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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread



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formaline
22.10.2014, 10:13
Hallo ihr,

ich versuche gerade irgendwie einen Anfang für meine Diss zu meinem Paper zu finden. Allerdings bin ich leider grad maßlos überfordert, da mir zum einen Niemand richtig helfen kann und ich zum anderen fürs nach diesem Examen etwas ramponierte Ego mal was halbwegs allein schaffen will. Hinzu kommt noch, dass ich doch bitte bis zum PJ-Beginn in 3-4 Wochen eine grobe Rohversion geschrieben haben sollte. Ist das überhaupt realistisch (1.)?
Hab zum Anfang nach Dissertationen im Uniarchiv geschaut, vorzugsweise auch beim selben Doktorvater. Aber irgendwie lässt sich da so recht nix aktuelles finden. Veröffentlichen so wenige Leute eine Diss (2.)? Denn eigentlich steht unter meinem Doktorvater eine ganze Heerschar von Doktoranden.
Dann nochwas zu den Quellen: ich hab ja schon gelesen, dass man reine Lehrbücher als Quellen vermeiden sollte. Aber eine Diss NUR mit Zitaten aus Papern, geht das (3.)? Und wenn ja, wo bekomm ich die vielen Paper her, die nicht als kostenloser Artikel oder in den Zeitschriften die meine Uni abonniert hat zur Verfügung stehen (4.)? Die Autoren persönlich anschreiben, hab ich in irgendeinem Thread gelesen..

Bitte bringe jemand ein Kerzenlicht ins Dunkel :-keule

Flemingulus
22.10.2014, 15:48
Erstmal alles Gute für die Schreibphase! Dass Du in selbiger angelangt bist, ist ja schon einmal eine ganz gute Nachricht! :-)

Zu Deinen Punkten:


Hinzu kommt noch, dass ich doch bitte bis zum PJ-Beginn in 3-4 Wochen eine grobe Rohversion geschrieben haben sollte. Ist das überhaupt realistisch (1.)?

Es gibt Mitmenschen, die entweder über Vorerfahrungen im wissenschaftlichen Schreiben verfügen oder aber ein Naturtalent sind oder aber fleißige Helferlein an der Hand haben ;-), für all diese Zeitgenossen sind 3-4 Wochen realistisch. Für die Mehrzahl der erstmalig eine Doktorarbeit-schreibenden Mediziner halte ich diesen Zeitplan aber für überambitioniert. Ist aber jetzt glaub ich für Dich eigentlich wurscht... die Zeit bis PJ-Beginn würd ich an Deiner Stelle so oder so in die Dr-Arbeit investieren, egal wie weit Du dabei kommst, jeder einzelne Schritt bringt Dich dem Ziel näher :-)


Hab zum Anfang nach Dissertationen im Uniarchiv geschaut, vorzugsweise auch beim selben Doktorvater. Aber irgendwie lässt sich da so recht nix aktuelles finden. Veröffentlichen so wenige Leute eine Diss (2.)?

Mittlerweile sollten an den meisten Unis aktuelle Dissen lückenlos elektronisch erfasst werden, für ältere Arbeiten gilt das noch nicht überall... keine Ahnung wie das in Jena ist.


Dann nochwas zu den Quellen: ich hab ja schon gelesen, dass man reine Lehrbücher als Quellen vermeiden sollte. Aber eine Diss NUR mit Zitaten aus Papern, geht das (3.)?

Jep. Das geht. Es gibt aber genug Dr-Arbeiten, in denen Lehrbuchzitate verwendet wurden, ohne dass daran das Opus gescheitert wäre... ich persönlich würd einem Doktoranden Lehrbuch (nicht: Fachbuch)-Zitate ausreden, aber das sollte im Schreibvorfeld mit dem Betreuer leicht zu klären sein. Bis dahin lässte halt erstmal Lehrbuchzitate als "Lückenfüller" drin (entsprechen markieren!) und ersetzt die ggf. später.


Und wenn ja, wo bekomm ich die vielen Paper her, die nicht als kostenloser Artikel oder in den Zeitschriften die meine Uni abonniert hat zur Verfügung stehen (4.)? Die Autoren persönlich anschreiben, hab ich in irgendeinem Thread gelesen..

