Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Für niedergelassene Radiologen trifft das sicherlich zu. Für niedergelassene Hausärzte sind die Konditionen durchaus attraktiv. Und sehr viele Hausärzte haben mehrere Vormittage oder Nachmittage in der Woche keine Patienten, sodass sie Schichten übernehmen können. Andere werden ihre Sprechzeiten entsprechend anpassen.
In meinem Landkreis wurden auch die Abstrichstellen innerhalb kürzester Zeit durch Hausärzte vollständig besetzt, die haben sich regelrecht auf die Stellen gestürzt, man hätte ein Vielfaches der angebotenen Stellen besetzen können. Mein eigener Hausarzt hat eine Zeit lang drei Tage die Woche die Sprechstunden nur durch seinen WBA besetzt und selbst in dieser Zeit Abstriche gemacht. Und das sicherlich nicht aus reiner Nächstenliebe.
Daß es nicht um ein paar Tage "Abstrichstellen" geht, hast Du begriffen? Damals war der Satz aus blanker Not höher (heute dürfen sich Pädagogen gleich selbst abstreichen). Und die typischen Allgemeinmediziner , die ich kenne, haben sprechstundenmäßig nicht viel Luft (und obendrein Mindestsprechstunden einzuhalten). Daß es einige gemacht haben, heißt ja auch nicht, daß es lukrativ war- der Steuerberater schüttelt dann vielleicht den Kopf...
https://www.tagesspiegel.de/berlin/coronakrise-in-berlin-780-aerzte-melden-sich-in-einer-woche-fuer-impfzentren/25655678.html
Die Wette könntest du verlieren.
Sagen wir mal, von den 780 fangen tatsächlich 300 von jetzt auf gleich in Vollzeit an. Ich weiß nicht, wie die Schichtzeiten sind, gehe aber von einer Fünftagewoche aus. Also an jedem Tag in der Woche vielleicht 200 Ärzte anwesend. Von denen schafft jeder 50 Impfungen am Tag- in Berlin vielleicht noch weniger mit 40% Migrationshintergrund. Macht 1000 Impfungen pro Tag, 7000 in der Woche, 28.000 im Monat. 336.000 im Jahr .Wieviele Einwohner hat nochmal Berlin? Wenn nur 1,5 Millionen (40%) sich impfen lassen, wieviele Jahre dauert das dann? Vier Jahre? Und bitte noch mal zwei nehmen wegen der Doppelimpfung.
Und in Berlin ist ja sowieso immer alles top organisiert.
GelbeKlamotten
07.12.2020, 19:58
Es braucht hier nicht herumzudiskutiert werden, es kann sich jeder melden:
http://www.karriere-kvwl.de/jobs/
MFAs werden mit dem Stundenlohn auf Höhe eines WBA im 3 .Jahr entlohnt- daß man versucht, als Minijob Abgaben zu sparen- geschenkt. Übrigens auch soweit zum Thema "marktgerechte Löhne"
Bei den Approbierten ist nicht so ganz klar, was sich hinter den 150 EUR/h verbirgt- ich vermute , so ein Honorarkonstrukt mit selbst zu tragenden Sozialkosten, einer Art Geldstrafe im Krankheitsfall (ist im ÄBD bei der KVWL ja auch so) und das Risiko des Verdienstausfalls ist auch vom Arzt zu tragen- oder glaubt hier jemand, es geht am 15.12 um 8h los?
Daß die 150 EUR/h für einen akademischen Freiberufler mit ungewisser Auftragslage nicht sonderlich hoch sind, brauchen wir ja nicht zu diskutieren.
GK weiß bestimmt, was 1h Escort einbringt- oder 1h vor der Kamera knallen lassen....
Also wie gesagt, tragt Euch ein, Zeit und Ort egal, guckt, was sich hinter den 150EUR/h verstecken. Kündigt Eure Jobs und guckt in die Röhre, wenn es erst im 3. Quartal was wird. Oder tragt Euch für die Wochenenden ein und zahlt der KVWL 1000 EUR Konventionalstrafe bei Nichterscheinen, egal aus welchem Grund...und laßt Euch von den Pat. verklagen wegen unzureichender Aufklärung, der Verweis auf ein lange zurückliegendes Urteil hilft recht wenig...
