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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread



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Praia-do-Forte
21.04.2020, 10:40
Bei uns laufen gerade sehr merkwürdige Dinge ab :confused:

Angefangen damit dass ein hausärztlicher Kollege, der als übereifrig bekannt ist, schon die ganze Zeit in seiner Praxis Covid-Abstriche durchführt, auch auf Hausbesuchen, u.a. im Pflegeheim. Ein erstes Ergebnis davon war nun dass wir 2 Wochen seine Patienten mitbetreuen durften weil er die Praxis zu hatte....

Nun rief gestern ein Pflegeheim an in dem wir etwa 15 Patienten betreuen, sie hätten 2 Patienten von uns mit unklarem Fieber, ob wir vorbei kämen um einen Abstrich zu machen. Dies lehnten wir ab mit Hinweis auf den in der Region tätigen Corona-Fahrdienst.
Warum wir keinen Abstrich machen würden,. o.g. Kollege würde dies doch auch tun. Das haben wir ausführlich erklärt.
Nun wurde nach einigem Hin und Her (die PDL wollte es nämlich nicht) für 1 Patienten der Fahrdienst bestellt, der kam und hat abgestrichen.
Heute morgen dann bekamen wir ein Fax von o.g. Kollegen, er habe uns gestern telefonisch nicht erreicht, war dann wohl (hinter unserem Rücken ) bei dem 2. Patienten und hat ihn abgestrichen....

Was soll man dazu sagen? :-wand Kollege? PDL?

Bille11
21.04.2020, 11:38
Werden Nachtests gemacht oder bleibt das weiter Theorie?

Hier - irgendwo in NRW :blush: wird zwar eifrig getestet, aber bei positiven auf Its, die beatmet sind, bislang nicht gross nachgetestet. Ich versuche, zu implementieren, dass zumindest unsere Patienten nach 14 Tagen nochmal durchgetestet werden. Das nervt ein wenig. Was wir aber machen, bei (eigentlich verdächtigen) schwerkranken Beatmeten, die negativ getestet sind, in einer Bronchoskopie aus der Tiefe nachtesten, um evtl. dort etwas zu finden. Meist - zum Glück - wieder negativ.

tarumo
21.04.2020, 13:53
Ich greife das Thema Zwangsverpflichtung nochmal auf: Stadt und Landkreis Würzburg (also schon mal zwei völlig getrennte Verwaltungen) haben nun offiziell bestätigt, Zwangsverpflichtungen an Ärzte ausgesprochen zu haben:

https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Corona-Sind-AErzte-zum-Dienst-in-Pflegeheimen-verpflichtet-worden;art735,10435587

Das nur für diejenigen, die meinen, einem "subjektiven Machwerk" wie dem ÄND oder einer Stellungnahme einer KdÖR wie der KBV grundsätzlich keinen Glauben schenken zu müssen. Interessant ist, wie man sich die Arbeitszeiten vorstellt (8-22, WE 9-20H in "Bereitschaft"), das Thema Schutzkleidung wird elegant umschifft und die Bezahlung noch nicht einmal erwähnt (vermutlich nichtexistent).
Es soll laut Hausärzteforum um die 40 Ärzte betreffen und angeblich auch schon in einem Nachbarlandkreis vorkommen. Wenn der zitierte Verwandte in Neustadt/Aisch davon nichts gehört hat, ist das logisch, das ist auch ein anderer Regierungs- und damit KV-Bezirk.

Ich finde es schade, daß selbst bei einem dezenten Hinweis, daß irgendwo im Land genau für diesen Zweck gemachte Gesetze angewendet werden (!), man gleich in die Nähe von Verschwörungstheoretikern und Aluhutträgern gerückt wird. Neben der Theroie von Kübler-Ross "Nicht-Wahrhaben-Wollen" fällt mir eigentlich nur so eine Art Stockholm-Syndrom, vielleicht verbunden mit der Erkenntnis, auch noch jahrelang CSU und damit diese Leute gewählt zu haben, als Erklärung für so ein Verhalten ein. Den Sozialisten hier im Forum müßte eine Zwangsverpflichtung aber gefallen.

DieCaro
21.04.2020, 14:11
Wenn der zitierte Verwandte in Neustadt/Aisch davon nichts gehört hat, ist das logisch, das ist auch ein anderer Regierungs- und damit KV-Bezirk.

