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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread



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test
11.01.2009, 00:19
Nach den meisten Promotions udn Habilitationsordnungen ist es eigentlich nur eine Ausnahme für nicht deutsch-sprachige Kandidaten die Arbeiten auf englisch zu erstellen.
Ich kenne es nur von Ausländern und einer Ausnahme eines Deutschen, der es auf englisch geschrieben hat. Weiß aber nicht, warum in dem Fall.

Ein Qualitätsmerkmal ist die reine Tatsache, ob es auf englisch oder deutsch ist, in Deutschland sicher nicht. Das ist eher eine Publikation, deren Qualität und evtl. die Benotung. Ich bezweifele ehrlich gesagt, dass es in Österreich anders ist. Zumindest nach dem, was ich von Kollegen aus Österreich gehört habe.

Dr. Pschy
11.01.2009, 11:00
Die Kollegen, die du kennst haben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der alten Studienordnung studiert, in der die Abfassung einer Diss noch optional war. Von daher wird es sich da aehnlich wie in Deutschland verhalten. Unnoetig zu erwaehnen, dass nur ein Bruchteil der Absolventen eine Diss geschrieben hat, da man den Doktortitel mit Abschluss des Studiums sowieso bekam. D.h. die, die eine geschrieben haben hatten von Grund auf den Anspruch, was ordentliches zu machen.

Jetzt ist die Situation etwas anders. Durch die Flut der Arbeiten (allein in Wien pro Jahr zwischen 500 und 700 Diplomarbeiten, dazu noch die paar Dissertationen von Leuten aus der alten Ordnung) wird die Differenzierung schwieriger. Da ich aber sehe, dass die Situation so unterschiedlich zu Deutschland ist, dass sich kein guter Vergleich ziehen laesst, war die Frage wohl nicht sinnvoll. Trotzdem danke fuer die Info!

Muriel
11.01.2009, 11:05
Ich habe meine auf englscih geschrieben. Als ich angefangen habe, war dies auf jeden Fall noch kein Problem, jetzt soll mir nur keiner einen Strick daraus drehen, wenn ich sie endlich im Frühjahr einreiche, dann bekomm ich die Krise.

test
11.01.2009, 11:27
Ich habe auch noch nicht gehört, dass es ein problem gegeben hätte mit einer englischen Diss, wobei man das zumindest bei uns vorher abklären muss mit dem Promotionsamt.
Ich denke nur die Frage ist wofür? Die reine Tatsache, dass die Arbeit auf englisch geschrieben ist, macht sie meiner Meinung nach nicht besser oder schlechter. Sofern man aus welchen Gründen auch immer (bessere Englisch- als Deutschkenntnisse zum Beispiel) auf englisch schreibt, ist das aber sicher auch kein Nachteil.
Ich wollte einfach ausdrücken, dass meiner Einschätzung nach die Qualität einer Dissertation nicht an der abgefassten Sprache hängt ;-) Wohl aber an anderen Kriterien. :-angel
Und das war ja Bestandteil der initialen Frage, ob eine englisch abgefasste Arbeit in D besser angesehen ist als eine deutsche.
Häufiger kommt es vor, dass z.b. die Zusammenfassung sowohl auf deutsch als auch auf englisch geschrieben wird. Ist aber auch eher nicht die Regel.
Vor allem sieht ja auch niemand hinterher, dass die Arbeit auf englisch oder deutsch ist außer den Gutachtern und der Tante im Promotionsamt. In den Lebenslauf schreibt man ja maximal Titel, Dr.Vater und Note. :-nix

