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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread



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freak1
12.02.2018, 20:07
Vielen Dank für eure Antworten! Ich finde beim Einstieg in das wissenschaftliche Arbeiten ist dieser Teil der Schwerste. Das Daten erheben, M&M und auch das Auswerten finde ich viel einfacher vom Gefühl her.

O-Ton meines Drvaters war, dass man in der Diss ruhig etwas weiter ausholen kann als bei Publikationen, insbesondere was die Einleitung angeht. ~20 Seiten soll die Einleitung haben sagt er, dass hätte sich bei anderen Promotionen bewährt.

Bei mir gehts um die Bildgebung, ich hatte mir also überlegt einen Einstieg in die COPD (1-2 Seiten max) zu geben, Definition, Epidemiologie (oh das spielt ja oft eine Rolle), kleiner Absatz Risikofaktoren und Entstehung, dann etwas mehr zur Pathologie (was passiert da eigentlich um zu Verstehen warum sieht es hinterher so aus), das aber halt auf Lehrbuch/Leitlinien Niveau.

Und dann 4-5 Seiten in die Tiefe was Bildgebung angeht, weil das ja relevant ist und da eben den aktuellen Stand der Forschung skizzieren und herausheben warum die Arbeit was neues untersucht und warum das wichtig ist :-dance.

Lehrbuchniveau für den Einstieg hatte ich mir überlegt falls einer der Gutachter total fachfremd ist. Das kommt doch sonst blöd wenn ich direkt mit den Finessen der Bildgebung einsteige und derjenige der es liest ist Maschinenbauingenieur oder Mathematiker und versteht nur Bahnhof.

Haltet ihr das für Vernünftig?^^

Nessiemoo
12.02.2018, 20:39
Fachfremd wird er nicht sein, höchstens ein promovierter Mediziner im anderen Fachbereich als Pulmonologe/Radiologe.

Autolyse
12.02.2018, 22:17
[...]
Haltet ihr das für Vernünftig?^^
Angenommen Du bist Wissenschaftler und hast als Dienstaufgabe neben einem Anteil Krankenversorgung noch zwei Paper und einen Drittmittelantrag zu schreiben sowie ein Gutachten zu einem Drittmittelantrag und zwei Paper zu reviewen.

Frage: Löst es Begeisterungsstürme aus 20 Seiten Schwafelei einer bestenfalls mittelprächtigen (sonst wäre es eine kumulative Disseration von 10-15 Seiten inklusive abgedrucktem Paper) Arbeit zu lesen?

Nessiemoo
13.02.2018, 08:29
Na gut, wenn man ein Seitenzahl von seinem Doktorvater hört, muss man das ja auch erfüllen. Hat man ja keinen anderen Wahl :D

freak1
13.02.2018, 08:53
Na gut, wenn man ein Seitenzahl von seinem Doktorvater hört, muss man das ja auch erfüllen. Hat man ja keinen anderen Wahl :D

Genau das ist mein Problem. Sonst würde ich mir die Grundlagen sofort sparen, aber 20 Seiten bekomme ich mit konventioneller Bildgebung einfach nicht voll. Zumal da der größte Teil heutzutage auch als Lehrbuchwissen gelten kann, die Primärquellen dazu sind fast ausschließlich vor dem Jahre 2000 veröffentlicht. 😀

elastic
13.02.2018, 11:19
manch 100 Seiten Dissertation hat nur 10 Seiten Einleitung oder weniger. Ich glaube mehr als 4-6 Seiten präzise Einleitung ist nicht nötig um zur Fragestellung hinzuführen. Schaut man sich die Leute mit 30 Seiten Einleitung an, ist das erstens viel Arbeit soviel Seiten zu füllen. Der wichtigste Teil, der zur Fragestellung hinführt, nimmt dann auch nur wenige Seiten in Anspruch, wo man sich die ganzen Grundlagen davor hätte sparen können.

Gesocks
13.02.2018, 11:35
Sehe ich genau wie Autolyse.
In der Praxis würde ich wohl eine vernünftige Einleitung ohne Schmu schreiben (eben mit der Leitfrage: Warum das Ganze?), diese Version gegebenenfalls mit dem Doktorvater besprechen (u.a. um mit dem Zaunpfahl zu winken) und dann eben konkrete Vorschläge diskutieren und einpflegen.

NitroBacter
13.02.2018, 20:25
Ich habe in meiner experimentellen Diss 8-9 Seiten Einleitung und mir wurde bereits geraten das nicht weiter auszudehnen. Da vor allem der Schwerpunkt im Eregebnis-Teil liegen sollte und der auch mindestens genauso lang bzw. länger als die Einleitung sein sollte.

freak1
13.02.2018, 20:33
Ich sehs genau wie ihr, aber wenn der Betreuer sagt er will 20 Seiten haben und ich muss ausführlicher werden was soll ich tun. :-oopss

Der Ergebnisteil wird problemlos länger als die Einleitung, dass wird kein Hinderniss.

