Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
FirebirdUSA
05.05.2022, 22:13
Aus Serbien wars jedenfalls im April kein Problem mit frischem PCR Test nach D einzureisen. Da Serbien weder EU noch auf deiner Positivliste ist, scheint es kein großes Ding zu sein. Einschränkend sei hier aber erwähnt, daß Serben kein Visum brauchen, um einzureisen. Da sind ja 90 Tage Aufenthalt legal.
Hier noch ein anderer Link, der explizit auf 3G verweist:
https://europa.eu/youreurope/citizens/travel/travel-and-covid/germany/index_de.htm
Die Sache ist relativ einfach, nach dem Bundesgesundheitsministerium gilt für die Einreise 3G … vom Bundesinnenministerium bekommst du aber kein Visum, wenn du aus einem visumpflichtigen Land kommst (mit den genannten Ausnahmen).
Bzgl. Ausgangssperre: Was hätte den anders gemacht werden sollen? Es gab noch keine Impfung, Kontaktbeschränkung hat nachweislich die Infektionsrate gesenkt. Natürlich stecke ich niemanden an wenn ich alleine auf einer Parkbank sitze, aber ein Verbot ist nur dann sinnvoll wenn es auch kontrollierbar und sanktionierbar ist. Insofern blieb nichts anderes als eine Ausgangssperre … ich bin im übrigen in der Zeit in B-W im Gegensatz zu WiWi trotz sehr vieler Rufdiensteinsätze währen der harten Lockdownzeit kein einziges Mal kontrolliert worden. Flächendeckend und hart ist es also auch im Süden sicher nicht kontrolliert worden.
Christoph_A
06.05.2022, 08:07
Das mit dem Visum war mir tatsächlich nicht bekannt, ist aber dann auch in die Kuriositätenliste aufzunehmen. Einerseits mache ich 3G, andererseits lasse ich visumpflichtige Leute ohne Impfung nicht ins Land, ob sich das mit dem Gleichheitsgrundsatz verträgt, weiß ich nicht, wird aber sicher auch noch aufs Tableau kommen.
Was die Ausgangsbeschränkungen betrifft, klar waren die sinnvoll, aber zumindest hier in BY wurde da anfangs schon krass übertrieben. Die Jagd auf Parkbanksitzer fand ja nicht zu Ausgangssperrzeiten sondern am hellichten Tag statt und musste tatsächlich juristisch unterbunden werden, bevor der damalige Boss von "Team Vorsicht" aufgab. War auch so mit dem Beginn der Ausgangsbeschränkung um 20 und danach geplant 21 Uhr, auch das musste ja gerichtlich gestoppt werden. Oder daß initial ja sogar Spaziergänge an der frischen Luft oder Freiluftsport verboten werden sollten.
Was die Kontrollen angeht, ich wurde während diverser Lockdowns tatsächlich dreimal kontrolliert, einmal war ich zugegebenermaßen spät dran, da ich mich mit einem Freund in seinem Büro getroffen hatte und erst um Mitternacht nach Hause fuhr, war aber auch kein großes Problem, hab den Polizisten erzählt, meine Mutter (Ü80, alleinlebend) hätte ein kardiologisches Problem gehabt. Zweimal wurde ich auf dem Weg aus dem KV Dienst nach Hause aufgehalten, aber da hat man ja eh den "Passierschein" dabei. Insgesamt wurde sicher nicht superstreng kontrolliert, aber ganz locker wurde das auch nicht gehandhabt. War in anderen Bundesländern wohl weniger streng, was man von Kollegen/Freunden so gehört hat.
Was ist daran so schrecklich, wenn Regeln auch tatsächlich kontrolliert werden?
Wenn man zuerst Regeln aufstellt, und diese dann nie kontrolliert werden, wäre es doch eine Farce, oder?
Endoplasmatisches Reticulum
06.05.2022, 08:51
Ich finde die Argumentation gefährlich.
"Was war denn schlimm an Maßnahme X, die wurde ja nie kontrolliert. Ihr Drama-Queens!"
Zeitpunkt später, ähnliche Situation, diesmal mit harten Kontrollen.
"Was wollt ihr denn, die Maßnahmen hatten wir schon und da fandet ihr sie nicht schlimm!"
Ich will nicht sagen, dass das hier der Fall oder die Intention ist. Aber genau so kocht man den Frosch ...
Meine Argumentation war das jedenfalls nicht.
Es ist vielmehr die Argumentation mancher, dass sie keine Regeln wollen UND, falls es denn Regeln gibt, keine Kontrollen wollen.
Und der Spruch mit dem gekochten Frosch ist sowieso völlig unsinnig, da die Regeln ja auch wieder zurückgefahren wurden, als sich die Lage entspannte. Solche Vergleiche würde ich eher bei Verschwörungstheoretikern verorten, die oft spekuliert haben, dass die Regeln ja nie wieder abgeschafft werden würden. Solche Befürchtungen haben damals ja auch einzelne Forennutzer geäußert.
