Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread
Mein Betreuer hat seit 4 Wochen meinen Methoden/Ergebnisteil, aber sich noch nicht dazu geäußert. :-(
Was die Einleitung angeht, habe ich immerhin schon 5 oder 6 Sätze geschrieben, aber jetzt hab ich keine Lust mehr. Ich hab zwar nen groben Plan, was ich schreiben will, aber mich kotzt diese Literaturrecherche an!!! Man kommt echt vom Hundertsten ins Tausendste... es gibt geschätzte 5 Billionen Paper zu dem Thema und ich hab keine Lust, irgendwas dazu zu lesen. Denn der eine bezieht sich wieder auf den anderen und der wiederum auf jemand anderen und so weiter und so weiter...
Juhu! Schon eine halbe Seite :-)
Und ungefähr ein Dutzend neue Paper runtergeladen.
Druckt ihr euch die eigentlich aus? Am Computer kann ich sowas irgendwie nicht lesen, da geht mir die Konzentration flöten :-?
PhineasGage
05.09.2008, 18:55
Ich lese paper auch lieber als paper.....und drucke sie daher oft aus....
wenn es so viele publikationen zum thema gibt - - - nimm doch erst mal die reviews zum thema, verschaff dir damit die systematik als gerüst und fülle das ganze dann gezielt mit der suche nach speziellen, dazu passenden veröffentlichungen.....ging bei mir eigentlich ganz gut
grüße
phineas
Ja, ich drucke mir auch alles aus.
Ich kann zum Glück in der Neuro drucken (der Drucker steht direkt neben mir *g*) und nutze das exzessiv.
Gerade für die Einleitung werde ich auch erstmal auf die Reviews zurückgreifen. Man muss ja nicht das Rad neu erfinden.
So, hab mal den Labordrucker gequält in Abwesenheit des MTA-Drachens.
Reviews.... da gibt's auch tausende :-D Aber ich hab jetzt mal welche aus Nature und JMI ausgedruckt. Das kann man bestimmt vorzeigen ;-)
Naja, zu meinem Thema ist das alles eher überschaubar :-blush
Wobei ich an deiner Stelle mir eher anhand des Lit.verzeichnisses des Reviews die Originalliteratur raussuchen würde. Macht sich imho besser.
(aber das ist dir wahrscheinlich auch klar..., wollt nicht dummschei***rn)
Tja, mein Thema in Großen und Ganzen lautet eben Arteriosklerose. Kannst ja mal bei Pubmed gucken, wieviele Treffer du da erzielst. :-)) Von den Vorgängern in meinem Labor hat leider auch nur einer was drüber geschrieben, die anderen haben sich eher mit der Blutgerinnung beschäftigt.
Mhhh. Ich gebe mich geschlagen.
Arteriosklerose (und Atherosklerose): 129906 Treffer.
Cerebrale Autoregulation: 11115 Treffer.
Faktor 10 sticht :-)
Dafür bin ich der erste, der aus unserer Arbeitsgruppe darüber schreibt.
Auch doof. Aber irgendwie ist man mit seinem Thema ja immer der erste, denn haargenau das Gleiche macht keiner. Aber wie gesagt: bei uns haben die meisten eher was mit Gerinnung gemacht. Ich bin jetzt die erste, die was mit MRT gemacht hat :-nix
Aber wir werden das Kind schon schaukeln. :-)
PhineasGage
06.09.2008, 09:19
Eine Mitdoktorandin und ich waren auch die ersten, die zu dem Thema in unserer Abteilung etwas schreiben.....wir haben ne tolle Literaturrecherche gemacht und alles gut zusammengestellt in 3 Ordnern, das dauerte einige Wochen....
....und unsere 8 Nachfolger gehen einfach zu unserem Betreuer und bekommen exakt diese 3 Ordner mit Papers in die Hand gedrückt und fertig ist für sie die Literaturrecherche (manchmal ist man dann doch etwas neidisch...)