....macht doch einfach....
wobei mich persönlich interessieren würde, was passiert, wenn man "keine Arbeitserlaubnis" ankreuzt...
Ich hätte mich längst beworben, wenn ich nicht 1. den Impfstoff für nicht ausreichend getrstet halten würde und 2. bessere Möglichkeiten für Nebeneinkünfte hätte.
Bei den Abstrichstellen ging es auch nicht nur um ein paar Tage, die sind teilweise seit Monaten durchgängig mit mehreren Ärzten in mehreren Schichten besetzt - und das wie gesagt hier in der Region ohne jegliche Probleme.
In einem Angestelltenverhältnis sind 150 Euro pro Stunde übrigens auch für ein Escort nicht schlecht, da gehen nämlich üblicherweise 50% des Preises an die Agentur. Damit musst du für den Stundenlohn schon im hochpreisigen Segment arbeiten. Bzw. eigentlich besteht meistens gar kein offizielles Angestelltenverhältnis sondern die Escorts sind offiziell selbstständig, geben aber trotzdem 50% an die Agentur ab.
Und „Knallen vor der Kamera“ ist auch nicht so lukrativ wie du vielleicht denkst. Kenne einige Frauen die das machen und die nehmen vom „Privatkunde“ dafür 100 Euro Aufpreis pro Stunde. Für eine professionelle Produktion kriegt man ohne Bekanntheitsgrad auch nicht mehr als 500-1000 Euro pro Drehtag. Mit Anfahrt auf eigene Kosten. Oft ins Ausland, denn in Deutschland boomt die Branche aus verschiedenen Gründen nicht. Und als Verpflegung kriegst du dann ne Brezel und ekelhafte Würstchen aus der Dose hingestellt.
Für eine Nebentätigkeit als Angestellte ist da die Impfstelle wesentlich attraktiver.
Das hast du ja bei ner Sepsis nicht selten...
Aber das ist es ja in dem Fall nicht.
Scheint ja aber auch immunologisch begründet zu sein. :-nix
Den Patienten geht es oft richtig gut. Stehen z.T. auf oder sitzen am Bett. Um dann plötzlich wieder intubationspflichtig zu sein
Rahmspinat
07.12.2020, 20:00
Interessant an der Pandemie ist, wie viele hereditäre Kardiomyopathien wir dank stattgehabter COVID-Infektion rausgefischt haben. Alle mit Z.n COVID und Herzbeschwerden. Natürlich initial auf COVID-induziert rückgeschlossen, die Genetik hat uns aber jedes Mal das Gegenteil bewiesen. Glück im Unglück
Ich hätte mich längst beworben, wenn ich nicht 1. den Impfstoff für nicht ausreichend getrstet halten würde
Ich habe noch nirgendwo gefunden, daß man sich erst selbst impfen lassen müßte. Und der Unfallchirurg muß ja auch keine Knie-TEP haben, um mitreden zu können...
Für eine Nebentätigkeit als Angestellte ist da die Impfstelle wesentlich attraktiver.
Ich denke mal, die Wochenenden wird man schon so vollkriegen. Gesucht werden Leute, die das in Vollzeit machen, für mindestens ein halbes Jahr. Schon aus organisatorischen Gründen.
Und wie gesagt, KVen verhängen bei Nichterscheinen für eingeteilte Dienste (entweder krank oder weil vom Chef anderweitig im KH eingeteilt) durchaus Konventionalstrafen.
Danke auch für die anderen Einblicke... wobei Du vielleicht auch noch die Löhne für den männlichen Part nennen solltest...zwecks besserer Vergleichbarkeit.
Melde Dich halt einfach an, die anderen KVen werden nachziehen...und dann diskutieren wir nochmal weiter...
