Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Ich glaub nicht, dass man darauf eine fundierte Antwort geben kann. Zu viele Unbekannte.
Und macht euch diese komplette Perspektivlosigkeit nicht wahnsinnig?
Ich bin mittlerweile echt zermürbt. Das kann so nicht bis in alle Ewigkeit weitergehen, aber ich sehe einfach keine langfristige Strategie (mehr), außer eben "Lockdown".
Nein, mich macht das nicht wahnsinnig. Ich kanns ja nicht ändern, warum also groß darüber aufregen? Ich lebe weiter und versuche, das Beste draus zu machen. Ich finde, dass wir selbst im Lockdown dankbar für unsere Lebensqualität sein können - das versuche ich mir immer vor Augen zu halten.
Choranaptyxis
03.02.2021, 17:25
Erste Hinweise auf Verringerung der Virusübertragbarkeit durch AstraZeneca (https://www.doccheck.com/de/detail/articles/31513-astrazeneca-geimpfte-uebertragen-virus-nicht). Mal sehen, was weitere Studien dazu sagen, auch bei den anderen Impfstoffen.
Nein, mich macht das nicht wahnsinnig. Ich kanns ja nicht ändern, warum also groß darüber aufregen? Ich lebe weiter und versuche, das Beste draus zu machen. Ich finde, dass wir selbst im Lockdown dankbar für unsere Lebensqualität sein können - das versuche ich mir immer vor Augen zu halten.
Ich finde das aktuelle Leben ehrlich gesagt nicht sehr lebenswert. Von welcher Lebensqualität sprichst du denn? Dass wir nicht verhungern, wenn wir allein in unseren vier Wänden sitzen?
Naja, vergleichs mal mit 1940 oder mit Somalia, dann weißt du, welche Lebensqualität ich meine.
Ich bin aber zugegebenermaßen froh, dass ich berufstätig bin. So sieht man zumindest jeden Tag echte Menschen. Und Telefonate und Videotelefonate mit meinen Freunden und Bekannten mach ich natürlich auch öfters. Während des Studiums wäre es sicher deutlich belastender gewesen.
Wobei ich es mir noch belastender vorstelle, wenn man 2020 Abi gemacht und mit dem Studium angefangen hat. Das war sicher nicht toll.
Feuerblick
03.02.2021, 17:36
Ich finde das aktuelle Leben ehrlich gesagt nicht sehr lebenswert. Von welcher Lebensqualität sprichst du denn? Dass wir nicht verhungern, wenn wir allein in unseren vier Wänden sitzen?
Du hast eine Wohnung, du hast Kleidung, du hast Essen und Trinken, du hast es warm. Du hast multiple Kommunikationsmöglichkeiten über diverse Kanäle. Du darfst spazieren gehen. Du bist gesund. Dir fallen keine Bomben auf den Kopf, du wirst nicht verhaftet, erschossen, du hast gute medizinische Versorgung. Wo genau fehlt dir denn von Luxusproblemen wie Ausgehen, Freunde persönlich (!) treffen und Reisen die Lebensqualität?
Ganz ehrlich? Wenn du nur, weil du gerade solche Dinge nicht tun kannst, die nicht lebensnotwendig und allenfalls nett sind, das Leben nicht mehr lebenswert (!) findest, dann solltest du doch drüber nachdenken, ob das Problem wirklich der Lockdown ist.
Ich sehe das übrigens wie davo. Was soll ich mich aufregen? Jeder Krieg, jede Pandemie (man denke an die spanische Grippe) - alles hat irgendwann ein Ende oder man hat irgendwann Strategien, wie man das Leben normalisieren kann. Mehr als abwarten kann man nicht. Und das Beste draus machen.
Ein Blick auf die Inzidenzzahlen der Johns Hopkins University zeigt leider, dass die Pandemie dort quasi unverändert wütet (mit nur leichter Abwärtstendenz), obwohl schon über 50% der Bevölkerung geimpft sind.
Was in Europa kaum wahrgenommen wird: In Israel gibt es ca. 12% ultra orthodoxe Juden. Diese haben sich z.B. mit 20.000 (in Worten: Zwanzigtausend!) Teilnehmern, von ein paar Tegen, zum Begräbnis eines Rabiners begeben, der an Corona verstorben ist. Das sieht schlimmer aus, als in jedem Fußballstadion und kaum jemand trägt korrekten Schutz!
https://de.euronews.com/2021/01/31/corona-versto-tausende-ultra-orthodoxe-auf-begrabnis-in-jerusalem
Die Corona Dynamik in dem Bevölkerungsteil ist so enorm, dass sie vieles vom statistischen Impfeffekt einfach hinwegfegt!
Dagegen sind unsere "Querdenker" und "Captain Future" etc. gar nichts...
