Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Bonnerin
17.04.2020, 08:01
Eher weil es zeigt, dass diese Berufsgruppen doch gefährdet sind und der Altersmedian der Verstorbenen der Pflegekräfte und Ärzte bei 42 Jahren liegt.
Ist doch nix neues. Schon in Wuhan und auch in in Südeuropa waren die Ausreißer nach unten i.d.R. Pflegekräfte und Ärzte.
Die haben wohl drauf getippt, dass es die äußerst schlechte Kombi aus "initial sehr hoher Viruslast" (durch den Kontakt mit vielen Infizierten ohne adäquate Schutzausrüstung) plus das "krank weiterarbeiten" (was ja das RKI auch in D offiziell fordert) ist.
arbeiter79
17.04.2020, 08:52
Wenn die 6000 sowohl Pflegekräfte als auch Ärzte sind, dann hat man ja zum einen eine sehr große Gruppe und zum anderen eine Gruppe, die durchaus vermehrt getestet wird.
7 Todesfälle sind bei der Anzahl der insgesamt gestorbenen ja auch nicht DIE Menge und einen Median aus so wenig Fällen ist jetzt auch nicht SO aussagekräftig.
Dann ist noch die Frage, wo die sich überhaupt angesteckt haben.
Wie verbreitet sind Tests im Gesundheitswesen denn eigentlich, werden z.B. alle getestet die nur Kontakt zu infizierten hatten? Mit anderen Worten wie hoch könnte die Dunkelziffer auch dort sein?
Bombenbauer
17.04.2020, 08:55
Müssen wir tatsächlich auf einen Impfstoff warten? Laut experten können wir ja die herdenimmunität vergessen.
Die Frau brickmann hatte ja bei lanz gesagt es müsse nur noch ein bisschen länger durchgehalten werden und wir könnten fast normal leben. Aber warum wird dann jetzt langsam gelockert dann gehen doch die fallzahlen hoch?
Warum hat das rki anfangs die verdopplungszahl als maß genommen und ist dann auf die reproduktionszahl als indikator umgeschwenkt?
🤔🤔🤔 hmm
Thomas24
17.04.2020, 09:20
Hm sorry, aber wer sagt denn, dass man mit mehr als 10 000 Euro auf dem Konto arm ist? Ich verstehe immer dieses Streben nach mehr nicht.
Ok, nicht das wir hier aneinander vorbei reden: 3 - 6 Monatsausgaben (je nach Größe der Familie sind das schnell 10 K) als Notgroschen anzusparen ist absolut vernünftig und hat wirklich nichts mit "Reichtum" oder "Streben nach mehr" zu tun. Und das ein solcher Notgroschen ab-so-lut sinnvoll und notwendig ist, werden demnächst viele (bisher) Mittelschichthaushalte schmerzlich feststellen.
Wenn ich meiner Familie und mir ein gutes Leben bieten kann und sogar noch etwas zurück legen kann, warum soll ich wann immer noch mehr verdienen, wegen Verantwortung und „andere ja auch“...?. sorry, ich bin kein Unternehmen, was kapitalistischerweise untergeht, wenn es nicht wächst.
Doch!!! Genau das ist doch der springende Punkt!!! Dein Einkommen muss zwingend mindestens mit der Geldentwertung Schritt halten, weil deine Kaufkraft allmählich über die Jahre abnimmt und dann ist auf mittlere Zeiträume nämlich Pustekuchen mit "meiner Familie und mir ein gutes Leben bieten". Nicht heute, nicht morgen, aber in 10 bis 20 Jahren. Der Zinseszins greift in beide Richtungen. Das hat einfach was mit Basis Mathematik zu tun und gar nichts mit "mehr verdienen und andere auch". Dein Einkommen muss mindestens mit der Inflationsrate Schritt halten, idealerweise deutlich über der Inflationsrate steigen, weil du sonst keine ausreichende Rücklagen für das Alter/ Ausbildung der Kinder etc. bilden kannst (es sei denn, du möchtest bis ultimo arbeiten). Warum haben wir denn den so oft beklagten Abstieg der Mittelschichten?? Weil ihre Einkommen nicht mit der allgemeinen Preissteigerung mithalten können (Jaja, der CPI steigt nur moderat, aber kann sich ein Doppelverdiener Ärztepaar ein freistehendes EFH in einer A Lage kaufen, ohne sich über Jahrzehnte zu verschulden? Nein? Habe wir vielleicht eine Asset Bubble gehabt?).
Diese Tendenz wird durch die EZB und Fed getriggerten Rettungsaktionen nochmal einen richtigen Kickstart bekommen.