Vielleicht sollte der Verwandte auch noch mal den Apotheker fragen, denn inzwischen ist es, wie ich aus persönlichem Bericht eines dort Hausarztes weiß, auch im Landkreis Neustadt a.d.Aisch - Bad Windsheim so.
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 16,6% wohnt der betroffene Hausarzt sogar über dem Apotheker :-))

Kackbratze
21.04.2020, 14:21
Wir sind vorbereitet!
Deswegen kann man jetzt auch die Ausgehbeschränkungen lockern. Diese Diskussionen darüber führen ja auch nur zu irgendwelchen Orgien, sofern die Berlin und NRW nicht schon in den Städten stattfinden.

Das dicke Ende kommt noch, da ja zwischen Infektion und Erkrankung ein Zeitfenster von ca. 5 Tagen vorliegt.

Immerhin hat der Fallschirm den Sturz aus dem Flugzeug schon abgebremst, dann können wir ja jetzt die Seile durchschneiden, bevor wir unter die Wolkendecke kommen. :confused:

Der Lockdown wurde mit "jedes Leben zählt" begründet, jetzt wird er beendet mit "jedes Prozent Wirtschaftswachstum zählt". Die Kanzlerin will keine weiteren Diskussionen, weil die Lockerung an ihrer Manschette kleben wird, wenn sie schiefgeht und die Chancen stehen nicht schlecht, dass nach Schulöffnung ca. 10-14 Tage später die Eltern und ausgewählte Kinder sich auf diversen Intensivstationen wiederfinden.
Wenn man wie Schweden argumentiert "wird schon werden", ist das ein konsequenter Kurs (ob man den gut findet, steht woanders), aber im Vergleich zu
1. es ist nur eine Grippe
2. Mundschutz hilft nicht
3. wir sind vorbereitet
4. es wird keinen Lockdown geben
5. Lockdown und Grenzen zu, weil das flacht die Kurve ab
6. Mundschutz hilft nicht, aber bitte tragt einen, so wie in den anderen Ländern
7. wir sind weiter vorbereitet, deswegen gebe ich in USA Interviews
8. die Erkrankungszahlen steigen, aber eigentlich ist alles gut
9. sche3iss auf die Kurve, auf mit den Schulen und den Läden

ist das wenigstens konsequent.

Salzi19
21.04.2020, 14:26
Immerhin wurde jetzt schon mal das Oktoberfest abgesagt, da haben wahrscheinlich viele dagegen angekämpft...

Evil
21.04.2020, 14:28
Ich finde es schade, daß selbst bei einem dezenten Hinweis, daß irgendwo im Land genau für diesen Zweck gemachte Gesetze angewendet werden (!), man gleich in die Nähe von Verschwörungstheoretikern und Aluhutträgern gerückt wird. Neben der Theroie von Kübler-Ross "Nicht-Wahrhaben-Wollen" fällt mir eigentlich nur so eine Art Stockholm-Syndrom, vielleicht verbunden mit der Erkenntnis, auch noch jahrelang CSU und damit diese Leute gewählt zu haben, als Erklärung für so ein Verhalten ein. Den Sozialisten hier im Forum müßte eine Zwangsverpflichtung aber gefallen.
Offensichtlich willst Du es nicht verstehen, aber ich versuche es ein letztes Mal zu erkären:

nicht für den dezenten Hinweis wirst Du zum Aluhut-Träger erklärt, sondern weil Du (oder im konkreten Fall User "nitas") auf Nachfrage den Beleg schuldig bleibst. Als Belege lieferst du regelhaft bloß interpretierbare Zahlen, die nach DEINER Interpretation Deine Argumentation stützen, durchaus aber auch anders interpretierbar sind.

Also, liefere mal eine sauber belegte Argumentation ab, dann nehme ich Dich ernst. Erst Fakten interpretieren, und dann Meinung ableiten, nicht umgekehrt!
'nuff said

Christoph_A
21.04.2020, 14:28
Ich greife das Thema Zwangsverpflichtung nochmal auf: Stadt und Landkreis Würzburg (also schon mal zwei völlig getrennte Verwaltungen) haben nun offiziell bestätigt, Zwangsverpflichtungen an Ärzte ausgesprochen zu haben:

https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Corona-Sind-AErzte-zum-Dienst-in-Pflegeheimen-verpflichtet-worden;art735,10435587

Das nur für diejenigen, die meinen, einem "subjektiven Machwerk" wie dem ÄND oder einer Stellungnahme einer KdÖR wie der KBV grundsätzlich keinen Glauben schenken zu müssen. Interessant ist, wie man sich die Arbeitszeiten vorstellt (8-22, WE 9-20H in "Bereitschaft"), das Thema Schutzkleidung wird elegant umschifft und die Bezahlung noch nicht einmal erwähnt (vermutlich nichtexistent).
Es soll laut Hausärzteforum um die 40 Ärzte betreffen und angeblich auch schon in einem Nachbarlandkreis vorkommen. Wenn der zitierte Verwandte in Neustadt/Aisch davon nichts gehört hat, ist das logisch, das ist auch ein anderer Regierungs- und damit KV-Bezirk.

