Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
habichnicht
28.12.2020, 16:29
Die ganze Ampulle enthält vor der Verdünnung nur 0,45ml, d.h. ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass man tatsächlich das Verdünnen vergessen hat. Denn für fünf Dosen hätte man dann ja 50% mehr aufziehen müssen, als man von der verdünnten Lösung aufziehen hätte müssen. Viel wahrscheinlicher ist deshalb, dass man nicht kapiert hat, dass in einer Ampulle sechs Dosen sind. Wie kommst Du auf sechs Dosen pro Flasche? Auf den abgebildeten Flaschen steht " After dilution, vial contains 5 Doses ..."
Für meine Sicht dazu, siehe mein letztes Posting, das ich währenddessen ergänzt habe.
habichnicht
28.12.2020, 16:39
Für meine Sicht dazu, siehe mein letztes Posting, das ich währenddessen ergänzt habe. Zu Deiner Anmerkung: Ja, auf den Abbildungen steht "...5 Doses..", aber ich hab auch mal im TV gesehen bzw. gehört, es gebe auch Flaschen mit mehr als 5 Dosen.
@davo: Woher hast Du die Info, in den Fläschchen seien 0,45 ml der unverdünnten Substanz enthalten?
Edit.: Noch etwas zur Bezeichnung der Fläschchen: Es sind keine Ampullen, sondern Phiolen, deshalb der Aufdruck "vial".
Aus dem FDA Fact Sheet:
https://www.fda.gov/media/144413/download
Siehe S. 3 und S. 13.
Das mit 5 vs. bis zu 6 Dosen pro Ampulle steht im vorletzten Punkt auf S. 13.
Zugegebenermaßen könnte es sein, dass in Deutschland andere Ampullen verwendet werden.
Choranaptyxis
28.12.2020, 16:45
Es wird etwas mehr befüllt, als man eigentlich für 5 Dosen braucht, um etwaige Ungeschicklichkeiten beim Aufziehen zu verzeihen. Es gab aber auch schon eine Mitteilung des Herstellers dazu, wenn man wirklich gut aufzieht, reicht eine Flasche für 6 Dosen. Man soll nur nicht die Rest von verschiedenen Flaschen mischen.
Feuerblick
28.12.2020, 16:48
Das ist ja irgendwie das normale Vorgehen bei solchen Aufzieh-Flaschen. Immer etwas mehr drin, weil man ja doch gerne mal ein Tröpfchen verschusselt.
habichnicht
28.12.2020, 17:07
Aus dem FDA Fact Sheet:
https://www.fda.gov/media/144413/download
Danke für den Link.
Auf den Seiten 4 bis 6 dieser pdf-Datei ist das Vorgehen beim Aufbereiten und Anwenden des Impfstoffs sogar in Bild und Wort so genau beschrieben, dass solche Pannen eigentlich nicht vorkommen sollten.
Feuerblick
28.12.2020, 17:36
Tja, vielleicht hat die deutsche Anleitung keine Bilder :-))
habichnicht
28.12.2020, 17:45
Doch. Die Bilder gibts auch mit deutschsprachigem Text:
https://www.comirnatyeducation.de/files/DE__HH1124039_L41_HCP_Poster_Branding_Updates_01.p df
Aber wer weiß, in welcher Sprache die Durchstechfläschchen beschriftet sind? ;-)
Feuerblick
28.12.2020, 18:01
Man weiß es nicht. :-))
habichnicht
28.12.2020, 18:45
Ich hab' mal ein bisschen mit den Zahlen gespielt - als ü70-jähriger, vom Lockdown ausgebremster Senior hat man ja momentan reichlich Zeit für solchen Unfug:
Pro Durchstechfläschen sollen laut Fact Sheet 0,45 ml des Konzentrats enthalten sein.
Beim Verdünnen mit 1,8 ml einer 0,9 prozentigen Natriumchloridlösung erhält man dann etwa 2,25 ml Impfstofflösung, sofern beim Mischen der beiden Flüssigkeiten keine Volumenkontraktion stattfindet.
Da man pro Dosis 0,3 ml Impfstofflösung injizieren soll, hat der Hersteller einen Überschuss von etwa 0,75 ml fertiger Impflösung einkalkuliert bzw. bei verlustfreiem Aufziehen könnte die Lösung tatsächlich für 7 Impfdosen reichen. (Rechnerisch 7,5 Dosen.)