1. Rückabwicklung von Globalisierung und Änderung von Supply Chains, weg vom "billigsten" mehr zu "wir wollen mehr strategische Sicherheit bei der Daseinsfürsorge" das fängt bei Masken an, und hört bei Energie und Telekommunikation/Pharma etc. nicht auf => geringere Kosten für Transport, ABER: steigende Kosten für Materialien, Versicherung und Produktion => Kosten werden auf den Endverbraucher durchgereicht => that´s you.
2. Gleichzeitig Zunahme der Geldmenge bei abnehmender Menge von Waren und Dienstleistungen => mehr Inflation im Worst Case sogar Stagflation => again: that´s you. Weniger GDP Growth = weniger Geld für Sozialstaat, Gesundheitswesen, Bildung etc.
Und 3. dann noch: die "starken Schultern sollen mehr tragen, als Schwache. Solidarität etc." => auch hier: damit bist du gemeint.
Ist nicht bös gemeint, aber bitte, bitte, bitte ein bisschen mit den Basics der Ökonomie beschäftigen jenseits des pauschalen "ich versteh das Streben nach mehr nicht". Das macht Dir und deiner Familie das Leben einfach um so vieles leichter.
Thomas24
17.04.2020, 09:31
Das stimmt, Du hast das Leben der geminderten Ansprüche bei gleich hoher Arbeitsleistung vor dir.
Die Zitrone der Regierung, am Baume gereift, in der Sonne wohlbehütet gewärmt und am Ende ausgepresst, weggelegt und der schicke Obstkorb in dem man mal lag wird dann gegen eine Biotonne ausgetauscht.
Egal was für ein Leben man führt, ich habe bislang nur wenige Menschen getroffen, die darauf stehen sich ausbeuten und ausbluten zu lassen, und dabei lachend weitermachen.
Entweder man hat durch andere Gründe so viel Rücklagen, dass man denkt, egal was passiert es wird genug bleiben, oder man schaut zu selten auf seine Kontobewegungen und meint, dass das gute Leben in der kleinen Hütte so weitergeht. Tut es nicht, schließlich bekommt man keine Zinsen mehr auf die Rücklagen für die Kinder, die laufenden Kosten steigen an und am Ende soll man für Misswirtschaft der Regierung und Schutzmaßnahmen noch mehr Geld abgeben?
Selbst wenn man den "dann arbeite ich weniger" - Joker zieht, die Abgaben werden dadurch ja nicht weniger, es ist dann nur weniger Geld da.
Diese Corona-Sache wird auf vielen Ebenen Einfluss haben in der Zukunft, die Finanzkrise von 2008 war schon ein Schlag ins Kontor von Vielen, diesmal betrifft es Alle. Ich erwarte eine umgepflügte Krankenhaus Landschaft, steigende Abgaben an allen Fronten durch Kosten die durchgereicht werden und neue soziale Strukturen und Abläufe durch persistierendes "social distancing".
Absolut. Endlich mal einer, der es versteht. Irgendwie glaubt die Hälfte der Leute, wir würden nach dem Ende des Lockdowns wieder zurück zum Ausgangsniveau zurückkehren und "Business as usual" machen. Nein, die Zentralbank befeuerte Party ist vorbei und die Band packt schon zusammen. Es werden auch in den industrialisierten Staaten der ersten Welt große Bevölkerungsteile erhebliche Wohlstandseinbußen haben und Südeuropa bekommt nochmal eine weitere "Lost Generation". Auch politische und soziale Verwerfungen wird es en masse geben. Schon gegen Ende des Booms haben in Thüringen 25% der Wähler die Linskpartei oder einen Herrn H. gewählt (letzeren nicht obwohl er Borderline Nazi ist, sondern gerade weil er so ist). Es wäre höchst naiv davon auszugehen, dass wir in den nächsten Jahren nicht erheblich mehr Menschen, auch aus der unpolitischen Mittelschicht bekommen, die eine "Wir Deutschen zuerst" oder "Der Kapitalismus hat uns das eingebrockt und die Reichen sollen zahlen" Rethorik befürworten, wenn der zu verteilende Kuchen erstmal deutlich kleiner wird. Irgendwie sieht das noch niemand.
Hm sorry, aber wer sagt denn, dass man mit mehr als 10 000 Euro auf dem Konto arm ist? Ich verstehe immer dieses Streben nach mehr nicht. Wenn ich meiner Familie und mir ein gutes Leben bieten kann und sogar noch etwas zurück legen kann, warum soll ich wann immer noch mehr verdienen, wegen Verantwortung und „andere ja auch“...?. sorry, ich bin kein Unternehmen, was kapitalistischerweise untergeht, wenn es nicht wächst.
