Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Feuerblick
11.12.2020, 10:11
Oh ja, bei „Entmenschlichung“ habe ich auch das Bild eines ITS-Patienten mit diversen Schläuchen und Kabeln und die ITS-Mannschaft, die den auf den Bauch wuchtet vor Augen.
Dieses ganze Gejammere geht mir unfassbar auf den Geist. Wir sind gerade einfach nicht bei „Wünsch dir was“ sondern bei „Isso“. Wäre schön, wenn derartige Autorität auch mal von den Politikern käme - statt all der „aber“... :-nix
Melina93
11.12.2020, 10:16
Interessanter ist die Grafik mit allen SARI Fällen, der Knick 2020 in KW 9 ist beeindruckend. Ich würde sagen Abstand und Maske haben zu einer massiven Reduktion von Atemwegserkrankungen non-Covid geführt. Vermutlich ist auch die normale Sterblichkeit in der Zeit gesunken (viel weniger Verkehr, deutliche Reduktion Luftverschmutzung, etc), die Statistiken lassen
also sehr viel Interpretationsspielraum.
Ich denke da liegt oft eben auch einfach die Hauptproblematik. Zahlen kann man nur bis zu einem gewissen Grad wirklich interpretieren und spätestens wenn viele komplexe Dynamiken mit rein spielen, ist es eigentlich unmöglich.
Da spielen so viele soziologische, infektiologische, politische, moralische, biologische Komponenten mit rein, dass ich fast erstaunt bin, dass immer noch diese "Ich hab recht, weil aber" Fraktion überhaupt existiert.
Das meiste sind vage Vermutungen oder Beschreibungen.
Ich frag mich nur wie lange man das Ganze noch so weiterspinnen kann. Nicht weil ich etwas gegen die Massnahmen habe. Sondern weil ich grundsätzlich ein Problem damit habe, dass wir nur kurz-bis mittelfristige Lösungsansätze für potenziell sehr langfristige Probleme haben. Und das "Wie soll es anders gehen?" ist zwar ein absolutes valides Argument, aber wenn alles zusammenklappt, weil alle entweder tot, arbeitslos und oder psychisch am Ende sind, wird es auch nicht besser.
Relaxometrie
11.12.2020, 12:02
Dieses ganze Gejammere geht mir unfassbar auf den Geist. Wir sind gerade einfach nicht bei „Wünsch dir was“ sondern bei „Isso“. Wäre schön, wenn derartige Autorität auch mal von den Politikern käme - statt all der „aber“... :-nix
Sehe ich genauso. Viele Politiker quatschen die Lage wortwörtlich tot und können selbst in einer Pandemiesituation nicht von ihrem Ego lassen. Ich verlange von einer Ministerpräsidentensitzung, dass man sich in einer Pandemie auf ein deutschlandweit einheitliches und zügiges Vorgehen nach Massgabe der wissenschaftlichen Empfehlungen richtet. Leider passiert das aber entweder gar nicht, oder (falls jetzt doch endlich und schnellstmöglich ein harter Locken kommen sollte) mit wochenlanger Verzögerung :-nix:-kotz
Bonnerin
11.12.2020, 12:08
Sehe ich genauso. Viele Politiker quatschen die Lage wortwörtlich tot und können selbst in einer Pandemiesituation nicht von ihrem Ego lassen. Ich verlange von einer Ministerpräsidentensitzung, dass man sich in einer Pandemie auf ein deutschlandweit einheitliches und zügiges Vorgehen nach Massgabe der wissenschaftlichen Empfehlungen richtet. Leider passiert das aber entweder gar nicht, oder (falls jetzt doch endlich und schnellstmöglich ein harter Locken kommen sollte) mit wochenlanger Verzögerung :-nix:-kotz
Wir könnten doch sogar noch einfacher und evidenzbasierter arbeiten: Ohne MNS darf die eigene Wohnung nicht verlassen werden. Nicht mal, um zum Briefkasten zu gehen. Ende.