Da 0,45 ml Konzentrat rechnerisch 7,5 Impfdosen enthalten, ist in 0,3 ml des Konzentrats rechnerisch die fünffache Impfstoffdosis enthalten.
Das würde zu der inzwischen auch in einigen Medien geäußerten Vermutung passen, es sei versehentlich die unverdünnte Lösung injiziert worden.
habichnicht
29.12.2020, 15:30
Nun gibt es Näheres zum Procedere bei der Panne:
Man muss in dem verlinkten Tagesspiegel-Blog (https://www.tagesspiegel.de/wissen/coronavirus-in-deutschland-lauterbach-fordert-verkuerzte-sommerferien/25560996.html) bis zur Meldung vom „29. Dezember 2020 15:08“ runterscrollen.
Eine Krankenschwester habe den Inhalt der Gläser zwar mit der korrekten Menge an Natriumchloridlösung verdünnt, dann aber dem Arzt zum Impfen jeweils Spritzen mit dem kompletten Inhalt des Fläschchen gereicht.
Das habe sie achtmal gemacht. Danach sei der Impstoff, der eigentlich für 40 Personen vorgesehen war, verbraucht gewesen.
Also hat man offensichtlich erst daran gemerkt, dass da etwas nicht stimmt. Gut, dass da nur acht Fläschchen gestanden haben und keine 50. :-))
Der Sprecher des Landkreises verwies darauf, dass Biontech/Pfizer sogar eine bebilderte Schreibtischunterlage zur Aufbereitung des Impfstoffs mitgeliefert habe. (dpa) :-wow
Edit.:
Hab' noch einen besseren Link zu der dpa-Meldung (https://www.berliner-zeitung.de/news/nach-impfpanne-in-stralsund-eine-frau-weiter-im-krankenhaus-li.128956) gefunden.
Feuerblick
29.12.2020, 15:41
Ähm... wie bekommt man den KOMPLETTEN Inhalt in die typische „Impfspritze“ rein und wieso fällt dem Arzt nicht auf, dass das irgendwie eine Elefantendosis sein muss bei dieser Menge??? Und dann auch noch ACHTMAL?
habichnicht
29.12.2020, 16:10
Ähm... wie bekommt man den KOMPLETTEN Inhalt in die typische „Impfspritze“ rein... Vielleicht hat sie zum Aufziehen der Impflösung dieselbe Spritze verwendet, die vorher für die 1,8 ml Natriumchloridlösung zum Verdünnen des Konzentrats verwendet hat?
Feuerblick
29.12.2020, 16:20
Aber das hätte dem Arzt doch auffallen müssen... Sehr seltsam.
Choranaptyxis
29.12.2020, 16:29
Ich glaube, da sind die Schmerzen/Schwellungen an der Einstichstelle dann obligat :-peng
habichnicht
29.12.2020, 16:50
....und wieso fällt dem Arzt nicht auf, dass das irgendwie eine Elefantendosis sein muss bei dieser Menge??? Und dann auch noch ACHTMAL?
Alles halb so schlimm (https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Ueberdosis-Corona-Vakzine-geimpft-Aerzte-muessen-sich-nicht-sorgen-415934.html).
Feuerblick
29.12.2020, 16:56
Das vielleicht nicht. Aber ich würde mich als Arzt in Grund und Boden schämen, wenn mir sowas nicht aufgefallen wäre.
WackenDoc
29.12.2020, 17:03
Dass auch keinem aufgefallen ist dass nur 8 Dosen für 40 Impflinge da sind
Richtig. Steht ja auf jeder Ampulle drauf. Muss man eigentlich nur lesen :-))
Ungewöhnlich ist es dennoch, und vielleicht nicht optimal vom Handling her. Das dachte ich mir schon vor zehn Tagen, als ich zum ersten Mal ein Foto einer Ampulle gesehen habe.
Grund hierfür dürfte sein, daß u.a. die kurzfristige *lokale* Herstellung von Glasampullen in benötigter Menge schwierig ist. Das Zeug in Bangladesh herzustellen und erst mal aufs Schiff laden dürfte keine Option sein...Eine mir persönlich bekannte Zulieferfirma ist jetzt schon am Anschlag und deutsche Hersteller von geeigneten Glasprodukten gibt es nur noch wenige.
Aber wieder ein Grund, warum die Versicherung nicht ganz unwichtig ist. Auch für Hygienemängel ist somit Tür und Tor geöffnet.
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