Sozialismus/Kommuismus hat noch NIE funktioniert. Guck dir Venezuela an - die größten Ölreserven DER WELT und trotzdem Hungersnöte. Da wäre eine Reichensteuer aber bestimmt sofort durchgegangen (oder gibt es schon?).
Wenn sie es echt versuchen mit der "Reichen"steuer pack ich meine Sachen und bin weg.
Bonnerin
17.04.2020, 10:27
Absolut. Endlich mal einer, der es versteht. Irgendwie glaubt die Hälfte der Leute, wir würden nach dem Ende des Lockdowns wieder zurück zum Ausgangsniveau zurückkehren und "Business as usual" machen. Nein, die Zentralbank befeuerte Party ist vorbei und die Band packt schon zusammen. Es werden auch in den industrialisierten Staaten der ersten Welt große Bevölkerungsteile erhebliche Wohlstandseinbußen haben und Südeuropa bekommt nochmal eine weitere "Lost Generation". Auch politische und soziale Verwerfungen wird es en masse geben. Schon gegen Ende des Booms haben in Thüringen 25% der Wähler die Linskpartei oder einen Herrn H. gewählt (letzeren nicht obwohl er Borderline Nazi ist, sondern gerade weil er so ist). Es wäre höchst naiv davon auszugehen, dass wir in den nächsten Jahren nicht erheblich mehr Menschen, auch aus der unpolitischen Mittelschicht bekommen, die eine "Wir Deutschen zuerst" oder "Der Kapitalismus hat uns das eingebrockt und die Reichen sollen zahlen" Rethorik befürworten, wenn der zu verteilende Kuchen erstmal deutlich kleiner wird. Irgendwie sieht das noch niemand.
Ich glaube, dass das schon einige Leute genauso sehen, aber man bekommt von der Gesellschaft vermittelt, dass man das nicht offen aussprechen darf.
"Witzigerweise" haben ein paar Politiker der FDP genau diese Problematik öffentlich angesprochen (war das in der Zeit? FAZ? Irgendwas mit Paywall auf jeden Fall): Dass die "Mittelschicht" sich noch weiter aufsplitten wird, der kollektive "Reichtum" sinken wird, die Schulden steigen, viele Leute arbeitslos werden, etc. Man kann von der FDP halten oder nicht halten, was man will, aber dieses Szenario anzusprechen ist wichtig und richtig.
Dann kam aber sofort wieder die "FlAtTeN ThE CuRvE!!!!1111!!!11!!"-Fraktion und hat einen Shitstorm angefangen, was das soll, dass Mama Merkel sich schon um alles kümmern wird und blablabla und dass die Einschränkungen noch "ganz lange weiterlaufen müssen, weil ja sonst die armen alten Menschen alle sterben werden".
Sobald man in irgendeiner Diskussion mal anspricht, dass wir uns das ganze Gesundheitssystem und das Auffangen durch Kurzarbeitergeld hier nur überhaupt wegen der Wirtschaft leisten können wird man sofort angefahren und teilweise beschimpft.
Christoph_A
17.04.2020, 10:34
Ist ja irgendwie klar, daß die stellvertretende Landeselternbeiratsvorsitzende von BaWü zusammen mit dem Haushaltsvernichter Doppelnämchen jetzt das Lied vom Sozialismus mit den Altkommunisten der Linkspartei anstimmen, warte an dieser Stelle hier noch auf den Input des kleinen Kommunistenkevins, der ist momentan irgendwie verdächtig ruhig. Wie die vorposter bereits aufgezeigt haben, erwartet D und die ganze Welt jetzt eine sehr ruppige Phase mit extremen Anforderungen und sicherlich an allen Fronten steigenden Kosten.
Wobei solche Krisen auch immer eine Chance beinhalten. ich habe mir damals auch zu Hochzeiten der Finanzkrise 2008/9 meine Wohnung gekauft, weil eben da wenige investiert haben und die Immobilienpreise in München, im Vergleich zu heute, moderat waren. Ging halt nur, weil ich mir damals bereits was auf die hohe Kante gelegt hatte und unser Job, im Vergleich zu denen in der freien Wirtschaft, sehr krisensicher ist. Auch in den nächsten Jahren wirds wieder einen Haufen Immobilien relativ günstig geben, weil halt viele Tagträumer im Immobilienboom Häuser/Wohnungen gekauft haben, die sie ohne Reserven auf der Bank (und da sind 10k nix) und mit sinkenden Realeinkommen nicht mehr finanzieren werden können. Die Zahl der Zwangsversteigerungen wird dramatisch hochgehen.
