Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
arbeiter79
30.03.2020, 09:14
Von „einfach absetzen“ rede ich gar nicht. Es gibt auch noch eine Zeit nach C. Das wird von vielen vergessen. Und Grds mag ich meinen Arbeitgeber und mein Team und würde gerne auch längerfristig bleiben.
Darüber habe ich auch nachgedacht. Nur: ohne entsprechende PSA ist auch Narkose beim Notfall Roulette. Wer weiß schon, ob der Notfall sonst gesund ist?! Ich steche braunülen schließlich bei jedem Patienten mit Handschuhen und nicht nur bei denen, von denen ich weiß, dass sie hep/hiv infiziert sind 🤷*♀️. Ist Vlt keine gute Analogie...
und was, wenn ich keine entsprechende psa bekomme?
Im Dienst der crash-Funk... wir haben C-Stationen. Soll ich dann da nicht hingehen? (Wer geht sonst? Ist ja niemand da) Auch schwierig. HKL, ct-Transporte für die its...
und mit wem spreche ich darüber? Hygiene, Chef, betriebsarzt?
Und ich frage mich tatsächlich ob ich mich anstelle oder adäquat reagiere 🤷*♀️
Ja sprech das an und wenn du zu keiner Lösung kommst kannst du immer noch abhauen. Willst du auf Nummer sicher gehen in dem Fall würde ich auf psychische Erkrankungen setzen, das wird länger dauern darum ist diese Variante die Beste.
An Deiner Stelle würde ich erstmal mit dem Chef sprechen. Bei uns gibts immernoch die Anästhesieambulanz, da dürfte das Risiko nicht wesentlich über dem "draußen" liegen. So oder so steht m.E. der Selbstschutz hier an oberster Stelle. Wie er das eigentlich immer sollte ( aber nur selten tut leider).
Mr. Pink online
30.03.2020, 11:06
Wie sind eure Erfahrungen bisher bzgl. der Krankheitsverläufe auf Intensivstation? Meine ist, dass ab Intubation alles bergab geht. Aber das ist hoffentlich nicht repräsentativ. Hat schon jemand erlebt, dass sich ein Patient unter ECMO wieder erholt? Wie ist bei euch der Altersschnitt auf Intensiv? Ich höre zwar immer wieder von "jungen" Patienten, das matched aber nicht die eigene Erfahrung.
Bombenbauer
30.03.2020, 11:11
Einfach mit Heilkristallen und Globuli eindecken... Warum hört man von der entsprechenden Industrie eigentlich so wenig? Sonst hilft Globuli doch immer gegen alles, aber bei Corona sind sie plötzlich ganz leise?
lol
Warum tragen nicht einfach alle Mundschutz und Einweghandschuhe, dann sinkt doch die Infektionsrate. Muss doch kein OP Mundschutz sein, kann doch alles mödgliche aus Stoff etc. sein.
Wann denkt ihr machen die Fitnesstudios wieder auf?
Gerüchteweise bei unseren Internisten 1 Patient 30 Jahre, der mehrere Tage an der ECMO war und mittlerweile sehr viel besser ist und schon wieder auf Normalstation liegt.
Mr. Pink online
30.03.2020, 11:14
Gerüchteweise bei unseren Internisten 1 Patient 30 Jahre, der mehrere Tage an der ECMO war und mittlerweile sehr viel besser ist und schon wieder auf Normalstation liegt.
Das klingt ja ehrlicherweise nicht nach einem typischen ECMO Verlauf
Naja gut, die jungen Patienten haben eben Reserven das zu überleben und sich danach zu erholen. Wir hatten auch schon Kinder (nicht Covid) mit schwerem ARDS die sich an der ECMO erholt haben.
Das bei Oma Helga mit COPD, Hypertonus, KHK, 2 Schlaganfällen und DM2 keine wirkliche Erholung an der ECMO zu erwarten ist, ist irgendwie klar.
Mr. Pink online
30.03.2020, 11:22
Naja gut, die jungen Patienten haben eben Reserven das zu überleben und sich danach zu erholen. Wir hatten auch schon Kinder (nicht Covid) mit schwerem ARDS die sich an der ECMO erholt haben.
Das bei Oma Helga mit COPD, Hypertonus, KHK, 2 Schlaganfällen und DM2 keine wirkliche Erholung an der ECMO zu erwarten ist, ist irgendwie klar.
Ja aber in diesem speziellen Fall müsste sich der entsprechende Patient ja innerhalb kürzester Zeit vom schweren ARDS erholt haben (der Virus kursiert ja noch nicht so lang). Das kenne ich bspw von Influenza an der ECMO so nicht, sondern das ist wirklich langwierig. Aber von mir aus darf es gerne stimmen, das würde Hoffnung machen.