Und als Verpflegung kriegst du dann ne Brezel und ekelhafte Würstchen aus der Dose hingestellt.
Abgesehen davon, daß die KVen überhaupt keine Verpflegung offerieren, ist ein Würstchen aus der Dose doch dem erwähnten Anlass angemessen*duckundweg*
GelbeKlamotten
07.12.2020, 20:20
Ich habe noch nirgendwo gefunden, daß man sich erst selbst impfen lassen müßte. Und der Unfallchirurg muß ja auch keine Knie-TEP haben, um mitreden zu können...
Ich denke mal, die Wochenenden wird man schon so vollkriegen. Gesucht werden Leute, die das in Vollzeit machen, für mindestens ein halbes Jahr. Schon aus organisatorischen Gründen.
Und wie gesagt, KVen verhängen bei Nichterscheinen für eingeteilzte Dienste (entweder krank oder weil vom Chef anderweitig eingeteilt) durchaus Konventionalstrafen.
Danke auch für die anderen Einblicke... wobei Du vielleicht auch noch die Löhne für den männlichen Part nennen solltest...zwecks besserer Vergleichbarkeit.
Melde Dich halt einfach an, die anderen KVen werden nachziehen...und dann diskutieren wir nochmal weiter...
Mir ist schon klar, dass ich mich dafür vermutlich nicht selbst impfen lassen muss. Ich habe aber tatsächlich so viel Berufsethos, dass ich nichts im großen Stil aktiv empfehlen und durchführen möchte, hinter dem ich selbst nicht stehe.
Leute zu finden, die das monatelang in Vollzeit machen können, wird schwierig, da gebe ich dir Recht. Bei den Abstrichstellen wurde das bei uns mit Onlinedienstplänen gelöst, in die man sich eintragen konnte. Und dort wurden auch die Dienste unter der Woche problemlos und schnell besetzt.
Was männliche Pornodarsteller verdienen, kann ich dir nicht genau sagen, aber es wird sicherlich unter dem Gehalt der Darstellerinnen liegen. Ich glaube, dass da nur bei den hochklassigen Produktionen überhaupt ein nennenswertes Gehalt bezahlt wird, und da brauchst du schon spezielle Voraussetzungen, um überhaupt infrage zu kommen.
Abgesehen davon, daß die KVen überhaupt keine Verpflegung offerieren, ist ein Würstchen aus der Dose doch dem erwähnten Anlass angemessen*duckundweg*
Für den KV-Job musst du auch nicht nach Tschechien fahren, sondern kannst gemütlich zu Hause nach der Arbeit was kochen. Und zum Impfen wird auch nicht erwartet, dass du eine Top Figur hast. Die guten Produktionsfirmen verdienen einen Haufen Geld, da finde ich es frech, diejenigen, die eigentlich das Geld einbringen so zu behandeln.
Es ist in der Branche wie in der Medizin: wenn du nicht selbst schaust wo du bleibst, dann wirst du gnadenlos ausgenutzt. Viele machen das Spiel jahrelang mit, weil sie denken sie werden die nächste Gina Gerson, andere kapieren von vorne rein wie der Hase läuft und finden ihre finanziell lukrative Nische.
ehem-user-02-08-2021-1033
07.12.2020, 20:23
Aber das ist es ja in dem Fall nicht.
Scheint ja aber auch immunologisch begründet zu sein. :-nix
Deswegen auch mein Verweis auf die Sepsis. :-))
Thomas24
07.12.2020, 20:26
Interessant an der Pandemie ist, wie viele hereditäre Kardiomyopathien wir dank stattgehabter COVID-Infektion rausgefischt haben. Alle mit Z.n COVID und Herzbeschwerden. Natürlich initial auf COVID-induziert rückgeschlossen, die Genetik hat uns aber jedes Mal das Gegenteil bewiesen. Glück im Unglück
Habt ihr da ne Arbeitshypothese? Erhöhte Suszeptibilität gegenüber dem Erreger bei bestimmten hereditären Kardiomyopathien? Oder einfach nur geringere Kompensationsreserven des hereditär belasteten Patientenguts gegenüber COVID als Stressor?
kartoffelbrei
07.12.2020, 20:42
Vielen Dank für alle Antworten. Die Begründung ist halt "als Ärztin müssen Sie das ja können - Sie haben schließlich studiert und eine Approbation".
