Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread
Echinococcus
07.04.2017, 07:43
Ich hab seit langem alle Daten zusammen, die sind sogar schon AUSGEWERTET. Und trotzdem raff ich mich nicht auf, diese Scheiß Monographie endlich mal sauber zu ende zu schreiben...das wäre ja nur ne Sache von ein paar Wochenendtage und Abende konzentrierter Arbeit. Sind ja nur diese nervigen Textfüller am Anfang. Ich hasse den Schweinehund so sehr dafür :D
Aus der Entfernung ist eine Doktorarbeit immer toll. Man untersucht ein interessantes Thema, kann faszinierende Methoden anwenden, ist gespannt auf die Ergebnisse, usw. Das merk ich z.B. immer dann, wenn ich wem anderen davon erzähle. Aber wenn man mittendrin steckt und grad jetzt irgendein konkretes Problem lösen muss, kann sie echt anstrengend sein :-)) :-p
Absolute Arrhythmie
07.04.2017, 09:43
Geht mir genau so. Ich bin echt fasziniert vom Thema, aber wenn ich am Mikroskop sitze und die 6-Stunden-Färbung wieder nicht geklappt hat, dann wär ich doch manchmal gern woanders :-))
Hattet ihr schwirgikeiten bei der Aktenbearbeitung? Oder bin ich die einzige hier
Mein Dr.vater möchte gerne alle Laborwerte und noch Gewischt von 3,6 und 12 Monate prä sowie post-OP (BMI). Ich finde wieder laborwerte in der Pat.Akte noch solche Gewischt Übersicht? Er meinte zu mir ich soll 10 Akten bearbeiten und ihm das zeigen und ich habe in jede Akte ein bis 4 Lücken :( :( :(
Wer kann mir in diesem Fall helfen? Dr.Vater, mein Gehirn ?
Monsunfisch
17.04.2017, 12:32
Hier mal ein (zumindest bisher) positiver Erfahrungsbericht :-winky
Habe vor etwas über einem halben Jahr meine experimentelle Diss abgebrochen, da immer mehr Probleme im grundsätzlichen Konzept auftraten und klar wurde, dass aus dem versprochenen einen Semester wohl eher mehrere Jahre Aufwand geworden wären.
Habe dann Anfang Dezember mit der Datenerhebung für meine neue retrospektiv statistische Arbeit begonnen und nun, passend zum Ende der Semesterferien, steht das Paper und wir sind bereit, es an ein Journal zu schicken.
Auch so kann es gehen. Hätte nicht geglaubt, dass man so schnell eine halbwegs ordentliche Arbeit auf die Beine stellen kann. Ja, es wird vermutlich eine schlechtere Note geben als bei hochaufwendigen, mehrjährigen experimentellen Arbeiten. Aber ich will auch mal eine Lanze brechen für statistische Arbeiten. Ich bin überglücklich, mich so entschieden zu haben. Das Thema hat klinische Relevanz und es ist eine wirklich hübsche kleine Arbeit geworden, und das auch noch in meinem zukünftigen Fach.
Das nur so als kleiner Bericht, dass eine abgebrochene Arbeit auch eine wirklich gute Entscheidung sein kann.
Das ist doch gut.
Wie Groß war deine Fallzahl? hattest du schwirgikeiten mit dem Akten nach den entsprechenden Daten, Werte und Diagnosen zufinden?
Ich will auch so gerne damit fertig sein und zwar so schnell wie möglich !
Rettungshase
17.04.2017, 21:57
Whhhoooop! Das Ding ist von meinem Betreuer abgesegnet und fertig formatiert. Man kann drüber streiten, ob es unbedingt noch hätte in LaTeX gesetzt werden müssen, aber da ist irgendwann ein gewisser Ehrgeiz draus entstanden.
Morgen les ich noch mal drüber, dann geht's an die Korrekturleser und dann ab in den Druck.
Das Osterwochenende war nicht sonderlich entspannend, aber das war's wert. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr das Ding auch bald abschließen könnt.
Monsunfisch
17.04.2017, 22:20
Glückwunsch, Rettungshase!!! Muss ein super Gefühl sein :)
Und meine Fallzahl war 140 Patienten und ca 500 Untersuchungen. Hatte zum Glück nur einen Bogen, den ich immer suchen musste. Manchmal waren Werte nicht eingetragen, aber da kann man nichts machen. Insgesamt lief es problemloser als erwartet.
Wo kann man rauskriegen, die Einflussgrößen, Störgrösen, Ein sowie Ausschlusskritieren?
soll ich da mein Betreuer fragen?