Ich weiß immer noch nicht, wie genau ich das anstellen soll.
Hast du das alles vorher gelesen und dann angefangen zu schreiben?
So, ich tippe gerade ein Review ab und damit's nicht zu sehr auffällt, wechsle ich manchmal zum Harrison. Anschließend füge ich ein paar Referenzen ein (natürlich alle aus dem Review), von denen ich maximalst das Abstract gelesen habe. Mache ich das richtig so? :-angel
Puh, jetzt geht es etwas leichter. Nähere mich definierteren Themen, die nicht ganz so komplex und unüberschaubar sind. :-)
Weniger spaßig: ein einziges Review beinhaltet oft über 200 Referenzen, da fällt die Auswahl wieder schwer :-?
Flemingulus
10.09.2008, 15:19
So, ich tippe gerade ein Review ab und damit's nicht zu sehr auffällt, wechsle ich manchmal zum Harrison. Anschließend füge ich ein paar Referenzen ein (natürlich alle aus dem Review), von denen ich maximalst das Abstract gelesen habe. Mache ich das richtig so? :-angel
Mach die Einleitung nicht zu lang. Bei einem so ergiebigen Stichwort wie Atherosklerose ist man schnell verführt Infos mit in die Einleitung aufzunehmen, die mit dem eigentlichen Thema nix zu tun haben. Seitenweise Lehrbuchwissen zum metabolischen Syndrom geht z. B. meiner Ansicht nach schon zu weit... sollte dann zumindest mit dem Betreuer abgeklärt werden, ob er das so haben will, bevor Du Dir tagelang Arbeit machst und die dann mit einem Strich im Papierkorb landet.
Ich würd mir mal so ca. 8 Seiten Einleitung und 1/2 Seite Problemstellung vorgeben, wenn's ein bisschen mehr wird, ist dann auch nicht schlimm ;-).
Ich würd mir mal so ca. 8 Seiten Einleitung und 1/2 Seite Problemstellung vorgeben, wenn's ein bisschen mehr wird, ist dann auch nicht schlimm ;-).
Auweia, da komm ich wohl drüber. Zumindest wenn ich den MRT-Grundlagenkram mit ein die Einleitung packe. Alternativ kann ich das auch in die Methoden schieben. :-))
Mit der Atherosklerose bin ich jetzt bei 4 Seiten, aber immer schon beim interessanten Punkt, nämlich der Plaqueruptur. Wobei ich gar nicht so richtig weiß, ob das jetzt wirklich der interessante Punkt für meine Diss ist. :-nix Wenn ich genau drüber nachdenke.... meine ganzen in-vitro Experimente sind relativ weit weg von irgendeiner klinischen Anwendung, so dass ich vielleicht mehr über meine Methode an sich, das molekulare Imaging, schreiben sollte. :-??? :-nix
Meinen Betreuer fragen, wie der sich das vorstellt? Ich glaube, der hat keine Vorstellungen. Wenn ich fragen, heißt es immer nur "ja, mach mal so" :-(
Flemingulus
10.09.2008, 18:09
Meinen Betreuer fragen, wie der sich das vorstellt? Ich glaube, der hat keine Vorstellungen. Wenn ich fragen, heißt es immer nur "ja, mach mal so" :-(
Hm. Also eine typische Dr.-Arbeits-"Betreuung". :-keks
Naja... also ich find für die Einleitung ist ein gutes Vorgehen, sich Stichwortartig auf einen Zettel zu schreiben, was bei der Arbeit eigentlich untersucht wurde (auf 2-3 Punkte eindampfen). Und dann "rückwärts" von den Resultaten ausgehend aufzuschreiben, was der Leser an Stichworten geliefert bekommen muss, um die Ergebnisse zu verstehen, so dass der erste Abschnitt der Einleitung als letztes geschrieben wird. Dann hast Du am Ende einen durchgängigen roten Faden, der im Allgemeinen beginnt und bei den Ergebnissen endet. Chemiker nennen so etwas analoges bei der Kochplanung für große Moleküle eine Retrosynthese. :-)
Bei vielen Papers findest Du auch, dass die Autoren am Ende der Einleitung schon eine kurze Zusammenfassung geben, was jetzt letzten Endes untersucht wurde und was dabei rausgekommen ist. Die Einleitung muss halt zu den Ergebnissen hinführen, die Diskussion von den Ergebnissen wegführen. Sprach der Flemingel. *hüstel*
Ehemaliger User 02082011
10.09.2008, 19:37
Hallo,
ich klinke mich auch mal wieder ein. Das scheinbar wirklich viele ebensolche Rewiev-Schusterei betreiben, ist doch sehr beruhigend.
