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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread



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Pampelmuse
14.11.2016, 10:19
Dass man insgesamt oft nicht Erstautor ist, ist logisch. Aber bei Papers aus der eigenen Doktorarbeit wärs ja wirklich eine maximale Frechheit, wenn man nicht Erstautor wird. Das wäre für mich völlig inakzeptabel, und gegen alle Regeln wissenschaftlicher Ethik.

Das ist doch total oft so... (Ich habe jetzt nicht gesagt, dass ich das gutheisse.)

davo
14.11.2016, 10:31
In der Medizin anscheinend schon, ja, leider. In vielen anderen Bereichen zum Glück nicht. Keine Ahnung warum sich die Mediziner besonders gerne intellektuell abzocken lassen.

hbl58
14.11.2016, 10:32
Ich kann die Seite der Betreuer aber auch verstehen. Da muss man den Studenten anleiten, meistens das Thema generieren, die Dissertation korrigieren und am Ende landet man auf einer nicht signifikanten Positon des Papers, da ja die letzte Stelle meistens für den Chef oder einen Kooperationspartner reserviert ist. Da würde ich mir das jedenfalls überlegen, ob ich da mir einen Doktoranden hole oder es gleich selbst mache. Der Kompromis und dann eben, dass der Doktorand nicht die erste Position kriegt und dafür seinen Dr. Titel kriegt.

davo
14.11.2016, 10:42
Die Betreuung von Doktoranden ist Teil des Berufsbildes. Das ist Pflicht, nichts wofür man noch intellektuelle Geschenke bekommen muss, darf oder soll. Du kannst auch nicht sagen, das Echo am Vormittag mache ich nur dann, wenn mir meine Assistenzärzte Papers schreiben und mich zum Erstautor machen.

THawk
14.11.2016, 12:25
Nun davo, deine Meinung finde ich schon übertrieben. Du setzt Birnen mit Äpfeln gleich. Es kommt drauf an was der Doktorand gemacht hat.
2 Extremfälle:
- Doktorand wertet bereits erhobene Daten nach vorgegebenem Schema aus, schreibt damit seine Diss. Paper wird von jemand anderem geschrieben.
- Doktorand nimmt ein sehr "offenes" Thema an, entwickelt es weiter und bringt eigene Ideen ein. Schreibt Diss und Paper selbst.

Im zweiten Fall ist es klar, dass er Erstautor werden wird, im ersten Fall wird er es in den meisten Arbeitsgruppen, die ich kenne, nicht werden. Viele Dissertationen sind irgendwo in der Mitte, da sollte man sich drüber unterhalten. Ich persönlich habe nun zweimal Chefs, die nicht darauf bestehen hinten zu stehen. Dann kann eben der Betreuer die senior Position übernehmen und alle haben gewonnen.

davo
14.11.2016, 12:37
Der erste Extremfall sollte halt gar keine Doktorarbeit sein. Außerdem stellt sich die Frage wie ähnlich Doktorarbeit und Paper sind. Jemand anderer darf ja gar kein Paper schreiben, das zu 100% auf der Doktorarbeit eines anderen beruht.

Aber muss jeder selbst wissen, was er anderen gestattet...

elastic
14.11.2016, 13:01
Wenn ein Betreuer/Doktorvater während der Diss viel hilft, unterstützt, für Fragen da ist usw... dann finde ich es mehr als fair, wenn er auch Erstautor wird. Eine gute Betreuung ist schließlich keine Selbstverständlichkeit, das ist einfach so.

SarahManning
14.11.2016, 13:59
Wenn also der zuständige MTA mir viel erklärt und mich in die Methoden einführt, sollte er dann nicht Erstautor werden statt meines Doktorvaters? Und wie häufig sind Betreuer und Doktorvater ein und dieselbe Person? :P :D

Milana
14.11.2016, 16:45
In der Medizin anscheinend schon, ja, leider. In vielen anderen Bereichen zum Glück nicht. Keine Ahnung warum sich die Mediziner besonders gerne intellektuell abzocken lassen.
Den meisten Medizinern wird es schlicht den Stress nicht wert sein. Die Publikation bringt einem ggf. eine bessere Note für die Diss (aber auch hier zählt im normalen Arbeitsleben höchstens das Besitzen des Titels) und sonst nicht viel, wenn man keine Ambitionen hat. Ich habe von meinem ersten Paper alles bis auf die Discussion komplett selbst geschrieben und auch bei letzterer einen Großteil. Trotzdem hat es einen totalen Kampf mit meiner Betreuerin bedurft mit mehrfachen Gesprächen mit dem Doktorvater bis mir immerhin eine geteilte Erstautorenschaft zugestanden wurde. Fand ich immernoch frech, aber ich hatte nach sechs Monaten Kampf ohnehin das Gefühl, dass ich am wesentlich kürzeren Hebel sitze in der Hinsicht und hab es dann dabei belassen...
Beim zweiten und dritten Paper durfte sie sich dann (vom Doktorvater aus) ganz hinten platzieren, kein Problem, dass ich dann Erstautor war...

Miniwini
14.11.2016, 16:52
Den meisten Medizinern wird es schlicht den Stress nicht wert sein. Die Publikation bringt einem ggf. eine bessere Note für die Diss (aber auch hier zählt im normalen Arbeitsleben höchstens das Besitzen des Titels) und sonst nicht viel, wenn man keine Ambitionen hat. Ich habe von meinem ersten Paper alles bis auf die Discussion komplett selbst geschrieben und auch bei letzterer einen Großteil. Trotzdem hat es einen totalen Kampf mit meiner Betreuerin bedurft mit mehrfachen Gesprächen mit dem Doktorvater bis mir immerhin eine geteilte Erstautorenschaft zugestanden wurde. Fand ich immernoch frech, aber ich hatte nach sechs Monaten Kampf ohnehin das Gefühl, dass ich am wesentlich kürzeren Hebel sitze in der Hinsicht und hab es dann dabei belassen...
Beim zweiten und dritten Paper durfte sie sich dann (vom Doktorvater aus) ganz hinten platzieren, kein Problem, dass ich dann Erstautor war...