Gruß, Ecki
Du hast eine Wohnung, du hast Kleidung, du hast Essen und Trinken, du hast es warm. Du hast multiple Kommunikationsmöglichkeiten über diverse Kanäle. Du darfst spazieren gehen. Du bist gesund. Dir fallen keine Bomben auf den Kopf, du wirst nicht verhaftet, erschossen, du hast gute medizinische Versorgung. Wo genau fehlt dir denn von Luxusproblemen wie Ausgehen, Freunde persönlich (!) treffen und Reisen die Lebensqualität?
Ganz ehrlich? Wenn du nur, weil du gerade solche Dinge nicht tun kannst, die nicht lebensnotwendig und allenfalls nett sind, das Leben nicht mehr lebenswert (!) findest, dann solltest du doch drüber nachdenken, ob das Problem wirklich der Lockdown ist.
Ich sehe das übrigens wie davo. Was soll ich mich aufregen? Jeder Krieg, jede Pandemie (man denke an die spanische Grippe) - alles hat irgendwann ein Ende oder man hat irgendwann Strategien, wie man das Leben normalisieren kann. Mehr als abwarten kann man nicht. Und das Beste draus machen.
Geil, jetzt muss man auch noch dankbar sein, dass man nicht unter dem Existenzminimum lebt und nicht massakriert wird. Das ist das, was ihr unter "Lebensqualität" versteht?
Ja, Freunde und Familie persönlich treffen fehlt mir enorm. Oder richtig Sport zu machen. Oder nach 8 überhaupt noch auf die Straße zu dürfen. Oder eigentlich praktisch alle Dinge zu tun, die ich früher mal gerne gemacht habe. Wenn die eigenen Hobbys nur aus Netflix bestehen ist das sicher kein Problem momentan.
Ihr habt echt ein Rad ab. Tut mir Leid, mehr fällt mir da nicht mehr ein.
Mir fehlt das auch. Überraschung. Aber es ist eben wie gesagt sinnlos, sich krampfhaft über Dinge aufzuregen, die man eh nicht ändern kann.
Und wie Feuerblick schon geschrieben hat, und das ist ein Punkt, den auch ich sehr wichtig finde - jede Epidemie geht wieder vorbei. Das war bei SARS so, das war bei MERS so, das war sogar bei der Spanischen Grippe so. Ich halte es also für unsinnig, davon auszugehen, dass das Leben ewig so weitergehen wird wie es derzeit ist. Und das sollte einem eigentlich Hoffnung geben. Und zwar sozusagen empirisch begründete Hoffnung.
(Aus demselben Grund halte ich auch die vielen Zeitungsartikel, in denen daherphantasiert wird, was sich alles durch Corona dauerhaft ändern wird, und dass wir alle nur noch im home office arbeiten werden, ziemlich schwachsinnig.)
Die Situation scheint dich sehr zu belasten - dann solltest du dir professionelle Hilfe suchen. Gleich angriffig zu werden, nur weil andere Menschen die Dinge anders sehen, löst deine Probleme ja auch nicht.
Und da dich das so belastet, ist es wahrscheinlich auch nicht besonders sinnvoll, dich intensiv mit Fallzahlen aus Israel oder Hypothesen zur Herdenimmunität auseinanderzusetzen. Je mehr du dich auf den Konsum von Corona-Nachrichten konzentrierst, desto belastender wird die Situation für dich werden.
Colourful
03.02.2021, 17:55
Und Feuerblick sitzt auch nicht wochenlang bei Dauerregen mit kleinen Kindern zu Hause, die unausgelastet sind und sich mit niemandem treffen dürfen.
(Und ja, das nervt, auch, wenn ich sie gut einigermaßen kann.
Wäre ich kinderlos, würde ich ganz normal arbeiten und hätte da kaum Probleme. Und sorry, dass ich beim Kinderkriegen keine Pandemie berücksichtigt habe.
Feuerblick
03.02.2021, 17:57
@Colour: Wiwi würd ich vermuten, sitzt auch nicht mit kleinen Kindern wochenlang zu Hause ;-) Wähnt sich aber in Sachen Lebensqualität am Existenzminimum... Finde ich ehrlich gesagt NICHT normal.
Während ich es völlig nachvollziehbar finde, wenn man mit Homeschooling und Homebespaßing genervt ist. Dennoch würdest du dein Leben sicher nicht als „nicht lebenswert“ bezeichnen, oder?
@Wiwi: Ich mache sehr gerne Sport, ich gehe sehr gerne auf Konzerte, ich reise sehr gerne. Trotzdem finde ich nicht, dass das Leben nicht lebenswert ist, nur weil ich auf Luxus verzichten muss. Wenn dich das so sehr belastet, dass du schon gleich bissig wirst, wenn man dir das aufzeigt, solltest du wirklich darüber nachdenken, dir helfen zu lassen.