Nach 1 Wochen Einleitung schreiben (reine Einleitung); habe mich für eine Lösung mit EInleitung und dann Thematischen Überbau entschieden, also für 3 beschissene Seiten eine Woche!!! bin ich nun wieder bei den verdammten Ergebnissen.
Wie macht ihr das bloss? Ich finde niemand, der es schafft, eine Regression mir so zu erklären, dass ich weiss, was ich in den Ergebnisteil schreiben muss. Hat jemand eine Art Vorlage? Alle rechnen immer nur T-Tests, von Regressionen sah ich bisher wenig. Die stat Beratung war wirklich rausgeschmissene Zeit. Dieser Ergebnisteil macht mich irre. Seit Juli schieb ich ihn wieder hinten ran.
Zwischendurch ist trotz SicherheitsBackup auch noch ein Teil verschwunden- alles ein wenig ätzend.
Ich hoffe, ihr seid erfolgreicher,
b.
PS: Was ist denn eine Betreuung- so was gibt es??? :-???
Werds auch ähnlich machen wie Flemingulus sagt (deckt sich auch mit der Aussage meines Betreuers). Du schreibst in der Einleitung über die Themen, die du in der Diskussion ansprichst. Deshalb bei mir: Methoden -> Ergebnisse -> Diskussion -> Einleitung. Er will maximal 10-15 Seiten sehen, damit komme ich aber auch wohl klar (hoffe ich). Obwohl ich gerade den Eindruck habe, dass meine Diss ein endlos weites Feld umspannt... Naja, wird schon...
@bisseline
Was rechnest du denn für Regressionen? Einfache lineare oder multiple? Eigentlich musst du doch im Ergebnis-Teil nicht viel dazu erklären, sondern die Teile nur in Tabellen-/Diagramm-Form darstellen. (also ohne Literaturverweise und so!)
Aber wenn ich etwas diskutiere, nehm ich ja Bezug auf in der Einleitung erwähnte Sachen. Ist es da nicht geschickter, die Einleitung vor der Diskussion zu schreiben? Zumal ich mir ja selbst erstmal durch Literaturrecherche einen Überblick verschaffen muss. Hab festgestellt, dass ich da eigentlich parallel schon was schreiben kann. Ggf. wird eben nochmal geändert, gekürzt, erweitert.
Ach ja, ich hab gestern was absolut Geiles gefunden für meine Diss!!! Ein Review über emotionalen Stress als Trigger eines Akuten Koronarsyndroms. Es gibt sogar Studien, die untersucht haben, ob bei Fußballspielen Herzinfarkte häufiger vorkommen!!! Und in der Tat haben das wohl einige Studien gezeigt, insb. wenn es zu einem Elfmeterschießen kommt. Andere Studien wiederum fanden bei den beobachteten Spielen keine Häufung - allerdings gab's da auch kein Elfmeterschießen :-)) Desweiteren wurden die Häufung bei/nach Erdbeben untersucht und es gab Erdbeben, bei denen Herzinfarkte häufiger vorkamen, jedoch nicht immer! Die Erdbeben mit der Häufung waren alle an einem Montagmorgen im Winter - morgens, montags und Winter sind allesamt bekannte Trigger von Herzinfarkten. :-)) Geil, oder?
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