Wovon hängt denn die Benotung der neuen Dissertation in Österreich ab? Werden auch experimentelle eher höher angesiedelt als klinische oder statistische Arbeiten? Oder was für Faktoren spielen dort eine Rolle?
Gibt es in Österreich dann zum Abschluß des Studiums ein Examen und eine Dissertation oder wie setzt sich die Endnote oder was man dort bekommt zusammen? Wenn ich mal so neugierig sein darf. ;-)

stud_tir
11.01.2009, 11:37
Bisweilen kann es von Vorteil sein, eine englische Arbeit zu haben, wenn einem die "Breitenwirkung im wissenschaftlichen Bereich" wichtig ist - eine englische Arbeit wird im Zweifelsfall (international) häufiger gelesen als eine deutsche - die deutsche Arbeit dafür häufiger in Deutschland. (Wenn die Arbeit überhaupt gelesen wird, was für die meisten Diss. (oder andere Abschlussarbeiten) ja eher zu bezweifeln ist ;-) )
Die bessere Breitenwirkung (wenn es einem denn um diese geht) hat man vermutlich mit einer separaten Veröffentlichung der Ergebnisse in entsprechenden Fachblättern (und dann im Zweifelsfall auf Englisch).
Zumindest gilt das obige in der Bioinformatik/Biologie und ich sehe keinen allzu großen Grund das in der Medizin anders zu sehen.

test
11.01.2009, 11:46
Bisweilen kann es von Vorteil sein, eine englische Arbeit zu haben, wenn einem die "Breitenwirkung im wissenschaftlichen Bereich" wichtig ist - eine englische Arbeit wird im Zweifelsfall (international) häufiger gelesen als eine deutsche - die deutsche Arbeit dafür häufiger in Deutschland. (Wenn die Arbeit überhaupt gelesen wird, was für die meisten Diss. (oder andere Abschlussarbeiten) ja eher zu bezweifeln ist ;-) )
Die bessere Breitenwirkung (wenn es einem denn um diese geht) hat man vermutlich mit einer separaten Veröffentlichung der Ergebnisse in entsprechenden Fachblättern (und dann im Zweifelsfall auf Englisch).
Zumindest gilt das obige in der Bioinformatik/Biologie und ich sehe keinen allzu großen Grund das in der Medizin anders zu sehen.

Mit Sicherheit hat eine englische Publikation in einem peer-reviewed Journal eine wesentlich größere Breitenwirkung als eine deutsche.
Ich bin experimentell-wissenschaftlich tätig und habe ehrlich gesagt noch nie eine Dr.Arbeit gelesen um mich in einem Thema zu belesen (abgesehen von denen, die ich gelesen habe um zu wissen, wie ich meine schreiben sollte ;)) Hier werden meiner Meinung nach zumindest in den life sciences zu mehr als 99% Artikel von im Web of Science oder pubmed gelisteten Journals gelesen. Hier gelten natürlich die Regeln des Impact factors wie in der gesamten Wissenschaft. Mit einer deutschen Veröffentlichung wird man da natürlich keinen Blumentopf gewinnen.

ICh denke eine Arbeit, die so gut ist, dass jemand nicht nur ihre englische Publikation sondern die vollständige Dissertation in englisch lesen möchte ist eine absolute Rarität. Das müßte ja dann schon fast nobelpreisverdächtig sein. :-angel
Aber eventuell ist es in der Bioinformatik anders? Geht hier eventuell mehr Information verloren im Vergleich von Publikation und Dissertation? In der Medizin würde ich behaupten ist der tatsächliche Mehrwert einer Dissertation gegenüber der peer reviewed Publikation, sofern sie erfolgt ist, meist außerordentlich gering, da sowieso versucht wird alles, was von Interesse sein könnte, zu publizieren. :-nix

Dr. Pschy
11.01.2009, 12:32
Um deine Fragen zu beantworten:

Sicherlich gilt auch hier, dass eine ordentliche experimentelle Arbeit hoeher gewichtet wird als eine reine Literaturarbeit. Im Gegensatz zu Deutschland aber kann man hier auch mit einer ordentlichen klinischen Studie (auch wenns eher statistisch ist) eine 1 bekommen. Ansonsten gelten vom Ansehen her aehnliche Regeln wie in Deutschland.

