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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der "ich schreibe gerade meine diss" Thread



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Milana
06.04.2013, 08:18
Den Artikel auf Spiegel.de hab ich auch schon gelesen und mich darüber geärgert... Hab leider einige Leute im "erweiterten Bekanntenkreis", die auch so denken und mit denen fang ich gleich garnicht an, darüber zu diskutieren...
Ich bin seit 2 Jahren an der experimentellen Arbeit, meist so 5-10 Stunden in der Woche. Hab jetzt erstmals verwertbare Ergebnisse und bin hoffentlich damit jetzt fertig. Die experimentellen Daten, die jetzt benutzt werden und tatsächlich was aussagen, spiegeln allerdings den Aufwand nicht wirklich wieder, denn sie sind nur aus den letzten 8 Wochen. Methodenetablierung, unzählige Vorexperimente und die Experimente, die nicht geglückt sind, werden ja nicht berücksichtigt....
Schreiben muss aber jetzt erstmal warten, zuerst muss das Paper geschrieben sein und die Scheinfreiheit erlangt werden... Dann kann es irgendwann weitergehen (20 Seiten hab ich schon!) :-top

astrophys
06.04.2013, 08:23
Nach 4 Wochen? Man, da möchte ich aber nicht wissen was das für eine Diss war. Aber mich würde dann mal interessieren, welche Bewertung der/die bekommen hat. Denn innerhalb von 4 Wochen, da kann doch nichts gescheites bei rauskommen?! :-nix


Wenn man polemisieren will, dann wird oft übertrieben, das ist ja nix unbekanntes.

Die Anzahl der Jahre macht als Angabe des Umfangs allerdings auch wenig Sinn, denn es macht logischerweise einen Riesenunterschied ob man 4 Jahre neben dem Job oder 4 Jahre Vollzeit an der Diss arbeitet. Da können 4 Jahre schnell mal zu 6 Monaten Vollzeit werden.

Auch ist es Unsinn, was häufig zu lesen ist, dass die Dissertation die Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten darstellt. Das leistet die Diplom oder Masterarbeit.

Die Doktorarbeit soll einen bedeutenden Beitrag zum Wissenschaftlichen Fortschritt im jeweiligen Fachgebiet leisten. Daher dauert die Arbeit eben auch so lange: Forschung ist heute fast nur noch sehr kleinteilig und hochpezialisiert möglich. In den Naturwissenschaften ist es oft sogar so, dass die Apparatur mit der gemessen werden soll derart speziell ist, dass diese im Rahmen der Arbeit noch aufgebaut und in Betrieb genommen wird. Das alleine dauert schon 1 bis zwei Jahre Vollzeit. Daran schliesst sich dann die Messzeit an, die nochmal 2 bis 3 Jahre in Anspruch nimmt, bevor dann zusammengeschrieben wird. Fünf Jahre Vollzeit sind daher nicht selten.

milz
06.04.2013, 11:52
Das sind halt immer Apfel-Birnen-Vergleiche. Es ist wohl klar, dass man so nebenher keine so tolle und aufwendige Arbeit machen kann wie jemand, der das in mehreren Jahren semiberuflich (auf einer schlecht bezahlter Halbtagsstelle) in Vollzeit macht. Ausgenutzt werden letztlich beide! Und die medizinischen Fakultäten hätten sicher deutlich weniger Forschungssklaven, wenn wir den M.D. zum Studium geschenkt bekämen, somit ist das sicherlich kein unerwünschter Zustand. Den M.D. als Gratisdreingabe (und den Dr.rer.nat. für die Willigen) fände ich mittlerweile wirklich besser, denn warum tut man sich das letztlich an? Wahrscheinlich im seltensten Falle, weil einem die Forschung soviel Spaß macht, sondern einfach, weil man meint, es gehöre dazu und wird von einem erwartet und damit man evtl. ein paar Jahre länger an der Uni bleiben kann (Wissenschaftszeitvertragsgesetz).

milz
07.04.2013, 02:30
Ich hab jetzt die halbe Nacht gebraucht um halbwegs herauszufinden, wie RefWorks funktioniert (oder besser gesagt: funktionieren sollte). Argh...

Muriel
07.04.2013, 11:22
Sieh es so, Du machst den Scheiß gerade, damit Du siehst, wie ungemein befriedigend und toll und stressarm Deine Arbeit am Mikroskop ist ;-)

milz
07.04.2013, 12:02
"Routine" ist mir tatsächlich 1000mal lieber.

rirateme
08.04.2013, 05:15
Morgen allerseits.... wünsche allen Mitdoktoranden einen guten Start in den Tag und die neue Woche... :-top

milz
08.04.2013, 18:02
Hallo, kann mir jemand ein kostenloses Programm nennen, mit dem ich aus meinen Exceldaten ein paar Boxplots zaubern kann?

