Anregung.
Im Ernst: Die Nachfragen sind eigentlich das, wofür es sich lohnt Vorträge zu halten. Weil man dadurch merkt, ob man auf dem richtigen Weg ist und wo die Schwachpunkte der eigenen Arbeit liegen.
Viel Spaß :-)
Nessiemoo
05.09.2016, 20:39
Jetzt sind nur noch 1-2 Unterkapiteln der Einleitung zu schreiben, davon ist eine schon angefangen. Also fast fertig. Aber ausgerechnet jetzt ist weder Motivation noch zeit da. :-?
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