Kostet uns alle weniger als ein Lockdown (dessen Erfolg dank laut singenden Kirchengängern zu Weihnachten und Querdenkern eh fraglich ist), an den asiatischen Ländern erkennt man deutlich den Erfolg und der Staat darf sich über das Einsammeln von Bußgeldern im Millionenhöhe von Querdenkern und sonstigen Covid-Leugnern freuen. Win-Win für alle Seiten.
bonziusbilatis
11.12.2020, 12:09
Wir könnten doch sogar noch einfacher und evidenzbasierter arbeiten: Ohne MNS darf die eigene Wohnung nicht verlassen werden. Nicht mal, um zum Briefkasten zu gehen. Ende.
Das ist unnötig und nicht durchsetzbar
Ist das eine Meinung oder eine argumentbasierte Feststellung?
bonziusbilatis
11.12.2020, 12:16
Ne ist meine Meinung. Aber die fundiert darauf, dass ich kaum noch Situationen kenne wo ein Mundschutz nicht vorgeschrieben ist, er aber nötig wäre. Zumindest in meiner Stadt.
Funktioniert in Spanien bzw. Andalusien ganz gut. Die Leute dort argumentieren sogar umgedreht: Eine möglichst einfache Regelung wird eben auch eher umgesetzt, als eine komplizierte voller Ausnahmen und Sonderregelungen
bonziusbilatis
11.12.2020, 12:21
Schlauer und durchsetzbarer wären Ausgangsperren und Sperrzonen. Damit war bzw. ist Asien auch sehr erfolgreich, von der allgemeinen Obrigkeitshörigkeit und Disziplin dort abgesehen, halte ich als Laie das für Grund nur 1.
Mundschutz war in Asien ja auch vor der Pandemie verbreitet.
GelbeKlamotten
11.12.2020, 12:21
Wir könnten doch sogar noch einfacher und evidenzbasierter arbeiten: Ohne MNS darf die eigene Wohnung nicht verlassen werden. Nicht mal, um zum Briefkasten zu gehen. Ende.
Inwiefern wäre dieses Vorgehen „evidenzbasiert“, wenn ich fragen darf?
Feuerblick
11.12.2020, 12:25
Sehe ich genauso. Viele Politiker quatschen die Lage wortwörtlich tot und können selbst in einer Pandemiesituation nicht von ihrem Ego lassen. Ich verlange von einer Ministerpräsidentensitzung, dass man sich in einer Pandemie auf ein deutschlandweit einheitliches und zügiges Vorgehen nach Massgabe der wissenschaftlichen Empfehlungen richtet. Leider passiert das aber entweder gar nicht, oder (falls jetzt doch endlich und schnellstmöglich ein harter Locken kommen sollte) mit wochenlanger Verzögerung :-nix:-kotzMein Reden...
Ich halte einfache und strikte Regelungen, die überall gleich sind, für das Beste. Und eine Regierung, die einfach mal den A*** in der Hose hat zu sagen „SO wird es jetzt gemacht. Jammert halt leise, wenn es euch nicht passt.“
In Slowenien wird jetzt eine richtige Maske gefordert und nicht nur "Bedeckung" mit Schals usw. Spannend, wo doch Bedeckungen jeder Art so hoch effektiv sein sollen...
bonziusbilatis
11.12.2020, 12:31
Mein Reden...
Ich halte einfache und strikte Regelungen, die überall gleich sind, für das Beste. Und eine Regierung, die einfach mal den A*** in der Hose hat zu sagen „SO wird es jetzt gemacht. Jammert halt leise, wenn es euch nicht passt.“
Mein Reden...
Ich halte einfache und strikte Regelungen, die überall gleich sind, für das Beste. Und eine Regierung, die einfach mal den A*** in der Hose hat zu sagen „SO wird es jetzt gemacht. Jammert halt leise, wenn es euch nicht passt.“
Geht halt nicht in Deutschland egal was Merkel sagt, entscheiden tun nun mal die Bundesländer. Und von denen wird allein aus Prinzip mindestens eines seine eigenen Regelungen machen.