Naja ist mir auch egal - ich werde es genau so machen wie ihr gesagt habt: bei jeder Kleinigkeit anrufen und keine Therapie ohne Rücksprache anordnen. Werde die Aufnahmen, falls es welche gibt, nach dem Hausstandart machen (werde mir das mittags mal zeigen lassen) und dann direkt den Patienten telefonisch vorstellen und mir das EKG auswerten lassen. Dann mach ich mich halt zum Löffel, meine Karriere setze ich aber für den Laden nicht aufs Spiel. Nadeln legen übersteigt nicht meine Kompetenz, dafür können sie mich gern anrufen ;-)
Eure Antworten haben mich etwas beruhigt, sollten sie es tatsächlich wagen, mich nach dem Dienst nochmal einzutragen, dann werde ich mich wohl tatsächlich krank melden - geht wohl nicht anders. :-nix
Ich würde dir zusätzlich noch dringend raten, vor dem Dienst eine Gefährdungsanzeige an den Vorgesetzten mit Betriebsrat im cc zu schicken. Einfach ein kurzer Text, in dem du erklärst, dass du auf Grund deiner bisherigen Ausbildung den Facharztstandard Innere Medizin nicht gewährleisten kannst und deshalb die Verantwortung für etwaige Behandlungsfehler ablehnt.
Ich würde dir zusätzlich noch dringend raten, vor dem Dienst eine Gefährdungsanzeige an den Vorgesetzten mit Betriebsrat im cc zu schicken. Einfach ein kurzer Text, in dem du erklärst, dass du auf Grund deiner bisherigen Ausbildung den Facharztstandard Innere Medizin nicht gewährleisten kannst und deshalb die Verantwortung für etwaige Behandlungsfehler ablehnt.
In den anderen Fällen, die wir diskutiert hatten, war der mangelnde Facharztstandard den Verantwortlichen durchaus bewußt, es wurde dann aber mit so einer Art übergesetzlicher Notstand (weil Honorarärzte zu teuer?) argumentiert. In Pandemiezeiten könnte man dagegen mit sowas durchaus durchkommen.
Hingegen erschwert vorherige "Opposition" dann eine glaubhafte Krankmeldung...schwierig
GelbeKlamotten
07.12.2020, 20:56
In den anderen Fällen, die wir diskutiert hatten, war der mangelnde Facharztstandard den Verantwortlichen durchaus bewußt, es wurde dann aber mit so einer Art übergesetzlicher Notstand (weil Honorarärzte zu teuer?) argumentiert. In Pandemiezeiten könnte man dagegen mit sowas durchaus durchkommen.
Hingegen erschwert vorherige "Opposition" dann eine glaubhafte Krankmeldung...schwierig
Die Krankmeldung ist ohnehin nicht glaubhaft, wenn sie genau am Tag des Dienstes passiert. Aber wer soll das Gegenteil beweisen, wenn man sich telefonisch vom Hausarzt krankschreiben lässt?
Wenn du das Haus niederknüppeln willst sende eine anonyme Mail an die Lokalzeitung und erörtere dort die aktuelle Situation. Dass das Haus um Geld zu sparen Pathologen etc im Nachtdienst einsetzt in der Versorgung Coronakranker statt einen Horonararzt aus dem richtigen Gebiet anzustellen.
Die Krankmeldung ist ohnehin nicht glaubhaft, wenn sie genau am Tag des Dienstes passiert. Aber wer soll das Gegenteil beweisen, wenn man sich telefonisch vom Hausarzt krankschreiben lässt?
Der Profi meldet sich ein oder zwei Tage vorher krank. Und zu meinen WB-Zeiten war "krank vor Dienst" eine wahre Seuche. Bis zu dem Ausmaß, daß man nicht ans Telefon zu gehen traute, wenn bestimmte Kollegoiden eingeteilt waren...
