Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread
Bin zur Zeit auch mehr oder minder fleißig am Schreiben, gerade bei der Diskussion, Einleitung fehlt auch noch. Hab mir jetzt nach dem Examen eigens dafür freigenommen, im PJ habe ich sage und schreibe null komma nichts gemacht und so wäre es definitiv auch während der Arbeit.
Ein Tipp vielleicht für alle minder-Motivierten und Prokrastinierer wie ich: Am Anfang habe ich irgendwie den ganzen Tag vor dem PC gesessen und kaum was geschafft, aber der ganze Tag war verhunzt. Jetzt habe ich seit ein paar Wochen ein neues Konzept: Ich stelle mir einen Timer auf 2 oder 2,5 Stunden und während dieser Stunden muss ich 100% Doktorarbeit machen. Wenn ich nur auf Toilette gehe oder Mails checke oder so, muss ich Pause drücken. Dadurch ist man eher motiviert, die zwei Stunden schnell rum zu bekommen und dann aber auch den Rest vom Tag wirklich frei zu haben. Und 2 oder 2,5 Stunden reine Arbeitszeit finde ich schon effektiv.
Habt ihr Tipps für mich bezüglich gut verständlicher deutschsprachiger Literatur zum Thema medizinischer Statistik?
Das Gefühl, wenn man 6 Monate nichts für seine Diss gemacht hat.......
Nessiemoo
10.04.2018, 10:27
Zwischendurch erneute Computerprobleme, die Dateien konnten zum Glück wiederhergestellt werden, das Problem sind jetzt in der Tat alle Programme die ich noch über Studentenlizenz bekommen habe -.- Völlig unnötig.
Ich habe mir aber vorgenommen jeden Tag etwas (egal wie kleines) an meiner Dr Arbeit zu machen, es sei denn ein Wort zu korrigieren o.s.ä. Damit kann man zumindest vermeiden, dass man eben nach 6 Monaten sich von Null aus wieder einarbeiten kann.
Zwischendurch erneute Computerprobleme, die Dateien konnten zum Glück wiederhergestellt werden, das Problem sind jetzt in der Tat alle Programme die ich noch über Studentenlizenz bekommen habe -.- Völlig unnötig.
Ich habe mir aber vorgenommen jeden Tag etwas (egal wie kleines) an meiner Dr Arbeit zu machen, es sei denn ein Wort zu korrigieren o.s.ä. Damit kann man zumindest vermeiden, dass man eben nach 6 Monaten sich von Null aus wieder einarbeiten kann.
Sollte ich mir echt ein Beispiel nehmen. Bin einfach zu faul..
Boah, dieser immer wiederkehrende Punkt mit der Frage "Warum habe ich überhaupt damit angefangen?" ist so nervig. Heute ist mal wieder einer dieser Tage an dem ich den Laptop einfach aus dem Fenster werfen möchte und hoffe, dass alle Daten inkl. der Dropbox gelöscht sind. :-kotz
Arrhythmie
30.04.2018, 18:38
Bin zwiegespalten. Einerseits weiter vorangekommen in der letzten Zeit als gedacht. Andererseits gerade keinen Bock mehr. Zu gestresst... Viel Arbeit wars in der letzten Zeit & ich hab gerade das Gefühl es wird noch ne Weile so weitergehen.
Mein Betreuer ist eigentlich super nett, aber er ist eine mittlerweile unüberwindbare Hürde zwischen mir und meinem Doktorvater geworden... ich schicke ihm andauernd Fassungen der Arbeit, er korrigiert (teilweise korrigiert er mittlerweile seine eigenen Korrekturen und Formulierungen!), ich bekomme es zurück, schicke es wieder an ihn etc. etc.
Das wäre alles halb so schlimm, aber ich mache demnächst mein M3 und danach habe ich ja nicht mehr so wahnsinnig viel Zeit... Ich würde einfach gerne mal die Meinung meines Doktorvaters zu dem ganzen wissen.
Es nervt mich vor allem, weil das eigentlich eine unambitionierte Arbeit ist, die vermutlich niemand jemals wieder lesen wird.
