Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Feuerblick
20.11.2022, 11:28
Ich sehe dennoch nicht ein, warum man im momentanen Pandemie-Stadium (lt. WHO immer noch Pandemie!) eine verfügbare Impfung derart verweigern muss. Das sind für mich keine medizinischen sondern rein politische Einschätzungen. "Empfehlt das mal lieber nicht - zu teuer." Nicht mehr, nicht weniger.
Wenn das ganze mal wirklich endemisch und ein "Schnupfen" ist (was nicht passieren wird, alleine weil Covid eben keine reine Atemwegserkrankung sondern eine multifaktorielle Erkrankung ist - das könnte nach drei Jahren Pandemie auch gerne mal in den Köpfen ankommen!), kann man die Empfehlungen gerne überarbeiten. Zum aktuellen Zeitpunkt halte ich das für falsch. Da steht für mich die STIKO absolut nicht über jeder Kritik, nur weil es ein länderübergreifendes Gremium ist.
@Nefazodon: Wie gesagt, es gibt mehr als genug Beispiele, wo man eben nicht unkompliziert eine Impfung erhalten kann. Mit Verweis auf die STIKO wird da glatt verweigert.
Nefazodon
20.11.2022, 11:57
Ich sehe dennoch nicht ein, warum man im momentanen Pandemie-Stadium (lt. WHO immer noch Pandemie!) eine verfügbare Impfung derart verweigern muss.
Einen Grund, Menschen, die diese gern möchten, die Impfung zu verweigern sehe ich auch nicht.
In den anderen Aussagen stimme ich aber nicht mit dir überein.
Das sind für mich keine medizinischen sondern rein politische Einschätzungen. "Empfehlt das mal lieber nicht - zu teuer." Nicht mehr, nicht weniger.
Das glaube ich zum Beispiel nicht. Ich glaube, es geht hier der STIKO eher um eine Nutzen-Risiko-Abwägung. Und bei *derzeit* (Daten können sich ändern!) nur geringem *erwiesenen* Nutzen für Immungesunde (!), fällt die Nutzen-Risikoabwägung eben auch bei noch so geringem Risiko negativ aus. Zumindest die STIKO scheint das so zu sehen. Andere sehen das anders.
Ginge es wirklich nur ums Geld, würde man Paxlovid als Medikament nicht so propagieren, obwohl es nur einen geringen Nutzen hat und bei vielen Interaktionen für viele gar nicht in Frage kommt.
Aber auch das ist eine politische Entscheidung. Es beruhigt die Menschen halt ungemein, wenn es ein Medikament gibt.
Wenn das ganze mal wirklich endemisch und ein "Schnupfen" ist (was nicht passieren wird, alleine weil Covid eben keine reine Atemwegserkrankung sondern eine multifaktorielle Erkrankung ist - das könnte nach drei Jahren Pandemie auch gerne mal in den Köpfen ankommen!), kann man die Empfehlungen gerne überarbeiten.
Auch da stimme ich entschieden nicht zu! Du plädierst also dafür den Ausnahmezustand ewig beizubehalten?!
Warum?!
Ja, Covid ist eine Erkrankung die uns erhalten bleiben wird. Ja, Covid ist eine zusätzliche Krankheits- und Todesursache die neu hinzugekommen ist und an der Menschen sterben werden.
Aber darin unterscheidet sich Covid (nicht mehr) von anderen Krankheiten, wie der Influenza.
Wir müssen lernen, mit Covid zu leben und aus diesem Ausnahmezustand raus.
Aktuell halte ich das auch für gut vertretbar, weil die Durchseuchung hoch ist und schwere Verläufe selten geworden sind.
Klar ist, dass es immer schwere Verläufe geben wird, wie auch bei der Grippe. Das wird sich nie ganz verhindern lassen, rechtfertigt aber keinen Ausnahmezustand.
Feuerblick
20.11.2022, 12:04
Paxlovid wurde eingekauft und soll nun unters Volk. Sehr politisch! Sonst muss man es wegwerfen und es gibt wieder Haue von denen, die die Ausgaben der Regierung überprüfen. :-nix
Ich habe nichts dagegen, mit Covid leben zu lernen. Aber warum in diesem Zusammenhang nicht die Möglichkeiten inclusive Impfungen für alle ausschöpfen? Warum nicht die STIKO Empfehlung so konkretisieren, dass man sagt "nicht zwingend notwendig, aber wer möchte, der kann die Impfung gerne haben"?
Ich will auch keinen "Ausnahmezustand". Aber was ich noch weniger will, ist in fünf Jahren denken zu müssen "Hätte man damals...".