GelbeKlamotten
07.12.2020, 21:12
Der Profi meldet sich ein oder zwei Tage vorher krank. Und zu meinen WB-Zeiten war "krank vor Dienst" eine wahre Seuche. Bis zu dem Ausmaß, daß man nicht ans Telefon zu gehen traute, wenn bestimmte Kollegoiden eingeteilt waren...
Eben, da wusste sicher auch jeder, was von diesen Krankmeldungen zu halten ist. Von daher hätte ich auch in dem Fall hier keine Skrupel, erst zu versuchen gegen die Verpflichtung zum Dienst vorzugehen und dann wenn es nicht klappt noch mal genau in mich hinein zu hören, ob ich wirklich arbeitsfähig bin.
Wobei ich das was du beschreibst so nicht erlebt habe. Ich glaube in den 4 Jahren, die ich in meiner Abteilung arbeite, lag die Zahl der wegen Krankheit kurzfristig neu zu besetzenden Dienste insgesamt im Einstelligen Bereich, wenn man von gut begründeten mehrwöchigen Ausfällen absieht.
Rahmspinat
07.12.2020, 22:03
Habt ihr da ne Arbeitshypothese? Erhöhte Suszeptibilität gegenüber dem Erreger bei bestimmten hereditären Kardiomyopathien? Oder einfach nur geringere Kompensationsreserven des hereditär belasteten Patientenguts gegenüber COVID als Stressor?
Tendenziell nehmen wir eher letzteres an. Anamnestisch sind die Betroffenen wohl auch vorher klinisch auffällig gewesen - wenn auch eher mild. Man denke da an Palpitationen oder eine kurze Episode von nächtlichem Herzrasen, also nicht zwingend etwas, was man als Mitt-/Endzwanziger ohne Vorerkrankungen abklären lässt. Wir haben publizierte Daten, in denen kardiale Auffälligkeiten bei COVID-Infektionen, vor allem das rechte Herz betreffend, signifikant nachweisbar waren. Wobei wir hier auch einen gewissen Bias haben - wir haben uns die hospitalisierten COVID-Patienten unseres Hauses als Kollektiv angeschaut, die zwar nicht alle kardial vorerkrankt waren, aber zum großen Teil doch ein entsprechendes Risikoprofil besaßen.
Die erste Hypothese ist eine sehr interessante Fragestellung, aufgrund der doch relativ geringen Prävalenz der Kombination Kardiomyopathie + COVID und dem recht weitem Spektrum der möglichen Kardiomyopathien - wir haben keine Myopathie isoliert gehäuft gesehen - wird man wohl eine entsprechend große multizentrische Studie aufziehen müssen
DanielOliver
07.12.2020, 22:36
Eine weitere Frage, die man sich stellen könnte ist, warum in den USA, die seit Monaten auch in Relation zur Einwohnerzahl im Vergleich zu Deutschland ein Vielfaches an Infektionen haben, die Todeszahlen nicht überproportional höher sind? Ich dachte unser System ist an der Belastungsgrenze und wenn die Zahlen weiter steigen muss austriagiert werden!? Offenbar haben die Amerikaner dann mindestens die dreifache Krankenhauskapazität pro Einwohner? Und das obwohl wir Deutschen immer so herablassend auf das US Gesundheitssystem herabsehen!?
Normalerweise investiere ich ja nach einem schönen Tag auf der CORONA-ITS keine Zeit auf Diskussionen mit Verharmlosen, aber bei Zahlen kann ich ja einfach nicht wiederstehen.