Von feuchten linken Träumen nach Reichensteuer, Erhöhung der Kapitalertragssteuern oder sonstigen Wirtschaftsabwürgeaktionen ist noch kein Staat genesen. Wir werden ein massives Konjunkturprogramm brauchen, gegen das der ESM klein sein dürfte und zusätzlich eine deutliche Entlastung des Mittelstandes, sonst wird der über kurz oder lang kollabieren. Und kollabiert der Mittelstand, kollabiert der Staat, wie wir ihn kennen.
Was das Streben nach mehr angeht, ich hab gern immer mehr und das denken wohl auch vile Leute so, sonst hätte sich der Kapitalismus nicht als überlegenes Gesellschaftssystem durchgesetzt. Ich arbeite nicht 60h die Woche und hätte viel Geld in meine Praxis investiert, wenn ich dann am Ende des Tages mit nem Klinik OA Gehalt ohne Zulagen zufrieden wäre. Leistung muß sich lohnen, das gilt für die Pflege, die jetzt hoffentlich endlich auch finanziell entsprechend honoriert wird wie für uns Ärzte.
Kackbratze
17.04.2020, 10:35
Der Nanny-Staat wird es richten. Oder so wie es gerade läuft an- bis hinrichten.
Masken sind weiter Mangelware, wenn man selber welche aus China bestellt, steht erstmal der Zoll mit zusätzlichen Kosten Kosten und Verzögerungen bereit.
Ich dachte, Schutzkleidung hätte Priorität, vermutlich erst recht, wenn man damit staatliche Einnahmen generieren kann.
[QUOTE=Thomas24;2138406]Ok, nicht das wir hier aneinander vorbei reden: 3 - 6 Monatsausgaben (je nach Größe der Familie sind das schnell 10 K) als Notgroschen anzusparen ist absolut vernünftig und hat wirklich nichts mit "Reichtum" oder "Streben nach mehr" zu tun. Und das ein solcher Notgroschen ab-so-lut sinnvoll und notwendig ist, werden demnächst viele (bisher) Mittelschichthaushalte schmerzlich feststellen.
Doch!!! Genau das ist doch der springende Punkt!!! Dein Einkommen muss zwingend mindestens mit der Geldentwertung Schritt halten, weil deine Kaufkraft allmählich über die Jahre abnimmt und dann ist auf mittlere Zeiträume nämlich Pustekuchen mit "meiner Familie und mir ein gutes Leben bieten". Nicht heute, nicht morgen, aber in 10 bis 20 Jahren. Der Zinseszins greift in beide Richtungen. Das hat einfach was mit Basis Mathematik zu tun und gar nichts mit "mehr verdienen und andere auch". Dein Einkommen muss mindestens mit der Inflationsrate Schritt halten, idealerweise deutlich über der Inflationsrate steigen, weil du sonst keine ausreichende Rücklagen für das Alter/ Ausbildung der Kinder etc. bilden kannst (es sei denn, du möchtest bis ultimo arbeiten). Warum haben wir denn den so oft beklagten Abstieg der Mittelschichten?? Weil ihre Einkommen nicht mit der allgemeinen Preissteigerung mithalten können (Jaja, der CPI steigt nur moderat, aber kann sich ein Doppelverdiener Ärztepaar ein freistehendes EFH in einer A Lage kaufen, ohne sich über Jahrzehnte zu verschulden? Nein? Habe wir vielleicht eine Asset Bubble gehabt?).
Diese Tendenz wird durch die EZB und Fed getriggerten Rettungsaktionen nochmal einen richtigen Kickstart bekommen.
1. Rückabwicklung von Globalisierung und Änderung von Supply Chains, weg vom "billigsten" mehr zu "wir wollen mehr strategische Sicherheit bei der Daseinsfürsorge" das fängt bei Masken an, und hört bei Energie und Telekommunikation/Pharma etc. nicht auf => geringere Kosten für Transport, ABER: steigende Kosten für Materialien, Versicherung und Produktion => Kosten werden auf den Endverbraucher durchgereicht => that´s you.
2. Gleichzeitig Zunahme der Geldmenge bei abnehmender Menge von Waren und Dienstleistungen => mehr Inflation im Worst Case sogar Stagflation => again: that´s you. Weniger GDP Growth = weniger Geld für Sozialstaat, Gesundheitswesen, Bildung etc.
Und 3. dann noch: die "starken Schultern sollen mehr tragen, als Schwache. Solidarität etc." => auch hier: damit bist du gemeint.