Christoph_A
20.11.2022, 14:02
Feuerblick, ich gehe mit Dir nicht d'accord. Covid ist, wie seine Geschwister auch, natürlich zuvorderst eine Atemwegserkrankung. Dass es auch systemisch teils interessante Wirkungen entfaltet, ist außer Frage, aber von Variante zu Variante degeneriert es mehr. Daher gibt es auch keinerlei realistische Notwendigkeit zur Impfung der gesamten Gesellschaft mehr, auch die Covidmaßnahmen außerhalb der bekannten Schutzfunktion gehören weg, bin da voll bei Nefazodon. Die Impfung ist ein sinnvolles Tool von mehreren, mehr aber auch nicht (mehr). Und genau das bildet m.Mn. die STIKO mit ihrer Empfehlung ab. Wer will, kann sich ja impfen, Auswirkung auf die Pandemiedynamik hat das keine mehr bei nahezu vollständiger Durchseuchung. Die Gruppen, die unbedingt von einer Impfung profitieren sind ja allgemein bekannt und gehören natürlich auch weiterhin immunisiert!
Und wirklich harmlos ist die Impfung auch nicht, dafür habe ich zu viele post vac Myokarditiden gesehen. Natürlich deutlich weniger als nach Covidinfektuon, aber doch in relevanter Zahl, um das nicht völlig hinten runter fallenlassen zu können.
DrSkywalker
20.11.2022, 18:21
Ich hatte es noch nicht, will es auch nicht, hab immer noch Respekt vor dem Virus und bin vorsichtig, trotzdem sehe ich in Sachen Impfung die Dinge wie ChristophA. Man hofft natürlich die Impfung würde einen deutliche Vorteile bringen aber wenn ich die stikoempfehlung und auch die nhs-empfehlung anschaue sehe ich einfach keinen Grund für einen weiteren Booster.
Ohne Hintergedanken, ernst gemeint Feuerblick: weißt du da mehr als ich?
So grundsätzlich Situation denke ich, dass mittlerweile tatsächlich viele schon mehrfach kontakt mit dem Virus hatten und wie in der Gesellschaft doch eine gute Immunität aufgebaut haben. Ob du komplett recht hast, Christoph, dass das Virus zu einem banalen Schnupfen Virus mutiert.. das wäre schön.
Christoph_A
20.11.2022, 20:41
Nur, damit wir uns richtig verstehen, ich gehe davon aus, daß Covid irgendwann ein besserer Schnupfen wird, aber das wird noch etwas dauern. Eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht jedoch bereits jetzt nicht mehr.
Eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht jedoch bereits jetzt nicht mehr.
Du meinst wie bei MRSA oder Influenza? Beides keine echte Gefahr für die Allgemeinheit und doch trifft es immer wieder ein paar Leute richtig hart mit Intensivstation oder auch Tod?
Christoph_A
20.11.2022, 23:58
So in die Richtung. Es werden nun auch weiterhin Menschen an Covid sterben, allerdings halt in geringen Zahlen, die keine gesamtgesellschaftlichen Einschränkungen mehr rechtfertigen. Sonst müsstest eigtl. auch bei Influenza/Rsv/atypischen Pneumonien mindestens den ganzen Winter über eine Maskenpflicht verhängen.
Covid ist gekommen, um zu bleiben.
DrSkywalker
21.11.2022, 00:52
Ein sehr gutes Interview zur aktuellen Lage, auch insbesondere was impfen angeht.
https://www.n-tv.de/wissen/Wir-werden-wohl-nie-vor-die-Welle-kommen-article23724070.html
Christoph_A
21.11.2022, 07:25
Definitiv. und hört hört, die pöhse STIKO wird ausdrücklich gelobt. Scheinen wohl doch nicht alle mit ihrer Arbeit unzufrieden....:-nix
Sonst müsstest eigtl. auch bei Influenza/Rsv/atypischen Pneumonien mindestens den ganzen Winter über eine Maskenpflicht verhängen.
Ich fände es in Arztpraxen sowie Krankenhäuser gar nicht mal schlecht. Gerade in meinem Beruf, in dem man von kranken Menschen angewürgt und gehustet wird, ist es für mich unbegreiflich wie man das ohne Maske machen konnte.
Ich befinde mich auf dem Weg in den Urlaub. Dieser dauert 5 Tage. Ich trage in dem geschlossenen Transportmittel eine Maske, um mich herum wird fleißig gehustet und geschnupft. Es ist für mich eine Abwägung. Ich habe einfach keine Lust im Urlaub krank zu sein. Andererseits werde ich bestimmt essen gehen und so auch eine Infektionsgefahr habe. Auf der Fahrt stört mich die Maske nicht und ich verringere damit mein Risiko krank zu werden. Darf zum Glück jeder für sich selbst entscheiden.
Christoph_A
21.11.2022, 10:08
Streng genommen darf man das aber noch nicht selbst entscheiden, muß im ICE weiter (bis hoffentlich 9.12.) Maske tragen. Das ganze hat sich ja auf der Wiesn vollständig als haltlos pervertiert, als man in der Ubahn/Tram zur Wiesn Maske tragen musste, um sich danach mit 10000 Volltrunkenen in einem Bierzelt Aerosol ausrülpsend gröhlend in den Armen gelegen ist, nur, um auf der Rückfahrt wieder Maske tragen zu sollen, weil Ansteckungsgefahr und so....