Ich weiß nur den Stichprobenumfang. Ich habe nicht mal Ahnung, wie mein Thema heißen soll. Ich bin sehr vervierrtund brauche eure HHilfe !
Also, Ein- und Ausschlusskriterien werden durch das Studiendesign willkürlich festgelegt. Das können so Sachen sein wie Altersgruppe, BMI, Raucherstatus... und dient vor allem dazu, die Gruppe zu homogenisieren und mögliche starke Confounder/Störgrößen rauszuhalten. Da musst du definitiv deinen Betreuer fragen, das kann man anhand der Daten nicht "rausfinden". Praktisch bedeutet das auch, dass du dann anhand dieser Kriterien alle Datensätze aussortieren kannst, die einen oder mehrere der Ausschlusskriterien aufweisen.
Danach sollten die Endpunkte/Outcomes festgelegt werden. Also, was wollt ihr hinterher wissen? Das sind oft so Sachen wie Überleben, Rückfallrate, Hospitalisationen oder Lebensqualität. Das sind dann die Sachen, die du in einer Excel-Tabelle festhalten solltest.
Außerdem erfasst du dann noch andere Variablen, zum Beispiel Gewicht, Alter, Medikamente, Geschlecht... Mithilfe dieser Daten und der Outcomes könnt ihr/kann SPSS dann den Einfluss der verschiedenen Variablen berechnen. Aus diesen Analysen kann man dann ableiten, welches die Einfluss- oder Störgrößen sind.
Du solltest dich also ganz, ganz dringend mal mit deinem Betreuer treffen und diese ganzen Sachen zum Studiendesign klären! Und eine Fragestellung zu kennen, ist auch nicht verkehrt - meistens wird es doch irgendwie einfacher, wenn man weiß, was man da veranstaltet ;) Und falls du schon versucht hast, diese ganzen Sachen von deinem Betreuer zu erfahren und er sich nicht meldet, würde ich mal ganz stark überlegen, ob du diese Doktorarbeit weitermachen willst...
Wünsche dir viel Erfolg auf jeden Fall!
Ich hab mich Montag und gestern auch mal hingesetzt und die letzten paar Sachen geschrieben. Das komplette Meisterwerk ist jetzt bei meinem Betreuer... Ich hoffe, dass das halbwegs zügig geht mit der Korrektur jetzt; das meiste kennt er ja auch eh schon...
Danke Zanza für die ausführliche Antwort. Ich habe nächste Woche einen Termin mit meim Betreuer ausgemacht. Ich hoffe, dass ich die nötige Informationen von ihm bekomme.
Die Arbeit läuft so langsam. Mein Dr.Vater will echt sehr viele Tabellen im Excel sehen. Alle Laborwerte von 2,4,6,8,10 und 12 Monaten vor der OP sowie nochmal alle Werte nach der OP. Und das steht nirgends bei der Pat.Akten
ich habe überall Lücken bei der erstellte Excel Tabelle. Ich explodiere langsam :/
Atya was hat sich nun ergeben nach deinem Treffen? Wäre auch für andere hilfreich zu erfahren mit ähnlichen Umständen.
Ich war bei meinem Betreuer meinte zu mir, dass alles im Arztbrief stehen muss. Ich saß gestern ca.7 std am PC aber ich habe überhaupt keine Daten gefunden, die ich suchte :/ . Ich habe erstmal alle Pat. Diagnosen sowie Erkrankung schonmal im Excel getragen und mache vielleicht nächste Woche einen Termin mit der Sekretärin. Iwo müssen die verdammten fehlenden Werte geschrieben
Aber was mich trotzdem glücklich gemacht hat, ist das ich meine Fallzahl reduziert ist :)
So, habe jetzt Korrekturen von meinem Betreuer bekommen, sind zum Glück nicht soooo zahlreich. Er hat allerdings leider vorgeschlagen, noch ein, zwei Unterkapitel hinzuzufügen :-oopss Aber wenigstens schrieb er, dass er findet, dass das schon sehr gut aussehe :-)
Sternchenhase
03.05.2017, 22:19
Das klingt toll, Zanza :-)! Und nach einem Licht am Ende des Tunnels :-).
Ich bin in meinem Labor eigentlich ziemlich happy (auch wenn ich echt noch einiges üben muss), aber heute war Zellisolation, sprich eine Ratte wurde getötet. Damit habe ich an sich nichts zu tun (ich bekomme nur die Proben, die ich brauche), aber ich dachte mir, dass ich mir das zumindest mal anschauen sollte, wenn ich schon mit den Proben arbeite. Es hat auch alles geklappt, es lief ziemlich human ab, auch wenn ich bei der Tötung die Augen zu gemacht habe.