Ist nicht bös gemeint, aber bitte, bitte, bitte ein bisschen mit den Basics der Ökonomie beschäftigen jenseits des pauschalen "ich versteh das Streben nach mehr nicht". Das macht Dir und deiner Familie das Leben einfach um so vieles leichter.[/QUOTE
Deine Argumente mögen richtig sein, was ist die Schlussfolgerung? Dass Ärzte mehr verdienen müssen, damit sie nicht verarmen? Das kann ich mir nicht vorstellen. Die einzig logische Schlussfolgerung muss sein, dass alle Einkommen steigen müssen. Und wenn das nicht ausreicht, um einige vor der Armutsgrenze zu bewahren- ja dann sind es halt die „starken Schultern“, die dann anteilig Einbußen haben. So what? Ich möchte auch kein EFH in A-Lage kaufen können müssen -erst recht nicht, wenn andere unter sinkenden Sozialleistungen leiden.
Und wenn uns Corona eins gezeigt hat, ist es doch, dass sich sehr kurzfristig gravierende Änderungen ergeben können, sodass man zwar mathematisch berechnen kann, wie es in 10,20 Jahren wäre, wenn alles so bliebe- aber ob das dann wirklich so kommt?
Und selbst wenn es einen absoluten Umsturz gäbe, den völligen Kollaps des gesamten Wirtschaftssystems, Hyperinflation etc - wir Ärzte würden immer noch nicht verarmen, denn wir werden immer wertvolle Dienstleistungen anbieten können, ob man uns dann in Muscheln, Naturalien oder Dollar bezahlt, ist grad egal.
Ob das, was ich jetzt anspare oder anlege wirklich mal der Ausbildung meiner Kinder zugute kommt, kann mir eh keiner garantieren. Deswegen muss ich jetzt auch nicht pauschal mehr verlangen, diese Unsicherheit betrifft eh auch alle.
Christoph_A
17.04.2020, 10:42
Dann kam aber sofort wieder die "FlAtTeN ThE CuRvE!!!!1111!!!11!!"-Fraktion und hat einen Shitstorm angefangen, was das soll, dass Mama Merkel sich schon um alles kümmern wird und blablabla und dass die Einschränkungen noch "ganz lange weiterlaufen müssen, weil ja sonst die armen alten Menschen alle sterben werden".
Das ist zynisch und ethisch einfach eines Arztes unwürdig, Menschenleben gegen die Wirtschaft aufrechnen zu wollen. Die Einschränkungen werden und müssen so lange weitergehen, wie wir brauchen um a) eine vernünftige Therapie, b) einen Impfstoff oder c) eine geordnete Durchseuchung ohne Überforderung unserer Bettenkapazitäten zu erlangen.
Was passiert, wenn man das aus neoliberalem Wirtschaftsdenken nicht macht, sieht man bei unseren angelsächsischen Freunden gerade eindrucksvoll.
Und gerade die FDP, die immer nach mehr Effizienz, Klinikschließungen und Personalreduktion im Gesundheitssektor krakelt hat, sind so ziemlich die letzten, denen ich gesundheitspolitischen Weitblick zutraue.
WackenDoc
17.04.2020, 10:49
Achso- eine von mir mitbetreute Firma, die in einem Krankenhaus arbeitet, hat eine "Hilfslieferung" FFP2 aus China bekommen. Die haben die mal auseinander genommen- die waren komplett offen weil der Filter gefehlt hat.
Evtl. werden die jetzt mit einem Stück Stoff gepimpt und als BMNS verwendet.
Matzexc1
17.04.2020, 11:00
Deine Argumente mögen richtig sein, was ist die Schlussfolgerung? Dass Ärzte mehr verdienen müssen, damit sie nicht verarmen? Das kann ich mir nicht vorstellen. Die einzig logische Schlussfolgerung muss sein, dass alle Einkommen steigen müssen. Und wenn das nicht ausreicht, um einige vor der Armutsgrenze zu bewahren- ja dann sind es halt die „starken Schultern“, die dann anteilig Einbußen haben. So what? Ich möchte auch kein EFH in A-Lage kaufen können müssen -erst recht nicht, wenn andere unter sinkenden Sozialleistungen leiden.
Und wenn uns Corona eins gezeigt hat, ist es doch, dass sich sehr kurzfristig gravierende Änderungen ergeben können, sodass man zwar mathematisch berechnen kann, wie es in 10,20 Jahren wäre, wenn alles so bliebe- aber ob das dann wirklich so kommt?