Ich finde es schade, daß selbst bei einem dezenten Hinweis, daß irgendwo im Land genau für diesen Zweck gemachte Gesetze angewendet werden (!), man gleich in die Nähe von Verschwörungstheoretikern und Aluhutträgern gerückt wird. Neben der Theroie von Kübler-Ross "Nicht-Wahrhaben-Wollen" fällt mir eigentlich nur so eine Art Stockholm-Syndrom, vielleicht verbunden mit der Erkenntnis, auch noch jahrelang CSU und damit diese Leute gewählt zu haben, als Erklärung für so ein Verhalten ein. Den Sozialisten hier im Forum müßte eine Zwangsverpflichtung aber gefallen.

Und wenn man den Artikel liest, erkennt man schnell, dass es viel heisse Luft um nix gegeben hat. Die Pflegeheime wurden bestimmten Hausärzten zugeteilt, um zu verhindern, dass jeder Hinz und Kunz zu seinen Patienten latscht, soweit, so nachvollziehbar. Dass eventuell die Kommunikation schlecht war, mag sein, hat jedoch mit der Sinnigkeit der Maßnahme nix zu tun. Hier haben das übrigens die betroffenen Hausärzte von sich aus so gemacht....:-keks
Weiters, wo in diesem Artikel steht, dass es keine Schutzkleidung gab, wo steht die Bezahlung? Alles genauso schwammig wie neulich. By the way, wo bleibt der große Aufruhr, wo der Aufhänger in den überregionalen Zeitschriften? Achja, stimmt, da gibts ja so ne kleine Pandemie da draussen, vlt. liegt die fehlende Lichterkette für die Zwangsrekrutierten daran...

"Ich finde es schade, daß selbst bei einem dezenten Hinweis, daß irgendwo im Land genau für diesen Zweck gemachte Gesetze angewendet werden (!)" => genau dafür wurden solche Gesetze gemacht....:-slap

Evil
21.04.2020, 14:33
Naja, daß das städtische Gesundheitsamt bestimmten Hausärzten einfach Pflegeheime nicht ganz nachvollziehbar zugeteilt hat, ist schon ein starkes Stück.
Die Einteilung hätte man durchaus den örtlichen Qualitätsnetzen oder der KV überlassen können, das hat hier gut funktioniert.
Wenn mir ein Gschaftlhuber aus dem Amt vorschreiben will, wann und wie und welche Patienten ich zu visitieren habe, da werde ich auch angepisst, aber richtig! Zumal der Amtsträger im Regelfall keine Fachkompetenz aufweist.

freak1
21.04.2020, 15:26
Immerhin wurde jetzt schon mal das Oktoberfest abgesagt, da haben wahrscheinlich viele dagegen angekämpft...

Ich habe keinen Zweifel, dass die entsprechenden Bierzeltbesitzer fürstlich vom Staat entschädigt werden wenn der Oktober kommt. 😉

Christoph_A
21.04.2020, 15:35
Naja, daß das städtische Gesundheitsamt bestimmten Hausärzten einfach Pflegeheime nicht ganz nachvollziehbar zugeteilt hat, ist schon ein starkes Stück.
Die Einteilung hätte man durchaus den örtlichen Qualitätsnetzen oder der KV überlassen können, das hat hier gut funktioniert.
Wenn mir ein Gschaftlhuber aus dem Amt vorschreiben will, wann und wie und welche Patienten ich zu visitieren habe, da werde ich auch angepisst, aber richtig! Zumal der Amtsträger im Regelfall keine Fachkompetenz aufweist.

Wobei wir hier immer noch nicht wissen, wie das im Detail abgelaufen ist, Evil. Vielleicht gab es ja sogar den Versuch, das der KV oder sonst wem zu überlassen, das hat, aus welchen Gründen auch immer, nicht funktioniert und dann wurden eben, aufgrund der Dringlichkeit der Lage, Fakten geschaffen. Ganz ehrlich, wenn Du z.B. dem Qualitätszirkel der Münchner niedergelassenen Kardiologen irgendwelche systemrelevanten Entscheidungen überlassen würdest, die evtl. sogar den eigenen Geldbeutel betreffen, könnte das, erfahrungsgemäß, mehrere Monate dauern, bis sich da was bewegt, bei der Größe der einzelnen Egos.