Anschreiben von Autoren ist tatsächlich ein sehr probates und unkompliziertes Mittel. Achte dabei drauf, das Schreiben ganz kurz aber höflich zu halten (ein Honig-ums-Maul-schmier-Satz, dass Du im pubmed "mit großem Interesse" die Publikation entdeckt hast und dann eine höfliche Bitte um eine Kopie). Und achte drauf, dass Du den "corresponding author" anschreibst, das ist nicht notwendigerweise der Erstautor sondern häufig der Letztautor oder manchmal auch der vorletzte in der Reihe. Sollte aber angegeben sein. :-) Ich schätz mal, dass ca. 60% der Autoren eine Kopie zurückschicken - ist also allemal einen Versuch wert. :-)

formaline
22.10.2014, 18:14
Vielen Dank schonmal!! :-love

Ich hab jetzt erstmal mit einer Ideensammlung zur Einleitung rund um mein Thema angefangen, die ich je nach dem erweitere, was mir zufällig als interessant in die Hände fällt. Ansonsten fang ich glaub ich irgendwie mittendrin an Quellen zu sammeln, je nachdem auf welchen thematischen Abzweig ich grad Lust hab, und wo der mich hinführt.. es soll schon logisch gegliedert sein, aber ich versuch halt irgendwie, soweit das möglich ist, keine stupide Wissensabhandlung zu verfassen, sondern eine halbwegs kreative Struktur da rein zu bekommen (Infotainment- Deutsch-LK lässt grüßen :-oopss).

Noch eine Frage: Wo find ich denn die Mail-Adresse der Autoren, wenn nur ein Abstract vorhanden ist?
Beispiel: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25334527
Die "Chest" gibts zwar an unserer Uni, aber nur die Ausgaben bis 2012.. und wenn ich sowas als Quelle verwende, sollte ich doch zumindest die zitierten Textstellen im Paper und nich nur in dessen Abstract gefunden haben, oder?

Gruß

Miss_Verständnis
26.10.2014, 14:31
Willkommen formaline und einen guten Einstieg ins Schreiben!

Ich bin heute auch wieder mit am Start. Habe jetzt dann gut die Hälfte der Einleitung + Methodenteil, Anhang, Abkürzungen usw fertig. Bin seit ca 4 Wochen dabei, allerdings komme ich immer nur studenweise dazu, da ich ja im PJ bin. 3-4 Wochen können schon schaffbar sein, wenn man wirlklich jeden Tag den ganzen Tag durchschreibt. Mein Ziel ist Ende des Jahres, spätestens Ende Januar die erste Version fertig zu haben.

Nessiemoo
01.11.2014, 19:52
Habe Ende August fest vorgenommen anfangen zu schreiben. Seitdem:
1) ich war länger krank mit ner Erkältung.
2) Hatte einen Unfall und musste erst die (nicht ernshaften aber trotzdem schmerzvollen) Verletzungen auskurieren.
3) Hatte doch eine der schwierigeren Klausuren im 5. Jahr.
4) Lungenenzündung
5) Noch eine größere Klausur.
6) Entsprechend viele Minusstunden beim Hiwijob, die ich nacharbeiten muss.

D.h 9 wochen später bin ich nicht wirklich weiter. Und mittlerweile habe ich etwas Angst anzufangen :-oopss

Miss_Verständnis
03.11.2014, 11:01
@Nessiemoo- da hast du aber einiges an Pech gehabt. :-keks
Ansonsten- man muss einfach den Einstieg schaffen, der Rest klappt dann auch.

Wobei.. bei mir liegt die Arbeit auch gerade und ich hab keine große Lust weiterzumachen... :-oopss

Sternenprinzessin
03.11.2014, 11:23
Ich wollte mich nochmal bei euch für euren Zuspruch bedanken. Es hat sich alles geklärt, mein Doktorvater hat nicht auf meine Mail reagiert, weil die Sache für ihn einfach damit erledigt war, dass ich nicht gekommen bin und ihm das geschrieben habe. Dass ich keine Zeit hatte, war auch nicht so schlimm, er hat besagten Professor trotzdem als Zweitbetreuer gewinnen können. :)
Ich liege mit der Vorarbeit jetzt in den letzten Zügen und nächsten Freitag besprechen wir das weitere Vorgehen. Im Moment läuft es also ziemlich gut.