Alternativ könnten wir ja eine gewisse Politikerin zum allmächtigen Gottkanzler ernennen, nur würden uns vorher irgendwelche Querdenker den Reichstag stürmen.
Bonnerin
11.12.2020, 13:02
Bitte sehr, zum Thema Masken und Wirksamkeit:
http://files.fast.ai/papers/masks_lit_review.pdf
Das mit den Schals war halt vorher schon Unsinn. Die haben bei den meisten Menschen eh die ganze Zeit auf halb acht gehangen. Da sitzen auch die meisten Stoffmasken dichter und besser, aber natürlich auch nicht alle. Aber gut, Anatomie hin oder her, hatte auch schon das Problem, dass mir manche FFP2 schlichtweg nicht gepasst haben.
Sehe auch ehrlich gesagt das Problem nicht, ne Maske anzuziehen, wenn man sich dafür draußen überall bewegen darf. Hilft halt recht wenig, in den Öffis Maske tragen zu müssen, aber an der Haltestellen stehen 20 Leute ohne Abstand und Maske.
Ne ich seh ja auch kein Problem, Masken zu tragen, eher dieses unreflektierte "MundNasenBedeckung", wo dann diese ganzen möglichen und unmöglichen Shields, Feinstrümpfe und Fischernetze aufkamen.
Da muss man echt differenzieren, auch einige Klarsichtmasken haben ja viel Nebenfluss.
Warum man 8 Monate nach Beginn immer noch so viele Menschen mit Behelfsmasken hat, verstehe ich nicht wirklich.
GelbeKlamotten
11.12.2020, 13:47
Bitte sehr, zum Thema Masken und Wirksamkeit:
http://files.fast.ai/papers/masks_lit_review.pdf.
Interessanter Artikel, danke.
cartablanca
11.12.2020, 13:57
https://www.bbc.com/news/uk-scotland-54433305
Also ehrlich gesagt, bin ich etwas verwundert wie hart nicht nur einige Foristen hier, sondern auch Mediziner in meiner unmittelbaren Umgebung über Kritiker der jetzigen Regierungsmaßnahmen urteilen. Das Medianalter der Coronatoten liegt bei 82. ZWEIUNDACHTZIG. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 80.
Meines Erachtens nach ist es völlig unverhältnismäßig und irre was aktuell an Maßnahmen inklusive dem Aushebeln demokratischer Grundrechte (Demonstrationsrecht) abläuft.
GelbeKlamotten
11.12.2020, 14:32
https://www.bbc.com/news/uk-scotland-54433305
Also ehrlich gesagt, bin ich etwas verwundert wie hart nicht nur einige Foristen hier, sondern auch Mediziner in meiner unmittelbaren Umgebung über Kritiker der jetzigen Regierungsmaßnahmen urteilen. Das Medianalter der Coronatoten liegt bei 82. ZWEIUNDACHTZIG. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 80.
Meines Erachtens nach ist es völlig unverhältnismäßig und irre was aktuell an Maßnahmen inklusive dem Aushebeln demokratischer Grundrechte (Demonstrationsrecht) abläuft.
Der Verweis auf das Alter ist halt immer schwierig, vor allem in Deutschland. Würden wir in England leben, wo sich das NHS sowieso ganz offen am QALY-Konzept orientiert, würde ich dir uneingeschränkt zustimmen: Die Maßnahmen wären dann VIEL zu teuer als dass sie die gewonnenen QALY sie auch nur annähernd rechtfertigen würden.
Bei uns wird dieses Konzept generell eher kritisch gesehen und es gibt auch gute Argumente gegen das Konzept. Und wenn man sich mal die Altersstruktur des eigenen Patientenguts anschaut, dann hängt letztlich auch ein großer Anteil unser aller Jobs davon ab, dass wir auch dem Leben von sehr alten und kranken Menschen die gleichen "Wert" beimessen wie dem Leben eines jungen Gesunden. Das finde ich prinzipiell richtig so.