Bitte nehme mir die Frage nicht übel, aber warum hast du die Diskussion nicht selbst geschrieben? Ist das nicht der Kern jeder Arbeit?

Milana
14.11.2016, 17:06
Weil eine Diskussion komplett selbstständig zu schreiben für jemanden, der noch nie an einem Paper geschrieben hat, der schwierigste Part ist. Ich glaube nicht, dass irgendjemand, der sein allererstes Paper schreibt, eine gute Diskussion ganz ohne Unterstützung von den senioren Mitautoren hinbekommt. Ich habe jedenfalls sehr von dem riesigen Erfahrungsschatz meines Doktorvaters profitiert. Als der ein Paper einmal zusammen mit mir durchgearbeitet hat, hab ich echt Bauklötze gestaunt. Da braucht man eben auch ordentlich Erfahrung, Wissen und Übung für, nichts was ich als "wissenschaftlicher Anfänger" hatte.

Miss_H
14.11.2016, 19:55
Die Betreuung von Doktoranden ist Teil des Berufsbildes. Das ist Pflicht, nichts wofür man noch intellektuelle Geschenke bekommen muss, darf oder soll.
Ist es das? Also ich werde Arzt und damit muss nicht unbedingt verbunden sein, dass ich Doktoranden betreue.

Ich selber mache eine Arbeit im Labor, allerdings habe ich mir das Thema nicht selbst erarbeitet. Ich bekomme einiges vorgegeben und muss bis jetzt fast nur die praktischen Dinge selber machen. Auswertung werde ich dann wahrscheinlich wieder zusammen mit meinem Betreuer machen. Ich habe keine Lust ein Paper zu schreiben. Und ich fände es komisch, wenn ich Erstautor werden würde, wenn ich "nur" die Laborarbeit gemacht habe.

Brit2
15.11.2016, 07:53
... wie ähnlich Doktorarbeit und Paper sind. Jemand anderer darf ja gar kein Paper schreiben, das zu 100% auf der Doktorarbeit eines anderen beruht...

Weil das ggf kaum jemand ahnt (aber so ist!) - angenommen, man sitzt an einem Thema und will promovieren. Und plötzlich taucht irgendwo in der Welt (also ganz weit weg, ganz anderes Land und Uni der Autoren) ein Artikel auf, der genau DAS Thema beschreibt ... dann darf man sich ein neues Thema suchen und neu beginnen. Weil eine Promotion ja "Neues" untersucht und veröffentlicht. Sonst wäre es ein Plagiat.
Hab ich hier bei einem Kollegen erlebt - ca 3 Monate vor Abschluss seiner Diss bekam er die News. That's life. Shit happens. Kotzen hilft nicht. Heulen und Vollrausch auch nicht.

Miss_H
15.11.2016, 08:06
Wie wahrscheinlich ist es, dass jemand zu 100% das Gleiche gemacht hat? Meist hat man andere Schwerpunkte, die Ergebnisse unterscheiden sich, man kann einige Randaspekte betrachten. Man vielleicht eine etwas andere Kohorte. Da gibt es doch viele Möglichkeiten.

THawk
15.11.2016, 10:48
Ich sehe es auch als extrem unwahrscheinlich an. Schließlich reichen auch kleine Unterschiede aus und die lassen sich fast immer finden (etwas andere Patientenpopulation, etwas andere Dosis, etwas andere Methoden...). Natürlich läßt es sich dann meist nicht mehr so gut publizieren, aber für den Titel soll's wohl reichen.

Atya
17.11.2016, 10:45
Hey ihr lieben
Wie aind eure Erfahrungen mit klinische Studien sind die weniger aufwendig als experimentelle und was soll man als beachten.
Ich habe morgen eine Vorstellungsgespräch ich bin gespannt das Thema kenne ich auch noch nicht
Was meint ihr worauf soll ich achten? Dr.Vater fragen bezüglich klinische Studien?
VG

elastic
17.11.2016, 11:26
weniger aufwändig kann man sicher nicht sagen, es hängt im einzelfall wie immer vom Thema und der Methodik ab. Welche Arbeit möchtest du denn machen (klinisch <-> experimentell)? das wäre doch zuerst einmal die grundlegende entscheidung :D (hattest du nicht schon eine Diss angefangen?)

Atya
17.11.2016, 18:20
Ne... hatte ich nicht :/
Es handelte sich um eine klin.Studie über Stoffwechsel aber was genau werde ich morgen genauer wissen

Atya
17.11.2016, 18:27
Ich bin echt sehr gespannt auf die Vorstellungsgespräch morgen, allerdings wird wahrscheinlich schief ablaufen, wenn ich den Prof erzähle, dass ich erst ende Januar mit der Diss anfangen kann, ich habe dieses Semester 10 Klauseren und wenn ich das nicht sage, dann wird das nicht ganz einfach neben dem Studium und die ganze menge Klauseren die ich habe

elastic
17.11.2016, 18:49
oft ist es so, dass man nicht sofort mit der Arbeit anfangen kann und noch einige Wochen vergehen können. Am besten erklärst du alles, dass du im Moment viel lernen musst etc. Es wird nicht schief gehen!