Und selbst wenn es einen absoluten Umsturz gäbe, den völligen Kollaps des gesamten Wirtschaftssystems, Hyperinflation etc - wir Ärzte würden immer noch nicht verarmen, denn wir werden immer wertvolle Dienstleistungen anbieten können, ob man uns dann in Muscheln, Naturalien oder Dollar bezahlt, ist grad egal.
Ob das, was ich jetzt anspare oder anlege wirklich mal der Ausbildung meiner Kinder zugute kommt, kann mir eh keiner garantieren. Deswegen muss ich jetzt auch nicht pauschal mehr verlangen, diese Unsicherheit betrifft eh auch alle.
Wen sich keiner deine Dienstleistungen mehr leisten kann oder du dich wie die Kollegen in Venezuela mit Mangelwirtschaft beschäftigen muss gibt es auch keine Naturalien mehr. Die Frage die ich mir stelle wieviel können die "starken Schultern" noch stemmen bis sie zusammenbrechen?
Am Ende bezahlen die Leistungsträger, nicht der Politiker, nicht der Reiche mit Einkünften aus Immobilien und geldanlagen, vielleicht solltest du dich damit mal beschäftigen.
Achso- eine von mir mitbetreute Firma, die in einem Krankenhaus arbeitet, hat eine "Hilfslieferung" FFP2 aus China bekommen. Die haben die mal auseinander genommen- die waren komplett offen weil der Filter gefehlt hat.
Evtl. werden die jetzt mit einem Stück Stoff gepimpt und als BMNS verwendet.
Na super, die Rechnung war wahrscheinlich entsprechend FFP2
Was das Streben nach mehr angeht, ich hab gern immer mehr und das denken wohl auch vile Leute so, sonst hätte sich der Kapitalismus nicht als überlegenes Gesellschaftssystem durchgesetzt. Ich arbeite nicht 60h die Woche und hätte viel Geld in meine Praxis investiert, wenn ich dann am Ende des Tages mit nem Klinik OA Gehalt ohne Zulagen zufrieden wäre. Leistung muß sich lohnen, das gilt für die Pflege, die jetzt hoffentlich endlich auch finanziell entsprechend honoriert wird wie für uns Ärzte.
Volle Zustimmung, wobei unser Staat eher die Faulheit unterstützt als Leistung. Im Bekanntenkreis gibt es genug die sich ein schlaues Leben machen weil sie denken die Zukunft ist noch weit weg
Edit: freak1, ich glaube ich komm dann mit.
Bonnerin
17.04.2020, 11:13
Das ist zynisch und ethisch einfach eines Arztes unwürdig, Menschenleben gegen die Wirtschaft aufrechnen zu wollen. Die Einschränkungen werden und müssen so lange weitergehen, wie wir brauchen um a) eine vernünftige Therapie, b) einen Impfstoff oder c) eine geordnete Durchseuchung ohne Überforderung unserer Bettenkapazitäten zu erlangen.
Was passiert, wenn man das aus neoliberalem Wirtschaftsdenken nicht macht, sieht man bei unseren angelsächsischen Freunden gerade eindrucksvoll.
Und gerade die FDP, die immer nach mehr Effizienz, Klinikschließungen und Personalreduktion im Gesundheitssektor krakelt hat, sind so ziemlich die letzten, denen ich gesundheitspolitischen Weitblick zutraue.
Ich habe mich insgesamt halt eher über die Diskussionsführung zu diesem Artikel aufgeregt als über irgendwas anderes.
Man kann die Diskussion halt sachlich führen und nicht mit 35 Ausrufezeichen nach jeder Aussage auf fb, Twitter, ZeitOnline etc. Dass die FDP gerade in ihren Regierungszeiten dem Gesundheitssystem nicht förderlich war ist absolut korrekt; und dass es sich hier um einen politischen Schachzug für Wählerstimmen handelt ist sicher richtig (sowohl im Gesundheitssystem, als auch bei denen, die gerade ihren Job den Bach runtergehen sehen. Und gerade letztere werden auch nicht von einer regierenden FDP profitieren). Aber welche Partei war und ist schon wirklich für das Gesundheitssystem eingetreten? Die CDU war dem Bericht der Bertelsmannstiftung auch nicht abgeneigt, von der SPD habe ich zumindest auch keinen Protest in Erinnerung.
Nein, man sollte und darf keinesfalls mutwillig in Kauf nehmen, dass andere Menschen sterben.
Aber man darf sich in seinem entspannten Home-Office-Job (nein, absolut nicht du, sondern viele der Personen, die momentan recht "laut" diskutieren) aber auch nicht den Leuten gegenüber verschließen, die es generell nicht so gut haben und die jetzt noch mehr unter der Krise leiden:
Die Lehrer machen sich schon große Sorgen darüber, dass viele Kinder, die ohnehin schon Probleme in der Schule haben noch mehr abgehängt werden; eben weil sich jetzt noch deutlicher zeigt, wieviel Einfluss die Herkunft auf den Bildungserfolg hat.