MissGarfield83
21.04.2020, 16:12
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/26648-covid-19-ist-kein-klassisches-ards

Ein interessanter Artikel zur Präsentation von Atemnot, Hypoxie etc. bei Covid-19 Patienten.
Die Autoren weisen darauf hin, dass es anscheinend 2 Formen (+Mischung von beiden) gibt, und dass sich nur eine davon wirklich wie ein klassisches ARDS verhalten würde.


Das ist schon seit fast 2 Wochen ein alter Hut :
https://dasfoam.org/2020/04/12/covid-19-behandeln-wir-eigentlich-richtig/ -> ist der selbe wie deiner, nur auf der originalen Seite #dasfoam vom 12.4
https://emcrit.org/pulmcrit/ards-recruitability-covid/

Die m.E. beste Übersicht über Diagnostik, Therapie, Handling findest du hier : https://emcrit.org/ibcc/covid19/

Gibt da draußen viele Ressourcen und viele Menschen die sich die Arbeit machen gute Fachartikel zu erstellen ... im deutschsprachigen Raum sind das vor allem dasfoam, nerdfallmedizin, ... schau da mal vorbei.

abcd
21.04.2020, 18:50
Beatmete Patienten, die von der Uni zu uns in die Frühreha kommen, werden noch in der Uni nachgetestet .

MissGarfield83
22.04.2020, 15:03
COVID-19 und Gerinnung

https://dasfoam.org/2020/04/22/jetzt-kommts-dicke-covid-19-und-gerinnung/?fbclid=IwAR0qFtlyOAeBohiWDsA_M5LorHDF-yQYyEMq3fc6YAZzgBKxszaKcECwnfw

Fr.Pelz
22.04.2020, 18:49
Wir haben heute zum ersten Mal einen Covid-19-pos. Patienten operiert. Dafür dass alle erstmal die Arme hochgerissen haben, hat es doch erstaunlich gut funktioniert. Ist ja im Grunde auch kein Hexenwerk - aber ich hab trotzdem diverse Male mit der Hygiene telefoniert um sicher zu gehen und wir haben uns bemüht, so wenig anwesendes Personal wie möglich einzubinden.

arbeiter79
22.04.2020, 22:45
Nachdem Raucher zuvor schon nicht mehr zur Risikogruppe gezählt wurden sieht es doch tatsächlich so als ob Nikotin und selbst lungenschädliches Rauchen effektiv vor Corona schützen kann.

Bestätigt wiedermal das zur Zeit selbst die einleuchtesten Experten-Meinungen sehr bald weniger nichts mehr wert seien können.

WackenDoc
23.04.2020, 12:33
Ist bei euch auch so eine fast schon gespenstische Aufbruchstimmung? So als ob das Ganze schon vorbei wäre. Sowohl auf der Arbeit als auch im öffentlichen Leben.

tragezwerg
23.04.2020, 12:51
Nachdem Raucher zuvor schon nicht mehr zur Risikogruppe gezählt wurden sieht es doch tatsächlich so als ob Nikotin und selbst lungenschädliches Rauchen effektiv vor Corona schützen kann.

Bestätigt wiedermal das zur Zeit selbst die einleuchtesten Experten-Meinungen sehr bald weniger nichts mehr wert seien können.

Wobei ich mir aber nicht vorstellen kann, dass die durchs Rauchen bestehenden Gefäßveränderungen bei der durch CoV2 bedingten Gerinnungsproblematik förderlich sind (die Zahlen der schweren Gefäßkomplikationen bei COVID sind ja schon ziemlich beeindruckend, LAE über 20x häufiger als bei anderen ARDS/Pneumonien).

Leni_89
23.04.2020, 12:51
Ist bei euch auch so eine fast schon gespenstische Aufbruchstimmung? So als ob das Ganze schon vorbei wäre. Sowohl auf der Arbeit als auch im öffentlichen Leben.

Jap, wohne an einer viel befahrenen Straße. Bis Anfang der Woche ca. deutliche Leere. Seit Montag jedoch Normalbetrieb, also so viele Autos/LKWs/Straßenbahnen habe ich schon lange nicht mehr gehört.. Es war soo schön ruhig :-D
Auch in der Arbeit. Beim OP-Programm sind wir wieder auf 100%, das Patientenaufkommen in unserer Ambulanz ist wieder wie vor Covid-19.
Die Infektionszahlen steigen aber nach wie vor.
Wie sieht's in deiner Klinik aus?

Matzexc1
23.04.2020, 12:52
Ist bei euch auch so eine fast schon gespenstische Aufbruchstimmung? So als ob das Ganze schon vorbei wäre. Sowohl auf der Arbeit als auch im öffentlichen Leben.

Fühlt sich so an, die Restriktionen ändern sich, verbessern sich gefühlt und die Fallzahlen hier in der Gegend sind unterhalb von 50(Labor positiv)