Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread
Overshoot
17.12.2014, 18:38
eine doktorarbeit zu finden ist schon sehr nervig und meine erste große hürde:-nix habe 20-30 mails abgeschickt, erstaunlicherweise auch in 95% eine antwort erhalten, aber nur dass zurzeit keine arbeiten zu vergeben sind oder bereits 5 leute betreut und keiner mehr aufgenommen wird-_- dafür nur blöde famulaturen angebote bekommen
und nach den vorlesungen persönlich hinzulaufen geht auch noch nicht, habe bis jetzt nur mibi und pharma vorlesungen in diesem semester und darin zu promovieren geht gar nicht klar:D naja wenn ich nach 50 weiteren mails keine zusage habe muss ich meine strategie überdenken :D
Was auch helfen kann ist im Rahmen einer Famulatur in der Uniklinik mal rumzufragen. Oft wissen auch Assistenzärzte von ihrer eigenen Arbeitsgruppe was oder andere (Fach-)Ärzte bieten was an, weil sie habilitieren möchten und man davon ja nie so richtig was mitbekommt.
Lass dich nicht entmutigen, da kommt noch was! Du bist ja auch früh dran :)
Jesus-On-Vodka
29.12.2014, 12:06
Hallo zusammen!
Ich stelle meine Frage mal hier an alle die sich für eine experimentelle Doktorarbeit entschieden haben und jetzt soweit sind, dass sie beim schreiben angekommen sind.
Wie lange habt ihr so für den experimentellen Teil im Labor benötigt? Reichen da gute 7 Monate vollzeiz oder sitzt ihr noch länger dran?
Mein Problem ist, dass ich eine ganz nette Arbeit gefunden habe die mich auch interessiert, aber ich definitiv nicht mehr als ein Freisemester dafür opfern kann. Sprich nach 7 Monaten muss das im Labor durch sein, da ich privat kaum Zeit habe.
An eine experimentelle Arbeit mit der unabdingbaren Voraussetzung, dass die Versuche nach einem guten halben Jahr abgeschlossen sein müssen, finde ich gewagt. Das kann funktionieren, aber sich darauf zu verlassen, finde ich gewagt. Zumal es ja sein kann, dass zu dem Zeitpunkt, an dem du anfangen könntest, das Labor aber nicht bereit wäre und du damit schon Zeit verlierst.
Was ist denn vom Arbeitsgruppen-Leiter als Zeitraum angegeben? Den würde ich mit 1,5 multiplizieren, wenn das innerhalb deiner 7 Monate bleibt, kann man es sich überlegen. Aber es ist knapp, da stimme ich Muriel zu.
Nessiemoo
29.12.2014, 18:54
Das man alles im Labor in 7 Monaten fertig hat, ist...zwar möglich, aber da gehört ein Riesenportion Glück dazu.
Ich hatte zwar den Glück dass ich in 8 Monaten fertig war, das war aber teilweise eben nicht nur Vollzeit, sondern mit 12-14 h Tagen im Labor, fast ohne freie Wochenenden oder Urlaub... es war aber auch so mit meinem Dr Vater abgesprochen. Bei zwei von meinen freunden hat es auch so geklappt. Bei zwei anderen nicht, entsprechend muss man dann entweder immer nach der Uni hin und bis tief in der Nacht im Labor stehen, oder noch ein Freisemester legen.
Und wie willst du es fertig schreiben, wenn du gar keine Zeit privat hast?
Das muss man eben mit deinem Betreuer und/oder Dr Vater absprechen - zB ob es möglich ist, dass jemand anderes deine Versuche beendet, wenn du nicht fertig wirst.
Jesus-On-Vodka
30.12.2014, 18:16
Also ich habe vor in der Zeit von März bis Oktober nicht weiter nebenbei Arbeiten zu gehen und wollte dafür meinen Studienkredit etwas erhöhen.
Nebenbei habe ich noch eine eig. Familie und muss daher gucken wie ich das zeitlich alles unter einen Hut bekomme.
Wie macht ihr das denn mit den Famulaturen? Geht ihr dann jeden Abend noch ins Lab?