Kleine, selbstständige Betriebe (keine Handwerker, sondern Dienstleistungen) mit wenigen Mitarbeitern werden auch mit den Staatshilfen nicht lange auskommen. Die Mieten und Zahlungen sind ja nur gestundet, nicht komplett aufgehoben, wie das medial teils präsentiert wird.
Patienten (gerade im psychiatrischen oder psychosomatischen Bereich) bekommen als Ersatz teils online-Angebote, aber auch das ist ja nicht ausreichend.
Im wirtschaftlichen Bereich merken viele Firmen gerade, mit wieviel weniger Personal es im Prinzip laufen kann, und da werden viele Stellen gestrichen werden nachdem die Krise vorbei ist.
Mich hat es geärgert, weil ich es im Prinzip richtig finde, anzusprechen, dass wir gerade alle nicht nur ein Problem (Covid-19) haben, sondern viele Probleme, die damit in der Folge zusammenhängen.
Dass es jetzt bald zumindest in Teilen Lockerungen geben soll finde ich aber richtig. Falls es dann zu hohen Infektionsraten kommt muss man auch wieder bremsen. Aber dass Menschen pauschal sagen "man muss aber alles sehr, sehr lange im Lockdown halten, sonst sterben alle" finde ich einfach nicht richtig. Alles mit Maß, wie du auch gesagt hast. Aber wenn man auf Monate oder Jahre hin diese Einschränkungen fordert hilft man auch der Gesamtbevölkerung nicht. Vor allem nicht in den Gebieten, die ohnehin seit Jahren extrem links oder rechts wählen und wo dann die höheren Arbeitslosigkeitsraten das Problem nur verschlimmern werden.
Die Aussage mit der Wirtschaft war darauf bezogen, dass wir uns unser Gesundheitssystem nur dank den hohen Abgaben an die Krankenkassen etc. leisten können. Wenn plötzlich da die Einnahmen massiv wegbrechen, weil viele Menschen arbeitslos werden, wird das die Situation insgesamt nicht verbessern. Aber ja, es ist den USA viel schlimmer und auch GB hat sein ehemals gutes NHS-System kaputtgespart. So oder so wird die Finanzierung eher früher oder später als Problem in den Fokus rücken und (der Kreis schließt sich) bis jetzt sehe ich keine Idee, wie man den momentanen Standard aufrecht erhalten kann ohne dass es noch teurer wird...
Hallo :)
Ich klinke mich hier mal wieder ein.
Komme gerade von einem der schrecklichsten Nachtdienste die ich je hatte :(
Und mittlerweile werden bei uns alle Patienten, die operiert werden, auf Covid19 getestet.
Ist das bei euch auch so?
Ich war dann einen Patienten am Vormittag aufnehmen, dann am Nachmittag der Schock: Pat. Covid positiv :(
Nachdem wir alle FFP2 Masken tragen, anscheinend kein bis wenig Risiko. (Obwohl ich das anders sehe, da Pat. keinen MNS aufhatte) und man bei der Untersuchung ja doch sehr nahen Kontakt hat. Ich würde mal sagen mein Gesicht war zeitweise vielleicht 20cm vom Gesicht des Patienten entfernt, da ich mir seinen Nabelbruch noch im Stehen ansehen wollte.
Somit muss ich nicht in Quarantäne, werde mich aber selbstständig (noch mehr; geht das eigentlich noch?) isolieren und hoffen, dass ich mich nicht angesteckt habe..
AAH, ich habe schon so keinen Bock mehr auf das Ganze
Heute nach meinem Nachtdienst hätt ich gerne gekündigt, aber leider brauche ich das Geld :-nix
Solidarität ist eine gute und wichtige Sache, aber man muss sie sich auch leisten können. Das heißt zuerst braucht es Leistungsträger, die etwas erwirtschaften, davon selbst profitieren und belohnt werden. Anschließend darf man von denen zurecht Solidarität für die anderen fordern. Solange gegeben ist, dass Leistung sich lohnt werden Leute auch bereit sein etwas zu leisten und in fairem Maße davon abzugeben.
Aber man darf den Bogen eben nicht überspannen und ihnen mehr und mehr wegnehmen, sie pauschal als gierige Reiche abstempeln und immer mehr umverteilen, dann funktioniert das System irgendwann nicht mehr.