Hoppla-Daisy
03.02.2021, 18:16
Nicht lebenswert?! Geht's noch ein bisschen dramatischer? Aber um es mit deinen Worten zu sagen: Du hast doch echt ein Rad ab! Mehr fällt mir da nicht mehr ein.
Ja, auch ich würde gerne mal wieder zum Normalzustand zurückkehren. Da dies aber nun einmal nicht so schnell sein wird, übe ich mich in Geduld. Man kann durchaus mal ne "Jammerperiode" haben, aber ich käme nie auf die Idee, wegen dieser Pandemie mein Leben als nicht mehr lebenswert zu bezeichnen :-nix.
Ich glaub auch nicht, dass es sinnvoll ist, einen Mitleidswettbewerb daraus zu machen. Der eine ist single und könnte darüber jammern, wie gut es den Paaren jetzt im Vergleich geht, der andere hat Kinder und könnte darüber jammern, wie gut es den Kinderlosen jetzt im Vergleich geht, usw. usf. Ist das sinnvoll? Nicht wirklich. Es ist wie es ist, und jeder versucht, das Beste daraus zu machen. Manche haben es dabei leichter als andere - so wie immer im Leben. Manchen gelingt das besser als anderen - so wie immer im Leben.
Wem das schwer fällt, für den gibts zum Glück professionelle Angebote. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit. (Die sind zwar im Moment vielerorts leider auch reduziert und/oder virtualisiert, aber geben tut es sie trotzdem überall.)
Ich kann jedem das Buch "…trotzdem Ja zum Leben sagen" von Viktor Frankl empfehlen. Und da man das ja in Österreich und Deutschland leider stets sicherheitshalber dazusagen muss: Nein, natürlich vergleiche ich die Covid-19-Epidemie nicht mit dem Leben im KZ. Trotzdem ist es ein beeindruckendes Buch, von dem IMHO jeder Menschen profitieren kann. Es zeigt, wie wichtig die innere Einstellung im Umgang mit schwierigen Situationen aller Art ist.
Ich habe nicht gesagt, dass ich am Existenzminimum lebe.
Aber mal ehrlich gefragt: Was macht ein Leben denn lebenswert eurer Ansicht nach? Arbeiten, essen, schlafen? In der Maslowschen Bedürfnispyramide sind damit "nur" die untersten beiden Stufen erfüllt. Reicht euch das?
Und der große Unterschied zu Pandemien in der Vergangenheit ist, dass man bei diesen nicht versucht hat bzw. es nicht für möglich gehalten hätte, sie unter langfristiger Stilllegung des öffentlichen Lebens zum Stillstand zu bringen (EDIT: oder, dass es nicht diese Fülle von asymptomatischen "Spreadern" gab). Damals sind dann Menschen gestorben, aber es war irgendwann auch vorbei.
Ich will weder das eine noch das andere befürworten. Ich denke halt nur nicht, dass es mit dem aktuellen Kurs irgendwann vorbei ist. Wie denn auch? Wir impfen langsamer als das Virus sich entwickelt (nicht nur in DE, sondern erst recht hinsichtlich der Weltbevölkerung). Ob die Fülle an Mutationen irgendwann ausreicht, den Impfschutz zu umgehen, wage ich nicht zu beurteilen - ich sehe aber keinen Grund, warum das nicht irgendwann der Fall sein sollte. Reinfektionen sind möglich, und Antikörper wirken nicht mehr. Also dürfte auch der Schutz durch die Impfung abnehmen.
Und ja, ich sitze aktuell den ganzen Tag allein daheim, weil ich kürzlich das Studium abgeschlossen habe und gerade noch meine Dissertation fertigstelle. Ich beginne erst im April mit dem Arbeiten, vielleicht wird es dann besser, wenn man wenigstens Kollegen und Patienten sieht. Und vielleicht sollte ich mich weniger mit Corona-News beschäftigen. Ich finde es echt nur noch deprimierend, was man so liest.
Hoppla-Daisy
03.02.2021, 18:48
Ja, das solltest du in der Tat. Also dich weniger mit Corona-News beschäftigen. Das meine ich ernst und völlig wertfrei! Ich für meinen Teil habe mich vor einiger Zeit dafür entschieden, mich nicht mehr täglich mit "Coronagedöns" zuballern zu lassen. Ich war das gesamte letzte Jahr zuhause, hatte keine Kollegen, die ich jeden Tag sehen konnte. Statt dessen hab ich telefoniert, ab und zu mal Freunde - wie man so schön sagt - coronakonform getroffen, aber eben insgesamt stark runtergefahren.