Zanza
03.11.2014, 15:23
Ich komm auch grade nicht so richtig mit dem Schreiben klar :-/ Irgendwie ist da durch das Examen so ein Bruch drin und ich muss in die Thematik wieder reinkommen und so weiter... Dazu kommt, dass sich mein Doktorvater nicht so richtig entscheiden kann, ob ich jetzt direkt ein Paper schreiben soll/darf oder erstmal "normal"... Ich würde ja persönlich das Paper vorziehen und mein Betreuer meint, dass das auf jeden Fall auch realistisch wäre, das irgendwo unterzukriegen, aber ohne das OK vom Doktorvater geht das halt leider auch nicht... Und wahrscheinlich will ich auch nochmal hin, um eine Versuchsreihe, die wir so halbherzig damals angefangen hatten, weil wir nicht wussten, ob das wirklich reinpasst, jetzt doch noch zu Ende zu machen bzw. das n zu erhöhen...
Und ich hab auch keine Ahnung, wie zur Hölle ich mit den gefühlten drei Sachen, die ich gemacht habe und überhaupt zu dem Thema weiß, jemals auf mehr als fünf Seiten kommen soll... (Wobei das wahrscheinlich auch nicht stimmt, aber so fühlt es sich grade an ;) ). Wie viel schreibt ihr so, die ihr kein Paper schreibt?

So, genug gemeckert, ich mach dann mal weiter...

formaline
04.11.2014, 10:44
Wie viel schreibt ihr so, die ihr kein Paper schreibt?
Die Dissertation die ich bis jetzt gesehen habe, die ohne Paper waren hatten alle so über 100 bis ca. 120 Seiten..

Vielleicht kann mir nochmal einer der erfahrenen Schreibenden einen Rat geben :-wand
ich verzettel mich gerade ständig in Kleinigkeiten: dauernd suche ich nach Infos in Papern, die sich dan nur hinter Quellen verstecken, und die wieder nur Quellen sind, und Quellen und Quellen.. ich quelle auch gleich :-kotz Und man will ja aus einer Originalquelle zitieren, die ursprünglich eben herausgefunden hat, dass oxigeniertes LDL durch scavenger-Rezeptoren in MAkrophagen aufgenommen wird.. oder so ähnlich. Oder kann man auch mal aus einem Review zitieren, welches die Forschungsergebnisse in Reih und Glied zusammenfügt? Beziehungsweise gehts bei mir auch um längst bekannte Fakten, die in Fachbüchern stehen (klinische Pathologie-Siegenthaler). Und muss ich dann das Buch zitieren? HAbe eine Diss gefunden, die hat seitenweise Grundlagenwissen erläutert, ohne eine Quelle zu nennen.

Und dann weiß ich auch garnicht, wann ich mit einem Thema aufhören soll.. und steigere mich dann z.b. in besagte Rezeptoren *gefaelltmirnicht*

Miss_Verständnis
04.11.2014, 10:49
Ich werde auch so ca 100 Seiten schreiben, Paper sollte aber noch folgen idealerweise.

Das mit den Quellen und Zitieren ist für mich auch ein Problem. Ich hab aber einfach z.T wirklich aus Reviews zitiert, weil die Originale von 1928 einfach nicht mehr verfügbar waren... :-nix

formaline
04.11.2014, 11:13
Ich hab mir grad überlegt, das was ich in Büchern zur Pathobiochemie und so weiter finde, als Struktur für meinen Text zu nutzen, und dann die Einzelinformationen in Papern suchen.. hoffentlich ist das nich die nächste Frustgrube.

Laelya
04.11.2014, 11:22
Wie viel schreibt ihr so, die ihr kein Paper schreibt?



Bin bei 145 Seiten aber komplett. Die reine Arbeit hat 100 Seiten (bei uns darf man nur in Ausnahmefällen über 100 Seiten, steht jedenfalls so in der Promotionsordnung). Der Rest der Seiten sind Anhang, Verzeichnisse etc. Dazu kommen dann ca. 4 Paper, die aber nach wie vor im Entstehungsprozess bzw noch nicht durch sind. Daher werde ich bei der Monografie bleiben und diese hoffentlich im Frühjahr nächsten Jahres abgeben :-)
Hat sich ja nun alles ein bisschen verzögert[-::-]

