Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread
Es ist jeden Tag das Gleiche. Ich sollte eigentlich schreiben und lenke mich stattdessen mindestens 75% der Zeit mit anderem ab. Wäsche waschen, Kochen, Online Quatsch bestellen, hier im Forum alle 5 Minuten nach schauen, ob es etwas Neues gibt :-kotz
Mein Doktorvater braucht irgendwie sehr lange für die Korrektur:( hab die endgültige Version im letzten Jahr April abgeschickt, und hab den Sommer dann entspannt gemacht und im Herbst Examen geschrieben, sodass ich mir keine große Gedanken gemacht habe. Dann zu Anfang des PJs dachte ich mir schon langsam könnte er sich rückmelden, da ich aber selbst sehr gestresst war hab ich noch nichts gesagt. Dann Anfang Dezember vorsichtig eine Mail geschickt wie denn der Stand der Dinge ist. Leider keine Anwort. Gestern dann nochmal eine Mail geschickt.
Die Betreuung war vorher einwandfrei, und er hatte immer Zeit für Besprechungstermine und sich viel Zeit genomen und immer ruck zuck und ausführlich auf meine Mails geantwortet. Denkt ihr ich sollte ihn die nächsten Tage mal anrufen, wenn ich wieder keine Mail erhalte? Weil ich würde schon ganz gerne nach dem PJ die Diss direkt einreichen.. Ich dachte ganze Zeit vielleicht hat er einfach keine Zeit mehr, weil er eine neue Position erhalten hat, und man will es sich ja auch nicht mit dem Doktorvater vermiesen. Aber mittlerweile glaube ich dass er einfach null Lust hat sich da durchzukämpfen
Kannst du kurz bei Ihm vorbei gehen? Ist doch irgendwie einfacher als dort anzurufen. Ansonsten einfach mal anrufen und freundlich nachfragen. Er hat auch die Pflicht zur Betreuung. Wenn er gar keine Lust dazu hat, dann könntest du im Zweifelsfall die Diss auch so einreichen.
Ist für das Einreichen nicht das Gutachten des Doktorvaters nötig? Eine Betreuungspflicht besteht meines Wissens nur, wenn dieser Uni-Vertrag abgeschlossen wurde bei Anmeldung der Doktorarbeit (ansonsten läuft die Diss inoffiziell bis zur Abgabe).
Hast du einen Betreuer? Dann würde ich zuerst ihn fragen, was er in dieser Situation empfiehlt.
Wenn man so weit ist, dass man seine Arbeit zu weiten Teilen fertig hat, dann wird man ja hoffentlich die Arbeit angemeldet haben. Dann hat man einen offiziellen Betreuer. Bei Problemen kann das Promotionsbüro helfen.
Vorher sollte man allerdings das persönliche Gespräch suchen.
Und das Gutachten wird doch erst nach der Abgabe erstellt. Wäre doch komisch etwas zu bewerten was noch gar nicht offiziell gemacht wurde.
an unserer Fakultät muss das Gutachten des Doktorvaters bei Einreichen mit abgegeben werden.
Ich hab mir grad diese VroniPlag-Homepage angeschaut....der "Gründer" beschreibt sich selbst so:
"Plagiatssucher, Online-Forscher und ehemaliger Leistungssportler.
Gründer mehrerer Unternehmen, u.a. VroniPlag®, sowie der Wikis VroniPlag, SchavanPlag und PolitPlag. Aktivist bei GuttenPlag Wiki; Landtags- und Bundestagskandidat 2013.
Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seit 1988 relativ durchgehend als Selbständiger, Geschäftsführer oder in Geschäftsführungsorganen tätig."
http://www.vroniplag.de/martin-heidingsfelder.html
Und so jemand will ernsthaft "richtigen" Wissenschaftlern und Forschern erklären, was richtig und falsch zitiert ist? :-oopss
VroniPlag Wiki ist gemeint: http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home.
Das habe ich auch schon gesehen, aber da werden ja so Sachen wie gleiche Formulierungen in den Fußnoten angemahnt :-oopss
Kopierte Fußnoten, oder wie? :-)) Ja, klar werden die angemahnt!
