Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Feuerblick
07.01.2021, 17:10
Bei „die armen Patienten“ bin ich dabei. Gute (!) Intensivpflege kann Dinge, die kennt manch Arzt nur mit Namen.
Hahaha, Quellen: Aussagen eines Arztes, Internes Schreiben der Charité. Na da hat die Charité aber viele Ärzte und Ärztinnen im Überschuss. XD
Ich hätte da gar kein Bock drauf, hatte mich auch schon letztes Jahr nicht als Corona Hiwi gemeldet, für den ich meinen normalen Job auch aufgeben/pausieren müsste. Vorstellbar wäre es für mich, wenn ich jetzt mein M3 gemacht und gerade arbeitslos wäre. Wobei mich so was
Kommentare aus einer Pflegegruppe:
"Geil, so lernen die vielleicht wertschätzung...."
"Das schadet diesen Ärzten sicher nicht, die Situation an sich ist allerdings katastrophal"
"Hoffentlich auch zum Gehalt einer Pflegekraft"
"Die armen Patienten"schon hart abtörnt. Da erwartet dich dann vielleicht ne ganze Truppe, die schon vorher maximal angepisst von dir ist ...
Pflege, die sich so äußert, sollte man am besten auch weiterhin unterbesetzt weiterarbeiten lassen :-))
Pflege, die sich so äußert, sollte man am besten auch weiterhin unterbesetzt weiterarbeiten lassen :-))
Wenn man das etwas weiterdenkt, dann wird sich in den Teppichetagen relativ schnell die Ansicht breitmachen, daß "Intensivpflege" an sich etwas ist, was man mal schnell durch "Anlernen" hinreichend beherrschen kann und daher zukünftig weder besonders berücksichtigt noch besonders bezahlt werden muß. Und wenn Intensivpflege mit Anlernen geht, dann geht es mit der normalen Pflege doch auch...also wozu überhaupt noch Fachkräfte?
Ein erheblichen Anteil an der schlechten Situation der Pflege in ´schland hat ja auch die in den 70er Jahren eingeführte Denke, lieber hotelähnliche Serviceleistungen zu übernehmen und medizinische Aufgaben dafür abzugeben.
WackenDoc
07.01.2021, 17:52
Nenene- das sind doch nicht hotelähnliche Serviceleistungen, das sind hochheilige wichtige pflegerische Aufgaben. Das kann man auch nur wenn man examiniert! ist.
Irgendwie spukt mir gerade das Wort "abwärtskompatibel" im Kopf rum (nicht abwertend gemeint!).
Aufwärtskompatibel ist indes aber nicht möglich - sozusagen"Arztaufgaben" durch "Anlernen". Vermutlich würde es nicht nur an Aufgaben mit Approbationsvorbehalt scheitern, sondern schon an dem großflächigen Übernehmen von typisch ärztlichen Tätigkeiten wie Blutentnahmen, Röhrchen bekleben und Unterlagen absortieren...
Personalmangel in der Pflege kann man doch sicherlich provisorisch mit 24 h "Bereitschafts"diensten hinreichend kompensieren, auch im Normalbetrieb erlebt der Arzt im Dienst zwei oder drei Schichten Pflege...
Ist ein MRT "abwärtskompatibel" zu einem CT? Nur weil eine Ressource teurer und anders ist als eine andere, ist sie unbedingt besser?
Die Pflegekräfte sind teilweise ziemlich berufsstolz, dass die Pflege ja eine eigene Profession sei und nicht nur eine Hilfskraft für die Ärzte.
Du hast mich nicht ganz verstanden.
Es geht um die Situation, wo man sagt: "Ok, ich kann/soll Euren Job jederzeit übernehmen. Umgekehrt funktioniert das aber nicht. Was glaubt Ihr, wessen Job am Ende wackelt?"
Das ist übrigens exakt die Antwort, die ich gegeben habe, wenn das Anliegen von MTRA geäußert wurde, die Ärzte könnten doch auch ihre CTs im Dienst selbst fahren.
Daß es nicht persönlich abwertend gemeint war, habe ich ausdrücklich geschrieben.
Colourful
07.01.2021, 19:16
Ich würde jetzt aber direkt mal behaupten, dass man das als Ärztin vermutlich besser/schneller lernt, als irgendjemand, der überhaupt gar keine Ahnung hat. Auch wenn das sicherlich dauert.
Aber funktioniert das nur nicht, weil wir so viel wissen und können? Oder nur, weil wir eben "den Stempel haben"? Es wird ja vereinzelt gefordert, dass erfahrene Pfleger mehr Gehalt kriegen als der frische Assistenzarzt, weil er ja so wenig kann. Das würde ja für die rein bürokratisch These sprechen.
Bonnerin
07.01.2021, 19:26
Klingt nach dem perfekten Moment, um mit den Füßen bzw. Händen gegen unser Gesundheitssystem abzustimmen und die Klinikleitung da auflaufen zu lassen. Soll die Verwaltung halt ausm Homeoffice kommen und sich einarbeiten lassen, so trivial, wie das ja anscheinend ist. Da sieht man doch mal die Fehlplanungen der letzten Jahre in action, an einer Klinik, die sich auf ihr Prestige immer so viel eingebildet hat. Fände es bezeichnend und echt traurig, wenn sich auch nur ein ärztlicher Kollege dafür freiwillig melden würde.