(Saats)Examen gab es hier nie und wirds auch nicht geben, Bologna sei Dank. In Wien hast du 6 grosse Jahrespruefungen, mehrere kleine uebers Studium verteilt und 3 eher kleine praktische Pruefungen waehrend der letzten beiden klinischen Jahre. Zum Abschluss des Studiums brauchst du die positive Jahrespruefung des 6. Jahres und die abgeschlossene und verteidigte Diplomarbeit. Wobei man sich aussuchen kann, ob man eine Minimalvariante á la Literaturrecherche oder was ordentliches á la Labor + Publikation + Kongresse machen will. Dazwischen liegt natuerlich eine ziemliche Bandbreite.

stud_tir
11.01.2009, 12:39
Ich bin experimentell-wissenschaftlich tätig und habe ehrlich gesagt noch nie eine Dr.Arbeit gelesen um mich in einem Thema zu belesen (abgesehen von denen, die ich gelesen habe um zu wissen, wie ich meine schreiben sollte ;)) Ich habe bisher einmal eine Diss gelesen ... Thema der Diss war die Zusammenfassung eines neuen Versuchsansatzes, zu dem es einige hundert Paper gab. War aber Zeitverschwendung ;)


ICh denke eine Arbeit, die so gut ist, dass jemand nicht nur ihre englische Publikation sondern die vollständige Dissertation in englisch lesen möchte ist eine absolute Rarität. Das müßte ja dann schon fast nobelpreisverdächtig sein. :-angel Na dann stimmen wir ja überein *G*


Aber eventuell ist es in der Bioinformatik anders? Geht hier eventuell mehr Information verloren im Vergleich von Publikation und Dissertation?Normalerweise nicht, nein.
Das könnte höchstens der Fall sein, wenn ich wirklich alle Details zu einem Problem brauche - aber meistens finde ich das entweder auch in den Papern / dem SourceCode oder es steht auch nicht in der Diss :-nix


da sowieso versucht wird alles, was von Interesse sein könnte, zu publizieren. :-nixJupp, bei uns auch. Und wenns nicht in ein Paper passt .. Machen wir halt zwei/drei/vier draus.

test
11.01.2009, 13:44
@Pschy:
verstehe, danke für die Infos. Und welche Noten spielen dann bei Bewerbungen eine Rolle? Nur die der Diplomarbeit oder auch die einzelnen Jahresprüfungen?


Ich denke prinzipiell ist der Gedanke mit einer englischen Dissertation eine breitere Öffentlichkeit anzusprechen natürlich löblich, aber praktisch steht dem einfach auch die schlechte Zugänglichkeit entgegen, vor allem international gesehen. Man findet Dissertationen ja nicht in den üblicherweise verwendeten Datenbanken. Von daher müßte man ja schon extra nach einer speziellen ARbeit suchen, denke auch dieser zusätzliche Aufwand der Beschaffung verhindert nochmals, dass eine Dissertation jemals gelesen wird, selbst, wenn ihre Publikation einen hohen Impact hatte. :-nix

THawk
14.01.2009, 13:00
So, ab heute muss ich meine Diskussion schreiben.
Und, was soll ich sagen? Mir grauts davor. Es war in keinem anderen Teil so schwierig, den Einstieg zu finden :-(

roger rekless
14.01.2009, 15:49
So, ab heute muss ich meine Diskussion schreiben.
Und, was soll ich sagen? Mir grauts davor. Es war in keinem anderen Teil so schwierig, den Einstieg zu finden :-(

Ich würd mit "Yo!" anfangen! Kommt lässig und dämpft die Erwartungshaltung!

Eilika
14.01.2009, 15:57
Mh, bei mir war es damals so, dass der Einstieg in die Diskussion schwer war. Und zwar nicht, weil er an sich schwer war, sondern weil ich glaub ich einfach Schiss davor hatte. Als ich dann aber angefangen hab, dann konnte ich die Diskussion einfach nur runterschreiben. Die ging bei mir dann im Endeffekt fast am schnellsten und an ihr wurde auch am allerwenigsten rumgemeckert von allen bisher Lesenden... also einfach mal drauflosschreiben!!