Gesocks
13.02.2018, 20:54
Wie gesagt: Schreib erstmal 'nen vernünftigen Kern und kümmere dich nicht um die Seitenzahl. :-)
Das besprechen, und wenn sich der Stuss nicht abwenden lässt, gibt's eben eine Seite zur Epidemiologie, x Seiten Ätiologie mit Abbildung usw.

freak1
20.02.2018, 01:58
Ich bin gerade am auswerten und muss sagen es ist schon ein geiles Gefühl wenn man ganz unerwartet doch signifikante Unterschiede für einige wichtige Dinge findet.

Und das es dazu noch Klick gemacht hat welche Verfahren ich wann nehme und ich auch noch einen Geistesblitz hatte wie man es noch schöner unter den 4 bzw. 6 potentiellen Gruppen vergleichen könnte ist auch toll.

Nach dem doch sehr langweiligen Einleitungsteil macht mir die Auswertung richtig Spaß! Und ich hab schon Ideen für die Diskussion. :))

Die Einleitung liegt jetzt schon beim Betreuer zum lesen, hab ein paar schöne Bilder eingebaut und bin so bei knapp 19 Seiten. Zur Not hätte ich noch Material, aber ich finde alles relevante ist gesagt und mehr ist für die Fragestellung nicht relevant (könnte noch über immunologische Veränderungen bei der COPD berichten nur behandelt meine Arbeit nicht im Ansatz irgendwas immunologisches...)

Autolyse
20.02.2018, 15:38
Aber aufpassen sich nicht im garden of forking paths (http://www.stat.columbia.edu/~gelman/research/unpublished/p_hacking.pdf) zu verlaufen. ;-)

freak1
20.02.2018, 21:51
Ja, ich hab mir schon einen groben Plan gemacht welche Parameter ich wie vergleiche.

Ich kann meine Patienten nach Altersgruppe (Alt/Jung) und Krank/Gesund aufteilen, also theoretisch 8 Gruppen, wobei der Vergleich zwischen allen natürlich Blödsinn ist.

Bei über 20 Parametern und 2 Befundern wäre das sonst auch am Ende garantiert ziemlich unübersichtlich^^

Autolyse
21.02.2018, 19:40
Was war denn die ursprünglich geplante Analyse und was ist später hinzugekommene, explorative Subgruppenanalyse?

-pixel
21.02.2018, 21:32
Ich hab vorhin die Einleitung fertig geschrieben.. sind zwar nur ein paar Seiten, aber immerhin etwas :D jetzt wäre es nur noch schön, wenn LaTeX mir das ganze noch richtig übersetzen würde, momentan sind die Seitenzahlen nur bei manchen Seiten da..

freak1
21.02.2018, 22:12
jetzt wäre es nur noch schön, wenn LaTeX mir das ganze noch richtig übersetzen würde, momentan sind die Seitenzahlen nur bei manchen Seiten da..

Dann hast du bestimmt in den Paket Optionen was falsch eingestellt.

Latex macht eigentlich immer genau das, was man ihm sagt.

Wenn du willst poste doch Mal den Anfang (ohne deinen Text nur der "Rest") auf pastebin.com o.ä., dann schau ich drüber.

Absolute Arrhythmie
02.03.2018, 16:50
Oh man, ich hab heute mal frohen Mutes eine Word-Datei erstellt und grob vorformatiert, in die ich dann demnächst fröhlich meine Doktorarbeit reintippseln möchte. Ich fühl mich jetzt, als hätte ich die Hälfte schon geschafft :-D

Differenzialdiagnose
02.03.2018, 19:17
Warte mal bis Du die ersten Kapitelüberschriften drin hast inkl. selbstaktualisierenden Inhaltsverzeichnis sowie Zitate bspw. mittels Endnote-Plugin.
Das ist echt toll wenn man das von Anfang an beherzigt und integriert.

agouti_lilac
02.03.2018, 19:21
Das ist auch wichtig! Gefühlt verbringt man ziemlich viel Zeit mit so nem "Kleinsch**ss" und wenn man dann noch Word-unbegabt ist, dauert das gleich viel länger. Das mit den Überschriften gliedern habe ich nach vielen Stunden und Tutorials immer noch nicht so hingekriegt, wie ich es will und mache es jetzt per Hand. Letztes WE habe ich mich um den richtigen Zitationsstil gekümmert und dass das Programm überhaupt richtig zitiert. Hat ne zeitlang gedauert, aber es hat geklappt, yeah!!

Zwischendurch wünsche ich mir immer wieder, dass man mit Schreibmaschine schreiben müsste. So toll ein Computer auch ist, so viele Probleme macht er/kann er machen. :-D

Absolute Arrhythmie
02.03.2018, 19:28
Immerhin hab ich es vorhin geschafft den Zitierstil meiner Fakultät im Netz zu finden und sogar erfolgreich in citavi zu implementieren :-))
Ich hab mir jedenfalls fest vorgenommen von Anfang an "richtig" zu formatieren, in der Hoffnung mit am Ende viel Arbeit zu ersparen. Klar, jetzt kostet es erstmal Zeit sich da richtig einzuarbeiten, ich hoffe dass sich das lohnt.
Beim Schreiben selbst hab ich auch noch keinen Plan wie ich da einen Anfang finden soll.