Und nein, das ist keine Geringschätzung der Pflege meinerseits mit dieser Aussage. Sondern das alles ist nur ein weiterer Versuch der Verwaltung, das alles abzuwälzen und sich aus der Verantwortung für bessere Bezahlung und Bedingungen für die Pflege zu ziehen.
MissUmbrella
07.01.2021, 19:46
Also ich bin echt schockiert über den Artikel ..Ärzte als Pfleger? Piepts noch? :-(
Das System wurde über Jahrzehnt kaputt gespart. Jetzt gibt es die Quittung bzw.gab es die schon vorher, hat aber keinen interessant. Und jetzt kommt de Aufschrei. Yep, passiert vielleicht auf Kosten von Patienten , aber hat es irgendjemanden vor der Coronakrise gejuckt? Nein.
Bonnerin, ich stimme dir vollkommen zu. Die Quittung kommt und es muss schmerzhaft sein, damit sich mal was ändert. :-peng Wir wären ja noch schön blöd, das auszubaden bzw. baden wir schon genug aus.
Also ich bin echt schockiert, abgesehen davon, dass es eine Abwertung der pflegerischen und ärztlichen Arbeit ist.
Ich glaub gar nicht, dass das tatsächlich so stimmt, das wäre ja echt die Problemlösung aus der Hölle. Die Hölle hatte genug von den Verantwortlichen und hat die dann an die Charité geschickt. Da entstehen einfach viel mehr Probleme, als gelöst werden.
Selbst wenn das ärztliche Personal aus dem Tagesgeschäft genommen und in der Pflege eingesetzt würde, müssten die ja dann auch ihre Dienste weitermachen. Alle Ärztinnen und Ärzte aus der dieser „neuen Ebene“ führenden Abteilung fallen dann doch heraus. Frühdienst Pflege, Bereitschaftsdienst Arzt, Dienstfrei abwesend, Spätdienst Pflege oder wie soll so ein Arbeitsplan dieser Person aussehen? Und Ärzte anderer Abteilungen werden so nen Kokolores doch erst recht nicht mitmachen oder?
Und wenn man dann z.B. die frisch approbierten stellenlosen Leute einsetzt wird’s auch schwierig. Arztgehalt für unqualifizierten Hilfsdienst?
Dit is Berlin, wa...
Akademiker "freiwillig" in die "Produktion" verpflichten kennen gewisse Elemente der RRG-Regierung ja noch aus einer vorherigen Epoche. ich befürchte nur, daß sich auch hierfür wieder genug Freiwillige finden (GK geht ja schon mal voran) und damit gleichzeitig den eigenen Job als irgendwie "entbehrlich" und den der Pflege als "angelernt" entwerten...
roxolana
07.01.2021, 21:32
In GB sollen jetzt IL-6-Rezeptor-Antagonisten standardmäßig bei ITS-Patienten zum Einsatz kommen: https://www.theguardian.com/world/2021/jan/07/covid-arthritis-drugs-could-help-save-lives-of-seriously-ill--patients-research-finds
Versteht jemand das Studiendesign von REMAP-CAP?
https://www.remapcap.org/what-is-an-adaptive-trial
Für mich klingt das so, als würden sie für jeden Patienten simultan mehrere Interventionen randomisieren.
Während das grundsätzlich ja eine spannende Idee ist, frage ich mich, wie sie im Nachhinein aus dieser extrem heterogenen Studienpopulation valide Schlüsse ziehen wollen.
"31 available interventions in 12 domains"... da klingen 10.000 Probanden plötzlich nach echt wenig.
Oder hab ich da gerade nur einen Denkfehler?
Bevor man landesweit die Therapie umstellt und IL-6-Rezeptorantagonisten standardmäßig auf ITS einsetzt, sollte man nicht vielleicht wenigstens den peer review abwarten?
(Edit: Verlesen. 4000 Probanden mit nachweislich COVID-19. Die fast 10.000 waren die Randomisierungen.)
roxolana
08.01.2021, 19:26
Im Artikel stand was von 800 Patienten bei IL-6-Rezeptor-Antagonisten. Aber ja, das Peer Review hätte man auch noch abwarten können. GB ist in letzter Zeit ja vor allem durch planlosen Aktionismus aufgefallen (ich sage nur Impfungen mischen...), anscheinend brennt dort die Hütte so schlimm, dass sie alles mögliche versuchen. Bestimmt wird als nächstes noch Ivermectin zugelassen. :-))
Gibt ja nicht noch das Recovery Trial mit ca 2800 Randos IL6-Antagonisten vs Placebo. Sprechen die Engländer miteinander oder nicht?
FirebirdUSA
09.01.2021, 07:54
Im Artikel stand was von 800 Patienten bei IL-6-Rezeptor-Antagonisten. Aber ja, das Peer Review hätte man auch noch abwarten können. GB ist in letzter Zeit ja vor allem durch planlosen Aktionismus aufgefallen (ich sage nur Impfungen mischen...), anscheinend brennt dort die Hütte so schlimm, dass sie alles mögliche versuchen. Bestimmt wird als nächstes noch Ivermectin zugelassen. :-))
Bei einer Neuinfektionsrate von 1.000/100.000 in London brennt glaube ich wirklich die Hütte...
GelbeKlamotten
10.01.2021, 12:50
Weiß zufällig jemand, ob es Bundesländer gibt in denen die Solarien zur Zeit offen haben?
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.