Das Demonstrationsrecht ist soweit ich weiß nicht generell ausgehebelt, außer es gibt wieder neue Beschlüsse, die ich noch nicht ganz mitbekommen habe. Dass man Querdenker und co nicht demonstrieren lässt, hängt schon tatsächlich zu einem großen Teil damit zusammen, dass diese sich nicht an Vorschriften gehalten haben. Wenn eine Maske vorgeschrieben ist, dann muss man die eben auch dann tragen, wenn man gegen das Maskentragen demonstriert. Auch das ist Teil einer Demokratie und eines Rechtsstaats.
Was mich stört ist, dass man nach fast einem Jahr auf Bundes- oder Länderebene immer noch keine Konzepte entwickelt hat, eben genau diese 80+ Jährigen Hochrisikopatienten gezielt zu schützen. Tübingen macht es seit Monaten vor und hat mit einigen wenigen solchen gezielten Maßnahmen gute Erfolge. Würde man nur einen Bruchteil der vielen Milliarden, die die ganzen Lockdowns kosten gezielt in so eine Richtung einsetzen, dann hätten wir wesentlich bessere Erfolge bei sehr viel kleinerem Kolateralschaden. Leider sind aber nicht mal Vorschläge in diese Richtung erlaubt, ohne dass man in die Verschwörungstheoretikerecke gestellt wird. Jeder der die neusten Lockdown- und Ausgangssperren-Spinnereien, die wieder irgendein Söder o.ä. im Alleingang beschließt, skeptisch betrachtet wird aus Prinzip niedergemacht. Das ist ein Armutszeugnis, insbesondere für Ärzte und andere "Akademiker".
Die Menschen scheinen zu glauben, es gäbe nur zwei Meinungen: Entweder man ist uneingeschränkt für alle Maßnahmen, egal wie unfassbar bescheuert diese sind oder man ist ein "Leugner". Sowas ist immer gefährlich.
Ich habe z.B. noch nie behauptet, er gäbe kein Corona, Covid wäre nicht zumindest für einige Bevölkerungsgruppen sehr gefährlich, man müsste keine Maßnahmen ergreifen oder es gäbe keine überforderten Krankenhäuser. Nie. Trotzdem wird mir das am laufenden Band vorgehalten, einfach weil ich es wage, manche Dinge zu kritisieren. Und wenn ich nicht unreflektiert für alles bin, dann bin ich offenbar automatisch gegen alles und eine "Coronaleugnerin". Es würde sich jetzt wieder ein historischer Vergleich anbieten, den ich mir an dieser Stelle spare.
Das ist nicht nur bei Corona der Fall, es gibt noch zahlreiche weitere solcher "Triggerthemen", bei denen keine sinnvolle Diskussion zugelassen wird. Leider ist der Großteil der Menschheit nicht in der Lage, bei solchen Themen die eigene Borniertheit zugunsten einer sachlichen Diskussion zu überwinden und leider wird das wohl auch immer so bleiben.
DrSkywalker
11.12.2020, 14:56
https://www.bbc.com/news/uk-scotland-54433305
Also ehrlich gesagt, bin ich etwas verwundert wie hart nicht nur einige Foristen hier, sondern auch Mediziner in meiner unmittelbaren Umgebung über Kritiker der jetzigen Regierungsmaßnahmen urteilen. Das Medianalter der Coronatoten liegt bei 82. ZWEIUNDACHTZIG. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 80.
Meines Erachtens nach ist es völlig unverhältnismäßig und irre was aktuell an Maßnahmen inklusive dem Aushebeln demokratischer Grundrechte (Demonstrationsrecht) abläuft.
Rede mal mit ein paar Menschen, die Corona hatten. Da hält niemand die Maßnahmen für übertrieben... ich denke du hast die Situation einfach nicht vollständig erfasst und gibst hier deine nicht sehr durchdachte Meinung zum Besten
Feuerblick
11.12.2020, 14:58
Jaja, das sozialverträgliche Ableben mal wieder. Ich find ja auch, dass jeder Ü70 gut und gerne... nee, ich lass es. Gibt nur Blutdruckspitzen.
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