Bei der richtigen Indikation für die ECMO ist das ein tolles Gerät und hilft die 3-5 kritischsten Tage zu überstehen mit danach oft beeindruckender Besserung des Gesamtzustandes. Da klingen vier Wochen Intensiv und anschließend Verlegung durchaus plausibel.
Wenn aber die Indikation ausgeweitet wird, der multimorbide, pumonal schwer vorerkrankte Patient mit jetzt zusätzlich Pneumonie eine ECMO bekommt, dann ist der fatale Verlauf quasi vorprogrammiert. Genau das gleiche gilt für Bridging-to-nowhere oder die Verlegenheits-EMCO weil man keine Idee mehr hat und hofft das die nächste Schichte den brillianten Einfall mitbringt...
Wie gesagt, ist nur Hörensagen... dass dieser Patient an der ECMO war, ist auf jeden Fall schon über zwei Wochen her.
Von „einfach absetzen“ rede ich gar nicht. Es gibt auch noch eine Zeit nach C. Das wird von vielen vergessen. Und Grds mag ich meinen Arbeitgeber und mein Team und würde gerne auch längerfristig bleiben.
Darüber habe ich auch nachgedacht. Nur: ohne entsprechende PSA ist auch Narkose beim Notfall Roulette. Wer weiß schon, ob der Notfall sonst gesund ist?! Ich steche braunülen schließlich bei jedem Patienten mit Handschuhen und nicht nur bei denen, von denen ich weiß, dass sie hep/hiv infiziert sind 🤷*♀️. Ist Vlt keine gute Analogie...
und was, wenn ich keine entsprechende psa bekomme?
Im Dienst der crash-Funk... wir haben C-Stationen. Soll ich dann da nicht hingehen? (Wer geht sonst? Ist ja niemand da) Auch schwierig. HKL, ct-Transporte für die its...
und mit wem spreche ich darüber? Hygiene, Chef, betriebsarzt?
Und ich frage mich tatsächlich ob ich mich anstelle oder adäquat reagiere 🤷*♀️
Ich zähle mich auch zur Risikogruppe, nicht so sehr weil ich eine EMAH bin sondern vor allem weil ich aufgrund mehrerer Faktoren nur auf ein Lungenvolumen von knapp 1,5l komme, da schnaufts sich mit Pneumonie wahrscheinlich recht schnell nicht mehr so sehr gut...
Aktuell wurde das im Dienstplan bereits dahingehend berücksichtigt, dass ich keine Dienste mehr machen muss, wo ich die Notaufnahme mitbetreue und habe auch FFP Masken für unsere Außeneinsätze in den Geburtskliniken gestellt bekommen. In unserem Haus (Kinderklinik) hatten wir bisher auch nur wenige stationäre Fälle. Aktuell sehe ich noch keine große Infektionsgefahr für mich, die ist zu Hause (wohne in einem der frühen bayerischen Hot Spots ^^) vermutlich aktuell beim einkaufen höher. Trotzdem werde ich nächste Woche nochmal das Gespräch suchen um jetzt schonmal vorzuplanen wie man mich einsetzen könnte falls wir wirklich in eine Situation mit so vielen Fällen kommen, dass ich ihnen in den Diensten nicht mehr ausweichen kann. Vom leitenden OA wurde mir schon signalisiert, dass er da auf keinen Fall im Weg stehen wird, eine praktikable Lösung zu finden.
Sprich auf jeden Fall mit deinem Arbeitgeber, ich habe von Kollegenseite wirklich nur Unterstützung bekommen bisher und auch viele Aufforderungen mich echt rauszunehmen wenns zu gefährlich wird und auf mich aufzupassen :-love
pineapple
30.03.2020, 14:42
UKM sucht gesundete Corona-Patienten für Blutspende
Die UKM-Mediziner wollen aus dem Blut gesundeter Corona-Patienten sogenannte Hyperimmun-Seren gewinnen, um daraus Abwehrstoffe zu isolieren, die sie schwer erkrankten Corona-Patienten verabreichen.
https://www.ukm.de/index.php?id=vollstaendiger_artikel&tx_news_pi1%5Bnews%5D=8855&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=1e1ef6a2e8b93141af33fac4bdcd347f
arbeiter79
30.03.2020, 16:18
Ich zähle mich auch zur Risikogruppe, nicht so sehr weil ich eine EMAH bin sondern vor allem weil ich aufgrund mehrerer Faktoren nur auf ein Lungenvolumen von knapp 1,5l komme, da schnaufts sich mit Pneumonie wahrscheinlich recht schnell nicht mehr so sehr gut...