Genau das droht aber zu geschehen, wenn der Staat langfristig zu wenig in die investiert die etwas erwirtschaften, immer höhere Steuern erhebt und teilweise planlos großzügig umverteilt. Dann wird man sich sehr genau überlegen, wie viel man selbst bereit ist zu leisten, wenn man daraus immer weniger Nutzen zieht und auch noch mit zunehmendem Neid konfrontiert wird.
Ein großes Problem ist, dass unsere Gesellschaft schon vor Corona erheblich in diesem Problem drin gesteckt hat. Dass die Pandemie da noch oben drauf kommt macht das ganze natürlich noch schlimmer.
Dazu kommt, dass die wirklich reichen, die am meisten zu einer solidarischen Gemeinschaft beitragen könnten, das eben oftmals nicht tun, ihr Vermögen ins Ausland verlagern oder diverse weitere Schlupflöcher nutzen können. Es bleibt demnach beim Mittelstand hängen, der dann immer weiter gemolken werden soll. Das mag zwar Kurzfristig möglich sein, wird aber auf Dauer nicht funktionieren.
Matzexc1
17.04.2020, 11:25
Hallo :)
AAH, ich habe schon so keinen Bock mehr auf das Ganze
Heute nach meinem Nachtdienst hätt ich gerne gekündigt, aber leider brauche ich das Geld :-nix
:knuddel: ist mir auch schon so gegangen, ich halte dir die Daumen das du gesund bleibst
Leni, hier werden alle Patienten getestet, die aufgenommen werden und bis zum
Ergebnis nach 6h tragen sie MNS. Das Personal trägt den auch und in den infektionsbereichen FFP2. Das Personal wird hier sehr niedrigschwellig getestet, ich hab mich gestern bei Halsschmerzen zum 2. mal abstreichen lassen.
Matztec1 - naja, dass in D mal die Naturalien alle gehen und venezuelische Verhältnisse herrschen, ist jetzt doch eher ein entferntes Katastrophenszenario. Wir haben doch jetzt sogar wieder genug Erntehelfer für die bedrohte Spargelernte zusammen gekriegt. (Und bei den Bildern der zusammengedrängten Rumänen hab ich mich doch geschämt für meinen „Reichtum“ muss ich sagen.)
WackenDoc
17.04.2020, 12:32
Was die Zahlen beim Pflege- und ärztlichem Personal angeht: 6400 für alle medizinsichen Berufe ZUSAMMEN (wobei in dem zusammenfassenden Artikel nicht genauer beschrieben wurde, wer genau dazu zählt). Das DURCHSCHNITTSALTER der ERKRANKTEN ist 42. Und 3/4 weiblich.
Matzexc1
17.04.2020, 13:04
Matztec1 - naja, dass in D mal die Naturalien alle gehen und venezuelische Verhältnisse herrschen, ist jetzt doch eher ein entferntes Katastrophenszenario. Wir haben doch jetzt sogar wieder genug Erntehelfer für die bedrohte Spargelernte zusammen gekriegt. (Und bei den Bildern der zusammengedrängten Rumänen hab ich mich doch geschämt für meinen „Reichtum“ muss ich sagen.)
Nein, wir haben nicht genug Saisonkräfte. Viele die aktuell auf dem Feld helfen sind Leute aus der Gastronomie, Studdenten und viele die aktuell nichts zu tun haben. Die fleissigen suchen sich einen Job um so den Verdienstausfall zu überbrücken, die Sozialleistungsfälle, von denen es genug gibt, siehst du kaum auf dem Feld und die Bauern wollen die auch nicht. Nach 2 Tagen ist den meisten alles zu viel und sie kommen nicht mehr.
Mach dir vor solchen Aussagen erstmal den Unterschied bei den Lebenshaltungskosten bewusst. Der Verdienst eines Lehrers in Rumänien liegt bei ca 7000€ jährlich, das Studium hat vorher auch Geld gekostet. Für viele Osteuropäer ist der Lohn als Saisonkraft sehr viel.
https://orange.handelsblatt.com/artikel/59947
Außerdem woher kommt dein "Reichtum"? Wie definierst du eigentlich "Reichtum"? Wer hat dir das Studium finanziert?
Bafög ist eigentlich eine rein deutsche Geschichte, das worauf unser "Reichtum" aufbaut ist kostenlose Bildung und die Berteitschaft von vielen mehr zu erreichen, hart zu arbeiten und am Ende mehr zu haben als die Generation davor.
Und genau diese Grundlage wird aktuell durch das Coronavirus und seit geraumer Zeit durch einen überbordenden Nanny/Umverteilungs Staat auseinandergenommen.
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