THawk
08.04.2013, 18:35
Man kann es mit ein paar Tricks auch in Excel machen, gibt diverse Erklärungen bei google.

milz
08.04.2013, 19:05
Ich teste gerade dass hier aus und bislang funktionierts:

http://projects.gnome.org/gnumeric/index.shtml

milz
11.04.2013, 15:26
OK, ich fange jetzt mal an, bevor der Tag schon wieder rum ist.

suz
12.04.2013, 10:29
ich mach mit ....
aber ob "statistik" und ich noch dicke freunde werden? ich wage es mal arg zu bezweifeln...

abi07
20.04.2013, 08:33
So, nachdem das Freisemester, das ich mir zum Schreiben der Diss genommen habe, immer weiter fortschreitet (ohne tatsächlichen Fortschritt meinerseits) mache ich es mir mal hier bei euch gemütlich. Im August geht es ins PJ, bis dahin sollte das Ding möglichst weit gediehen sein. Nur habe ich von so vielen Dingen keinen Plan....ich kann doch nicht wegen jeder Kleinigkeit den Dr-Vater nerven! Betreuer habe ich leider keinen mehr (seit der Einarbeitung im Labor).

Gleich mal eine Frage, falls mir jemand weiterhelfen kann/mag: Ich habe eine bestimmte, schon etablierte Methode verwendet. Nun sollte ich dazu (wie es auch in anderen Arbeiten der Fall ist) wohl einen Abschnitt über die Grundlagen der Methode schreiben und einen über meine "Verwendung", sprich, welche Geräte genau, welche Einstellungen etc. Ich hätte das Ganze jetzt in den Methodenteil gepackt. Allerdings habe ich jetzt in vielen anderen Dissen, die dieselbe Methode verwendet haben, gesehen, dass die Grundlagen schon in der Einleitung besprochen werden und dann im Methodenteil nur noch die eigene "Verwendung" erklärt wird. Aber gehören die Grundlagen von so einem technischen Verfahren tatsächlich in die Einleitung? Mir kommt das irgendwie komisch vor...

suz
20.04.2013, 13:17
He du,
ich weiß nicht um welche methode es sich handelt, bzw. ob diese einen großteil oder entscheidenden teil deiner diss darstellt. wenn das der fall ist finde ich die variante grundsätzliches in die einleitung und deine verwendung in den methdenteil richtig. wenn es nur eine von vielen methoden in deiner diss ist und die einleitung schon umfassend genug, würde ich alles in den methodenteil packen.

....material und methoden hab ich schon kontrolliert mit "klingt gut" zurück - puh :)

abi07
20.04.2013, 13:25
Danke schon mal für die Antwort, suz. Wichtig ist die Methode auf jeden Fall (Teil des Titels, es ging darum, bereits bekannte Zusammenhänge mit genau DIESER Methode zu bestätigen/erweitern), aber eben auch sehr techniklastig (z.T. physikalische Gesetze/Formeln etc. zur Erklärung nötig). Deswegen kommt mir das so "speziell" für die Einleitung vor - die soll ja eigentlich zum Thema hinführen...
Von meinem Gefühl her würde ich in der Einleitung bzgl. der Methode vor allem den "Stand der Foschung" bzw. die bisherige Verwendung etc. bringen, dann aber die Erklärung, wie es funktioniert (physikalisch usw.) eher in den Methodenteil packen. Was mich irritiert, sind eben die vielen anderen Arbeiten, in denen das trotzdem in der Einleitung steht...

Muriel
20.04.2013, 17:45
So wie es sich anhört, gehört in den Grundlagenteil die Erläuterung der wie Du sagtest schon bekannten Zusammenhänge und ein Anriss der Methode an sich, die Du verwendest. Deine genauen MEssmethoden dann in den Methodenteil. Aber ganz ehrlich, wenn Dein Dr-Vater das anders sehen sollte, macht das ja insofern nichts, als dass Du dann mit c/p und ein wenig umformulieren das Ganze einfach in ein anderes Kapitel setzt, hast dann ja nicht alles umsonst gemacht.

abi07
23.04.2013, 08:12
Danke Muriel, das stimmt natürlich. Habe jetzt erstmal nur den "speiziellen Teil" ohne Grundlagen geschrieben, weil die EL ja erst später drankommt und ich auf langes Geschwafel jetzt echt keinen Bock hatte...:-D

Ich komme gerade so was von gar nicht voran...kämpfe mich durch jeden Satz und habe null Lust irgendwelche Quellen rauszusuchen, zu lesen usw.

Außerdem tauchen bei mir dauernd Fragen auf - meine Fragenliste umfasst schon eine ganze DIN A4-Seite. Ich kann aber doch nicht ständig den Dr-Vater nerven - andere haben für so was 'nen Betreuer. Hatte ich, habe ich seit 1,5 Jahren nicht mehr. Toll.

Muriel
23.04.2013, 10:30
Ich fand das Schreiben auch einfach nur ätzend. Die Arbeit im Labor hatte ich geliebt, auch wenn da ganze Tage, Nächte und Wochenenden drauf gegangen waren. Aber nur eine Stunde am Schreibtisch sitzen... boah, war das nervtötend. Halte durch ;-)

suz
23.04.2013, 13:33
....du bist ja nicht alleine.
quäle mich grad durch die schöne gestaltung und noch nicht schlüssige gliederung des ergebnisteils....

abi07
23.04.2013, 17:15
....du bist ja nicht alleine.

Genau aus diesem Grund bin ich hier! :-)

Aber erst morgen wieder - heute genieße ich den schönen Abend!