Aktuell wurde das im Dienstplan bereits dahingehend berücksichtigt, dass ich keine Dienste mehr machen muss, wo ich die Notaufnahme mitbetreue und habe auch FFP Masken für unsere Außeneinsätze in den Geburtskliniken gestellt bekommen. In unserem Haus (Kinderklinik) hatten wir bisher auch nur wenige stationäre Fälle. Aktuell sehe ich noch keine große Infektionsgefahr für mich, die ist zu Hause (wohne in einem der frühen bayerischen Hot Spots ^^) vermutlich aktuell beim einkaufen höher. Trotzdem werde ich nächste Woche nochmal das Gespräch suchen um jetzt schonmal vorzuplanen wie man mich einsetzen könnte falls wir wirklich in eine Situation mit so vielen Fällen kommen, dass ich ihnen in den Diensten nicht mehr ausweichen kann. Vom leitenden OA wurde mir schon signalisiert, dass er da auf keinen Fall im Weg stehen wird, eine praktikable Lösung zu finden.
Sprich auf jeden Fall mit deinem Arbeitgeber, ich habe von Kollegenseite wirklich nur Unterstützung bekommen bisher und auch viele Aufforderungen mich echt rauszunehmen wenns zu gefährlich wird und auf mich aufzupassen :-love
Ja mein Chef war auch sehr verständnisvoll, hat mir gleich angeboten das ich nach der ganzen Corona Sache wieder in seiner Klink anfangen kann. Da war ich echt total überrascht das der das so locker nimmt.
Jule-Aline
30.03.2020, 16:46
Toll,dass es das gibt.Wir müssen auch einen Zettel ausfüllen und angeben ob wir Risikofaktoren haben.Dann wird geschaut wo man eingesetzt werden kann.
Mal was anderes:. Auf Arbeit gab es die Diskussion wer die Kosten für die Gäste aus Italien und Frankreich übernimmt?
Was meint ihr? Ich tippe,Dtl.bezahlt alles.
WackenDoc
30.03.2020, 16:52
Eine meiner Reinigungsfirmen in einem Krankenhaus(sonst unsere Sorgenkinder)- hat alle Ü60 und mit Vorerkrankungen/Risikofaktoren in coronafreie Bereiche verschoben. Die machen sich auch Gedanken, wie sie die Sicherheit der MA sicherstellen können ohne sie mit übertriebener Sorge und PSA unnötig zu belasten.
Eine Handwerksfirma hat extra angerufen, wie sie folgendes Problem lösen: 2 Handwerker, beide ohne Führerschein, plus Fahrer- macht 3 statt 2 Leute. Die wollen jetzt was mit nem Duschvorhang im Fahrzeug basteln.
Und mein Chef hat schonmal gefragt, wo wir Plexiglastrenner her bekommen. Die Etage drüber muss es halt absegnen.
FirebirdUSA
30.03.2020, 16:53
Toll,dass es das gibt.Wir müssen auch einen Zettel ausfüllen und angeben ob wir Risikofaktoren haben.Dann wird geschaut wo man eingesetzt werden kann.
Mal was anderes:. Auf Arbeit gab es die Diskussion wer die Kosten für die Gäste aus Italien und Frankreich übernimmt?
Was meint ihr? Ich tippe,Dtl.bezahlt alles.
Geht wahrscheinlich über die europäische Krankenversicherungskarte
Kann es nicht sein, dass die Kosten über das Auslandsabkommen durch die jeweiligen Länder übernommen werden? Wenn wir jemanden in der Frühreha aus dem EU -Ausland haben werden so die Kosten abgerechnet.
Für NRW soll übrigens doch ein Gesetz kommen mit dem wir alle zur Arbeit ohne entsprechendes Schutzmaterial verpflichtet werden können:
https://www.landtag.nrw.de/files/live/sites/landtag/files/WWW/I.A.4/Gesetzgebung/Aktuell/gesetzentwurf-epidemiegesetz.pdf
S. 9:
§ 16, Abs. 1:
"(1) Durch Anordnungen gemäß der §§ 12 bis 15 können die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes) und der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes) eingeschränkt werden."
Wird wohl Zeit das Drecksloch namens NRW Richtung Schweiz zu verlassen.
Dagegen klagen bringt auch nichts:
"Rechtsbehelfe gegen Maßnahmen und Anordnungen nach diesem Gesetz haben keine aufschiebende Wirkung."
roxolana
30.03.2020, 17:07
Wow. Zwangsrekrutierung zum Gehalt des öffentlichen Gesundheitsdienstes, ohne Schutzkleidung und Klagemöglichkeit. :-dagegen
Relaxometrie
30.03.2020, 17:15
Für NRW soll übrigens doch ein Gesetz kommen mit dem wir alle zur Arbeit ohne entsprechendes Schutzmaterial verpflichtet werden können:
Wo ist denn da die Rede von "Arbeiten ohne Schutzmaterial"?
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