Arrhythmie
01.05.2018, 09:42
ich schicke ihm andauernd Fassungen der Arbeit, er korrigiert (teilweise korrigiert er mittlerweile seine eigenen Korrekturen und Formulierungen!),
Haha, so ging es mir mit meinem Ethik Antrag. Mein Dr. Vater macht sowas allerdings. Er korrigiert teilweise und weiß es nach einem Tag sowieso gar nicht mehr bzw. korrigiert seine eigenen Sachen...
Nach der 3. Korrektur sagt er dann allerdings spätestens "Jetzt ist es gut so" (Dabei ist es dann auch oft nicht so viel anders wie zuvor... Aber ich glaub das muss einfach so sein ;-) - Also dass sie halt nochmal drin rumkorrigieren)
Ich versuche wirklich richtig zu zitieren. Das heißt ich schaue nach der Quelle und wenn für die Aussagen wieder eine andere Quelle angegeben ist, dann suche ich auch die und suche die Aussage, die ich zitieren möchte. Jetzt kommt es aber häufiger vor, dass in der angegeben Quelle gar nicht die Information zu finden ist. Ich habe aber auch keine Lust ständig neue Quellen zu suchen um meine Aussagen zu belegen. Kann ich dann einfach die Quelle in der die Aussage steht, die ich zitieren möchte, zitieren, auch wenn für diese Aussage nochmal eine Quelle angegeben ist (in der ich diese Aussage aber nicht finden kann)?
Nessiemoo
03.05.2018, 16:41
So, heute letzte Nacht, Computer ist komplett wiederhergestellt, dann hoffe ich, dass ich ab morgen wieder mit meinem Ziel jeden Tag was für Doktorarbeit machen auch anfangen kann. Hab eigentlich nur 4 Abästze zu schreiben. (Aber über teilweise komplett neue Themen, also relativ lange Einlesezeit).
Miss_H - Das Problem kenne ich. Eigentlich wäre richtig eine andere Quelle für die Aussage zu suchen, wo es auch wirklich drin steht. Teilweise habe ich es aber auch so gemacht. Teilweise habe ich so Quellen bis 1972 befolgen können und dann die Quelle nicht mehr finden zu können.
Das ist selbstverständlich nicht in Ordnung und genau der Grund, Primärquellen zu prüfen und Sekundärzitate bei jeder Gelegenheit zu vermeiden.
Mh und wenn es dann wie im Beispiel vorhin nicht geht? :/ Übrigens merkt man bei sowas recht schnell, wie schlampig zum Teil manche Publikationen eigentlich sind, wenn man schaut, was die alles für Sekundärquellen benutzt haben
Ja, eben - kritische Auseinandersetzung und so.
Wenn du nach sorgfältiger Prüfung der Primärquelle feststellst, dass die Sekundärquelle Mist erzählt, dann ist keine von beiden zu zitieren.
Ja, eben - kritische Auseinandersetzung und so.
Wenn du nach sorgfältiger Prüfung der Primärquelle feststellst, dass die Sekundärquelle Mist erzählt, dann ist keine von beiden zu zitieren.
Darf ich fragen wie weit du schon mit deiner Arbeit bist und was für einen Charakter deine Arbeit hat (retrospektiv, experimentell)? Mir ist klar, dass man jede Quelle prüfen sollte. Aber wie soll man das denn schaffen? Mein experimenteller Teil hat schon sehr viel Zeit in Anspruch genommen und jetzt habe ich mir auch für das Schreiben frei genommen. Aber wenn ich jede Quelle kontrolliere, dann brauche ich für die Arbeit mehr als ein Jahr Vollzeit nur zum Schreiben.
Darf ich fragen wie weit du schon mit deiner Arbeit bist und was für einen Charakter deine Arbeit hat (retrospektiv, experimentell)? Mir ist klar, dass man jede Quelle prüfen sollte. Aber wie soll man das denn schaffen? Mein experimenteller Teil hat schon sehr viel Zeit in Anspruch genommen und jetzt habe ich mir auch für das Schreiben frei genommen. Aber wenn ich jede Quelle kontrolliere, dann brauche ich für die Arbeit mehr als ein Jahr Vollzeit nur zum Schreiben.
ich will wirklich nicht devil's advocate spielen, aber wird in einer medizinischen Dissertation wirklich jede Quelle geprüft? was soll und was ist, ist natürlich wieder ein anderes thema... denn wenn selbst psychosomatische Papers anscheinend Sekundärquellen nutzen, werden sie ja anscheinend dennoch publiziert. Aber ich bin selber total überfordert mit dem Thema.