Endoplasmatisches Reticulum
06.05.2022, 08:59
Als ich meinen Post geschrieben habe, stand dein Beitrag da noch gar nicht ;)
Das Argument ist auf den letzten Seiten mehrfach so oder ähnlich formuliert worden.
Alles klar, danke für die Erklärung.
Endoplasmatisches Reticulum
06.05.2022, 09:24
Und der Spruch mit dem gekochten Frosch ist sowieso völlig unsinnig, da die Regeln ja auch wieder zurückgefahren wurden, als sich die Lage entspannte. Solche Vergleiche würde ich eher bei Verschwörungstheoretikern verorten, die oft spekuliert haben, dass die Regeln ja nie wieder abgeschafft werden würden. Solche Befürchtungen haben damals ja auch einzelne Forennutzer geäußert.
Das denke ich nicht. Es ist ein Desensibilisierungsprozess, der wie gesagt nicht von irgendeiner ominösen Zentralentität intendiert sein muss, aber dennoch stattfindet. Maßnahmen schaffen Präzedenzen, aber der Durchsetzungsaufwand kann ja später variieren. Deshalb sollte man Maßnahmen als das beurteilen, was sie aussagen - nicht ob sie im Präzedenzfall einzelne Individuen mangels Kontrolle weniger eingeschränkt haben, als sie das bei harter Vollstreckung gekonnt hätten.
Christoph_A
06.05.2022, 09:35
Was ist daran so schrecklich, wenn Regeln auch tatsächlich kontrolliert werden?
Wenn man zuerst Regeln aufstellt, und diese dann nie kontrolliert werden, wäre es doch eine Farce, oder?
Ich denke, kein normaler, nicht querdenkender Mensch wird die Notwendigkeit der Kontaktbeschränkungen im Rahmen des Pandemiemanagments anzweifeln. Was allerdings schon auf den Prüfstand gehört sind genau solche Stilblüten wie sie hier beschrieben wurden. Für das Pandemiemanagement sind weder Jogger noch Menschen, die alleine auf Parkbänken/Wald/Berg etc sitzen ein Problem, dennoch wurde teils aggressiv seitens der Polizei hier vorgegangen. Ebenso die völlig überzogenen Versuche, eine Sperrstunde um 20 Uhr zu etablieren und viele andere Dinge, die komplett unsinnig waren (Maskenpflicht im Freien etc.). Hier kann man nicht einfach sagen, ist halt angeordnet und muß überwacht und eingehalten werden sondern, auch und gerade im Hinblick auf kommende Pandemien, eine Evaluation auf Sinnhaftigkeit stattfinden.
Klar. Aber da sollte man eher die Regeln so formulieren, dass sie sinnhaftig sind, als zu kritisieren, dass die Regeln so, wie sie formuliert wurden, auch kontrolliert werden.
Christoph_A
06.05.2022, 09:49
Wo genau hatte ich die Kontrolle sinnhafter Regeln kritisiert? Oder galt das jetzt allgemein, nur, um Mißverständnissen vorzubeugen.
cartablanca
06.05.2022, 09:54
In der Summe ist das was passiert ist eine nachhaltige Schädigung des Gesundheitswesens insbesondere der Pflegekräfte. Bei uns heißt das aktuell dass jetzt noch 20-25% der Planbetten aufgrund Pflegemangel gesperrt sind
Hat da nicht auch eine Rolle gespielt, dass man ohne Impfung nicht arbeiten konnte?
FirebirdUSA
06.05.2022, 16:58
Hat da nicht auch eine Rolle gespielt, dass man ohne Impfung nicht arbeiten konnte?
Nur marginal... die meisten sind lang davor gegangen und waren geimpft. Zumindest bei uns...
tragezwerg
06.05.2022, 17:09
Nur marginal... die meisten sind lang davor gegangen und waren geimpft. Zumindest bei uns...
Hier ebenso. Die meisten sind schon vor Mitte 2021 gegangen, da war noch keine Impfpflicht vorhanden.
Und es gibt ja auch AG, die Ungeimpfte arbeiten lassen, bis sie vom Gesundheitsamt die Rückmeldung bekommen, was zu tun ist.
Und es gibt ja auch AG, die Ungeimpfte arbeiten lassen, bis sie vom Gesundheitsamt die Rückmeldung bekommen, was zu tun ist.
Bei uns zum Beispiel.
Loreleye
06.05.2022, 20:50
Ich fand es grotesk zu beobachten, wie die Polizei Streife neben den Spielplätzen Gefahren ist, um die sich von den benachbarten Mehrfamilienhäusern verirrten Familien vom Klettergerüst zu zerren.