Also ich hatte eine experimentelle Arbeit im Labor, die mit einer Zeit von 6 Monaten beworben worden war (wobei man echt fragen sollte, ob Voll- oder Teilzeit!) und bin jetzt quasi 9 Monate dran gewesen. Neben der regulären Uni, hab die Kurse so gelegt, dass ich 1-2 Tage in der Woche quasi frei hatte und am Wochenende auch viel gemacht habe.
Außerdem hängt es sehr von deinen Versuchen ab! Jeden Tag 9 Stunden im Labor sein können muss nichts bedeuten, wenn die Versuche jeden Tag nur 2 Stunden benötigen, nur alle 4 Tage angesetzt werden oder nicht parallel laufen können oder lange Vorlauf brauchen, bis Zellen gewachsen oder Protokolle abgearbeitet sind. Da muss man wirklich nachhaken!
Ich hab im Endeffekt hochgerechnet durchaus 20-30 (in der fiesen Phase auch 40) Stunden pro Woche da verbracht. Dafür aber auch im Sommer für Urlaub und Famulaturen mich abgemeldet. Das muss definitiv überall drin sein, mal zwei Wochen alles auf Sparflamme laufen zu lassen, und meist sind die MTAs wirklich super nett und helfen einem sehr, wenn man nicht kann und füttern die Zellen schnell mal mit. Während der Famulaturen war ich also nicht im Labor, bzw nur im größten Notfall, ebenso während Klausurenphasen. Durch das Labor hab ich mein Zeitmanagement und vorausschauendes Planen perfektioniert ;)
Ich würde das also alles mal mit dem Betreuer durchsprechen und auch mit den Personen, die dich im Labor direkt betreuen und anleiten, inwieweit das in 7 Monaten machbar ist.
Liebe Grüße und ein frohes neues Jahr an euch alle noch! :)
PS: Ich häng hier im Schreiben vom Ergebnisteil und hab 2/3 durch. Jetzt stellt sich mir die Frage: Reicht es, einfach zu sagen, dass etwas hochsignifikant war (im Methodenteil wird ja erläutert, ab wann was gilt)? Oder gebe ich dann den individuellen p-Wert an in Klammern?
Amygdala88
03.01.2015, 09:21
Also ich sitze auch gerade an meinem Ergebnisteil. Meine Statistik mit SPSS ist ziemlich umfangreich geworden, weil ich 44 Gruppenvergleiche mit einem Negativ-Binomial-Modell anstellen musste. Ich habe mich entschlossen, eine Übersichtstabelle (ähnlich einer Mendel'schen Kreuztabelle in der Genetik) mit allen Vergleichsergebnissen zu erstellen und da jeweils signifikant oder nicht signifikant einzutragen. Für die Vergleiche, die ich später noch genauer untersuche und diskutiere, habe ich der Übersicht halber noch eine Extratabelle mit den zugehörigen p-Werten gebastelt.
Nessiemoo
03.01.2015, 09:31
Ich sitze an der letzten Auswertung. Die Daten habe ich kurz vor weihnachten bekommen, und nach den Klausuren und heimreise und feiertagen komme ich erst jetzt dazu. Die sehen nicht so gut aus und habe jetzt wohl so lange gebraucht dass die nicht mehr in das Paper reindürfen. Entsprechend ist jetzt die Motivation gering und bin ziemlich enttäuscht in mir und die Welt. Nagut. (Die ersten Daten von mir sind drin)
Während Famulaturen habe ich es auch fast nie geschafft ins Labor zu kommen oder irgendetwas zu machen. Hab ich versucht, aber nachdem man von 8-17 Uhr im Krankenhaus war, kam ich so fertig nach Hause (und wenn man dann noch später bleibt um was spannendes zu sehen) War schwierig.
Amygdala88
03.01.2015, 09:37
So und jetzt muss ich hier nochmal kurz ein bisschen Stress loswerden: Gehts eigentlich noch irgendjemandem hier so, dass man das, was man am Vortag geschrieben hat und ganz nett fand, am nächsten Tag für totalen Mist hält und es am liebsten wieder löschen würde?! Meine schönen letzten Ferientage..am Montag muss ich wieder ins PJ und habe meine letzten freien Tage für meinen Ergebnisteil geopfert, den ich jetzt wieder total blöd finde. :-keuleWenn ich andere Doktorarbeiten oder Paper lese, klingt das immer ziemlich wissenschaftlich und professionell.. bei mir allerdings könnte ich gefühlt genauso gut "Lisa Meier Klasse 3c" drunterschreiben:-wand
Nessiemoo
03.01.2015, 09:39
Wenn ich andere Doktorarbeiten oder Paper lese, klingt das immer ziemlich wissenschaftlich und professionell.. bei mir allerdings könnte ich gefühlt genauso gut "Lisa Meier Klasse 3c" drunterschreiben:-wand
Das bin so ich!!!! Ich komm mir immer vor wie so eine 5-jährige, die beschreibt, wie sie mit ihren Puppen gespielt hat. :D Gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin.