Rettungshase
08.02.2018, 17:53
Uiuiui, nachdem die Diss jetzt Monatelang in bei den Gutachtern lag, kam plötzlich der Termin fürs Rigorosum Ende des Monats.
Zum Glück hab ich Urlaub bekommen; jetzt bin ich allerdings doch ein wenig nervös.
Wie macht ihr das eigentlich bei der Einleitung. Aktuell suche ich auch für Grundlagen Quellen und versuche das entsprechend zu paraphrasieren (natürlich mit Quellenangabe dazu!). Aber manche Sachen kann man halt fast nicht umschreiben, aber ich möchte auch nicht so oft direkt zitieren.
Und wie sieht es bei englisch sprachigen Originaltexten aus, wenn ich die sinngemäß übersetze und dann die Quelle angebe ist das doch Zitiermäßig okay oder?
Uiuiui, nachdem die Diss jetzt Monatelang in bei den Gutachtern lag, kam plötzlich der Termin fürs Rigorosum Ende des Monats.
Zum Glück hab ich Urlaub bekommen; jetzt bin ich allerdings doch ein wenig nervös.
super gut :)!!!! Gibt es Altprotokolle bei euch, wie das Rigorosum abläuft?
@freak1
ja, so klingt das gut. Ich habe am Anfang auch lieber mehr zitiert als zu wenig (nach dem Motto lieber zuviel zitiert als gar nicht zitiert), am Ende bin ich dann nochmal durchgegangen und habe zum Teil doppelte Zitate wieder gelöscht.
Rettungshase
10.02.2018, 11:49
Nee, leider gar nicht.
Ein Kommilitone hat mir jetzt gesteckt, dass die Prüfer idR erwarten, dass man eine Power Point Präsentation für den Kurzvortrag mitbringt, weil manche sich nicht so eingehend mit der Arbeit befasst haben, wie man es von einem Prüfer vllt. erwarten würde.
Geschickt ist es wohl sicher, noch einmal zu recherchieren, was seit der Abgabe auf dem Forschungsgebiet noch weiter passiert ist.
Pampelmuse
10.02.2018, 14:51
Ich habe mich auch endlich mal wieder aufgerafft und sitze mit einer fetten Tasse Tee (und Buli-Liveticker :-blush ) vor'm Laptop.
Ich zitiere auch eher "zu viel". Aber in meiner Naivität halte ich das für besser als zu plagiieren.
Nessiemoo
10.02.2018, 17:01
Ich auch! Sogar das Internet war für ein paar Stunden weg, so dass ich in der Tat etwas weiter gekommen bin :D
Wie macht ihr das eigentlich bei der Einleitung. Aktuell suche ich auch für Grundlagen Quellen und versuche das entsprechend zu paraphrasieren (natürlich mit Quellenangabe dazu!). Aber manche Sachen kann man halt fast nicht umschreiben, aber ich möchte auch nicht so oft direkt zitieren. [...]
Hast du da Beispiele? Es gibt, außer es geht um die Formulierung selbst - und dann kann man naturgemäß tatsächlich nicht umschreiben - keinen Grund für direkte Zitate.
Zum Beispiel prägnante Metaphern...
(flott irgendwo geklaut: "The p53 gene, metaphorically named “the Guardian of the Genome” by DavidLane in 1992 [1]" DOI (https://doi.org/10.1016/j.leukres.2007.06.022))
... zuordenbare Konzepte sofern sinnvoll...
("The term 'tolerance' was coined in 1945 by RD Owen [10] when he found that dizygotic twin calves tolerate the blood group of the respective twin." DOI (https://dx.doi.org/10.1002/dc.23379))
... oder geboten, weil neu...
("We recently coined the term “metabostemness” to refer to the metabolic parameters causally controlling or functionally substituting the epi-transcriptional orchestration of CSC nuclear reprogramming [9]."DOI (https://dx.doi.org/10.18632%2Foncoscience.113))
Und wie sieht es bei englisch sprachigen Originaltexten aus, wenn ich die sinngemäß übersetze und dann die Quelle angebe ist das doch Zitiermäßig okay oder?