Aber ich muss sagen, dass es mich doch ziemlich mitgenommen hat, die Ratte davor lebend zu sehen. Ich habe danach noch die Ratte seziert (einige Organe wurden zum Wiegen benötigt, und ich wollte mich ein bisschen näher mit Rattenanatomie beschäftigen), und es lief auch alles gut, aber beim Kopf hatte ich zum ersten Mal beim Präparieren echt Hemmungen. So blöd es klingt, beim Menschen hatte ich nie ein Problem damit, den Kopf zu präparieren, oder den Schädel aufzusägen, bei der Ratte heute fand ich es zum ersten Mal wirklich schlimm. Vielleicht hat ja schonmal jemand hier mit Tieren gearbeitet- falls ja, wie seid ihr damit umgegangen :-oopss? Ich komme mir echt blöd vor, da ich beim Menschen da nie Probleme hatte und jetzt mit der Ratte schon. Es gehört auch wie gesagt nicht zu meinem "Alltagsgeschäft", aber trotzdem.
*milkakuh*
03.05.2017, 22:28
Bei mir läuft es immer besser. Die Datenerfassung geht schon deutlich schneller und auch vom Thema habe ich langsam mehr Ahnung. Bis zum Juni soll ich ein Abstract schreiben und dann bei Annahme auf einen Kongress im Oktober fahren. Da ich bis zur Abstracteinreichung nicht die kompletten Daten erfassen kann suchen wir uns eine Subgruppe aus und ich bearbeite diese Subgruppen vorrangig und beginne mit der Auswertung. Finde ich gar nicht schlecht als Übung bevor ich am Ende alle Daten auswerten muss. Das erschlägt mich nicht gleich so. :-)
@Zanza: Sind das sehr aufwändige Unterkapitel? Ansonsten klingt das doch echt super! :-)
@Sternchenhase: Ich habe musste für eine andere Arbeit meine Mäuse selber töten. Es gab zwei verschiedene Methoden und ich fand beide nicht so schön. Es gab keinen in unserer Abteilung der gerne die Tiere getötet hat. Ich wollte für Grundlagenforschung keine Tiere mehr töten und habe mich bei der Doktorarbeit bewusst gegen Tiermodelle entschieden. Und der Präp-Kurs ist damit einfach nicht vergleichbar. Das getöte Tier ist noch warm und es wurde nur für diesen Zweck tötet. Der Mensch im Präp-Kurs ist auf natürliche Art gestorben und hat sich vorher bewusst dafür entschieden, damit ihr etwas lernt. Ich verstehe deine Bedenken. Falls du nochmal genau drüber schreiben willst, kannst du mir gerne eine PN schicken.
Sternchenhase
05.05.2017, 10:31
Danke, Miss_H, ich würde da eventuell gerne drauf zurückkommen :-oopss.
Heute soll ich mir noch den Stall ansehen, aber ich befürchte, dass es das Ganze nicht besser machen wird :-((.
Autolyse
05.05.2017, 11:22
Eine Anmerkung von der anderen Seite: Ich habe im Neugeborenenmodell gearbeitet. Keiner in meiner Arbeitsgruppe hat das gerne gemacht, aber alle haben mir gesagt, dass man sich daran gewöhnt. Die ersten Tiere waren schrecklich und haben mich fürchterlich Überwindung gekostet. Danach wurde es besser, was nicht heißt, dass es einen kalt lässt, wenn das Leben aus dem Tier weicht das man in der Hand hat. Das Unbehagen dabei verschwindet jedoch. Für mich war es eine Hilfe die "bewusstere Methode" zum Töten zu nehmen.
Sternchenhase
06.05.2017, 10:50
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich mich da mal dran gewöhne. Meine beiden Mitdoktoranden machen das seit 4 Jahren bzw. 4 Monaten und haben damit kaum Probleme. Also nicht, dass ihnen das Spaß macht, aber es nimmt sie halt nicht besonders mit.
Und die Ratte war davor einfach so süß und ist durch den Käfig gehuscht und hat sich einfach wie eine ganz normale glückliche Ratte verhalten. Wenn sie sichtbar krank gewesen wäre, wäre das sicher weniger problematisch für mich.
@Miss_H: Das mit dem Präpkurs war ein gutes Argument. Ich habe auch einfach den Faktor mit der Wärme des Körpers und dem Geruch völlig unterschätzt.
Aber gut, da muss ich jetzt irgendwie durch.
Danke für eure Beiträge :-).
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