Amygdala88
03.01.2015, 12:34
Nach 4 Std Krampf am Schreibtisch ist immerhin die Hälfte des Ergebnisteils "erstmal" abgefasst....und ich hab sowas von keine Lust mehr. Morgen soll die andere Hälfte folgen. Ich hoffe nur, dass meine Betreuerin nicht alles in der Luft zerreissen wird.. wobei diese Hoffnung vermutlich aussichtlos ist:-oopss
Ich hoffe nur, dass meine Betreuerin nicht alles in der Luft zerreissen wird.. wobei diese Hoffnung
vermutlich aussichtlos ist:-oopss
Ich muss jetzt auch mal jammern... Ich habe meinen ersten Entwurf der Doktorarbeit schon vor 6 Monaten an meine Betreuerin und meinen Doktorvater gegeben. Zwischendurch hatte das Paper Priorität, deswegen fand ich es auch okay, dass die Doktorarbeit zu lesen, zurückgestellt wurde. Aber so langsam hätte ich schon gerne Feedback, also habe ich mal vorsichtig nachgefragt - und meine Betreuerin hat jetzt zurückgeschrieben, nachdem die Daten jetzt ausgewertet und fast veröffentlicht sind, ist ihr Job fertig. Mit der Arbeit an sich hat sie nichts mehr zu tun und wird es nicht Korrektur lesen.
Ich find es total frech, dass sie mir vorher immer versprochen hat, dass sie es natürlich liest und jetzt lässt sie mich so hängen... Vor allem weil ich mit meinem Doktorvater auch fast nichts zu tun hatte und er sich mit den Experimenten natürlich nicht so gut auskennt. Allgemein hab ich schon seit längerem das Gefühl, dass ich von der nur ausgenommen werde/wurde, aber immer wenn sie mir mal helfen könnte, kam... nichts.
Das Ganze nervt mich so massiv, dass es mir immer total widerstrebt, noch mal was an der Doktorarbeit zu machen, weil ich mich dann sofort so aufrege und miese Laune kriege. :heul:
Amy_Maus
03.01.2015, 15:28
Ich hoffe nur, dass meine Betreuerin nicht alles in der Luft zerreissen wird.. wobei diese Hoffnung vermutlich aussichtlos ist:-oopss
Haha, das ging mir genauso. Ich bekam regelmäßig zu hören, mein Text klinge aber schon etwas umgangssprachlich :-nix Am Ende war sie aber doch mal zufrieden...
Wünsche euch allen viel Erfolg!!
Das Ganze nervt mich so massiv, dass es mir immer total widerstrebt, noch mal was an der Doktorarbeit zu machen, weil ich mich dann sofort so aufrege und miese Laune kriege. :heul:
DAS kann ich nur unterschreiben! Das ist alles nur noch nervig gewesen. Meine Arbeit musste bisher ruhen seit meinem Pj Beginn (aug 2013) und jetzt muss ich mal wieder etwas Dampf machen.
Bei mir hat eigentlich überhaupt gar nix mal geklappt! Ich hab bei einer prospektiven Studie mitgemacht. Das kann ich gar nicht empfehlen! Die Studie wurde mittlerweile abgebrochen, mein Betreuer an ein anderes kh abgehauen und ich steh jetzt da. Der Doktorvater beteuert mir zwar ich könne trotzdem mit den bisherigen Ergebnissen m doktorarbeit schreiben, aber seit Mai!!! Warte ich auf Ergebnisse von ihm, habe ihn mehrmals nett gebeten. Nix nada Funkstille. Dabei geht es um Auswertung von Mrt Bildern, die ich natürlich nicht machen kann. Jetzt habe ich mich an einen anderen Arzt gewandt, der mir jetzt 2/3 ausgewertet hat und nächste Woche soll der Rest kommen. Ich bin soooo froh, dass endlich mal wieder was passiert, ich dachte ich müss hinschmeißen, und das mit schon 40-50 geschriebenen Seiten.