Oder wie das Ordnungsamt mit dem Auto auf den Gehwegen durch den Park gefahren ist, um den einsamen Mann mit seiner Turnmatte auf dem Rasen zu verscheuchen.
Oder der Kontaktverbot, so dass die Einzelkinder nicht mal mit einem Freund draußen spielen durften.(psst, unser Kind hat sich trotzdem mit dem besten Freund im Wald getroffen, wir Mütter haben uns als alleinerziende getarnt und unsere Männer verleugnet, es war so ein Schlupfloch in der Verordnung von unserem Bundesland).
Manchmal muss man eben die Rechtsgüter abwegen: Coronaschutzverordnung vs psychisches Wohlbefinden von dem Kind und Gesundheitsförderung durch Waldspaziergänge.
Und es gibt ja auch AG, die Ungeimpfte arbeiten lassen, bis sie vom Gesundheitsamt die Rückmeldung bekommen, was zu tun ist.
Bei uns auch.
Ich denke, kein normaler, nicht querdenkender Mensch wird die Notwendigkeit der Kontaktbeschränkungen im Rahmen des Pandemiemanagments anzweifeln. Was allerdings schon auf den Prüfstand gehört sind genau solche Stilblüten wie sie hier beschrieben wurden.
Und da kann ich mitgehen. Ich seh es auch so dass viele grundsätzliche Sachen beim Pandemiemanagement (Maskenpflicht, 2G-/3G-Regelungen, Impfpflicht im Gesundheitswesen, Kontaktbeschränkungen, Testangebote bis Testpflicht etc.) im Kern eine gute Idee sind. Bei gewissen Ausführungen hat es gehapert. Stilblüten sind da ja auch wild zum Teil, oder wie man gewisse Regeln umgeht und so. Wie es aber sehr oft in der Politik ist: man stellt allgemeine Regeln auf und im Einzelfall machen die keinen Sinn. Ist leider immer so. Manche finden in allgemeinen Regeln dann Schlupflöcher, andere haben richtig Pech. Nicht umsonst sind Steuerregeln, MWSt-Regelungen etc. in den letzten Jahrzehnten immer komplizierter geworden.
Wie ich auch schon erwähnt hätte, hätte ich mir teils sogar schärfere Regeln gewünscht. Ich hätte gern eine allgemeine Impfpflicht gehabt und hätte die gesamten Lockerungen, als drüber diskutiert wurde, eher später gemacht. Einfach weil ich glaubte dass beides in der ex ante Sichtweise besser gewesen wäre, auch wenn ich in der aktuellen ex post Sichtweise zumindest die Lockerungen nicht schlimm finde. Für uns im Krankenhaus hat sich die Lage tatsächlich coronamäßig trotz der Lockerungen sehr entspannt. Wir haben nur noch so kleine Probleme wie massiven Pflegemangel und dadurch bedingte Saalsperrungen, teilweise nächtliche CT-Ausfälle wegen fehlenden MTRA, Bettenschließungen auf Station wegen Pflegemangel usw usw... also nur so Kleinigkeiten die halt ein viertel der OP- und Bettenkapazitäten lahmlegen und so. Voll easy halt... aber das hat ja nix mit Corona zu tun. Ist halt nur in den letzten zwei Jahren in zufällig zeitlichem Zusammenhang passiert...
Wir haben seit einer Woche wieder einen Ausbruch auf zwei Stationen. Führt auch zu Personalausfall und leeren Betten.
Besuche in der Klinik folgen natürlich entsprechenden Regeln (geimpft/genesen + getestet, FFP2, ein Besucher pro Rehabilitand). Aber da in der Reha viele Fußgänger/Rollstuhlfahrer unterwegs sind, finden die Treffen im Garten statt. Vermutlich auch die, die den genannten Regeln nicht entsprechen. Masken sind da dann auch eine Seltenheit und 1,5 m reduzieren sich auf wenige cm.
Leider ist den Menschen nicht zu vermitteln, dass hier andere Maßstäbe als in der Fußgängerzone anzulegen sind.
Kackbratze
07.05.2022, 16:46
Am Besten, man sperrt das gesamte Klinikpersonal ein, dann können die sich auch nicht in der Fussgängerzone anstecken. ;-)
90% der Ansteckungen des Personals kommen aus dem privaten Umfeld. Wenn man das noch reduzieren könnte, wäre eine Menge getan.
Über die aktuelle Anzahl der Geimpften, die sich anstecken und ausfallen, gibt es ja genug Daten, somit ist auch die Impfpflicht, insbesondere die Einrichtungsbezogene, nicht sinnvoll.
Gibt es Daten aus den Ländern, die sehr früh geöffnet haben und keine Impfpflichten hatte, wie die aktuelle Lage in deren Kliniken ist?
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