Die USA haben mit 328.285.992 ca. 4 mal so viele Einwohner wie die BRD. Wenn wir mal diese Zahlen nehmen (alle Argumente um Testkriterien, Meldeverhlaten u.ä. aussen vor ) https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-infizierte-genesene-tote-alle-live-daten-a-242d71d5-554b-47b6-969a-cd920e8821f1
liegen die Fälle um den Faktor 12,4 höher, die offiziellen Toten aber um den Faktor 14,8 höher. Die Übersterblichkeit liegt bezogen auf die Einwohnerzahl sogar noch mal höher, wobei hier die unterschiedlichen Erfassungszeiträume und die offenbar differierenden Datengrundlagen zu beachten sind.
Interessanterweise liegt in den USA die Übersterblichkeit unter der offiziellen Coronasterblichkeit (Untererfassung oder halt regionale Überlastung des Gesundheitswesens), in Deutschland nicht.
Völlig unberücksichtigt ist die erhebliche Differenz in der Altersstruktur, z.B. Medianalter 38 vs 46 Jahre. Wenn man die ganzen Zahlen also altersadjustierte, was eigentlich eine absolute Grundvoraussetzung jeder seriösen vergleichenden Epidemiologie ist, dann würde sich das noch unerfreulicher darstellen.
Wenn du zum Ausdruck bringen wolltest, das COVID-19 eine Erkrankung ist, deren individueller Verlauf und deren Infection Fatality Rate sich häufig nur wenig auch von optimaler medizinischer Versorgung beeinflussen lassen, so hast du natürlich recht. Un die Toten der aufgrund überlasteter Kapazitäten verschobenen Operationen werden sich auch erst mit Verzögerung in der Übersterblichlichkeit finden.
Sagen wir mal, von den 780 fangen tatsächlich 300 von jetzt auf gleich in Vollzeit an. Ich weiß nicht, wie die Schichtzeiten sind, gehe aber von einer Fünftagewoche aus. Also an jedem Tag in der Woche vielleicht 200 Ärzte anwesend. Von denen schafft jeder 50 Impfungen am Tag- in Berlin vielleicht noch weniger mit 40% Migrationshintergrund. Macht 1000 Impfungen pro Tag, 7000 in der Woche, 28.000 im Monat. 336.000 im Jahr .Wieviele Einwohner hat nochmal Berlin? Wenn nur 1,5 Millionen (40%) sich impfen lassen, wieviele Jahre dauert das dann? Vier Jahre? Und bitte noch mal zwei nehmen wegen der Doppelimpfung.
Und in Berlin ist ja sowieso immer alles top organisiert.Kann es sein, dass da ein Rechenfehler passiert ist? 200 x 50 = 10000, demnach wären also 3,36 Millionen Impfungen im Jahr möglich, also wäre man in weniger als einem halben Jahr fertig statt in 4 Jahren?
Du hast natürlich recht, was den mathematischen Teil angeht. Sollte um die Zeit lieber nicht kopfrechnen:-(
Dennoch ist es nach Deiner Berechnung immer noch ein Jahr. Daß 200 Leute 3 Mio. Impfungen in einem halben Jahr schaffen, halte ich trotzdem für ausgeschossen.
Bezüglich der Aufklärung setzt die KV 4 Minuten an, bei realistischer Gesprächsführung sind es wohl eher 20 min…
Bonnerin
08.12.2020, 10:16
Die STIKO hat gestern Abend die offiziellen Impfempfehlungen rausgegeben:
https://www.aerztezeitung.de/Medizin/STIKO-Entwurf-Corona-Impfung-zunaechst-nur-fuer-bestimmte-Aerzte-415357.html
https://www.tagesschau.de/inland/impfen-priorisierung-101.html
Was das angeht wird es offensichtlich ohnehin egal sein, wer sich von den generellen Mitarbeitern in Arzt- und/oder Pflegeberuf impfen lassen will, das wird sicher erst im 2., vermutlich eher im 3. Tertial stattfinden, so wie ich das entnehme. Es sei denn, man macht nur Notaufnahme/Covid-Patienten, aber selbst dann soll man erst nach den Pflegeheimen dran sein.
Naja, auf ner rein persönlichen Ebene spielts für mich keine Rolle mehr, da man bei nachgewiesener Covid-Infektion keine Impfung erhalten wird/soll.
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