Übrigens hab ich letztens ne Doktorarbeit aus der Plastischen Chirurgie gelesen, die in der Einleitung Wikipedia zitiert hat......... da hab ich auch leicht gestaunt
Darf ich fragen wie weit du schon mit deiner Arbeit bist und was für einen Charakter deine Arbeit hat (retrospektiv, experimentell)? Mir ist klar, dass man jede Quelle prüfen sollte. Aber wie soll man das denn schaffen? Mein experimenteller Teil hat schon sehr viel Zeit in Anspruch genommen und jetzt habe ich mir auch für das Schreiben frei genommen. Aber wenn ich jede Quelle kontrolliere, dann brauche ich für die Arbeit mehr als ein Jahr Vollzeit nur zum Schreiben.
Auch eine experimentelle never ending story mit Freisemestern. Wie weit ich bin kann ich gar nicht so genau sagen; ich schreibe so in Fragmenten vor mich hin. Methoden und Ergebnisse habe ich im Prinzip fertig, Diskussion ist gut in Schuss aber eben erkennbar fragmentiert, von der Einleitung existieren nur ganz vereinzelte Subkapitel. Das Gerüst steht aber komplett, als ausgearbeitete Argumentationsstruktur mit Quellen. Teilweise muss ich da den brandneu veröffentlichten Shit noch einpflegen, ansonsten lässt es sich so wirklich gut runterschreiben. Nur habe ich natürlich in der Regel keine Zeit oder Lust... :-))
Der Fall, den du oben beschrieben hast, ist sehr eindeutig. Du hast ja die Primärquelle geprüft und festgestellt, dass die Sekundärquelle an dieser Stelle nicht nachvollziehbar ist. Entweder wurde die Primärquelle falsch zitiert (nicht die richtige oder fehlende Quelle) oder die Sekundärquelle ist inhaltlich falsch.
Kritische Quellenprüfung heißt ja nicht, Literatur misstrauisch und vollständig zu zerlegen, sondern die eigenen Argumente bestmöglich zu belegen. Sekundärliteratur scheidet also in unserem Feld fast immer aus, ungelesene Primärliteratur zu zitieren verbietet sich selbstredend.
In was für Zusammenhängen stößt du denn an solche Fälle?
ich will wirklich nicht devil's advocate spielen, aber wird in einer medizinischen Dissertation wirklich jede Quelle geprüft? [...] Übrigens hab ich letztens ne Doktorarbeit aus der Plastischen Chirurgie gelesen, die in der Einleitung Wikipedia zitiert hat......... da hab ich auch leicht gestaunt
Warum sollte ich ein Quelle verwenden, die ich selbst nicht prüfe? Wenn der Selbstanspruch fehlt, wird die Arbeit zwangsläufig beschissen - das ist klar, dann aber ohnehin auch egal... ;-)
[...] was soll und was ist, ist natürlich wieder ein anderes thema... denn wenn selbst psychosomatische Papers anscheinend Sekundärquellen nutzen, werden sie ja anscheinend dennoch publiziert. Aber ich bin selber total überfordert mit dem Thema. [...]
Müsste man eben im Einzelfall gucken; es gibt ja durchaus gute Gründe, Sekundärliteratur zu zitieren.
schmuggelmaeuschen
04.05.2018, 15:12
ich hasse meine Doktorarbeit
ich hasse meine Doktorarbeit
Kann ich gut verstehen. Hatte zwar auch Phasen im Labor, die nervig waren, aber Schreiben ist die Pest.
Müsste man eben im Einzelfall gucken; es gibt ja durchaus gute Gründe, Sekundärliteratur zu zitieren.
Ich habe ein Review, welches ich gerne zitieren würde. Dort werden verschiedene Therapien verglichen und am Ende gibt es eine zusammenfassende Aussage zur Therapie. Diese möchte ich gerne zitieren. In diesem Fall finde ich es sinnvoll das Review zu zitieren (auch wenn hinter der zusammenfassenden Aussage nochmal zwei Primärquelle angegeben sind). Kann man dann schon machen oder?
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