Ich bin heilfroh, wenn ich das Ding nicht mehr tragen muß, allerdings wird das naturgemäß in unseren Praxen/Kliniken noch über den Winter dauern, was in der jetzigen Situation durchaus zu befürworten ist.
Philip_MHH
21.11.2022, 10:12
was findest du denn an der Maske so furchtbar? ich find das in vielen Situationen sogar eher angenehm, quasi automatisch eine Barriere vor den Atemwegen zu haben...
Endoplasmatisches Reticulum
21.11.2022, 10:17
Die bloße Konstruierbarkeit unschlüssiger Maßnahmenkombinationen ist zumindest kein Argument, die Maßnahmen solange zu eskalieren, bis alle Widersprüche aufgelöst sind. Dann hätten wir vermutlich auf alle Ewigkeit die Maximalvarianten vieler Maßnahmen. Man kann halt im Wesentlichen maximal eskalieren, maximal deeskalieren, oder zwischendrin mal dämliche Kombinationen in Kauf nehmen.
Christoph_A
21.11.2022, 10:57
was findest du denn an der Maske so furchtbar? ich find das in vielen Situationen sogar eher angenehm, quasi automatisch eine Barriere vor den Atemwegen zu haben...
Ich finde FFP2 Masken maximal störend. Wenn ich diese 10h in der Praxis trage, habe ich signifikant öfter Kopfschmerzen als ohne und fühle mich müde und abgeschlagen, gleichzeitig drückt mir das Zeug spätestens nach 4-5 Stunden massiv an den Ohren. Wers mag, kann gern den ganzen Tag damit rumlaufen, sobald es keinen Sinn und Zwang mehr gibt, sie zu tragen, wandern die bei mir in die Mülltonne. Vermeide bereits jetzt schon längere Zugfahrten, wo es nur geht, auch, wenn das heißt, wieder Kurzstrecke mit dem Flugzeug zurückzulegen, was ich eigentlich nicht mehr gerne machen will.
Meine Atemwege kamen Jahrzehnte gut ohne Maske zurecht, um die mache ich mir keine gesteigerten Sorgen.
Christoph_A
21.11.2022, 11:00
Die bloße Konstruierbarkeit unschlüssiger Maßnahmenkombinationen ist zumindest kein Argument, die Maßnahmen solange zu eskalieren, bis alle Widersprüche aufgelöst sind. Dann hätten wir vermutlich auf alle Ewigkeit die Maximalvarianten vieler Maßnahmen. Man kann halt im Wesentlichen maximal eskalieren, maximal deeskalieren, oder zwischendrin mal dämliche Kombinationen in Kauf nehmen.
Was genau willst Du uns jetzt mit diesem post sagen? Erschließt sich mir zumindest jetzt nicht ganz....
Endoplasmatisches Reticulum
21.11.2022, 11:11
Dass es in der Tat unsinnig ist, Masken in Zügen vorzuschreiben, nicht jedoch bei Großveranstaltungen in Innenräumen, aber bei der sukzkessiven Rücknahme der Maßnahmen solche wenig schlüssigen Konstellationen eben entstehen, wenn man nicht auf einen Schlag alles aufheben will?
Christoph_A
21.11.2022, 11:28
Jetzt versteh ich Dich, geh aber nicht d'accord. Nur weil man nicht alles aufheben will, man aber dabei schon sieht, daß offensichtlich Quatsch rauskommt, soll man das so machen? Unlogisch er geht's nicht mehr, zumal man ja gar nicht alles aufheben müsste (siehe Maskenpflicht in vulnerablen Bereichen, die besteht ja zu Recht fort), um diese Widersprüche aufzulösen. Gesunder Menschenverstand hätte in diesem Fall ausgereicht.
Endoplasmatisches Reticulum
21.11.2022, 11:48
Nee, soll man natürlich nicht. Ich will auch nicht sagen, dass ich das gut fände - bloß, dass ich nachvollziehen kann, wie solche skurrilen Widersprüche entstehen und dass ich ihre Existenz nicht überbewerten würde. Am Ende trifft ja vermutlich auch nicht eine Person so eine Entscheidung, sondern da wird hitzig diskutiert und manche Hardliner wollen noch viel mehr Maßnahmen und andere eben gar keine.
Dann trifft man sich in der Mitte und es ist Grütze, aber beide Seiten haben irgendwie ihren Kompromiss oder so :-nix Der Tanz wiederholt sich mehrfach und so ebben die Maßnahmen dann gemächlich und mit teils wenig nachvollziehbaren Zwischenständen aus.
Christoph_A
21.11.2022, 12:30
Wobei das Ausebben und Grütze produzieren hierzulande irgendwie gehäuft auftritt ☺️
Anderswo lacht man sich über solch hahnebüchene Stilblüten schlapp, frag in Österreich oder der Schweiz nach.
Dennoch verstehe ich natürlich auch, wie solche Kompromisse zustande kommen, ist halt gelebte Kompromissdemokratie, schon klar.
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