Ich hab mich aus vielerlei Gründen mehr mit solchen Themen wie Selbstfürsorge, Achtsamkeit, Entspannungsübungen, Yoga, Wandern, Meditation, neues Hobby suchen, Walken (u. a. als Sportersatz) etc. beschäftigt. Man muss in solchen Zeiten eben einfach lernen, die vielen schönen Seiten zu sehen, die das Leben trotzdem noch bietet. Man muss es eben nur sehen ;-). Braucht Übung, geht aber. Ich gebe allerdings zu, dass es gerade in diesen dunklen Monaten deutlich schwieriger ist. Ich baue auf den Frühling, überhaupt die längeren Helligkeitsphasen. Auf die Zeit nach dem derzeitigen Dauerregen *eyesroll*. Heut zum Beispiel war ich einfach mal ne Runde spazieren, bin zum Rhein runtergegangen und habe mir das Hochwasser angesehen. Einfach verweilt und die Bilder wirken lassen. Die überfluteten Rheinwiesen gegenüber und auch die Minimalbrandung (:-))), die fast an den Rheindeich anbrandete.
Und wenn alle Bemühungen nicht fruchten wollen, ja, dann würde ich sagen, ist es nicht schlimm, auch mal professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt - wie davo schon sagte - auch in diesen Zeiten noch genügend Angebote und Möglichkeiten. Und wenn es nur die Videosprechstunde ist. Was mir persönlich übrigens auch hilft, ist die Vorstellung, eine riesige Party zu feiern, wenn der Mist mal vorüber ist. Und mit jedem weiteren Tag lege ich in Gedanken noch eine kleine Schüppe drauf :-)). Dann erfreue ich mich quasi schon an der Vorfreude. Ich weiß ja, dass dieser Tag mal kommt. Wann, tja, das weiß ich nicht. Aber er kommt!
ehem-user-02-08-2021-1033
03.02.2021, 19:29
https://www.tagesspiegel.de/wissen/97-prozent-der-erwachsenen-muessten-geimpft-werden-herdenimmunitaet-fast-unmoeglich-zu-erreichen/26879138.html
Was sagt ihr dazu?
Wie kommt man seriös auf so eine Aussage?
Bei 95 % Efficacy des BionTechImpfstoffes hätte ich bei einer 97 prozentigen Durchimpfung bei 92,5 % der Bevölkerung einen wirksamen Schutz.
Kinder und Säuglinge die asymptomatisch erkranken fallen da komplett raus....
Also ich bin erschüttert, wie man zu solchen Zahlen kommt.
Colourful
03.02.2021, 20:57
@Funkel
Nee, natürlich ist mein Leben auch so lebenswert. Ich finde es nur einfacher, wenn das Wetter etwas besser ist, da geht es mir wie Daisy. Und bei Dauerregen kriege ich mit Kindern noch eher Lagerkoller, weil ich dann einfach nicht so lange mit denen raus kann.
@Daisy
Wir sind dann heute auch noch auf einen der Hügel hier gelaufen, haben über die Stadt geschaut und sind noch ein bisschen durch den Wald gelaufen, die K1 schön querfeldein und ich konnte die Klamotten danach quasi samt Kind in die Waschmaschine tun, war aber super, aber halt auch echt eine Regenpause.
ehem-user-12-02-2021-1343
05.02.2021, 16:16
Ich wollte mal fragen, ob bei den notfallmässig (egal aus welchem Grund) aufgenommenen Patienten ein PCR und Antigentest durchgeführt wird, oder nur eines von beiden. Finde da verschiedene Angaben. Der Aneignetest liefert ja schneller ein Ergebnis als der PCR-Test. Wann wird für den PCR-Test auch Probenmaterial aus den unteren Atemwegen untersucht?
Das wird bestimmt in jeder Abteilung und jedem Krankenhaus anders gehandhabt werden.
Bei uns ist es so, dass wir Antigen-Schnelltests (als Zusatz zu den ohnehin immer durchgeführten PCRs) bei Patienten nutzen, die ein erhöhtes Ex-Ante-Risiko haben (z.B. bei obdachlosen Pat.), oder auch am Wochenende, da die PCR-Ergebnisse bei uns am Wochenende leider oft sehr lange dauern. Ansonsten ist bei uns nur die PCR Standard.
PCR aus den unteren Atemwegen ist wahrscheinlich nur dann Standard, wenn die Klinik/Bildgebung recht verdächtig ist, aber die PCR aus dem Rachenabstrich dennoch negativ ist. Gibt ja immer wieder mal Patienten, bei denen die Rachenabstrich-PCRs wiederholt negativ sind, aber die Bronchiallavage-PCR dennoch positiv ist.
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