Miss_Verständnis
04.11.2014, 12:44
Wow 145 Seiten finde ich ganz schön viel. So viel haben die Naturwissenschaftler in meiner AG nicht geschrieben.. ;-)

Chris Be
06.11.2014, 19:52
Ihr seid ja krass... Ich hab grad mit einer der letzten Ergänzungen den reinen Text auf 45 Seiten gepusht. Alles in allem werden das keine 50 :-/
Also ich hab insbesondere für Grundlagen (Anatomie, Anästhesie-Beatmungsgrundlagen, Beatmungskurvenatlas) schon einfach einmal am Anfang eines Abschnittes ein Lehrbuch referenziert. Für die Quelle-an-Quelle-an-Quelle-Sache: Ich glaube nicht, dass man jedesmal die absolute Bassiquelle braucht. Ein vernünftiges Review ist schließlich auch eine Quelle. Jeder Interessierte kann dann ja dort selbst nachlesen. ^^

AK92
09.11.2014, 15:05
..........

Chris Be
09.11.2014, 18:57
Ehm also ohne jetzt irgendwelche Träume /Illusionen zu zerstören oder so: Man braucht wirklich immer die Originalquelle, es sei denn, sie ist partout nicht auffindbar. Dieses bequeme ''Ich benutze ein Review'' als Primärquelle ist nicht zulässig. Darum sind Dissertationen ja auch so eine Heidenarbeit, vor allem in anderen Disziplinen. Man sollte schon die Fernleihe bzw. Literaturbank der Uni benutzen. Es ist z.B. verpöhnt, Sekundärquellen zu benutzen und Lehrbücher sollten möglichst in einer wissenschaftlichen Arbeit auch nicht zitiert werden, es sei denn es sind anatomische/physiologische/ sonstige Fakten. Es gibt keine einzige zulässige Diss die sich nur auf Lehrbücher als Quellen bezieht. Generell gilt, Paper vorziehen, da diese den aktuellen Forschungsstand repräsentieren.
Ich werd mir deine Worte zu Herzen nehmen. Aber vielleicht sollte ich nochmal präzisieren: Für Sachen wie Beatmungskurven und Grundlagen der mechanischen Beatmung halte ich ein Lehrbuch für machbar (sieht auch mein Dok so), alles weitere kommt natürlich aus Papers. Man findet leider nicht zu jedem Teilaspekt Grundlagenpapers, sodass die Wahl "keine Quelle (ist ja eh bekannt)" oder Lehrbuch ist. Dann doch lieber letzteres.
Review als Primärquelle: Die Aussage in (1), "XY hat in (2) gesagt, dass...", aus (1) zu zitieren ist natürlich grob falsch. Aber ein Review ist ja auch keine Sekundärquelle sondern eine wissenschaftliche Arbeit, die aus multiplen Quellen eine neue Aussage generiert. Und wenn ich diese neue Aussage als eigenständige Aussage brauche, helfen mir die ursprünglichen Quellen als Einzelstücke nicht weiter.
Klingt das so besser? ;-)

AK92
09.11.2014, 23:11
..................

Miss_Verständnis
10.11.2014, 20:05
Gestern mehrere Stunden an einer Tabelle gesessen.. :-keks ...:-keule

Thunderstorm
10.11.2014, 20:19
Hat hier jemand einen Link für mich, wo ich die Layout-Vorgaben für meine Diss an der LMU finde? Ich finde nur die Seite mit der Promotionsordnung...

fluffy_duck
11.11.2014, 20:42
Habe Ende August fest vorgenommen anfangen zu schreiben. Seitdem:
1) ich war länger krank mit ner Erkältung.
2) Hatte einen Unfall und musste erst die (nicht ernshaften aber trotzdem schmerzvollen) Verletzungen auskurieren.
3) Hatte doch eine der schwierigeren Klausuren im 5. Jahr.
4) Lungenenzündung
5) Noch eine größere Klausur.
6) Entsprechend viele Minusstunden beim Hiwijob, die ich nacharbeiten muss.

D.h 9 wochen später bin ich nicht wirklich weiter. Und mittlerweile habe ich etwas Angst anzufangen :-oopss

Kommt mir bekannt vor, hatte auch seit Anfang Oktober vor anzufangen, aber irgendwas fieses kam immer dazwischen. Nützt aber nichts da müssen wir jetzt durch und das schaffen wir auch!:-keks