Jedenfalls warte ich jetzt darauf und dann muss ich mich nach so langer Zeit mal wieder einfinden. Das wird echt schwer.
Aber echt, für mich ist Thema Doktorarbeit einfach nur noch ein rotes Tuch, und ich Krieg schlechte Laune, wenn mal wieder jemand daher kommt und fragt WARUM ICH DENN IMMER NOCH NICHT FERTIG BIN :-keule:-wand
Ich bin auch wieder dabei! Nachdem ich wegen PJ, Examen und erstes Weiterbildungsjahr keine Zeit für meine Diss gefunden habe, sitze ich nun wieder an den Schreibtisch und versuche wieder rein zu kommen. Meine Versuche liefen ja von 2009 bis 2011, daher muss ich das ganze wieder auffrischen.
Stand: Daten liegen in einer Tabelle, Statistik weitestgehend fertig (halt das was wir für die Paper ausgewertet haben) und ich habe mir Zeit bis Ende März genommen.
Ran ans Werk :-)
Hallo ger und Strodti, auf ein produktives 2015 ;)
@ Strodti : möchtest du bis März fertig geschrieben haben? Und machst du das parallel zur WB oder hast du dir frei genommen?
Ich find das gut, dass wir alle zusammen im selben Boot sitzen und uns durchkämpfen!
Ich hab auch immer das Gefühl, dass ich meine Eloquenz mit erhalt des Abiturzeugnisses abgegeben habe. Und meine Doktormuddi möchte auch bitte nur ganze fertige Teile. Das heißt, ich darf erst mal ganz allein ein Kapitel schreiben, mir überlegen, wie ich meinen Kram am besten strukturiere und hab die ganze Zeit Angst, dass es dann komplett umgeworfen werden muss. Außerdem komm ich mir im Ergebnisteil so dumm vor, weil man ja nicht viele Wortvariationen hat für "es zeigte sich, dass..." "es konnte beobachtet werden" "stellte sich dar" "kein relevanter Einfluss" "kein reproduzierbarer Effekt" bla bla. Hat da jemand von euch noch nach Gold für die Ohren klingende Formulierungen? :D
@ Nessi : Kopf hoch! auch wenn die Ergebnisse nicht so toll sind, es sind Ergebnisse! Und es sind deine Babies, du hast viel Zeit und Mühen reingesteckt, also sind die auch gut!! :)
Ich habe Januar bis März Elternzeit und ich werde wohl ca. 5-6 Schreibtischstunden am Tag hin bekommen. Ein wenig Babybespaßung muss dann doch sein :-love
Na dann auf ein produktives Jahr 2015! :-top
Amygdala88
03.01.2015, 17:49
Ich versuche aber auch, immer ganze "Kapitel" abzugeben, sprich Material und Methoden, Ergebnisse usw, obwohl meine Betreuerin das nicht explizit so gewünscht hat. Sie hat neben mir ja noch andere Aufgaben und Verpflichtungen und deswegen versuche ich, einen Abschnitt weitestgehend in meinen Augen fertig zu schreiben, bevor ich ihn ihr vorlege.
Richtig spitze, dass es hier so viele Leute gibt, die sich gegenseitig unterstützen und pushen, ich denke, das ist genau das, was man braucht, um beim Schreiben endlich mal bei der Stange zu bleiben..:-oopss
Mal eine allgemeine Frage in die Runde: Was schätzt Ihr, wie viel Zeit Ihr zum reinen Abfassen (also wirklich nur Verschriftlichung, keine Versuche oder Datenerhebung mehr) Eurer Doktorarbeit braucht und wie umfangreich sie in etwa werden wird? Ich habe einen relativ kompakten experimentellen Versuch mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen gemacht (aber nur eine Methode, sprich nur Immunhistochemie, bin deswegen bei unserem Paper auch "nur"Zweitautor, was aber auch von vornherein so abgesprochen war). Ich habe mir ältere Dissertationen unseres Instituts durchgelesen und peile grob 50 Seiten an...
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