Lava
14.01.2009, 16:01
Fand den Einstieg auch schwierig. Hab erstmal ein paar Tage nur Paper gelesen und mich vorm Schreiben gedrückt. Dann hab ich einfach mal angefangen, aber später gemerkt, dass dieser Teil nicht gut als Einstieg ist. Aber wenn man erstmal schreibt, bekommt man eine viel klarere Vorstellung vom Aufbau der Diskussion und am Ende lief's wie von selbst. :-) Auf meine Diskussion bin ich stolz und finde sie besser als meine Einleitung. :-)

roger rekless
16.01.2009, 17:38
Mal ne Zwischenfrage: Wenn man den Artikel selber schreibt, ist man deswegen noch lang nicht Erstautor, oder?

cKone
16.01.2009, 17:44
Nein, das ist natürlich kein Automatismus.
Normalerweise ist derjenige mit dem größten Ergebnisanteil Erstautor, oft schreiben die Betreuer die Artikel dann wegen der größeren Erfahrung bezüglich Formulierungen selbst.
Wenn man will, kann man aber natürlich auch selbst schreiben (so hab ichs gemacht).

roger rekless
16.01.2009, 17:49
Nein, das ist natürlich kein Automatismus.
Normalerweise ist derjenige mit dem größten Ergebnisanteil Erstautor, oft schreiben die Betreuer die Artikel dann wegen der größeren Erfahrung bezüglich Formulierungen selbst.
Wenn man will, kann man aber natürlich auch selbst schreiben (so hab ichs gemacht).

Und warst du dann letztendlich Erstautor?
Bei mir sieht es so aus: Hab den Versuch mehr oder weniger "designed", das Protokoll entworfen etc. Den Versuch selber muss aber mein DR-Vater ausführen (radiologische Intervention am Modell, ich kann und darf das halt nicht). Ich bin bei jedem Versuch dabei und nehme die Daten auf. Das Paper werde ich auch schreiben (englisch).

cKone
16.01.2009, 17:55
Wenn dein Betreuer möglicherweise noch ein paar Erstautorenschaften für seine Habilitation benötigt, dann könnte es für dich schwierig werden. Ich würde das Thema einfach mal ansprechen.
Wie gesagt, letztlich liegt die Entscheidung einzig und allein bei deinem Betreuer.

roger rekless
16.01.2009, 18:02
Wenn dein Betreuer möglicherweise noch ein paar Erstautorenschaften für seine Habilitation benötigt, dann könnte es für dich schwierig werden. Ich würde das Thema einfach mal ansprechen.
Wie gesagt, letztlich liegt die Entscheidung einzig und allein bei deinem Betreuer.

Jo, wollte es nur (noch) nicht so direkt ansprechen, da das evt. bissl zu extrem kommt, wenn man bedenkt dass ich noch nicht viel geleistet habe. Er hat mal was von ner Erstautorschaft in nem Nebensatz erwähnt (im Konjunktiv II). Naja, evt will er auch erstmal schauen wie ich mich reinhänge...

THawk
17.01.2009, 11:22
Ich würd mit "Yo!" anfangen! Kommt lässig und dämpft die Erwartungshaltung!
*lach*
Gute Idee, sollte ich noch entsprechend ändern :-)

Danke auch für die Tipps von Eilika und Lava!

Mondschein
17.01.2009, 17:09
Zum Beginn des Diskussionsteils, bei mir sieht der so aus: Erst mal was allgemein Hinführendes, z.B. zur Plausibilität der Versuche/Studie (also Lit.vergleich mit Leuten, die das so ähnlich gemacht haben). Und dann quasi zu jedem Diagramm aus dem Ergebnisteil nen Absatz, der das interpretiert und dazu auf Literatur verwiesen, falls Diskrepanzen mit Publikationen bestanden, hab ich auch versucht, ne Lösung/ Erklärung zu bieten (z.B. Unterschiede im Versuchsaufbau herausgestellt oder so). So ging das Schreiben eigentlich recht leicht zur Hand, leg deinen Ergebnisteil z.B. ausgedruckt neben den Computer und schreib dazu passende Diskussionsabschnitte. Viel Erfolg!