Ja. Es herrschen im Detail ein bisschen unterschiedliche Sichtweisen, wann Übersetzungen als direkte Zitate gezeichnet werden müssen oder dürfen (... weil Übersetzungen grundsätzlich "nur" sinngemäß sind), im Grunde gilt dann aber wieder oben genanntes - für einfache Übersetzungen gibt es in der Regel keinen Grund.
Hast du da Beispiele? Es gibt, außer es geht um die Formulierung selbst - und dann kann man naturgemäß tatsächlich nicht umschreiben - keinen Grund für direkte Zitate.
Zum Beispiel die Definition der COPD:
31125
(Quelle: http://goldcopd.org/wp-content/uploads/2016/04/wms-GOLD-2017-German-Pocket-Guide.pdf)
Wie soll man das großartig paraphrasieren? Wenn ich da ein paar Worte umstelle statt direkt zu zitieren fühlt es sich trotzdem komisch an.
Nessiemoo
12.02.2018, 07:40
Bei uns im Wissenschaftlichen Schreiben wurde dieses Problem so addressiert, dass Texte die man so auch im Lehrbuch finden würde keinen Platz einer Doktorarbeit haben - entweder findet man eine Primärquelle, die man dann auch zitieren kann, oder man lässt es. Insgesamt habe ich versucht möglichst wenig "Grundlagen" reinzunehmen und mein DrVater hat dann noch mehr weggestrichen.
Zum Beispiel die Definition der COPD:
31125
(Quelle: http://goldcopd.org/wp-content/uploads/2016/04/wms-GOLD-2017-German-Pocket-Guide.pdf)
Wie soll man das großartig paraphrasieren? Wenn ich da ein paar Worte umstelle statt direkt zu zitieren fühlt es sich trotzdem komisch an.
Das sehe ich wie Nessiemoo; den Absatz würde ich in der Form überhaupt nicht paraphrasieren; wörtlich zitieren schon gar nicht.
Die Zitat-würdige Definition enthält: persistierende respiratorische Symptome, Obstruktion/limitierter Flow, krankhafte Veränderung der Atemwege (GOLD 2017).
Der Rest strotzt doch nur vor Schlagworten und schreit nach quellenreicher Ausführbarkeit oder eben nach Weglassbarkeit; auf die Formulierung bist du hier aber nicht im geringsten angewiesen.
"Häufig, vermeidbar und behandelbar" = Epidemiologie, Prävention, Therapie
"persistierende respiratorische Symptome und Atemwegsobstruktion" = Diagnosekritierien
"i.d.R. bedeutende Exposition gegenüber gesundheitsschädlichen Partikeln oder Gasen" = Ätiologie, Noxen
"Mischung aus Erkrankung der kleinen Atemwege und Emphysem" = Pathologie
"von Person zu Person unterschiedlich" = Subtypen
Als schreiberischer Ansatz empfiehlt sich in diesem Sinne meines Erachtens aber auch eher, sich vorab zu überlegen, was man schreiben möchte, und sich eben nicht an ein Review zu klammern ("Mein einführendes Kapitel enthält die Definition, Epidemiologie und gesundheitsökonomische Relevanz. Meine Arbeit befasst sich mit Diagnosekriterien für ein neuartiges Therapiekonzept, also verfasse ich dazu sowie eigene, ausführliche Kapitel.").
Autolyse
12.02.2018, 16:11
Der Rest [...] schreit [...] nach Weglassbarkeit[...]
Meines Erachtens nach der wichtigste Punkt überhaupt. Die Einleitung ist kein Lehrbuchkapitel in dem der Leser mit Allgemeinplätzen zugeworfen werden soll. Vielmehr hat die Einleitung das Problem herauszuarbeiten und damit die eigene Hypothese auf ein Fundament zu stellen. Ätiologie, Diagnostik und Pathologie sind im Ergebnis vollkommen irrelevant, wenn die eigene Arbeit sich den Störwirkungen der Therapie widmet und dazu in großen Kohortenstudien unterschiedliche Substanzen der gleichen Klasse auf unerwünschte Ereignisse vergleicht. Denn nichts dieses überflüssigen Anteils trägt dazu bei die Frage zu beantworten, die man sich beim Lesen stellt: Warum ist diese Arbeit relevant?
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